Schwarzwasser (Zwickauer Mulde)
Das Schwarzwasser (Vorlage:CsS) ist ein rechter Nebenfluss der Zwickauer Mulde in Sachsen und Tschechien.
Verlauf
Es entspringt am Hinteren Fichtelberg (1206 m) im Erzgebirge, fließt zunächst in westliche Richtung und trägt bis zur tschechischen Grenze unweit von Gottesgab (Boží Dar) zunächst den Namen Seifenbächel.
Bei der nicht mehr existierenden Neumühle zweigt der Plattner Kunstgraben (Blatensky přikop) ab, der einst Wasser des Schwarzwassers den Bergwerken im Bergrevier Platten (Horní Blatná) am Plattenberg als Aufschlagwasser zuführte.
Auf dem Gebiet der heutigen Tschechischen Republik lagen an dem Fluss die zum größten Teil nach dem Zweiten Weltkrieg durch die Vertreibung der deutschen Bevölkerung wüst gefallenen Orte Försterhäuser (Myslivny), Seifen (Ryžovna), Zwittermühl (Háje), Jungenhengst (Luhy) und Brettmühl (Pila).
Bei Wittigsthal, einem Stadtteil von Johanngeorgenstadt, fließt das Schwarzwasser wieder nach Deutschland und nimmt den von Breitenbach (Potůčky) kommenden Breitenbach (Blatenský potok) auf.
Am weiteren Lauf des Schwarzwassers, das nun in nördliche Richtung fließt, wurden seit dem 16. Jahrhundert wegen der dort vorkommenden Eisenerzlagerstätten zahlreiche Hammerwerke errichtet. Zain-, Zeug- oder Stabhämmer wurden in Wittigsthal, Erlabrunn und Breitenhof betrieben.
Bei Erlabrunn fließt der Steinbach zu, an dem seit dem 16. Jahrhundert ein reger Zinnseifenbetrieb geherrscht hatte. Zwischen Breitenbrunn/Erzgeb. und Antonsthal zweigt ein Graben ab, der das Pochwerk der Silberwäsche in Antonsthal bei Wassermangel mit Zusatzwasser versorgt. Dieser Graben ist eine besondere wasserwirtschaftliche Bauleistung, da er sich über mehrere Kilometer am Hang entlangwindet und schließlich in den von Nordwesten kommenden Halsbach mündet, kurz bevor jener das Schwarzwasser erreicht. In Antonsthal wurde 1831 die Eisenhütte König-Anton-Hütte errichtet. Auch in Erla stand ein bekanntes Eisenhütten- und Walzwerk, der Erlhammer.
Das Schwarzwasser durchfließt die Stadt Schwarzenberg, wo die Große Mittweida einmündet.
Kurz bevor sich der Fluss in Aue mit der Zwickauer Mulde vereint, befand sich an seinem rechten Ufer in dem Ort Niederpfannenstiel das bekannte Blaufarbenwerk Niederpfannenstiel.
(Blick nach Ryžovna (ganz links) und zum Plattenberg (ganz rechts))
Geschichte
August Schumann schrieb im Vollständigen Staats-, Post- und Zeitungs-Lexikon von Sachsen, über das Schwarzwasser: Vorlage:Zitat
Einer der königlich-sächsischen Floßoberaufseher der „Wilzsch-, Mulden- und Schwarzwasserflößen“ war Gottlob Heinrich von Lindenau. Er starb 1830 in Neustädtel.<ref>Friedrich Christian August Hasse: Gottlob Heinrich von Lindenau, in: Zeitgenossen: ein biographisches Magazin für die Geschichte unserer Zeit, Dritte Reihe, Band 4, S. 173–190 (Link zum Digitalisat)</ref>
Literatur
- Vorlage:GeoQuelle
- Jörg Brückner u. a.: Das Schwarzwassertal vom Fichtelberg zur Zwickauer Mulde in historischen Ansichten, Horb am Neckar 1993.
Galerie
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Das Schwarzwasser bei Luhy
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Das Schwarzwasser oberhalb von Potůčky
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Aue: Mündung des Schwarzwassers (links) in die Mulde
Weblinks
Einzelnachweise
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