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Selbstauskunft

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie

Eine Selbstauskunft ist im Finanzwesen die von einem künftigen Schuldner/Kreditnehmer abgegebene und dem Gläubiger/Kreditgeber zur Verfügung gestellte Auskunft über die persönlichen und wirtschaftlichen Verhältnisse.

Allgemeines

Für die Selbstauskunft wird meist ein Vordruck eingesetzt. Sie soll den Verwender in die Lage versetzen, auf Grundlage der Selbstauskunft eine finanzielle Entscheidung zu treffen. Verwender können Kreditinstitute, Kreditvermittler, Kreditversicherungen und andere Versicherungen, Nichtbanken (Versandhandel), Vermieter oder andere Gläubiger aus Dauerschuldverhältnissen (Leasing, Provider wie Telekommunikationsdiensteanbieter oder Mobilfunkanbieter) sein. Sie haben ein Interesse daran, als Gläubiger Informationen über die persönliche und/oder wirtschaftliche Situation ihrer Kunden zu erhalten. Selbstauskünfte können die einzige Informationsquelle für diese Gläubiger sein, wenn ihnen andere Quellen (Schufa, Bankauskunft, Rating/Scoring der Ratingagenturen) nicht zur Verfügung stehen. Der Inhalt einer schriftlich abgegebenen Selbstauskunft kann durch einen Steuerberater bestätigt werden.<ref>Harald Gerhards, Baufinanzierung von A bis Z, 1992, S. 437</ref>

Inhalt

Die Selbstauskunft beinhaltet zwei Hauptgruppen, und zwar die Personendaten und Informationen über die wirtschaftlichen Verhältnisse:

Auch etwaige Eintragungen im Schuldnerverzeichnis und in der Vermögensauskunft können Gegenstand einer Selbstauskunft sein. Die Selbstauskunft ist vom Auskunftsgeber zu unterzeichnen.

Rechtsfragen

Selbstauskünfte beinhalten personenbezogene Daten, deren Erhebung, Verarbeitung und Nutzung den Betroffenen in seinem Persönlichkeitsrecht beeinträchtigen könnte. Sie sind deshalb Gegenstand des Bundesdatenschutzgesetzes (BDSG). Der Betroffene gespeicherter Daten dieser Art hat nach {{#switch: buzer

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Der Vordruck der Selbstauskunft enthält den Hinweis, dass die Angaben im Vordruck richtig, wahrheitsgemäß und vollständig sein müssen, denn falsche und wahrheitswidrige Angaben und vorsätzliche Auslassungen stellen eine aktive Täuschung dar, wenn unrichtige oder unvollständige Behauptungen über betrugsrelevante Tatsachen verbreitet werden. Damit wird der Tatbestand des Betrugs ({{#switch: juris

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Kreditwesen

Die einzelnen Bankengruppen haben Formulare für die Selbstauskunft entwickelt.<ref>Wolfgang Grill, Gabler Bank Lexikon, A-K, 1995, S. 297</ref> Bei Kreditinstituten ersetzt die Selbstauskunft nicht das Erfordernis einer Kreditwürdigkeitsprüfung nach {{#switch: juris

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Versicherungswesen

Zur Abwendung einer verdeckten Information ({{#invoke:Vorlage:lang|full|CODE=en|SCRIPTING=Latn|SERVICE=englisch}}) verlangen Versicherungen bei Sachversicherungen die Angabe der zu versicherten Werte oder ob im Falle einer Rechtsschutzversicherung bereits Rechtsstreitigkeiten vorliegen. Bei Personenversicherungen sind im Rahmen der Gesundheitsprüfung Angaben über Vorerkrankungen (Krankenversicherung, Lebensversicherung) erforderlich, die bei Versicherungen mit ärztlicher Untersuchung entfallen. Nach {{#switch: dejure

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}}{{#if: 19||[Paragraf fehlt]}}{{#if: vvg||[Gesetz fehlt]}} Abs. 1 VVG ist der Versicherungsnehmer verpflichtet, dem Versicherer die ihm bekannten Gefahrumstände, nach denen der Versicherer in Textform gefragt hat, diesem mitzuteilen. Sollten Angaben für den Versicherer unklar oder unvollständig sein, erhält der Kunde vom Versicherer Fragebögen zu den einzelnen Vorerkrankungen, die vom Kunden ausgefüllt werden müssen.

Mieterselbstauskunft

Oft verlangen Vermieter von den Mietinteressenten eine sogenannte Mieterselbstauskunft. Dazu gibt es in der Regel einen vorgedruckten Fragebogen,<ref>Informationen zur Mieterselbstauskunft – inklusive erlaubte Fragen, Definition, Inhalt der Selbstauskunft & Downloads von Vorlagen</ref> den der Vermieter dem Mietinteressenten spätestens vor Abschluss eines Mietvertrages vorlegt. Der Vermieter will sich hierdurch einen Überblick verschaffen, ob der Mietinteressent seinen Vorstellungen entspricht und in der Lage ist, seine vertraglichen Verpflichtungen, insbesondere die Mietzahlung, zu erfüllen.<ref>Rudolf Stürzer/Michael Koch, Mietrecht für Vermieter von A-Z, 2016, S. 393</ref> Welche Auskünfte außer den spezifische Fragen nach etwaigen Mietrückständen, Räumungsklagen, Zwangsvollstreckungen, abgegebenen Versicherungen an Eides statt zulässig sind, ist teilweise umstritten. Oft wird das Abfragen, ob ein Ehepartner und wie viele Kinder mit einziehen werden, empfohlen. Mögliche Fragen, wie viele Personen einziehen sollen, und ob es sich dabei jeweils um Erwachsene oder Kinder handelt, werden in der datenschutzrechtlichen „Orientierungshilfe“ (2024, Version 1.0, Seite 4; Datenschutzkonferenz (DSK), Ansbach, Bayern<ref>Datenschutzkonferenz-online.de Impressum, Archivversion vom 3. Mai 2025.</ref>, Dtl.) derzeit als zulässig erachtet.<ref>Orientierungshilfe - der Konferenz der unabhängigen Datenschutzaufsichtsbehörden des Bundes und der Länder (Archiv-Version) (Online-Version) vom 24. Januar 2024, Version 1.0, Seite 4, Abschnitt B.1.: „Anzahl der einziehenden Personen und Informationen darüber, ob es sich um Kinder und / oder Erwachsene handelt, dürfen erfragt werden“, Archivversion vom 8. Januar 2025.</ref> Im gleichen Dokument „Orientierungshilfe“ auf Seite 6 findet sich dann jedoch auch die Information, dass die Aufnahme von Kindern und Ehegatten in der Wohnung nicht erlaubnispflichtig wäre, diese Personen sind in Anwendung von Art. 6 Abs. 1 GG keine Dritten.<ref>Orientierungshilfe - der Konferenz der unabhängigen Datenschutzaufsichtsbehörden des Bundes und der Länder (Archiv-Version) (Online-Version) vom 24. Januar 2024, Version 1.0, Seite 6: Abschnitt B.5.: „5. Heiratsabsichten, Schwangerschaften, Kinderwünsche“ [...] „Eine Aufnahme von Kindern und Ehegatten ... nicht erlaubnispflichtig im Sinne von § 553 Abs. 1 Satz 1 BGB, ... diese Personen sind in Anwendung von Art. 6 Abs. 1 GG bereits keine Dritten (§ 553 Abs. 1 BGB), sondern nahe Familienangehörige. Die Aufnahme ... muss nur angezeigt werden. Einer Aufnahmeerlaubnis … bedarf es nicht.“ , Archivversion vom 8. Januar 2025.</ref> Laut mietrechtlicher Primärliteratur gehört schlicht die Aufnahme der nächsten Angehörigen (Ehegatten, gemeinsame Kinder, in der Regel auch Stiefkinder) zum vertragsgemäßen Gebrauch<ref>Elzer / Riecke: Mietrechtskommentar, 2009, Seite 115, zu §540, „IV. 1. Sonderfall: Aufnahme von Angehörigen“, Rn. 6: „ohne Zustimmung des Vermieters nächste Angehörige und Bedienstete ... aufzunehmen ... vertragsgemäßer Gebrauch des Mietobjekts ... privilegierten Personenkreis ... Ehegatten, Lebenspartner nach dem LPartG, Kinder einschließlich Stiefkinder, z.T. auch Enkelkinder.“</ref> bzw. zum grundsätzlich unentziehbaren vertragsgemäßen Gebrauch der Mietwohnung.<ref>Spielbauer / Schneider (Hrsg.): Mietrecht - Kommentar, Erich Schmidt Verlag (2013), S. 564, Rn 17: „nächste Angehörige ... grundsätzlich unentziehbaren vertragsgemäßen Gebrauch der Mietsache ...“ + Rn 18: „.. privilegierten Personenkreis ... Ehegatte ... die gemeinsamen Kinder ... auch wenn sie volljährig ... in der Regel ... auch ... Siefkinder ... auch die Enkelkinder.“</ref> Stand 2024 sind u. a. Fragen mietrechtlich unzulässig nach erlaubnisfreien Personen wie eigene Ehepartner und Kinder, die der Mietinteressent oder Mieter möglicherweise plant mit in die Mietwohnung aufzunehmen.<ref>Schmidt-Futterer / Fervers: Mietrecht - Großkommentar des Wohn- und Gewerberaummietrechts (2024), 16. Auflage, Vorbemerkungen zu § 535 BGB, RN 82: „Unzulässig sind ... Fragen ... ob der Mieter plant, Ehegatten oder Kinder in die Wohnung aufzunehmen.“</ref><ref>„ZAP 20/2018, Das Recht zur Untervermietung: Voraussetzungen und Grenzen“ Abschnitt „Praxishinweis“: „Entbehrlichkeit einer Erlaubnis“ bei „gemeinsamen Kindern“, abgerufen am 27. April 2025.</ref> Beim Ausfüllen der Mieterselbstauskunft sollte der Mietinteressent zudem wissen, dass ein Vermieter die Personenzahl für seine angebotene Mietwohnung gar nicht mietrechtlich wirksam unterhalb des Überbelegungslimits durch Abfrage der Personenzahl in der Mieterselbstauskunft begrenzen kann. Denn bestimmte Personengruppen (u. a. Ehegatten, Kinder) dürfen schlicht ohne Erlaubnis des Vermieters mit in die Mietwohnung einziehen (Stand 2019)<ref>Eric Lindner: Wohnraummietrecht, 3. Auflage 2019, Seite 6, Rn 31: „... allgemein anerkannt, dass der Mieter seinen Ehepartner und seine Kinder ... aufnehmen kann. Bis ... Überbelegung ... vertragsgemäßen Mietgebrauch. ... Genehmigung ... nicht erforderlich.“</ref>, siehe auch Lützenkirchen (2021).<ref>Lützenkirchen, Klaus: Mietrecht - Kommentar (2021), 3. Auflage, Rn. 35a, Seite 651: „Keine Dritte sind auch gemeinsame Kinder, die Eltern des Mieters, ... die Aufnahme ... gehört grundsätzlich zum vertragsgemäßen Gebrauch der Mietwohnung.“</ref> Von Interesse kann für einen Vermieter auch sein, ob der Mieter Musikinstrumente spielt, Haustiere mitbringt oder drogenabhängig ist. Der Bundesgerichtshof (BGH) stellte im April 2014 fest, dass auch Fragen nach Person und Anschrift des Vorvermieters, der Dauer des vorangegangenen Mietverhältnisses und nach der Erfüllung der dortigen mietvertraglichen Pflichten zulässig sind, da diese Fragen – ebenso wie Fragen nach den Einkommens- und Vermögensverhältnissen des Mietinteressenten – geeignet seien, sich über die Bonität und die Zuverlässigkeit des Mietinteressenten ein Bild zu verschaffen. Solche Fragen des neuen Vermieters betreffen nicht den Bereich der persönlichen oder intimen Lebensführung des Mietinteressenten und müssen folglich wahrheitsgemäß beantwortet werden.<ref>BGH, Urteil vom 9. April 2014, Az.: VIII ZR 107/13, NZM 2014, 430.</ref>

Auskunfteien

Wirtschaftsauskunfteien sammeln Personen- oder Unternehmensdaten aus öffentlich zugänglichen Registern (Handelsregister, Vereinsregister) oder Veröffentlichungen (Geschäftsberichte). Bei einigen wie der SCHUFA kann hierzu eine Selbstauskunft eingeholt werden.

Arbeitsverhältnisse

Die Arbeitgeber werden bei Arbeitsverhältnissen meist durch den Lebenslauf und die Bewerbungsunterlagen informiert, in denen der Arbeitnehmer Auskunft über seine berufsbezogenen Qualifizierungen und vorhandenen Qualifikationen erteilt.

Siehe auch

Einzelnachweise

<references />

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