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Sexuelle Gewalt im Zweiten Weltkrieg

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Sexuelle Gewalt im Zweiten Weltkrieg umfasste Zwangsprostitution in nationalsozialistischen Lagerbordellen, in Armeebordellen der deutschen Wehrmacht und der Armee Japans (→ Trostfrauen und Kriegsverbrechen der japanischen Streitkräfte im Zweiten Weltkrieg) sowie Massenvergewaltigungen, die Soldaten der Achsenmächte und der Alliierten im Zweiten Weltkrieg jeweils an Frauen gegnerischer Staaten begingen. Seitens der französischen Armee fanden Vergewaltigungen nicht nur in gegnerischer Staaten, sondern auch in der Bevölkerung Italiens statt, das zu diesem Zeitpunkt Mitkriegsführer gegen Deutschland war.

Diese Verbrechen wurden in den 1990er Jahren zu einem besonderen Forschungsthema der Geschichtswissenschaft.<ref>Jolande Withuis: Die verlorene Unschuld des Gedächtnisses. Soziale Amnesie in Holland und sexuelle Gewalt im Zweiten Weltkrieg. In: Insa Eschebach: Gedächtnis und Geschlecht: Deutungsmuster in Darstellungen des nationalsozialistischen Genozids. Campus, 2002, ISBN 3-593-37053-0, S. 77</ref>

Wehrmacht

Sexualverbrechen und Vergewaltigungen durch Soldaten der Wehrmacht blieben bis Ende der 1990er Jahre weitgehend unerforscht.<ref>Birthe Kundrus: Nur die halbe Geschichte. Frauen im Umfeld der Wehrmacht. In: Rolf-Dieter Müller, Hans-Erich Volkmann (Hrsg. im Auftrag des MGFA): Die Wehrmacht: Mythos und Realität. Oldenbourg, München 1999, ISBN 3-486-56383-1, S. 719–735, hier S. 733.</ref> Der Militärhistoriker Wolfgang Petter wies 1999 darauf hin, dass ein Befehl des Oberkommandos des Heeres vom 5. Juli 1940 letztlich darauf hinauslief, bei Vergewaltigungen „den schonendsten Straftenor zu wählen“.<ref>Wolfgang Petter: Militärische Massengesellschaft und Entprofessionalisierung des Berufes. In: Rolf-Dieter Müller, Hans-Erich Volkmann (Hrsg. im Auftrag des MGFA): Die Wehrmacht: Mythos und Realität. Oldenbourg, München 1999, ISBN 3-486-56383-1, S. 359–370, hier S. 369.</ref> Dass die Wehrmacht häufig kein Interesse daran hatte, sexuelle Gewalt gegen Zivilisten zu verfolgen und zu dokumentieren, habe daran gelegen, so die Historikerin Birthe Kundrus im gleichen, vom Militärgeschichtlichen Forschungsamt herausgegebenen Band, dass „im Rahmen des rassenideologisch motivierten Eroberungs- und Vernichtungskrieges die Demütigung der Bevölkerung einen festen Bestandteil der Kriegführung darstellte.“<ref>Birthe Kundrus: Nur die halbe Geschichte. Frauen im Umfeld der Wehrmacht. In: Rolf-Dieter Müller, Hans-Erich Volkmann (Hrsg.): Die Wehrmacht: Mythos und Realität. München 1999, S. 734.</ref>

In ihrer 2004 publizierten Dissertation zu sexueller Gewalt von Soldaten der Wehrmacht stellte Birgit Beck fest, dass 5349 Soldaten der Wehrmacht bis 1944 wegen „Sittlichkeitsvergehen“, vor allem „Notzucht“ verurteilt wurden.<ref>Birgit Beck: Wehrmacht und sexuelle Gewalt. Sexualverbrechen vor deutschen Militärgerichten 1939–1945. Paderborn 2004, S. 326 f.</ref> Wie groß im Verhältnis zu diesen dokumentierten Fällen die Dunkelziffer an sexuellen Gewalttaten war, lässt sich aufgrund des mangelnden Interesses der Wehrmachtführung an Strafverfolgungen und der „dürren Quellenlage“ nicht seriös schätzen.<ref>Birthe Kundrus: Nur die halbe Geschichte. Frauen im Umfeld der Wehrmacht zwischen 1939 und 1945 – Ein Forschungsbericht. In: Rolf-Dieter Müller, Hans-Erich Volkmann: Die Wehrmacht. Mythos und Realität. München 1999, S. 734; vgl. Birgit Beck: Wehrmacht und sexuelle Gewalt. Sexualverbrechen vor deutschen Militärgerichten 1939–1945. Paderborn 2004, S. 334.</ref> Beck betont, dass vor allem der zum Unternehmen Barbarossa gehörende Kriegsgerichtsbarkeitserlass vom 13. Mai 1941, der Straftaten deutscher Soldaten gegen sowjetische Zivilisten dem militärgerichtlichen „Verfolgungszwang“ entzog, die Grundlage für die Strafverfolgung sexueller Delikte zerstörte und ihre Erfassung weitgehend verhinderte.<ref>Birgit Beck: Wehrmacht und sexuelle Gewalt. Sexualverbrechen vor deutschen Militärgerichten 1939–1945. Paderborn 2004, S. 327.</ref> Vergewaltigungen sowjetischer Frauen durch deutsche Soldaten seien am häufigsten „im Rahmen der Einquartierungen in zivile Häuser, bei angeordneten Requirierungen oder im Zusammenhang mit Plünderungen“ erfolgt.<ref>Birgit Beck: Wehrmacht und sexuelle Gewalt. Sexualverbrechen vor deutschen Militärgerichten 1939–1945. Paderborn 2004, S. 328.</ref>

Regina Mühlhäuser bestätigt in ihrer einschlägigen, speziell auf den Deutsch-Sowjetischen Krieg bezogenen Dissertation 2010 diese Befunde und stellt fest, dass die wenigsten von Soldaten der Wehrmacht begangenen sexuellen Gewalttaten disziplinarische Konsequenzen nach sich zogen oder gerichtlich geahndet wurden.<ref>Regina Mühlhäuser: Eroberungen. Sexuelle Gewalttaten und intime Beziehungen deutscher Soldaten in der Sowjetunion 1941–1945. Hamburger Edition, Hamburg 2010, S. 145.</ref> Sexuelle Gewalttaten deutscher Soldaten gegen sowjetische Frauen hätten keine seltenen Ausnahmehandlungen dargestellt, gelegentlich seien sogar ganze Einheiten in sexuelle Gewaltexzesse verwickelt gewesen.<ref>Regina Mühlhäuser: Eroberungen. Sexuelle Gewalttaten und intime Beziehungen deutscher Soldaten in der Sowjetunion 1941–1945. Hamburger Edition, Hamburg 2010, S. 74 u. S. 144.</ref> Zudem gibt es, so Mühlhäuser, „verschiedene Belege dafür, dass die Ermordung von Jüdinnen nach sexuellen Gewalttaten kein Einzelfall war“.<ref>Regina Mühlhäuser: Eroberungen. Sexuelle Gewalttaten und intime Beziehungen deutscher Soldaten in der Sowjetunion 1941–1945. Hamburger Edition, Hamburg 2010, S. 134.</ref>

Laut der Sozialwissenschaftlerin Christa Paul war der Alltag in Wehrmachtsbordellen in Osteuropa von sexueller Gewalt geprägt.<ref>Christa Paul: Zwangsprostitution: staatlich errichtete Bordelle im Nationalsozialismus. Edition Hentrich, Berlin 1994, S. 134.</ref>

Japan

Rote Armee

Verlauf

Beim Vormarsch der Roten Armee auf das Gebiet des Deutschen Reiches vergewaltigten Rotarmisten massenhaft deutsche Frauen, besonders bei und nach der Schlacht um Berlin. Barbara Johr schätzt, dass dabei an die zwei Millionen Frauen und Mädchen Opfer sexueller Gewalt wurden, etwa 1,4 Millionen bei Flucht und Vertreibung aus den deutschen Ostgebieten, 600.000 in Berlin und der späteren Sowjetischen Besatzungszone. Etwa 10.000 vergewaltigte Frauen starben an den Folgen, vielfach auch durch Suizid.<ref>Barbara Johr: Die Ereignisse in Zahlen. In: dieselbe und Helke Sander: BeFreier und Befreite: Krieg, Vergewaltigungen, Kinder. Die Zeit des Nationalsozialismus. Frankfurt am Main 2005, S. 48 und 54 f.; Udo Grashoff: „In einem Anfall von Depression…“: Selbsttötungen in der DDR. Ch. Links Verlag, 2006, ISBN 3-86153-420-7, S. 184.</ref> Ilko-Sascha Kowalczuk und Stefan Wolle gehen von 110.000 bis 800.000 Fällen in Berlin im Jahr 1945 aus. Schätzungsweise 40 Prozent der Opfer wurden mehrfach vergewaltigt.<ref>Ilko-Sascha Kowalczuk, Stefan Wolle: Roter Stern über Deutschland. Sowjetische Truppen in der DDR. Ch. Links Verlag, Berlin 2010, ISBN 3-86153-584-X, S. 38.</ref> Bis 1947 vergewaltigten Rotarmisten in der SBZ geschätzt bis zu zwei Millionen Frauen.<ref>Ulf Brunnbauer, Andreas Helmedach, Stefan Troebst: Schnittstellen. Festschrift für Holm Sundhaussen zum 65. Geburtstag. Oldenbourg Wissenschaftsverlag, München 2007, ISBN 3-486-58346-8, S. 486, Fußnote 6.</ref> Norman M. Naimark betont, dass all diese Zahlen auf Schätzungen und Hochrechnungen beruhen:

„Es ist hochgradig unwahrscheinlich, dass Historiker jemals wissen werden, wie viele deutsche Frauen von sowjetischen Soldaten in den Monaten vor und den Jahren nach [der] Kapitulation vergewaltigt wurden.“<ref>Norman M. Naimark: The Russians in Germany: A History of the Soviet Zone of Occupation, 1945–1949. The Belknap Press of Harvard University Press, Cambridge (Massachusetts) 1995, S. 132 f.</ref>

Auch die Konstanzer Historikerin Miriam Gebhardt hält es für unmöglich, genaue Zahlen zu ermitteln, erachtet aber die Zwei-Millionen-Angabe für deutlich zu hoch gegriffen. Sie geht von je ungefähr 4.300 aufgrund von Vergewaltigungen durch alliierte Soldaten in den Gebieten der späteren Bundesrepublik bzw. der kleineren SBZ/DDR geborenen Kindern aus, also zusammen ca. 8.600 Kindern von Vergewaltigungsopfern und errechnet auf dieser Basis eine Zahl von insgesamt 860.000 Vergewaltigungsopfern auf deutschen Gebieten, wonach die Soldaten der Roten Armee ungefähr die Hälfte dieser Vergewaltigungen begangen hätten.<ref>Miriam Gebhardt: Als die Soldaten kamen. Die Vergewaltigung deutscher Frauen am Ende des Zweiten Weltkriegs. DVA, München 2015, S. 32 f.</ref>

Zeugen und Beteiligte haben vielfach solche Vergewaltigungen beschrieben,<ref>Beispiele: Swetlana Alexijewitsch: War’s Unwomanly Face. Vremja publishers, Moskau 2008, ISBN 978-5-9691-0331-3, S. 33, 386.</ref> darunter auch solche von Jüdinnen, die aus einem KZ oder einem Versteck befreit worden waren, in dem sie der Deportation entronnen waren.<ref>Inge Deutschkron: Ich trug den gelben Stern. dtv, München 1987, S. 179 ff., zitiert nach Atina Grossmann: A Question of Silence. The Rape of German Women by Occupation Soldiers. In: October, Frühjahr 72 (1995): Berlin 1945: War and Rape „Liberators Take Liberties“, S. 53 f.</ref>

Die Führung der Roten Armee hatte Vergewaltigungen deutscher Frauen streng verboten und harte Strafen angedroht. Wie die Vorschriften gehandhabt wurden, lag allerdings in den Händen der einzelnen Ortskommandanten. Manche bestraften Vergewaltigungen und Plünderungen mit dem Tod oder Auspeitschung, andere ignorierten die sexuelle Gewalt ihrer Soldaten. Seit dem Sommer 1946 schränkte die sowjetische Führung die Kontakte ihrer Soldaten mit der deutschen Bevölkerung aus politischen und ideologischen Gründen sukzessive ein. Die sowjetischen Truppen wurden 1947 in eigenen Gebieten konzentriert, in denen keine Deutschen mehr wohnen durften. Zugleich wurde der Druck auf die Kommandanten erhöht und schließlich Anfang 1949 die Mindeststrafe für Vergewaltigung auf zehn bis fünfzehn Jahre Arbeitslager festgesetzt.<ref>Norman M. Naimark: The Russians in Germany: A History of the Soviet Zone of Occupation, 1945–1949. Belknap, Cambridge 1995, ISBN 0-674-78405-7, S. 79 und 90–97.</ref>

Laut Atina Grossman wurden in Berlin die meisten der Schwangerschaften, die durch Vergewaltigung durch sowjetische Soldaten entstanden waren, durch Abtreibung beendet. Im Einverständnis mit den zunächst noch nationalsozialistischen, später alliierten Behörden sowie der evangelischen Kirche wurde der § 218 für diese Fälle de facto außer Kraft gesetzt. Den Schwangeren wurden eidesstattliche Versicherungen über ihre Vergewaltigung durch Rotarmisten abverlangt. Darin begründeten sie ihren Wunsch teils mit ihrer sozialen Notlage, teils mit der „Fremdrassigkeit“ der Vergewaltiger. Letztere Begründung knüpfte einerseits an die sozialpolitischen Diskurse der Weimarer Republik, teils an Rassentheorie und Eugenik aus der NS-Zeit an.<ref>Atina Grossmann: A Question of Silence. The Rape of German Women by Occupation Soldiers. In: October, Frühjahr 72 (1995): Berlin 1945: War and Rape „Liberators Take Liberties“ , S. 55–59.</ref> Während der Besatzungszeit wurde eine Anzahl von „Russenkindern“ geboren, viele von ihnen als Ergebnis einer Vergewaltigung. Norman Naimark schreibt über die sozialpsychologischen Folgen der Vergewaltigungen:

„In jedem Fall, so wie das Vergewaltigungsopfer die Folgen des Verbrechens sein Lebtag mit sich herumtrug, so war die gemeinsam empfundene Pein fast unerträglich. Die Sozialpsychologie von Männern und Frauen in der Sowjetzone wurde durch die Verbrechen in den ersten Tagen der Besatzung über die Gründung der DDR im Herbst 1949 bis heute geprägt.“<ref>Naimark, Russians in Germany, S. 133.</ref>

Historische Erklärungen

Naimark nennt als mögliche Ursachen „Hasspropaganda, leidvolle Erfahrungen in den Heimatländern und ein erniedrigendes Bild deutscher Frauen in der Presse und unter den Soldaten“. Er verweist ferner darauf, dass es bei Sowjetbürgern eine Neigung zum Alkoholexzess gegeben habe und dass in den seines Erachtens patriarchalisch strukturierten russischen und angrenzenden asiatischen Gesellschaften vergangene Entehrung durch die Vergewaltigung feindlicher Frauen habe wettgemacht werden können. Der höhere Lebensstandard der meisten Deutschen, etwa Toiletten im Haus, könne zu einem „nationalen Minderwertigkeitskomplex“ geführt haben, der zusammen mit dem Wunsch nach Rache die Vergewaltigungen verursacht gehabt haben könnte.<ref>Norman M. Naimark: The Russians in Germany: A History of the Soviet Zone of Occupation, 1945–1949. Cambridge 1995, S. 109–115.</ref> Hans-Ulrich Wehler nennt die Massenvergewaltigungen einen „unendlich demütigenden, oft tödlichen Preis“, den die Frauen für die Verbrechen der Männer im Vernichtungskrieg zahlen mussten.<ref>Hans-Ulrich Wehler: Deutsche Gesellschaftsgeschichte, Bd. 4: Vom Beginn des Ersten Weltkrieges bis zur Gründung der beiden deutschen Staaten 1914–1949. C.H. Beck Verlag, München 2003, S. 941.</ref>

Zu ihren Ursachen zählt Jan Foitzik die nationalsozialistischen Befehle in der Endphase des Krieges, vor der Eroberung stehende Ortschaften zur „Festung“ zu erklären und „bis zum letzten Atemzug“ zu verteidigen. Damit sei die Zivilbevölkerung unter Bruch des Kriegsvölkerrechts und militärisch sinnlos als Schutzschild missbraucht worden. Dies habe das Verhalten der Eroberer situativ beeinflusst und zu exzessiven Plünderungen und Vergewaltigungen beigetragen.<ref>Jan Foitzik: Die Besetzung im Lichte des Kriegsvölkerrechts. In: Elke Scherstjanoi (Hrsg.): Rotarmisten schreiben aus Deutschland: Briefe von der Front (1945) und historische Analysen. Walter de Gruyter / Saur, 2004, ISBN 3-598-11656-X, S. 382</ref>

Rezeption

In Westdeutschland dienten sowjetische Gewalttaten der Kriegs- und Nachkriegszeit dazu, das ganze deutsche Volk als Opfernation darzustellen.<ref>Elizabeth Heineman: The Hour of the Woman. Memories of Germany’s "Crisis Years" and West German National Identity. In: American Historical Review 101 (1996), Heft 2, S. 354–395.</ref> Die westdeutsche Geschichtsschreibung benutzte sie zunächst unter apologetischen Vorzeichen dazu, die Erinnerung an die deutsche Verantwortung für NS-Verbrechen gegen Sowjetbürger zu vermeiden.<ref>Martin Sabrow, Jürgen Danyel, Jan-Holger Kirsch: 50 Klassiker der Zeitgeschichte. Vandenhoeck & Ruprecht, Göttingen 2007, ISBN 3-525-36024-X, S. 148</ref> Die Deutsche Studentenbewegung der 1960er Jahre drängte die apologetische Sichtweise zurück; sie wurde in den 1970er Jahren durch eine kritische Aufarbeitung der NS-Vergangenheit abgelöst.<ref name="bos">Pascale R. Bos: Feminists Interpreting the Politics of Wartime Rape: Berlin, 1945; Yugoslavia, 1992–1993. Journal of Women in Culture and Society, 2006, vol. 31, no. 4, S. 996–1025.</ref>

Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:Anker“ ist nicht vorhanden. Helke Sander, Barbara Johr und andere behaupteten in den 1990er Jahren, die sowjetischen Vergewaltigungen seien ein bisher verdrängtes, in beiden deutschen Staaten jahrzehntelang tabuisiertes Thema gewesen.<ref>Helke Sander, Barbara Johr: BeFreier und Befreite: Krieg, Vergewaltigungen, Kinder. Die Zeit des Nationalsozialismus. Frankfurt am Main 2005, Vorwort; Hans-Heino Ewers, Jana Mikota, Jürgen Reulecke, Jürgen Zinnecker: Erinnerungen an Kriegskindheiten: Erfahrungsräume, Erinnerungskultur und Geschichtspolitik unter sozial- und kulturwissenschaftlicher Perspektive. Beltz Juventa, 2006, ISBN 3-7799-1729-7, S. 287</ref> Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:Anker“ ist nicht vorhanden. Verschiedene Autoren kritisierten Sanders und Johrs Darstellung der Vergewaltigungen als unpolitisch (Atina Grossmann 1995),<ref>Atina Grossmann: A Question of Silence. The Rape of German Women by Occupation Soldiers. In: October, Frühjahr 72 (1995): Berlin 1945: War and Rape „Liberators Take Liberties“, S. 42–45.</ref> als Unterschlagung wichtiger Details des historischen Kontextes (Stuart Liebman, Annette Michelson)<ref>Stuart Liebman, Annette Michelson: After the Fall: Women in the House of the Hangmen. October, Vol. 72, (Spring, 1995) S. 4–14.</ref> oder als Beispiel für eine ahistorische Herangehensweise an die kriegsbedingte Vergewaltigung (Pascale Bos). Bos sah einen inneren Widerspruch bei Sander und Johr: Sie hätten die Vergewaltigungen deutscher Frauen einerseits als frauenfeindliche Tat zu verallgemeinern, andererseits als Form des Genozids durch rassisch unterlegene sowjetische Soldaten an rassisch überlegenen deutschen Frauen darzustellen versucht. Damit hätten sie unterstellt, dass solch ein Missbrauch besonders grausam für die Opfer war; zugleich hätten sie Vergewaltigungen von sowjetischen Frauen durch Wehrmachtsoldaten nicht für besonders erwähnenswert gehalten.<ref name="bos" /> Grossmann betonte, sowjetische Massenvergewaltigungen seien zwischen Müttern und Töchtern in Familien regelmäßig thematisiert, also keineswegs totgeschwiegen worden. Sie sah bei Historikern eine regelrechte „Angst“, die Behandlung dieses Themas könne die NS-Vergangenheit entschuldigen und den Vernichtungskrieg der Wehrmacht als normalen Krieg erscheinen lassen.<ref>Atina Grossmann: A Question of Silence. The Rape of German Women by Occupation Soldiers. In: October, Frühjahr 72 (1995): Berlin 1945: War and Rape „Liberators Take Liberties“, S. 62f. und 45.</ref>

In der SBZ thematisierte ein Leitartikel der Zeitung Neues Deutschland die sowjetischen Vergewaltigungen 1948 erstmals öffentlich.<ref>Silke Satjukow: Befreiung?: die Ostdeutschen und 1945. Leipziger Universitätsverlag, 2009, ISBN 3-86583-252-0, S. 7.</ref> Die Geschichtsschreibung der DDR behandelte diese Taten als Tabuthema. Ausnahmen gab es aber vereinzelt in der ostdeutschen Memoirenliteratur.<ref>Hermann Weber: Die DDR 1945-1990. Oldenbourg Wissenschaftsverlag, München 2011, ISBN 3-486-70440-0, S. 152</ref> Christa Wolf deutete das Thema der Vergewaltigungen in ihrer Erzählung Blickwechsel (1970) nur kurz an, vermied es aber in ihrer Autobiografie.<ref>Cordula Mahr: Kriegsliteratur von Frauen?: zur Darstellung des Zweiten Weltkriegs in Autobiographien von Frauen nach 1960. Centaurus Verlag, 2006, ISBN 3-8255-0622-3, S. 65.</ref> Werner Heiduczek erwähnte es kurz in seinem Roman Tod am Meer (1977), der deswegen nach der zweiten Auflage verboten wurde.<ref>Sascha Kiefer: Die deutsche Novelle im 20. Jahrhundert: Eine Gattungsgeschichte. Böhlau, Köln 2010, ISBN 3-412-20582-6, S. 492</ref> Erwin Strittmatter behandelte die Vergewaltigungen als zentralen Konflikt in seinem Roman Der Wundertäter (1978). Er wurde deshalb von der staatlichen Zensur genötigt, vorhergehende NS-Verbrechen zu ergänzen, um einem Veröffentlichungsverbot zu entgehen.<ref>Ivo Bock: Scharf überwachte Kommunikation: Zensursysteme in Ost(mittel)europa (1960er-1980er Jahre). Lit Verlag, 2011, ISBN 3-643-11181-9, S. 418 f.</ref> Wulf Kirsten beschrieb in dem autobiographischen Erzählungsband Die Prinzessinnen im Krautgarten (2000) die mehrmalige Vergewaltigung eines 17-jährigen Mädchens in seinem Heimatdorf Klipphausen.<ref>Volker Hage (Der Spiegel, 15. Januar 2001): Literatur: Die Russen kommen</ref>

Jüngere deutsche Filme wie Der Untergang haben auf die Massenvergewaltigungen durch die Rote Armee angespielt, sie aber nicht direkt erwähnt. Die Filme Eine Mittelgewichts-Ehe und Joy Division von 2006 sowie The Good German – In den Ruinen von Berlin sprechen das Thema direkt an. Es war Anlass zu vielen feministischen Debatten.<ref>Jonathan Shainin (Salon, 18. August 2005): <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />The rape of Berlin (Memento vom 27. Februar 2014 im Internet Archive).</ref> Das erste autobiografische Buch zum Thema, Eine Frau in Berlin von 1954, wurde 2008 als Anonyma – Eine Frau in Berlin verfilmt. Das Buch stieß in Deutschland zunächst auf Ablehnung,<ref>Mark Jenkins (NPR, 16. Juli 2009): ‘In Berlin,’ The Diary Of One Who Stayed.</ref> erfährt heute aber eine neue Akzeptanz und ermutigt viele Frauen, von der eigenen Vergangenheit zu sprechen. Als erste Veröffentlichung einer Betroffenen unter eigenem Namen erschienen im Jahr 2010 Tagebuchaufzeichnungen von Gabriele Köpp unter dem Titel Warum war ich bloß ein Mädchen? Das Trauma einer Flucht 1945.<ref>Susanne Beyer: 14 Tage lebenslänglich, Der Spiegel 8/2010</ref>

Die Historikerin Miriam Gebhardt geht in ihrer 2015 erschienenen Studie von mindestens 860.000 Vergewaltigungen deutscher Frauen vom Herbst 1944 bis zum Ende des Besatzungsstatus 1955 aus.<ref>Miriam Gebhardt: Als die Soldaten kamen, München 2015, S. 33.; siehe auch Keine Selbstverständlichkeit, deutsche Opfer zu benennen. Miriam Gebhardt im Gespräch mit Christoph Heinemann, Deutschlandfunk, 27. Februar 2015.</ref> Ihr zufolge wurde an die Opfer sexueller Gewalt durch westalliierten Soldaten im öffentlichen Diskurs nicht erinnert, denn wie in der DDR die Untaten von Rotarmisten verschwiegen worden seien, habe man in der alten Bundesrepublik kein Interesse daran gezeigt, die Übergriffe der demokratischen Befreier zu erörtern. Lediglich die von Rotarmisten vergewaltigten Frauen hätten im Westen eine „ideologisch instrumentalisierte Form der Anerkennung“ erfahren und seien „Belastungszeugen im Ost-West-Konflikt“ geworden. In der DDR hingegen wurde mit einer Mischung von Nichtthematisieren der Verbrechen und dem wie selbstverständlichen Unterstellen einer „Urschuld“ der Deutschen operiert, die spätere Übergriffe der Befreier letztlich gerechtfertigt erscheinen ließen.<ref>Miriam Gebhardt: Als die Soldaten kamen. Die Vergewaltigung deutscher Frauen am Ende des Zweiten Weltkriegs. DVA, München 2015, ISBN 978-3-421-04633-8, S. 8f. u. S. 280 f.</ref>

US-Armee

Soldaten der US-Army vergewaltigten nach Angaben des amerikanischen Kriminologen J. Robert Lilly beim Vormarsch auf deutsches Gebiet 1945 schätzungsweise 11.040 deutsche Frauen. Lilly kommt auf diese Zahl, indem er entsprechende Verhandlungen vor amerikanischen Militärgerichten als Datenbasis nimmt und davon ausgeht, dass jedes zwanzigste sexuelle Delikt zur Anzeige gebracht wurde.<ref>J. Robert Lilly: Taken by Force: Rape and American GIs in Europe during World War II. ISBN 978-0-230-50647-3, S. 12.</ref> Meist waren es Gruppenvergewaltigungen.<ref name="Harrington 2010, 80-81">Carol Harrington: Politicization of Sexual Violence: From Abolitionism to Peacekeeping. Ashgate, London 2010, ISBN 978-0-7546-7458-0, S. 80–81, eingeschränkte Vorschau in der Google-BuchsucheSkriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:GoogleBook“ ist nicht vorhanden.</ref> Die meisten Fälle geschahen bis zum Frühjahr 1946. Auch hier wurden manche der Opfer anschließend getötet oder starben an den Folgen.<ref name="Harrington 2010, 80-81" /> Die Historikerin Miriam Gebhardt geht auf Grundlage der ungefähr 37.000 amerikanischen Besatzungskinder, die Mitte der 1950er Jahre registriert waren, von ca. 190.000 Vergewaltigungen durch Soldaten der US-Armee aus, da erfahrungsgemäß fünf Prozent dieser Kinder aus einer Vergewaltigung hervorgingen, wobei im Durchschnitt 100 Vergewaltigungen zu einem Kind führten.<ref>Miriam Gebhardt: Als die Soldaten kamen. Die Vergewaltigung deutscher Frauen am Ende des Zweiten Weltkriegs. DVA, München 2015, S. 37 f.</ref>

Für US-Soldaten in Deutschland galt ein Fraternisierungsverbot; sie betrachteten Geschlechtsverkehr jedoch nicht als Fraternisierung (copulation without conversation is not fraternization). Vielfach sollen betrunkene US-Soldaten eine deutsche Familie in ihrem Haus mit Waffen bedroht, eine oder mehrere Frauen zum Sex gezwungen und danach die ganze Familie auf die Straße befördert haben.<ref>Peter Schrijvers: The Crash of Ruin: American Combat Soldiers in Europe During World War II. New York: New York University Press 1998, ISBN 0-8147-8089-X, S. 183.</ref>

US-Militärgerichte machten allenfalls Afroamerikanern unter den Tätern den Prozess und bestraften einige davon, nicht jedoch hellhäutige Täter.<ref name="White 1996, 97-98">White, Osmar (1996). Conquerors’ Road: An Eyewitness Report of Germany 1945. Cambridge and New York: Cambridge University Press, ISBN 0-521-83051-6, S. 97–98.</ref> Carol Huntington zufolge waren afroamerikanische Täter wegen der damaligen Rassentrennung in den USA und der US-Army eher von Bestrafung bedroht.<ref name="Harrington 2010, 80-81" /> Laut Heide Fehrenbach sahen US-Offiziere wegen ihres Rassismus nur bei Vergehen von Afroamerikanern eine Gefährdung des Status oder der politischen Ziele der US-Armee in Deutschland.<ref name="Fehrenbach 2005, 64">Fehrenbach, Heide (2005). Race After Hitler: Black Occupation Children in Postwar Germany and America. Princeton, New Jersey: Princeton University Press, ISBN 978-0-691-11906-9, S. 64.</ref>

Französische Armee

Miriam Gebhardt zufolge sind 50.000 deutsche Frauen französischen Soldaten zum Opfer gefallen.<ref name="gebhardt" /> Marc Hillel zufolge kam es zu „385 Vergewaltigungen im Gebiet von Konstanz; 600 in Bruchsal; und 500 in Freudenstadt.“<ref>Marc Hillel, L'Occupation Française en Allemagne, 1945–49. Saint-Amand-Montrond 1983, S. 84, 108–111, zit. nach Perry Biddiscombe: Dangerous Liaisons: The Anti-Fraternization Movement in the U.S. Occupation Zones of Germany and Austria, 1945–1948. In: Journal of Social History, Vol. 34, No. 3, (2001), S. 635.</ref> Auch in Höfingen bei Leonberg kam es zu solchen Taten.<ref name="Stephenson 2006, 289">Jill Stephenson: Hitler’s Home Front: Württemberg under the Nazis. Continuum, London 2006, ISBN 1-85285-442-1, S. 289.</ref>

Norman Naimark zufolge waren in den westlichen Besatzungszonen nur die französisch-marokkanischen Truppen in ähnlicher Weise disziplinlos wie die sowjetischen Soldaten. Vor allem während der Besetzung Badens und Württembergs sahen sich deutsche Frauen ähnlicher sexueller Gewalt ausgesetzt wie in der sowjetischen Besatzungszone.<ref name="Naimark106">Norman M. Naimark: The Russians in Germany: A History of the Soviet Zone of Occupation, 1945–1949. The Belknap Press of Harvard University Press, Cambridge (Massachusetts) 1995, ISBN 0-674-78405-7, S. 106.</ref>

In Italien kam es nach den Schlachten am Monte Cassino zu massenhaften Vergewaltigungen italienischer Frauen durch Truppen des Corps expéditionnaire français en Italie (CEFT), in Italien vor allem als marocchinate bekannt.<ref>Stéphanie Trouillard: The battle of Monte Cassino: Both glory and dishonour for the French army. In: france24.com. 18. Mai 2024, abgerufen am 12. April 2026 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>

Britische Armee

Nach Miriam Gebhardt haben die Angehörigen der disziplinierteren britischen Armee und Besatzungsmacht trotz ihres weit größeren Besatzungsgebiets, das viermal so viele Menschen umfasste wie das französische, 45.000 Frauen vergewaltigt.<ref name="gebhardt">Miriam Gebhardt: Als die Soldaten kamen. Die Vergewaltigung deutscher Frauen am Ende des Zweiten Weltkriegs. DVA, München 2015, S. 38.</ref>

Literatur

Chronologisch absteigend geordnet

  • Andrea Petö: Das Unsagbare erzählen. Sexuelle Gewalt in Ungarn im Zweiten Weltkrieg. Wallstein, 2021, ISBN 978-3-8353-5072-4.
  • Miriam Gebhardt: Als die Soldaten kamen. Die Vergewaltigung deutscher Frauen am Ende des Zweiten Weltkriegs. DVA, München 2015, ISBN 978-3-421-04633-8.
  • Svenja Eichhorn, Philipp Kuwert: Das Geheimnis unserer Großmütter. Eine empirische Studie über sexualisierte Kriegsgewalt um 1945. Psychosozial-Verlag 2011, ISBN 978-3-8379-2131-1.
  • Regina Mühlhäuser: Eroberungen: sexuelle Gewalttaten und intime Beziehungen deutscher Soldaten in der Sowjetunion 1941–1945. Hamburger Edition, 2010, ISBN 3-86854-220-5.
  • Atina Grossmann: Gendered Defeat: Rape, Motherhood and Fraternization. In: Atina Grossmann: Jews, Germans, and Allies. Close Encounters in Occupied Germany. Princeton University Press, 2009, ISBN 0-691-14317-X.
  • Insa Eschebach, Regina Mühlhäuser (Hrsg.): Krieg und Geschlecht: sexuelle Gewalt im Krieg und Sex-Zwangsarbeit in NS-Konzentrationslagern. Band 3 von Materialien der Stiftung Brandenburgische Gedenkstätten. Metropol, Berlin 2008, ISBN 3-940938-21-1.
  • Ulrike Loch: Sexualisierte Gewalt in Kriegs- und Nachkriegskindheiten: lebens- und familiengeschichtliche Verläufe. Barbara Budrich, 2006, ISBN 3-86649-070-4.
  • Helke Sander, Barbara Johr: BeFreier und Befreite: Krieg, Vergewaltigungen, Kinder. Die Zeit des Nationalsozialismus. Fischer-Taschenbuch-Verlag, 2005, ISBN 3-596-16305-6.
Rezension: Gertrud Koch: Blut, Sperma, Tränen. Befreier und Befreite – ein Dokumentarfilm von Helke Sander. In: Annette Brauerhoch und andere (Hrsg.): Ethos und Gesellschaft. Frauen und Film, Nr. 54/55, Stroemfeld, Basel / Frankfurt am Main April 1994, ISSN 0343-7736.
  • Birgit Beck: Wehrmacht und sexuelle Gewalt: Sexualverbrechen vor deutschen Militärgerichten 1939–1945. Schöningh, Paderborn 2004, ISBN 3-506-71726-X (= Krieg in der Geschichte, Band 18, zugleich Dissertation an der Universität Bern 2002).
  • Birgit Beck: Vergewaltigungen. Sexualdelikte von Soldaten vor Militärgerichten der deutschen Wehrmacht 1939–1944. In: Karen Hagemann (Hrsg.): Heimat-Front. Militär und Geschlechterverhältnisse im Zeitalter der Weltkriege. Frankfurt am Main 2002, ISBN 3-593-36837-4, S. 258–274.
  • Insa Meinen: Wehrmacht und Prostitution während des Zweiten Weltkriegs im besetzten Frankreich. Edition Temmen, 2002, ISBN 3-86108-789-8.
  • Regina Mühlhauser: Vergewaltigungen in Deutschland 1945. Nationaler Opferdiskurs und individuelles Erinnern betroffener Frauen. In: Klaus Naumann (Hrsg.): Nachkrieg in Deutschland. Hamburger Edition, Hamburg 2001, ISBN 3-930908-72-7, S. 384–408.
  • Birgit Beck: Sexuelle Gewalt und Krieg. Geschlecht, Rasse und der nationalsozialistische Vernichtungsfeldzug gegen die Sowjetunion, 1941–1945. In: Veronika Aegerter und andere (Hrsg.): Geschlecht hat Methode: Ansätze und Perspektiven in der Frauen- und Geschlechtergeschichte. Beiträge der 9. Schweizerischen HistorikerInnentagung 1998. Chronos, Zürich 1999, ISBN 3-905313-25-1, S. 223–234.
  • Birthe Kundrus: Nur die halbe Geschichte. Frauen im Umfeld der Wehrmacht zwischen 1939 und 1945. Ein Forschungsbericht. In: Rolf-Dieter Müller, Hans-Erich Volkmann: Die Wehrmacht: Mythos und Realität. Oldenbourg Wissenschaftsverlag, München 1999, ISBN 3-486-56383-1, S. 719–731 (Textauszug online).
  • Atina Grossmann: A Question of Silence: The Rape of German Women by Occupation Soldiers. In: Robert G. Moeller (Hrsg.): West Germany under Construction: Politics, Society, and Culture in the Adenauer Era. University of Michigan Press, 1997, ISBN 0-472-06648-X, S. 33–52 (Buchauszug online; Volltext; PDF; 5,1 MB).
  • Birgit Beck: Vergewaltigung von Frauen als Kriegsstrategie im Zweiten Weltkrieg? In: Andreas Gestrich (Hrsg.): Gewalt im Krieg: Ausübung, Erfahrung und Verweigerung von Gewalt in Kriegen des 20. Jahrhunderts. Lit, 1996, ISBN 3-8258-2359-8.
  • Eva-Maria Stege, Sigrid Moser: Bald nach Hause. Skoro domoi. Das Leben der Eva-Maria Stege. Nach Tonbändern, Notizen, Gesprächen (= Texte zur Zeit. Band 7009). 2. Auflage. Aufbau, Berlin 1993, ISBN 3-7466-7009-8 (Teil von Anne-Frank-Shoah-Bibliothek).
  • Erika M. Hoerning: Frauen als Kriegsbeute. Der Zwei-Fronten-Krieg. Beispiele aus Berlin. In: Lutz Niethammer, Alexander von Plato (Hrsg.): „Wir kriegen jetzt andere Zeiten.“ Auf der Suche nach der Erfahrung des Volkes in nachfaschistischen Ländern. Dietz, 1985, ISBN 3-8012-0113-9, S. 327–344.
  • Ingrid Schmidt-Harzbach: Eine Woche im April: Berlin 1945. Vergewaltigung als Massenschicksal. In: Feministische Studien 3/1984, S. 51–65.

Einzelnachweise

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