Seyðisfjörður
Vorlage:Hinweisbaustein Vorlage:Infobox ehemalige Gemeinde in Island
Seyðisfjörður [<templatestyles src="IPA/styles.css" />] ({{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Vorlage:lang:103: attempt to index field 'wikibase' (a nil value))<ref>Stichwort „SEYÐIR“ in: Cleasby, Richard; Vigfússon, Guðbrandur (Hrsg.): An Icelandic-English Dictionary. Oxford 1874, S. 525</ref> ist eine Stadt im Osten Islands in der Region Austurland. Sie liegt am Ende des gleichnamigen Fjords. Am 1. Januar 2023 hatte Seyðisfjörður 659 Einwohner. Bis 2019 war sie eine eigene Gemeinde (Seyðisfjarðarkaupstaður). Mit den weiter nördlich an der Küste liegenden Ortschaften Bakkagerði, Djúpivogur und Fljótsdalshérað ist Seyðisfjörður seit 2020 zur Großgemeinde Múlaþing verbunden.
Wirtschaft und Verkehr
Die Stadt am Ende des gleichnamigen Fjordes hat einen der besten Naturhäfen ganz Islands.<ref>Ewald Gläßer. Island, S. 184. Darmstadt 1986.</ref> Der Hafen Seyðisfjörður ist der Anlaufhafen der Norröna, der einzigen Autofähre, die Island über die Färöer und Dänemark mit dem europäischen Festland verbindet. Sie verkehrt unter der Flagge der Färöer.
Der Seyðisfjarðarvegur [[Vorlage:RSIGN/IS|Vorlage:RSIGN/IS]] führt auf 27 km über die Hochebene Fjarðarheiði in die nächstgelegene Stadt Egilsstaðir an der Ringstraße [[Vorlage:RSIGN/IS|Vorlage:RSIGN/IS]]. Dort liegt auch der Flughafen Egilsstaðir, der einzige Flughafen in Ostisland. Diese Passstraße ist im Winter mitunter tagelang gesperrt. Zur Verbesserung der Verkehrsverbindung sind seit längerem mehrere Tunnelbauten geplant. Nach Planungsstand vom Dezember 2025 sind das die sogenannten Fjarðagöng, zwei Tunnels mit einer Länge von 5.4 und 7 km, die Seyðisfjörður mit dem Mjóifjörður sowie den Mjóifjörður mit dem Norðfjörður und damit mit dem Ort Neskaupstaður verbinden sollen. Die Planungen für den Tunnel Fjarðarheiðargöng, der Seyðisfjörður mit Egilsstaðir verbinden sollte, wurden zugunsten der Fjarðagöng vorerst zurückgestellt. Die Vorzüge der so geschaffenen ringförmigen Verbindung im mittleren Ostisland wurden als größer betrachtet, unter anderem durch die bessere Erreichbarkeit eines regionalen Krankenhauses in Neskaupstaður.<ref>Vorlage:Cite book/NameVorlage:Cite book/Name: [Internetquelle: archiv-url ungültig Fljótagöng tunnel tops priority list.] In: ruv.is. Ríkisútvarpið, , archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am Vorlage:Cite book/URL; abgerufen am 29. März 2026 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).Vorlage:Cite book/URLVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung2Vorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung</ref>
Zwischen 1973 und ~1993 gab es den Flugplatz Seyðisfjörður am Südufer des Fjordes etwa 8 km außerhalb der Stadt. Reykjavík liegt in einer Entfernung von 663 Straßenkilometern auf der Strecke über den Norden.<ref>Vegalengdir. Abgerufen am 27. März 2026 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> Die Fahrt durch den Süden über den Axarvegur [[Vorlage:RSIGN/IS|Vorlage:RSIGN/IS]], der nicht immer befahrbar ist, ist nur wenige Kilometer kürzer. Die kürzeste Verbindung von nur 592 km ist nur für geländegängige Fahrzeuge möglich und führt über die Austurleið [[Vorlage:RSIGN/IS|Vorlage:RSIGN/IS]].
Geschichte
Seyðisfjörður war bereits Ende des 19. Jahrhunderts eine stadtähnliche Siedlung (Kauptún) und zählte 1890 377 Einwohner.<ref>Ewald Gläßer. Island, S. 174. Darmstadt 1986.</ref> Durch den norwegischen Industriellen und Reeder Otto Wathne, dem 1900 im Ort ein Denkmal errichtet wurde, erlebte Seyðisfjörður einen erheblichen wirtschaftlichen Aufschwung.<ref>Barbara und Jörg-Thomas Titz: Island und Färöer, S. 439. Bielefeld 2003.</ref> Er sorgte u. a. dafür, dass 1895 auf der Halbinsel Dalatangi östlich von Seyðisfjörður der erste Leuchtturm Islands gebaut wurde, so dass Schiffen die Einfahrt in den Fjord und damit die Fahrt nach Seyðisfjörður erheblich erleichtert wurde. Seyðisfjörður erhielt 1895 als vierter Ort Islands Stadtrechte (Kaupstaðurréttindi) und war 1901 mit 841 Einwohnern die weitaus größte Ortschaft im Osten Islands.<ref>Ewald Gläßer. Island, S. 179. Darmstadt 1986.</ref> Das erste Wasserkraftwerk Islands wurde 1913 am Rande von Seyðisfjörður am Fluss Fjarðarsel errichtet. Seyðisfjörður war die erste voll elektrifizierte Stadt Islands. Deshalb gibt es in ihr auch ein Technikmuseum.<ref name="Technisches Museum">Homepage des Technischen Museums Seyðisfjörður (englisch)</ref> 1910 lag die Einwohnerzahl der Stadt bei 928, 1920 bei 871, 1930 bei 936, 1940 bei 904, 1950 bei 744, 1960 bei 745, 1970 bei 884 und 1981 bei 989. 1989 betrug die Einwohnerzahl 997.<ref>Vilhelm G. Kristinsson: Íslensk Samtíð, S. 275. Reykjavík 1990.</ref> In Seyðisfjörður endete das erste, 1906 verlegte Unterseetelefonkabel nach Island.<ref name="Technisches Museum"/> Der Fjord war zudem im Zweiten Weltkrieg ein Marinestützpunkt der Alliierten und Ausgangs- oder Endpunkt einiger Nordmeergeleitzüge.<ref>Vilhelm G. Kristinsson: Íslensk Samtíð, S. 276. Reykjavík 1990.</ref> Am 10. Februar 1944 versenkten drei deutsche Flugzeuge den britischen Tanker Grillo, der gerade in Seyðisfjörður vor Anker lag.<ref>https://www.lhg.is/frettir-og-fjolmidlar/frettasafn/frettayfirlit/nr/869</ref>
Am 26. Oktober 2019 fand eine Abstimmung zum Zusammenschluss mit 3 weiteren Gemeinden statt. Die neue, seit 2020 bestehende, Gemeinde heißt Múlaþing.
Im Dezember 2020 wurden durch anhaltende Regenfälle Schlammlawinen<ref> Kurzhinweis im Nordkreisportal [1]</ref><ref>Pictures of Damage Done by Landslides. Abgerufen am 23. Dezember 2020.</ref><ref>Artikel im Magazin Iceland Review auf Deutsch [2]</ref> ausgelöst. Die Schlammlawine am 18. Dezember war die größte, die jemals in bewohntem Gebiet auf Island niedergegangen ist. Sie zerstörte 13 Häuser und beschädigte das Technikmuseum schwer. Durch glückliche Umstände gab es keine Todesopfer. Seyðisfjörður war zeitweise evakuiert.<ref>The Landslide Project. (Dokumentation der Folgen der Schlammlawine). Abgerufen am 23. Mai 2023 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>
Durch Erdrutsche vom Berg Bjolfur (1 075 m) waren bereits 1895 24 und 1950 fünf Menschen ums Leben gekommen.<ref>Hans Peter Richter: Island Handbuch, S. 98. Kiel 1986.</ref>
Unweit des Hofes Þórarinsstaðir, etwa 10 km östlich der Stadt, wurden 1998–1999 Gräber sowie die Fundamente einer Kirche aus dem 11. Jahrhundert freigelegt.<ref>http://viking.archeurope.com/religion/christianity/seydisfjordur-church/</ref>
Einwohnerentwicklung
Wie inzwischen die meisten Gebiete Islands außer dem Südwesten rund um die Hauptstadt Reykjavík ist Seyðisfjörður von Bevölkerungsschwund betroffen. Von 1997 bis 2014 betrug der Bevölkerungsrückgang 17 %.
| Datum | Einwohner |
|---|---|
| 1. Dez. 1997 | 800 |
| 1. Dez. 2003 | 741 |
| 1. Dez. 2004 | 714 |
| 1. Dez. 2005 | 731 |
| 1. Dez. 2006 | 726 |
| 1. Dez. 2007 | 716 |
| 1. Jan. 2014 | 665 |
Kultur
Seyðisfjörður ist Haupthandlungsort des Buches Brandstifter (isländisch „Vargurinn“) von Jon Hallur Stefánsson. Auch die im Jahr 2015 produzierte isländische Fernsehserie Trapped – Gefangen in Island spielt in dem Ort. Gedreht wurde allerdings hauptsächlich in Siglufjörður.<ref>Atli Már Gylfason (May 5, 2015). <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Dýrasta sería Íslandssögunnar: Sjáðu stikluna ( vom 5. Februar 2016 im Internet Archive) auf dv.is (isländisch), abgerufen am 12. März 2017</ref><ref>Tökur á "Ófærð" hafnar á Siglufirði auf klapptre.is (isländisch) am 24. Januar 2015, abgerufen am 12. März 2017</ref><ref>Jakob Bjarnar Baltasar leggur Siglufjörð undir sig auf visir.is (isländisch) am 24. Januar 2015, abgerufen am 12. März 2017</ref>
Die 1920 erbaute Seyðisfjarðarkirkja, in der im Sommer Konzerte stattfinden, ist unter dem Namen Bláa Kirkja (Blaue Kirche) bekannt.<ref>https://visitseydisfjordur.com/is/activity/blaa-kirkjan/</ref> 2006 trat die Band Sigur Rós vor dieser Kirche auf, was in ihrem Film Heima gezeigt wird.
Im 1894 erbauten Wohnhaus des Industriellen Otto Wathne, das zeitweise als Rathaus diente, wurde ein Technikmuseum (Tækniminjasafn) eingerichtet.<ref>Barbara und Jörg-Thomas Titz: Island und Färöer, S. 440. Bielefeld 2003.</ref> Durch die Schlammlawine, die im Dezember 2020 in der Stadt erheblichen Schaden anrichtete, wurde auch das Museum erheblich beschädigt.<ref>https://www.tekmus.org/</ref> Das Wasserkraftwerk Fjarðarselsvirkjun, das erste Wasserkraftwerk Islands, das 1913 errichtet wurde und noch heute in Betrieb ist, beherbergt seit 2003 ebenfalls ein Museum.<ref> https://visitseydisfjordur.com/is/activity/fjardarselsvirkjun/</ref> Das Kulturzentrum Skaftafell wird für Ausstellungen und verschiedene Veranstaltungen genutzt.
Städtepartnerschaften
Partnerstädte von Seyðisfjörður sind<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Website der Stadt – Vinabaeir ( des Vorlage:IconExternal vom 22. Juni 2023 im Internet Archive) Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis., abgerufen am 10. April 2018</ref>
- Dänemark Lyngby-Taarbæk, (Dänemark)
- Datei:Flag of Finland icon.svg Vantaa, (Finnland)
- Datei:Flag of Greenland.svg Nuuk, (Grönland)
- Datei:Flag of Norway.svg Askim, (Norwegen)
- Schweden Huddinge, (Schweden)
- Datei:Flag of the Faroe Islands.svg Sandur, (Färöer)
Töchter und Söhne
- Nína Tryggvadóttir (1913–1968), Malerin
- Jón Páll Bjarnason (1938–2015), Jazzgitarrist
- Kristín Steinsdóttir (* 1946), Schriftstellerin
Literatur
- Leben im Fisch. Kristín Steinsdóttir erzählt das Island ihrer Kindheit. Konzeption/Regie: Thomas Böhm u. Klaus Sander, supposé, Berlin 2011, ISBN 978-3-932513-99-2.
Bilder
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Die Fähre im Hafen
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Blick von der Passhöhe
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Gufufoss, an der Straße zwischen Egilsstaðir und Seyðisfjörður
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Kirche in Seyðisfjörður
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Handelsposten Seyðisfjörður (um 1885)
Weblinks
Einzelnachweise
<references />