Sella (Fluss)
Vorlage:Infobox Fluss Die Sella ist ein Gebirgsfluss in Nordwestspanien mit einem Verlauf durch die Provinzen León und Asturien und Mündung in den Atlantischen Ozean.
Geographie
Das Einzugsgebiet der Sella liegt auf der Nordseite des Kantabrischen Gebirges und besitzt eine Fläche von 1284 km². Die Sella entspringt im Nationalpark Picos de Europa in der Gemeinde Oseja de Sajambre und fließt in Richtung Norden zum Atlantischen Ozean ab. Die Lauflänge beträgt 65 km. Die Mündung befindet sich bei der Ortschaft Ribadesella.
Die Wasserscheide des Kantabrischen Gebirges verläuft hier relativ nah an der Küste, an der ein niederschlagsreiches atlantisches Klima vorherrscht. Die mittlere jährliche Niederschlagshöhe beträgt 1.400 mm.<ref>Vorlage:Internetquelle</ref> Trotz des verhältnismäßig kurzen Gewässerlaufs weist der Fluss, bedingt durch die hohen Niederschlagsmengen und des steilen Reliefs, ein relativ großes Wasserdargebot auf. Das Gewässernetz innerhalb des Sella-Einzugsgebietes besitzt eine sehr hohe Dichte an Fließgewässern mit zahlreichen Quellbächen und Nebenflüssen.
Die höchste Erhebung entlang der Wasserscheide der Sella bildet die Torre de Santa María mit 2.486 m. Somit deckt das Einzugsgebiet alle Vegetationsstufen des Kantabrischen Gebirges von der Küstenebene bis zur Felsregion des Hochgebirges ab.
Der Oberlauf der Sella ist überwiegend sehr steil, wild und von engen Klamm- und Schluchtstrecken, wie dem Desfiladero de los Beyos, durchzogen. Im Mittellauf geht die Topographie in eine flachere Mittelgebirgslandschaft über und das Sohlgefälle des Flusses nimmt deutlich ab. Im Unterlauf, ca. ab der Ortschaft Les Arriondes, besitzt die Sella den Charakter eines ruhigeren Vorgebirgsflusses und bildet an der Mündung bei Ribadesella eine Ria mit sehr flachem Gefälle.
Der Fluss durchfließt die Gemeinden Oseja de Sajambre, Ponga, Amieva, Cangas de Onís, Parres (Arriondas), und Ribadesella.
Nebenflüsse
Die Sella wird von zahlreichen Gebirgsbächen gespeist. Die größten Nebenflüsse sind orografisch links Ponga und Piloña, von rechts Dobra, Güeña und Zardón.
Nutzungen
Kanusport
Der etwa 15 km lange Flussabschnitt von Les Arriondes nach Ribadesella an der Sella gilt als eine der populärsten Kajakstrecken in Spanien. Es handelt sich um eine einfache Zahmwasserstrecke mit einzelnen kurzen Wildwasserpassagen der Kategorie I.<ref>Vorlage:Literatur</ref> Die Strecke wird insbesondere in den Sommermonaten sehr stark von Kajakfahrern frequentiert und ist im August jeden Jahres Austragungsort eines internationalen Kajakwettrennens (Descenso Internacional de Sella).<ref>Vorlage:Internetquelle</ref>
Schifffahrt
Die Sella ist lediglich an der Mündung bis zum Hafen von Ribadesella für Sportboote und kleinere Fischerboote schiffbar.
Wasserkraft
An der Sella selbst befinden sich etwa 3,5 km oberhalb (südlich) von Cangas de Onís eine Stauanlage mit einem Wasserkraftwerk sowie zwei weitere Kleinwasserkraftanlagen an den Quellbächen bei Oseja de Sajambre. Auch an den Nebenflüssen Dobra und Piloña werden in den Oberläufen Wasserkraftanlagen zur Stromerzeugung betrieben.<ref>Vorlage:Internetquelle</ref>
Ökologie, Flora, Fauna
Das Einzugsgebiet der Sella enthält eine Vielzahl unterschiedlicher Naturräume und Landschaftstypen. Darunter finden sich u. a. der Küstenbereich mit der gezeitenbeeinflussten Mündungszone, Steilklippen, Sand- und Kiesufern, Auwäldern und die Bereiche des Mittel- und Hochgebirges mit diversen Vegetationszonen, Laub- und Nadelwäldern, Wiesen, Weiden, Mooren und Heideflächen.
Der gesamte Verlauf der Sella und auch die größeren Nebenflüsse sind als Schutzgebiete nach der europäischen Flora-Fauna-Habitat-Richtlinie ausgewiesen.<ref>Vorlage:Internetquelle</ref> Der südliche Bereich des Einzugsgebietes steht ebenfalls unter Naturschutz und beinhaltet Anteile an mehreren Schutzgebieten: im Südosten am Nationalpark Picos de Europa, weiter westlich am Parque Natural de Ponga und im Südwesten am Parque Natural de Redes.
In diesem Verbund an unterschiedlichen Ökosystemen kommen zahlreiche geschützte Tierarten vor, wie z. B. Pyrenäen-Desman, Goldstreifen-Salamander, Fischotter, Steinadler, Ziegenmelker, Schmutzgeier, Gänsegeier, mehrere Fledermausarten und auch der Kantabrische Braunbär.<ref>Vorlage:Internetquelle</ref><ref>Vorlage:Internetquelle</ref>
Einzelnachweise
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