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Sei uns willkommen, Herre Christ

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Datei:Sei willkommen, Herre Christ (ed. Erk-Böhme 1894).jpg
Sei willkommen, Herre Christ, Überlieferungsgestalten bei Erk-Böhme

Sei uns willkommen, Herre Christ ist das älteste überlieferte deutschsprachige Weihnachtslied.<ref>So bei Erk, Böhme: Deutscher Liederhort. Band 3, 1894, S. 626; Gotteslob (1975) S. 208, Nr. 131; Franz Karl Praßl in Liederkunde zum evangelischen Gesangbuch. S. 9. Das Evangelische Gesangbuch (EG) selbst führt den auf dem Text dieses Lieds basierenden Kanon demgegenüber im Abschnitt Advent.</ref> Es handelte sich ursprünglich um eine Leise. Die Melodie ist urkundlich erstmals in einem Aachener Fragment wohl aus dem 14. Jahrhundert nachweisbar. Die früheste vollständige Niederschrift vermittelt eine Erfurter Handschrift von 1394. August Heinrich Hoffmann von Fallersleben sah den Ursprung des Liedes sogar im 11. Jahrhundert und übertrug 1861 gleichsam als Rekonstruktion den Text der Erfurter Fassung zurück ins Althochdeutsche.<ref name="Hoffmann" />

Das Lied begrüßt den griechisch als Kyrios und deutsch als Herr bezeichneten Christus, dessen Mission es ist, den Bereich seiner Herrschaft auf alle, also die Gemeinde und den gesamten Erdkreis auszubreiten.

Das Lied wird auch als Aachener Weihnachtslied oder Aachener Schöffenlied bezeichnet. Alten Aachener Chroniken zufolge wurde es von den Schöffen, also ehrenhaften Bürgern, die an der allgemeinen Gerichtsbarkeit beteiligt waren, in der Christmette vom Chorgestühl des Aachener Münsters aus gesungen.<ref name="Quix">Christian Quix: Historische Beschreibung der Münsterkirche und der Heiligthumsfahrt in Aachen. Urlichs, Aachen 1825, S. 119 (Digitalisat in der Google-BuchsucheSkriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:GoogleBook“ ist nicht vorhanden.).</ref><ref>Guido Fuchs: Unsere Weihnachtslieder und ihre Geschichte. Herder, Freiburg i. Br. 2009, ISBN 978-3-451-32278-5, S. 48–54.</ref>

Melodien

Das Lied befand sich im alten Gotteslob von 1975 (Nummer 131) mit einer an der Aachener Melodie des 13./14. Jahrhunderts angelehnten, aber rhythmisch modern notierten Melodiefassung, ergänzt um eine zweite Strophe aus dem Jahr 1970. Im Stammteil des 2013 eingeführten neuen Gotteslob ist es nicht mehr enthalten; der Eigenteil der Diözese Limburg enthält es unter Nummer 757.

Für den evangelischen Kirchengesang gewann Otto Riethmüller das Lied wieder mit einer der flämischen Melodie (Antwerpen 1638) folgenden Fassung.<ref>Otto Riethmüller (Hrsg.): Ein neues Lied, 1932</ref> Im rheinisch-westfälischen landeskirchlichen Teil des Evangelischen Kirchengesangbuchs war es als Adventslied enthalten (Nr. 400). Das Evangelische Gesangbuch enthält das Lied nicht, wohl aber eine Kanon-Bearbeitung von Walter Rein aus dem Jahr 1934 (EG 22, Nun sei uns willkommen, Herre Christ).<ref>Franz Karl Praßl: 22 – Nun sei uns willkommen, Herre Christ. In: Gerhard Hahn, Jürgen Henkys (Hrsg.): Liederkunde zum Evangelischen Gesangbuch. Band 10. Vandenhoeck & Ruprecht, Göttingen 2004, ISBN 3-525-50333-4, S. 9 f.</ref> Im Erprobungsband für den Nachfolger des EG, der im Advent 2028 eingeführt werden soll, wurde jedoch auf diese verzichtet.<ref>Start für Erprobungsphase des neuen Evangelischen Gesangbuches. Abgerufen am 23. November 2025.</ref>

Aachener Schöffenlied

<score sound="1"> \relative c' { \clef "petrucci-g"

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\key f \major \small d4 f4 e4 d4 c4 f4 bes4 a4 \bar "'" a4 a4 c4 c4 \bar "" \break bes4 a4 a4 g4 f4 \bar "'" f4 f4 a4 bes4 g4 f4 e4 d4 c4 \bar "'" \break g'4 g4 g4 bes4 g4 f4 f4 e4 g4 \bar "'" c,4 c4 e4 d4 \bar "|." } \addlyrics { \small Syt wil -- le -- ko -- men, hei -- re Kirst want du un -- ser al -- re he -- re bis. Syt wil -- le -- ko -- men, lie -- ber Her -- re her int ert -- ri -- che al -- so scho -- ne Ki -- ri -- e -- leys. } \addlyrics { \small Sei uns will -- kom -- men, Her -- re Christ, weil du un -- ser al -- ler Her -- re bist! Sei uns will -- kom -- men, lie -- ber Her -- re hier auf der Er -- den al -- so schö -- ne! Ky -- ri -- e -- leis. } </score> Quelle:<ref>Hans Jürgen Roth: Haus zweier Welten – 1200 Jahre Aachener Dom. B. Kühlen, Mönchengladbach 1999, ISBN 3-87448-203-0, S. 50 (eingeschränkte Vorschau in der Google-BuchsucheSkriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:GoogleBook“ ist nicht vorhanden.).</ref>

Heutige Fassung

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  \relative d' {\key d \minor \time 2/2 \small

d2 f4 e d2 c f bes a r a4 a c c bes2 a a g f r \bar "" \break f a bes g f4 e d2 c r g' g4 g bes2 g f4 f e2 g r c, e4 e d1 \bar "|." } \addlyrics { \small Sei uns will -- kom -- men, Her -- re Christ, der du un -- ser al -- ler Her -- re bist. Sei will -- kom -- men, lie -- ber Her -- re, hier auf der Er -- de recht mit Eh -- ren. Ky -- ri -- e -- leis. }} </score> Quelle: Gotteslob (1975) Nr. 131

Text

Ludwig Erk und Franz Magnus Böhme führen im Deutschen Liederhort (1894) drei verschiedene deutschsprachige Fassungen auf (sowie ferner zwei in niederländischer Sprache):

1. Fassung <poem>

  Syt willekomen, heirre kirst,
  want du unser alre herre bis.
  – Aachener Fragment, 14./15. Jh.

</poem>

<poem>

  Sys willekomen heirre kerst,
  want du onser alre heirre bis,
  sys willekomen, lieve heirre,
  her in ertrische also schone:
  Kirieleys.
  – Erfurter Handschrift um 1394

</poem>

2. Fassung <poem>

  Nun siet uns willekomen, hero kerst,
  Die ihr unser aller hero siet.
  Nu siet uns willekomen, lieber hero,
  Die ihr in den kirchen schöne siet.
  Kyrie-eleyson!
  Nun ist gott geboren, unser aller trost,
  Der die höllsche pforten mit seinem kreutz aufstoes.
  Die mutter hat geheischen maria,
  Wie in allen kersten-bucheren geschriben steht.
  Kyrie-eleyson!
  – Aachen 1825<ref name="Quix" />

</poem>

3. Fassung <poem>

  Nu sîs uns willekomen hêrro Crist,
  du unser aller hero bist!
  nu sîs uns willekomen lieber herro,
  der du in den kirchen stast scôno.
  Kyrieleison.
  Nu ist uns geborn unser aller trôst
  der die hellischen porten mit sîm kriuze ûfslôz.
  diu mueter ist geheizen Marjâ,
  also in allen kristen buechen stât.
  Kyrieleison.
  – Rückübertragung durch Fallersleben, 1861<ref name="Hoffmann">August Heinrich Hoffmann von Fallersleben: Geschichte des deutschen Kirchenliedes bis auf Luthers Zeit. 1861, S. 29 f. (Digitalisat in der Google-BuchsucheSkriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:GoogleBook“ ist nicht vorhanden.).</ref>

</poem>

Literatur

Weblinks

Anmerkungen

<references />