Seitengang
{{#if: behandelt die Seitengänge beim Pferd; mit Seitengängen bei Eisenbahn-Personenwagen befasst sich der Artikel Abteilwagen.
| Vorlage:Hinweisbaustein | {{#ifeq: 0 | 0 |}}
}}
Unter einem Seitengang versteht man bestimmte erlernte Vorwärts-Seitwärts-Bewegungen eines Pferdes. Seitengänge können in allen Gangarten und allen Bahnfiguren geritten werden.<ref>Reitkunst im Spiegel ihrer Meister, Band 1, S. 354, Berthold Schirg, 1992</ref>
Ausführung
Man unterscheidet die Seitengänge in „mit der Bewegungsrichtung gebogen“ (Travers und Renvers) und „gegen die Bewegungsrichtung gebogen“ (Schulterherein und Konterschulterherein).<ref>Anleitung zur Ausbildung der Cavallerieremonte, Oberst von Krane, 1870</ref>
In Schulterherein (Vorderteil in die Bahn gebogen) und Konterschulterherein (Vorderteil an die Wand gebogen) bewegt sich das Pferd auf gerader Linie und biegt seinen Leib zur Innenseite hin dergestalt, dass die Vorderbeine eine Spur weiter innen laufen als die Hinterbeine (Dreischlag) oder, dass die Vorderbeine zwei Spuren weiter innen laufen als die Hinterbeine (Vierschlag).<ref name=Schirg1992>Reitkunst im Spiegel ihrer Meister, Berthold Schirg, 1992</ref>
Travers (Hinterteil in die Bahn gebogen) und Renvers (Hinterteil an die Wand gebogen) unterscheiden sich alleine in ihrer Ausrichtung zur Bande. Sie stellen für das Pferd dieselbe Bewegung dar. Es bewegt sich auf gerader Linie und biegt seinen Leib zur Außenseite, obwohl es mit der Vorhand weiter innen läuft.<ref name=Schirg1992/>
Die Biegung des Pferdeleibes ist, der starren Wirbelsäule zwischen den Rippen geschuldet, hauptsächlich in der Hals- und ein wenig in der Lendenregion möglich. Durch Seitengänge wird die Körperbeherrschung in der Biegung, die Balance und die Geschmeidigkeit der Bewegungen gefördert.<ref name=Schirg1992/>
Mit fortschreitender Ausbildung werden die Seitengänge auch auf dem Zirkel, dem Viereck und der Volte, sowie in Kunstgangarten (Piaffe, Passage, Terre à Terre, Mezair und Courbette und Schulen über der Erde) geritten.<ref>Le maneige royal, Antoine de Pluvinel, 1605</ref> Seitengänge auf engster Volte nennt man Pirouette (Traversvolte) oder Repulon (Renversvolte).<ref name=Bueckeburg2011>Schulen und Touren der barocken Reitkunst, Fürstliche Hofreitschule Bückeburg, 2011</ref>
Die Traversale stellt eine Bahnfigur in Seitengängen dar. Sie verbindet das Schulterherein zu Beginn mit der Traversverschiebung durch die Diagonale und dem Renvers beim Ankommen an der neuen Seite mit anschließendem Umstellen ins Schulterherein.<ref name=Bueckeburg2011/>
Im modernen Reitsport zählt man auch die Traversale zu den Seitengängen. Schultervor und Reiten-in-Stellung gelten hier als Vorübungen für das Erlernen der Seitengänge.<ref name="Richtlinien">Richtlinien für Reiten und Fahren. Bd. 2, S. 45.</ref> Loriston-Clarke zählt auch noch die Vorhandwendung und das Schenkelweichen zu diesen Vorübungen.<ref name="Loriston-Clarke">Loriston-Clarke, S. 77</ref>
Seitwärtsbewegungen des Pferdes, bei denen das Pferd nicht in der Wirbelsäule gebogen ist, sondern nur im Genick gestellt, wie beispielsweise beim Schenkelweichen bzw. Viereck verkleinern/vergrößern, zählen nicht zu den Seitengängen.
Abstellung
Die Abstellung ist der Abstand, um den sich Vorder- oder Hinterhand bei den Seitengängen vom Hufschlag entfernen,<ref>Waldemar Seunig: Von der Koppel bis zur Kapriole. Die Ausbildung des Reitpferdes. Mit einem Nachwort von Bertold Schirg. 2. Nachdruck der Ausgabe Berlin 1943, Hildesheim usw. 2001 (Documenta Hippologica), ISBN 3-487-08348-5, S. 127</ref> daraus ergibt sich der Winkel des Pferdes zum Hufschlag.<ref>Richtlinien für Reiten und Fahren. Bd. 1: Grundausbildung für Reiter und Pferd. Hg.v.d. Deutschen Reiterlichen Vereinigung (FNverlag), 26. Aufl., Warendorf 1994, ISBN 3-88542-262-X, S. 116</ref> So beträgt zum Beispiel der „Abstellungswinkel vom Hufschlag“ beim Schulterherein etwa 30°<ref>Richtlinien für Reiten und Fahren. Bd. 2: Ausbildung für Fortgeschrittene. Hg.v.d. Deutschen Reiterlichen Vereinigung (FNverlag), 12. Aufl., Warendorf 1997, ISBN 3-88542-283-2, S. 50</ref>, die Abstellung beim Schenkelweichen, das eine Seitwärtsbewegung, aber keinen Seitengang darstellt, darf maximal 45° betragen<ref>Richtlinien, Bd. 1, S. 116</ref>.
Geschichte
Die Seitengänge sind eine unmittelbare Vorübung für jeglichen kämpferischen Einsatz des Reitpferdes. Die „Schlangentour“ genannte Bewegung des griechischen Kriegspferdeausbilders Xenophon (um 400 v. Chr.) hält B. Schirg für eine Kombination von Seitengängen.<ref name=Schirg1992/>
{{#ifeq: {{{vor}}}@@-@@{{{nach}}} | -@@-@@-
| {{#if:trim|Ursprünglich als Kampfübung zustande gekommen, um etwa dem Gegner nur den Bug und nicht die Breitseite zu zeigen, auch um ihn zu täuschen, überhaupt, um geschickt zu manövrieren, sind solche Gangarten zustande gekommen, welche in der Natur fast nicht, allenfalls als natürliche Schiefe, traversartiges Gehen im Galopp, schulterhereinartiges im Trab, beobachtet werden können.}}
| {{#ifeq: {{#if:|{{{vor}}}|@#@}}{{#if:|{{{nach}}}|@#@}} | @#@@#@
| {{#ifeq: de | de
| „{{#if:trim|Ursprünglich als Kampfübung zustande gekommen, um etwa dem Gegner nur den Bug und nicht die Breitseite zu zeigen, auch um ihn zu täuschen, überhaupt, um geschickt zu manövrieren, sind solche Gangarten zustande gekommen, welche in der Natur fast nicht, allenfalls als natürliche Schiefe, traversartiges Gehen im Galopp, schulterhereinartiges im Trab, beobachtet werden können.}}“
| {{#invoke:Text|quoteUnquoted| Ursprünglich als Kampfübung zustande gekommen, um etwa dem Gegner nur den Bug und nicht die Breitseite zu zeigen, auch um ihn zu täuschen, überhaupt, um geschickt zu manövrieren, sind solche Gangarten zustande gekommen, welche in der Natur fast nicht, allenfalls als natürliche Schiefe, traversartiges Gehen im Galopp, schulterhereinartiges im Trab, beobachtet werden können. | {{{lang}}} }} }}
| {{#ifeq: {{#if:|{{{vor}}}|-}} | -
| „
| {{{vor}}} }}{{#if:trim|Ursprünglich als Kampfübung zustande gekommen, um etwa dem Gegner nur den Bug und nicht die Breitseite zu zeigen, auch um ihn zu täuschen, überhaupt, um geschickt zu manövrieren, sind solche Gangarten zustande gekommen, welche in der Natur fast nicht, allenfalls als natürliche Schiefe, traversartiges Gehen im Galopp, schulterhereinartiges im Trab, beobachtet werden können.}}{{
#ifeq: {{#if:|{{{nach}}}|-}} | -
| “
| {{{nach}}} }} }} }}{{
#if: Berthold SchirgReitkunst im Spiegel ihrer Meister, Band 1 S. 354 || }}
{{#if:
|
„{{{Latn}}}“{{#if: Berthold SchirgReitkunst im Spiegel ihrer Meister, Band 1 S. 354 || }}
}}{{#if:
|
„{{{de}}}“{{#if: Berthold SchirgReitkunst im Spiegel ihrer Meister, Band 1 S. 354 || }}
}}|{{#if: Reitkunst im Spiegel ihrer Meister, Band 1 S. 354
|}}}}
{{#if: |
{{#if: {{#invoke:Text|unstrip|{{{ref}}}}}
| }} }}{{#if: Ursprünglich als Kampfübung zustande gekommen, um etwa dem Gegner nur den Bug und nicht die Breitseite zu zeigen, auch um ihn zu täuschen, überhaupt, um geschickt zu manövrieren, sind solche Gangarten zustande gekommen, welche in der Natur fast nicht, allenfalls als natürliche Schiefe, traversartiges Gehen im Galopp, schulterhereinartiges im Trab, beobachtet werden können. | {{
#if: | {{#if: Ursprünglich als Kampfübung zustande gekommen, um etwa dem Gegner nur den Bug und nicht die Breitseite zu zeigen, auch um ihn zu täuschen, überhaupt, um geschickt zu manövrieren, sind solche Gangarten zustande gekommen, welche in der Natur fast nicht, allenfalls als natürliche Schiefe, traversartiges Gehen im Galopp, schulterhereinartiges im Trab, beobachtet werden können. |
Vorlage:Zitat: Doppelangabe 1=Text=}}
}}| }}{{#if: | {{#if: Berthold Schirg |
Vorlage:Zitat: Doppelangabe 2=Autor=}}
}}{{#if: | {{#if: Reitkunst im Spiegel ihrer Meister, Band 1 S. 354 |
Vorlage:Zitat: Doppelangabe 3=Quelle=}}
}}{{#if: | {{#if: |
Vorlage:Zitat: Doppelangabe Umschrift=Latn=}}
}}{{#if: | {{#if: |
Vorlage:Zitat: Doppelangabe Sprache=lang=}}
}}{{#if: | {{#if: |
Vorlage:Zitat: Doppelangabe Übersetzung=de=}}
}}
Einzelnachweise
<references />
Literatur
- Richtlinien für Reiten und Fahren. Bd. 2: Ausbildung für Fortgeschrittene. Hg.v.d. Deutschen Reiterlichen Vereinigung (FNverlag), 12. Aufl. Warendorf 1997, ISBN 3-88542-283-2
- Jennie Loriston-Clarke: The Complete Guide to Dressage. How to Achieve Perfect Harmony between You and Your Horse. Principal Movements in Step-by-Step Sequences Demonstrated by a World Medallist. Quarto Publishing plc, London 1987, reprinted 1993, ISBN 0-09-174430-X.
- Berthold Schirg: Reitkunst im Spiegel ihrer Meister. Band 1 und 2, Olms Presse, 1987, ISBN 3-487-08285-3.