Sekundärstrahlung
Vorlage:Hinweisbaustein Vorlage:Hinweisbaustein Als Sekundärstrahlung wird in der Physik und Astronomie eine elektromagnetische oder Teilchenstrahlung bezeichnet, die durch Wechselwirkung von Strahlung hoher Teilchen- oder Quantenenergie mit Materie entsteht. Die verursachenden Teilchen oder Quanten werden Primärstrahlung genannt. Handelt es sich bei der Sekundärstrahlung um Elektronen, so spricht man von Delta-Elektronen bzw. Deltastrahlung.
Die Sekundärstrahlung entsteht beim Durchgang von radioaktiven Teilchen, Gamma-<ref>K. W. Fritz Kohlrausch: Die Sekundärstrahlung der γ-Strahlung. In: Probleme der γ-Strahlung. Vieweg+Teubner Verlag, Wiesbaden 1927, ISBN 978-3-663-06652-1, S. 121–135, doi:10.1007/978-3-663-07565-3_9 (springer.com [abgerufen am 17. März 2026]).</ref> oder Röntgenstrahlen durch Materie. In der Astrophysik versteht man darunter die von den Teilchen der kosmischen Strahlung (Protonen, Alphateilchen und schwerere Kerne) durch Wechselwirkung mit den Molekülen der Atmosphäre erzeugte Strahlung: Protonen, Neutronen, Elektronen, Photonen, Neutrinos und Mesonen.
Energiereiche Sekundärstrahlung
Zu den wichtigsten Arten von Sekundärstrahlung gehören:
- die von der kosmischen Strahlung in der Erdatmosphäre hervorgerufene elektromagnetische und Teilchenstrahlung<ref>ZEITLER, Elmar, 1953. Untersuchungen über die harte Sekundärstrahlung der kosmischen Strahlung.</ref>
- die Bremsstrahlung durch die Abbremsung geladener Teilchen in Materie
- die Spallation (Zertrümmerung) von Atomkernen durch Stöße mit Energien im GeV-Bereich. Sie erzeugt Teilchenschauer unterschiedlicher Zusammensetzung als Teile der sekundären kosmischen Strahlung. Die Spallation leichter Elemente erzeugt vorwiegend Protonen, jene schwerer Elemente neue mittelschwere Atomkerne, die weitere Schauer hervorrufen können
- im Strahlenschutz die von bestrahltem und dadurch aktiviertem Material ausgehende Strahlung
Energieärmere Sekundärstrahlung
Schwache Sekundärstrahlung (wenngleich nicht immer so genannt) kann durch weitere Vorgänge entstehen, vor allem
- durch Photoionisation von Atomen oder Molekülen durch Photonen relativ geringer Energie; siehe auch fotoelektrischer Effekt und Bindungsenergie von Elektronen
- beim Rekombinationsleuchten, u. a. bei Sternschnuppen. Sehr helle Meteore (Feuerkugeln) zeigen sogar eine lang nachleuchtende Spur am Himmel
- bei Fluoreszenz – sie wird u. a. bei der Röntgenfluoreszenzanalyse und der Bestimmung von Gesteinen unter UV-Licht benutzt
- bei Phosphoreszenz – die „kalte“, länger nachleuchtende Lumineszenz.
Siehe auch
Einzelnachweise
<references />