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Serpentin-Streifenfarn

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Serpentin-Streifenfarn
Datei:Asplenium cuneifolium sl1.jpg

Serpentin-Streifenfarn (Asplenium cuneifolium)

Systematik
Farne
Klasse: Echte Farne (Polypodiopsida)
Ordnung: Tüpfelfarnartige (Polypodiales)
Familie: Streifenfarngewächse (Aspleniaceae)
Gattung: Streifenfarne (Asplenium)
Art: Serpentin-Streifenfarn
Wissenschaftlicher Name
Asplenium cuneifolium
Viv.

Der Serpentin-Streifenfarn (Asplenium cuneifolium), auch Keilblättriger Streifenfarn genannt, ist eine Pflanzenart aus der Gattung der Streifenfarne (Asplenium) innerhalb der Familie der Streifenfarngewächse (Aspleniaceae). Er gedeiht nur auf Serpentingestein in Europa. Nach Euro+Med ist er als eine Unterart Asplenium adiantum-nigrum subsp. serpentini <templatestyles src="Person/styles.css" />(Tausch) Heufl. zu Asplenium adiantum-nigrum zu stellen.<ref name="Euro+Med" />

Beschreibung

Datei:Slezinik-hadcovy-asplenium-cuneifolium-2.jpg
Farnwedel
Datei:Asplenium cuneifolium sl5.jpg
Wedelunterseite mit den Sori
Datei:Asplenium cuneifolium A. septentrionale 270814.jpg
Serpentin-Streifenfarn und Gabel-Streifenfarn in Oberfranken

Der Serpentin-Streifenfarn wächst als ausdauernde krautige Pflanze und erreicht Wuchshöhen von 10 bis 45 Zentimetern; er ist damit nur halb so groß wie Asplenium adiantum-nigrum.<ref name="InfoFlora" /> Die Farnwedel sind in Stiel und Spreite gegliedert. Der Wedel ist weich, hellgrün und überwintert nicht.<ref name="InfoFlora" /> Der Stiel des Wedels ist gleich lang wie oder länger als die Spreite, von oberseits grüner Farbe und rund 2 Millimeter dick.<ref name="Reichstein1984" /> Die Farnwedel sind glanzlos, aber ansonsten sind sie denen von Asplenium adiantum-nigrum ähnlich.<ref name="FloraWeb" /> Die Wedel sind drei- bis vierfach gefiedert. Die Wedelspreite ist breit dreieckig-eiförmig, kurz zugespitzt und an der Spitze nicht geschwänzt.<ref name="Reichstein1984" /> Die Fiedern stehen meist gerade ab und sind selten etwas aufwärts gebogen.<ref name="Reichstein1984" /> Die Fiederabschnitte 1. Ordnung sind kaum zugespitzt. Die Fiederchen (= Abschnitte letzter Ordnung) sind breit oval, fein und etwa stumpf gezähnt.<ref name="InfoFlora" /> Der letzte Fiederabschnitt ist rhombisch bis fächerkeilförmig mit gestutztem oberen Ende, aber nicht stachelspitzig und gerade; sein Rand ist spitz oder stumpflich gezähnt.<ref name="FloraWeb" />

Die Sporen werden von Juli bis Oktober reif.<ref name="Reichstein1984" /> Die Sporen sind meist 30 bis 34 (27 bis 36) µm lang.<ref name="Reichstein1984" />

Die Chromosomenzahl beträgt 2n = 72.<ref name="InfoFlora" />

Vorkommen und Gefährdung

Der Serpentin-Streifenfarn ist in Mittel-, Ost- und Südeuropa sowie in Anatolien verbreitet.<ref name="InfoFlora" />

In Mitteleuropa kommt der Serpentin-Streifenfarn in Deutschland, Österreich, in der Schweiz, der Tschechischen Republik und in Polen im Gebiet Województwo dolnośląskie vor. Der Serpentin-Streifenfarn wächst aktuell in Deutschland in Bayern und Sachsen, bspw. im Fichtelgebirge, Frankenwald, Vogtland und Erzgebirge. In Thüringen gilt er als ausgestorben. In Österreich kommt er in Niederösterreich, Salzburg, in der Steiermark und im Burgenland vor. In der Schweiz kommt er in den Kantonen Tessin, Wallis sowie Graubünden vor.<ref name="InfoFlora" /> In Deutschland ist der Serpentin-Streifenfarn als eine nationale Verantwortungsart innerhalb der Nationalen Strategie zur biologischen Vielfalt der Bundesregierung eingestuft.<ref>Arten in besonderer Verantwortung Deutschlands auf der Homepage des Bundesamtes für Naturschutz = BfN, abgerufen am 3. Juni 2016</ref>

Der Serpentin-Streifenfarn gedeiht nur auf Serpentingestein, Magnesit oder Mischgesteinen.<ref name="Reichstein1984" /> Er wächst auf Felsen, Geröll, auf steinigen Abhängen der collinen bis subalpinen Höhenstufe. Er ist eine Assoziationscharakterart des Asplenietum serpentini (Asplenion serpentini). Er steigt in der Türkei bis in Höhenlagen von 2000 Meter und in Graubünden oberhalb Marmorera bis 2050 Meter auf.<ref name="Reichstein1984" />

Systematik

Die Erstbeschreibung von Asplenium cuneifolium erfolgte 1808 durch Domenico Viviani in Florae italicae fragmenta, seu plantae rariores, vel nondum cognitae, in varlis Italiae regionibus detectae..., Seite 15, Tafel 18. Synonyme für Asplenium cuneifolium <templatestyles src="Person/styles.css" />Viv. sind: Asplenium serpentini <templatestyles src="Person/styles.css" />Tausch, Asplenium adiantum-nigrum subsp. cuneifolium <templatestyles src="Person/styles.css" />(Viv.) Asch.<ref name="Euro+Med" />

Je nach Autor gibt es etwa zwei Unterarten:<ref name="HasslerOnline" />

  • Asplenium cuneifolium <templatestyles src="Person/styles.css" />Viv. subsp. cuneifolium (Syn.: Asplenium adiantum-nigrum subsp. cuneifolium <templatestyles src="Person/styles.css" />Asch. & Graebn., Asplenium adiantum-nigrum subsp. serpentini <templatestyles src="Person/styles.css" />(Tausch ex W.D.J.Koch) Milde, Asplenium adiantum-nigrum subsp. serpentini <templatestyles src="Person/styles.css" />(Tausch ex W.D.K.Koch) Heufl., Asplenium adiantum-nigrum var. serpentini <templatestyles src="Person/styles.css" />Tausch ex W.D.J.Koch, Asplenium cuneifolium var. anthriscifolium <templatestyles src="Person/styles.css" />(Milde) Reichst. nom. inval., Asplenium forsteri <templatestyles src="Person/styles.css" />Sadler, Asplenium incisum <templatestyles src="Person/styles.css" />Opiz nom. illeg., Asplenium lamotteanum <templatestyles src="Person/styles.css" />Hérib. ex Le Grand, Asplenium multicaule <templatestyles src="Person/styles.css" />H.Scholtz, Asplenium novum <templatestyles src="Person/styles.css" />Sadl., Asplenium serpentini <templatestyles src="Person/styles.css" />Tausch nom. illeg., Asplenium serpentini var. angustilobum <templatestyles src="Person/styles.css" />Tausch, Asplenium serpentini var. incisum <templatestyles src="Person/styles.css" />(Opiz) Tausch, Asplenium serpentini var. latilobum <templatestyles src="Person/styles.css" />Tausch): Es gibt Fundortangaben in Italien, in der Schweiz, Österreich, Deutschland, Tschechien, Polen, in der Ukraine, der Slowakei, Ungarn, Rumänien, Bulgarien, Slowenien, Kroatien, Serbien, Bosnien und Herzegowina, Montenegro, Albanien, Nordmazedonien, Griechenland, auf Zypern, im asiatischen Teil der Türkei und im Iran; vielleicht auf Korsika sowie Frankreich.<ref name="Euro+Med" /><ref name="HasslerOnline" />
  • Asplenium cuneifolium subsp. dacicum <templatestyles src="Person/styles.css" />(Borbás) Soó (Syn.: Asplenium dacicum <templatestyles src="Person/styles.css" />Borbás): Dieser Endemit kommt nur in Ungarn vor.<ref name="HasslerOnline" />

Belege

Literatur

  • Siegmund Seybold (Hrsg.): Schmeil-Fitschen interaktiv. CD-ROM, Version 1.1, Quelle & Meyer, Wiebelsheim 2002, ISBN 3-494-01327-6.

Einzelnachweise

<references> <ref name="FloraWeb">Asplenium cuneifolium Viv., Serpentin-Streifenfarn. auf FloraWeb.deVorlage:Abrufdatum </ref> <ref name="InfoFlora"> Asplenium cuneifolium Viv. In: Info Flora, dem nationalen Daten- und Informationszentrum der Schweizer Flora. </ref> <ref name="Euro+Med"> M. Christenhusz, E. von Raab-Straube (2013+): Polypodiopsida. Datenblatt Asplenium In: Euro+Med Plantbase - the information resource for Euro-Mediterranean plant diversity. </ref> <ref name="HasslerOnline"> Michael Hassler: Taxon in Suchmaske eintragen bei World Ferns. - Synonymic Checklist and Distribution of Ferns and Lycophytes of the World. Version 19.2 vom März 2024. </ref> <ref name="Reichstein1984"> Tadeus Reichstein: Asplenium. In: Gustav Hegi: Illustrierte Flora von Mitteleuropa. 3. Auflage, Band I, Teil 1. Verlag Paul Parey, Berlin und Hamburg 1984, ISBN 3-489-50020-2. S. 230–232. </ref> </references>

Weblinks

Weiterführende Literatur

  • J. C. Vogel, S.-W. Breckle: Über die Serpentin-Streifenfarne Asplénium cuneifolium Viv., Asplénium adulterinum Milde und ihre Verbreitung und Gefährdung in Bayern. In: Berichte der Bayerischen Botanischen Gesellschaft. Band 63, 1992, S. 61–79. ISSN 0373-7640 Volltext-PDF.
  • A. Sleep: On the genus Asplenium in the Iberian Peninsula. In: Acta Botánica Malacitana, Band 8, Málaga, 1983, S. 11–46. Volltext-PDF.
  • Carmen Prada, Emilia Pangua, Santiago Pajarón, Alberto Herrero, Adrián Escudero, Agustín Rubio: A comparative study of gametophyte morphology, garnetangial ontogeny and sex expression in the Asplenium adiantum-nigrum complex (Aspleniaceae, Pteridophyta). In: Annales Botanici Fennici Band 32, 1995, S. 107–115. ISSN 0003-3847 Volltext-PDF.

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