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Sergei Jurjewitsch Filin

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Datei:Sergei Filin 2011-10-28.jpg
Sergei Filin (2011)

Sergei Jurjewitsch Filin ({{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Vorlage:lang:103: attempt to index field 'wikibase' (a nil value); * 27. Oktober 1970 in Moskau) ist ein ehemaliger sowjetischer bzw. russischer Balletttänzer und Leiter des Bolschoi-Balletts.

Laufbahn

Filin erhielt seine Ausbildung an der Bolschoi-Ballett-Akademie. 1988 wurde er Tänzer am Bolschoi-Theater, 1990 Solotänzer. Er arbeitete auch beim Georgischen Staatsballett Tiflis und als Gast an der Staatsoper Wien.

2001 wurde er zum Volkskünstler Russlands ernannt. Filin war Ballettdirektor des Stanislawski-Nemirowitsch-Dantschenko-Musiktheaters in Moskau und wurde im März 2011 zum künstlerischen Direktor des Bolschoi-Balletts berufen.<ref>@1@2Vorlage:Toter Link/www.die-deutsche-buehne.deSergej Filin wird Leiter des Bolschoi-Theater (Seite nicht mehr abrufbar, festgestellt im April 2019. Suche im Internet Archive )Vorlage:Toter Link/archivebot, Die deutsche Bühne, 13. April 2011.</ref>

2015 wurde der Vertrag des Bolschoi-Theaters mit Filin nicht mehr verlängert.<ref>Vertrag von Bolschoi-Ballettchef Filin nicht mehr verlängert, in: Rheinische Post, 30. Juli 2015.</ref>

Der zum zweiten Mal verheiratete Filin hat drei Söhne.

Der Tänzer Nikolai Ziskaridse warf Filin 2021 in einem Interview vor, sexuelle Übergriffe in den Reihen des Bolschoi-Balletts vertuscht zu haben.<ref>Jelena Petrowa: Всё через постель: Николай Цискаридзе разоблачил домогательства в Большом театре. kp.ru, 24. März 2021, archiviert vom Vorlage:IconExternal am 25. März 2021; abgerufen am 17. September 2023.  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.kp.ru</ref>

Säureattentat

Am 17. Januar 2013 wurde Filin vor seiner Wohnung von einem unbekannten Maskierten mit Kapuze bei einem Säureattentat schwer verletzt; er erlitt Verätzungen an Kopf, Hals und Augen. Vor dem Anschlag gab es bereits ständig Drohungen, seit Filin den einflussreichen Posten des Direktors des Bolschoi-Balletts erhielt. Seine Internetseite wurde gehackt und mit Beleidigungen versehen, seine Autoreifen zerstochen. Nach dem Anschlag erklärte Filin, er sei „absolut sicher“, wer hinter dem Anschlag stecke, nannte aber öffentlich keine Namen.<ref>Bolshoi director Sergei Filin 'knows' attacker. BBC News, 3. Februar 2013, abgerufen am 3. Februar 2013 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> Behandelt wurde er in Moskau;<ref>Frankfurter Allgemeine (FAZ) Gesellschaft vom 18. Januar 2013 Moskau: Säureanschlag auf Ballettchef des Bolschoi-Theaters (FAZ.NET mit dpa/AFP), abgerufen am 22. Januar 2013.</ref> am 4. Februar 2013 wurde er für eine Reha nach Aachen gebracht.<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Aachener Nachrichten – Verletzter Bolschoi-Ballettchef wird in Aachen behandelt, 29. Januar 2013 (Memento vom 7. Januar 2016 im Internet Archive)</ref><ref name="Reha">Сергея Филина направят на комплексную реабилитацию в Германию. In: Vesti.ru. 29. Januar 2013, abgerufen am 29. Januar 2013 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> Am 6. März 2013 gab die Moskauer Polizei bekannt, dass drei festgenommene verdächtige Personen den Säure-Angriff auf Filin gestanden hätten und benannte den Bolschoi-Solotänzer Pawel Dmitritschenko als mutmaßlichen Auftraggeber.<ref>Nach Säureangriff am Moskauer Bolschoi-Theater: Festgenommene gestehen Angriff auf Ballett-Chef. tagesschau.de, 6. März 2013, archiviert vom Vorlage:IconExternal am 9. März 2013; abgerufen am 6. März 2013.</ref> Nach Angaben des Innenministeriums soll Dmitritschenko dem Attentäter 50.000 Rubel (rund 1.250 Euro) gezahlt haben. Gegen ihn sowie zwei weitere Männer wurde Haftbefehl erlassen, da Fluchtgefahr bestehe. Am 3. Dezember 2013 wurde Dmitritschenko von einem Moskauer Gericht zu 6 Jahren Haft verurteilt. Dieser gab vor Gericht an, er habe sich von Filin bei der Vergabe großer Rollen übergangen gefühlt. Schon als die beiden noch Tänzer waren, hatten beide oftmals rivalisierende Rollen inne.<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />People: Sergei Filin – Ballet Director, bolshoi.ru (Memento vom 20. Dezember 2019 im Internet Archive)</ref> Der eigentliche Täter, Juri Saruzki, wurde zu 10 Jahren Gefängnis verurteilt, und der Fahrer, Andrei Lipatow, zu 4 Jahren. Die drei Täter müssen Filin zudem ein Schmerzensgeld von 3,5 Mio. Rubel (ca. 78.000 Euro) bezahlen. Filin erlitt bei dem Attentat schwere Verätzungen im Gesicht und verlor teilweise seine Sehkraft.<ref>Bolschoi-Tänzer zu sechs Jahren Freiheitsstrafe verurteilt. NZZ online 3. Dezember 2013, abgerufen am 3. Dezember 2013.</ref> Dmitritschenko wurde 2016 vorzeitig aus der Haft entlassen.<ref>Ex-Bolschoi-Tänzer aus Haft entlassen. In: Tages-Anzeiger. 1. Juni 2016, abgerufen am 22. März 2024.</ref>

Die Ereignisse sind Gegenstand der Dokumentation Bolschoi Babylon, die am 14. September 2015 ihre Premiere beim Internationalen Filmfestival Toronto hatte und auch in Deutschland veröffentlicht wurde.<ref>IMDb.com Bolschoi Babylon (2015) – Release Info, abgerufen am 22. Juli 2016.</ref>

Weblinks

Commons: Sergei Jurjewitsch Filin – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

<references />

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