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Serapeum von Alexandria

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Datei:Alexandria - Pompey's Pillar - view of ruins.JPG
Ruinen des Serapeums

Das Serapeum von Alexandria, auch Serapeion von Alexandria, wurde als Tempel der neuen synkretischen ägyptisch-hellenistischen Gottheit Serapis gewidmet und galt als das bekannteste Serapeum der Antike.

Geschichte

Datei:Antikes Alexandria Karte.JPG
Stadtplan des antiken Alexandria mit dem Serapeum im Südwesten

Ptolemaios I. ließ in den Jahren 287 bis 286 v. Chr. ein erstes bescheidenes Tempelgebäude erbauen, das von Ptolemaios III. Euergetes erweitert wurde. Der größte Teil des Serapeums entstand erst in der römischen Kaiserzeit in den ersten Jahrhunderten nach Christus.<ref>Richard H. Wilkinson: Die Welt der Tempel im Alten Ägypten. Wissenschaftliche Buchgesellschaft, Darmstadt 2005, ISBN 3-534-18652-4, S. 102–103.</ref> Nachdem der Tempel unter Trajan im Zuge des Jüdischen Aufstandes {{#if:trim|116 n. Chr.}} zerstört worden war, ließ ihn sein Nachfolger Hadrian neu aufbauen und zu einem Prachtbau erweitern. Das Serapeum stieg in der Folge zum bedeutendsten Heiligtum Alexandrias auf, da Serapis zugleich die höchste Stadtgottheit in Alexandria war.<ref name="kemet">Gabriele Höber-Kamel: Alexandria. (= Kemet. Heft 3/2004). Kemet-Verlag, Berlin 2004, {{#invoke:URIutil|{{#ifeq:1|1|linkISSN|targetISSN}}|0943-5972|0}}{{#ifeq:1|0|[!] }}{{#ifeq:0|1

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}}, S. 10.</ref>

Wie der Tempel im 4. Jahrhundert kurz vor seiner Zerstörung aussah, beschreibt der römische Historiker Ammianus Marcellinus (330–395) in seinem Werk Res gestae:

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Im Jahr 391 kam es in Alexandria zu blutigen Zusammenstöße zwischen Heiden und Christen. Unter anderem hatten sich die Heiden im Serapisheiligtum verschanzt, Christen zum Opfern gezwungen und einige sogar gekreuzigt. Um die Situation zu beruhigen, begnadigte Kaiser Theodosius I. die Mörder, ordnete aber als Warnung für die Heiden der Stadt die Zerstörung des Tempels an. Unter der Führung des Patriarchen Theophilos von Alexandria wurden das Gebäude mit seinen Kunstwerken und auch die übrigen Tempel der Stadt zerstört.<ref>Hartmut Leppin: Theodosius der Große. Darmstadt 2003, S. 169ff.</ref><ref>Johannes Hahn: Gewaltanwendung ad maiorem gloriam dei? Religiöse Intoleranz in der Spätantike. In: Heinz-Günther Nesselrath u. a. (Hrsg.): Für Religionsfreiheit, Recht und Toleranz. Libanios’ Rede für den Erhalt der heidnischen Tempel (= SAPERE. Scripta Antiquitatis Posterioris ad Ethicam Religionemque pertinentia. Band 18). Mohr Siebeck, Tübingen 2011, ISBN 978-3-16-151002-1, S. 227–251, hier S. 241–244 (Volltext als PDF); Johannes Hahn: The Conversion of the Cult Statues. The Destruction of the Serapeion 392 A.D. In: derselbe u a. (Hrsg.): From Temple to Church (= Religions in the Graeco-Roman World. Band 161). Brill, Leiden 2008, S. 335–366; Johannes Hahn: Vetustus error extinctus est. Wann wurde das Sarapeion von Alexandria zerstört? In: Historia. Band 55, 2006, S. 368–383.</ref>

Beschreibung

Datei:AlexSarapeionPompeysPillar.jpg
Pompeiussäule und zwei ägyptische Sphingen

Das Serapeum befindet sich im Südwesten der Stadt, im Bereich des ehemaligen ägyptischen Viertels Rhakotis, wo seine Grundmauern noch heute zu sehen sind. Im eigentlichen Tempel befand sich die Serapisstatue des Bryaxis, eines der bekanntesten Bildwerke der Antike.

Der Tempelhof war auf allen Seiten von Säulenhallen umgeben und durch eine Freitreppe auf der Ostseite zugänglich. In dem Hof befanden sich weitere Kultgebäude, Wasseranlagen, Kunstwerke und Votivgaben. Wie aus einer Weihinschrift zu entnehmen ist, wurde im Jahr {{#if:trim|297 n. Chr.}} zu Ehren von Kaiser Diokletian die 27 m hohe sogenannte Pompeiussäule errichtet. Um sie herum wurden zahlreiche ägyptische Statuen aufgestellt, die man aus Heliopolis heranbringen ließ.<ref name="kemet" />

Außer dem eigentlichen Tempelbereich beherbergte das Serapeum auch eine Filialbibliothek der großen Bibliothek von Alexandria, die angeblich 20.000 Schriftrollen enthielt.<ref name="kemet" />

Andere bekannte Tempel des Serapis existierten in Memphis und in Sakkara.

Einblicke in die Reste des Untergeschosses<ref>Serapeion von Alexandria, 3 D Rekonstruktion Auf: static.planetminecraft.com; zuletzt abgerufen am 18. März 2021.</ref><ref>Bauzeichnung und Rekonstruktion des Serapeum von Alexandria aus Judith S. McKenzie: The Serapeum of Alexandaria: its destruction and reconstruction. Cambridge University Press, Cambridge 2015, ISBN 978-2-7247-0471-6, S. 772 - Auf: static.cambridge.org; zuletzt abgerufen am 18. März 2021.</ref>

Siehe auch

Literatur

  • Pierre Chuvin: A Chronicle of the Last Pagans (= Revealing Antiquity. Band 4). Harvard University Press, Cambridge (MA) u. a. 1990, ISBN 0-674-12970-9.
  • Johannes Hahn: Gewalt und religiöser Konflikt (= Klio. Beiträge zur Alten Geschichte. Beihefte. Neue Folge Band 8). Akademie-Verlag, Berlin 2004, ISBN 3-05-003760-1, S. 78–120.
  • Johannes Hahn: Vetustus error extinctus est. Wann wurde das Sarapeion von Alexandria zerstört? In: Historia. Band 55, 2006, S. 368–383 (Volltext als PDF).
  • Johannes Hahn: The Conversion of the Cult Statues. The Destruction of the Serapeion 392 A.D. In: derselbe u a. (Hrsg.): From Temple to Church (= Religions in the Graeco-Roman World. Band 161). Brill, Leiden 2008, S. 335–366 (PDF).
  • Kathrin Kleibl: Iseion. Raumgestaltung und Kultpraxis in den Heiligtümern gräco-ägyptischer Götter im Mittelmeerraum. Wernersche Verlagsgesellschaft, Worms 2009, ISBN 978-3-88462-281-0 (Zugleich: Dissertation, Universität Hamburg, 2006/2007: „Du, der du eintrittst, wirst das Seiende erkennen“.).
  • Ramsay MacMullen: Christianizing the Roman Empire. (A.D. 100–400). Yale University Press, New Haven (CT) u. a. 1984, ISBN 0-300-03216-1.
  • Judith S. McKenzie, Sheila Gibson, A. T. Reyes: Reconstructing the Serapeum in Alexandria from the Archaeological Evidence. In: The Journal of Roman Studies. 2004, Band 94, S. 73–121.
  • Michael Sabottka: Das Serapeum in Alexandria. In: Koldewey-Gesellschaft, Vereinigung für Baugeschichtliche Forschung e. V. (Hrsg.): Bericht über die 33. Tagung für Ausgrabungswissenschaft und Bauforschung. Vom 30. Mai bis 3. Juni 1984 in Trier. Habelt, Bonn 1986, {{#if: {{#if: | {{#invoke:TemplUtl|faculty|{{{suffix}}}}} }}
 | {{#if:trim|800378-6}}. In: Zeitschriftendatenbank (ZDB).
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Weblinks

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Einzelnachweise

<references />

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