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Selectionsort

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Selectionsort ({{#invoke:Vorlage:lang|full|CODE=en|SCRIPTING=Latn|SERVICE=englisch}} ‚Auswahl‘ und {{#invoke:Vorlage:lang|full|CODE=en|SCRIPTING=Latn|SERVICE=englisch}} ‚sortieren‘) ist ein einfacher („naiver“) Sortieralgorithmus, der in-place arbeitet und in seiner Grundform instabil ist, wobei er sich auch stabil implementieren lässt. Die Komplexität von Selectionsort ist <math> \mathcal{O}(n^2) </math> (Landau-Notation). Alternative Bezeichnungen des Algorithmus sind MinSort (von Minimum) bzw. MaxSort (von Maximum), Selectsort oder ExchangeSort (AustauschSort).

Prinzip

Sei S der sortierte Teil des Arrays (vorne im Array) und U der unsortierte Teil (dahinter). Am Anfang ist S noch leer, U entspricht dem ganzen (restlichen) Array. Das Sortieren durch Auswählen läuft nun folgendermaßen ab:

Suche das kleinste Element in U und vertausche es mit dem ersten Element von U (= das erste Element nach S).

Danach ist das Array bis zu dieser Position sortiert. Das kleinste Element wird in S verschoben (indem S einfach als ein Element länger betrachtet wird, und U nun ein Element später beginnt). S ist um ein Element gewachsen, U um ein Element kürzer geworden. Anschließend wird das Verfahren so lange wiederholt, bis das gesamte Array abgearbeitet worden ist; S umfasst am Ende das gesamte Array, aufsteigend sortiert, U ist leer.

Alternativen

Analog kann statt des kleinsten Elements das größte in U gesucht werden, was zu einer absteigenden Sortierreihenfolge führt. Auch kann U nach vorne und S nach hinten gelegt werden, was ebenfalls die Sortierreihenfolge umkehrt.

Zudem existieren auch Ansätze, in denen beide Varianten (MinSort und MaxSort) gemeinsam arbeiten; es gibt einen S-Bereich vorne und einen S-Bereich hinten, U liegt dazwischen. Während eines Durchlaufes werden das größte und das kleinste Element in U gesucht und dieses dann jeweils an den Anfang bzw. an das Ende von U gesetzt. Dadurch erreicht man in der Regel eine Beschleunigung, die jedoch meist nicht den Faktor 2 erreicht. Diese Variante wird gelegentlich „Optimized Selection Sort Algorithm“ (OSSA) genannt.

Formaler Algorithmus

Der Algorithmus sieht im Pseudocode so aus:

prozedur SelectionSort( A : Liste sortierbarer Elemente )
  hoechsterIndex = Elementanzahl( A ) - 1
  einfuegeIndex = 0
  wiederhole
    minPosition = einfuegeIndex
    für jeden idx von (einfuegeIndex + 1) bis hoechsterIndex wiederhole
      falls A[ idx ] < A[ minPosition ] dann
          minPosition = idx
      ende falls
    ende für
    vertausche A[ minPosition ] und A[ einfuegeIndex ]
    einfuegeIndex = einfuegeIndex + 1
  solange einfuegeIndex < hoechsterIndex
prozedur ende

Beispiel-Implementierung des Algorithmus in BASIC: <syntaxhighlight lang="basic" line="1"> Procedure SelectionSort ( Dim(1) A : Double )

 Integer : Elemente, Ia, Small, Ib, MaxIndex
 Double : TMP

 Elemente = Count( A )
 If Elemente < 2 Then Return
 MaxIndex = Elemente - 1
 For Ia = 0 To (MaxIndex - 1)
   Small = Ia
   For Ib = (Ia + 1) To MaxIndex
     If A(Small) > A(Ib) Then Small = Ib
   Next Ib
   TMP = A(Ia)
   A(Ia) = A(Small)
   A(Small) = TMP
 Next Ia

Return </syntaxhighlight>

Beispiel

Datei:Selsort de 0.gif
Der Algorithmus muss jedes Mal den unsortierten Teil des Felds durchlaufen, um das kleinste Element zu finden.

Es soll ein Array mit dem Inhalt <math>[4|2|1|6|3|5]</math> sortiert werden. Rot eingefärbte Felder deuten eine Tauschoperation an, blau eingefärbte Felder liegen im bereits sortierten Teil des Arrays.

4 2 1 6 3 5
Das Minimum ist 1. Vertausche also das 1. und das 3. Element.
1 2 4 6 3 5
Das Minimum des rechten Teilarrays ist 2. Da es bereits an 2. Position steht, wird es nicht getauscht.
1 2 4 6 3 5
Wir haben jetzt bereits ein sortiertes Teilarray der Länge 2. Wir vertauschen nun 4 und das Minimum 3.
1 2 3 6 4 5
Wir vertauschen 6 und 4.
1 2 3 4 6 5
Wir vertauschen 6 und 5.
1 2 3 4 5 6
Das Array ist jetzt fertig sortiert.

Komplexität

Um ein Array mit <math>n</math> Einträgen mittels SelectionSort zu sortieren, muss <math>n-1</math>-mal das Minimum bestimmt und ebenso oft getauscht werden.

Bei der ersten Bestimmung des Minimums sind <math>n-1</math> Vergleiche notwendig, bei der zweiten <math>n-2</math> Vergleiche usw.

Mit der gaußschen Summenformel erhält man die Anzahl der notwendigen Vergleiche:

<math>(n-1)+(n-2)+\dotsb+3+2+1 =\frac{(n-1)\cdot n}{2}=\frac{n^2}{2}-\frac{n}{2}</math>

Da das erste Element <math>n-1</math> ist, entspricht die exakte Schrittzahl nicht genau der Darstellung der Gaußformel <math>n+(n-1)+\dotsb+2+1 =\tfrac{n\cdot(n+1)}{2}</math>.

SelectionSort liegt somit in der Komplexitätsklasse <math>\mathcal{O}(n^2)</math>.

Da zum Ermitteln des Minimums immer der komplette noch nicht sortierte Teil des Arrays durchlaufen werden muss, benötigt SelectionSort auch im „besten Fall“ <math>\tfrac{n\cdot(n-1)}{2}</math> Vergleiche.

Weblinks

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