Schostakowitsch-Musikschule Berlin-Lichtenberg
| Schostakowitsch-Musikschule Berlin-Lichtenberg | ||||||
|---|---|---|---|---|---|---|
| Schulstandort Berlin-Fennpfuhl | ||||||
| Schulform | Staatliche Musikschule | |||||
| Gründung | 1954 (Musikschule Lichtenberg), 1988 (Musikschule Hohenschönhausen) | |||||
| Adresse | Paul-Junius-Straße 71 10369 Berlin | |||||
| Ort | Berlin-Lichtenberg | |||||
| Land | Berlin | |||||
| Staat | Deutschland | |||||
| Koordinaten | 52° 31′ 41″ N, 13° 28′ 41″ O
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| Träger | Bezirk Lichtenberg | |||||
| Schüler | etwa 7000 | |||||
| Lehrkräfte | etwa 150 | |||||
| Leitung | Olaf Hengst (Stand: 2026) | |||||
| Website | www.schostakowitsch-musikschule.de | |||||
Die Schostakowitsch-Musikschule Berlin-Lichtenberg besteht seit 1954 und wird vom Berliner Bezirk Lichtenberg finanziert und verwaltet. Sie besitzt drei Standorte. Namensgeber der Einrichtung ist seit 2005 der russische Komponist Dmitri Schostakowitsch.
Lage und Geschichte
Der Verwaltungs- und Hauptunterrichtsstandort der Musikschule befindet sich im Ortsteil Fennpfuhl (Paul-Junius-Straße 71), zwei Filialen stehen in Neu-Hohenschönhausen (Wustrower Straße 26) und Karlshorst (Stolzenfelsstraße 1).
Die Musikschule Lichtenberg konnte im Jahr 1954 eröffnet werden, im Jahr 1988 wurde die Musikschule Hohenschönhausen im gleichnamigen Bezirk eröffnet.
Die Bezirksfusion (Lichtenberg und Hohenschönhausen) führte zu einer Zusammenlegung der beiden Schulen im Jahr 2002. Die neue Einrichtung bekam 2005 offiziell den Namen Schostakowitsch-Musikschule Berlin-Lichtenberg.
Benutzte Gebäude
Die Volksmusikschule Lichtenberg befand sich zunächst in der Marktstraße 2–3 im Ortsteil Rummelsburg. Im Jahr 1962 verlegte sie ihren Sitz in die Hermann-Duncker-Straße 112 (seit 1992: Treskowallee) im Ortsteil Karlshorst. Seit 1978 trug sie den Namen Musikschule Berlin-Lichtenberg. Im Jahr 1985 zog sie in das für Musikschulunterricht umgebaute ehemalige Schulgebäude in der Dolgenseestraße 60 im Ortsteil Friedrichsfelde um.<ref>Programm des Jubiläumskonzerts zum 70jährigen Bestehen. In: schostakowitsch-musikschule.de. Abgerufen am 20. Januar 2026.</ref>
Seit dem Zusammenschluss der Lichtenberger mit der Hohenschönhauser Musikschule befindet sich die Schostakowitsch-Musikschule an ihrem heutigen Standort in einem historischen Schulhaus in der Paul-Junius-Straße 71 im Ortsteil Fennpfuhl.
Das Gebäude war 1913/14 in der damaligen Stadt Lichtenberg in der Woerdenstraße als 25. (Knaben)- und 26. (Mädchen)-Gemeindeschule errichtet worden.<ref>Schulgebäude der 25. und 26. Gemeindeschule in Berlin-Lichtenberg. In: sammlung-online.stadtmuseum.de. Abgerufen am 5. Januar 2024.</ref> Das Haus beherbergte nach dem Zweiten Weltkrieg die 25. Grundschule Lichtenberg und die Franz-Mehring-Schule (Oberschule).<ref>Grundschulen. Bezirk Lichtenberg / Oberschulen. Bezirk Lichtenberg. In: Fernsprechbuch für Gross-Berlin (DDR), 1955, S. 177.</ref> Die Franz-Mehring-Schule (ab 1959 als Erweiterte Oberschule bezeichnet) wurde 1962 mit der Kant-Schule zusammengelegt, die damals ihren Sitz in der Fischerstraße 34 im Ortsteil Rummelsburg hatte. Die Grundschule (nun als Oberschule bezeichnet) übernahm den Namen Franz Mehring.<ref>Oberschulen. Stadtbezirk Lichtenberg. In: Fernsprechbuch für die Hauptstadt der DDR, 1963, S. 284.</ref> Eine Hälfte des Gebäudes dient seit Ende der 1970er Jahre als Volkshochschule Lichtenberg (VHS).<ref>Volkshochschulen. Stadtbezirk Lichtenberg. In: Fernsprechbuch für die Hauptstadt der DDR, 1979, S. 584.</ref> Sie trägt seit 2011 den Namen Margarete Steffin.<ref>Lichtenberg gedenkt Margarete Steffin – Namensgeberin der Volkshochschule Berlin-Lichtenberg=. In: Pressemitteilung des Bezirksamts Lichtenberg. 24. Juni 2021, abgerufen am 20. Januar 2026.</ref>
Das Schulgebäude wurde 2005 bis 2012 komplett saniert und modernisiert. Bei den Sanierungsarbeiten wurden behindertengerechte Zugänge angefügt, die für beide Gebäudeteile gelten, das Dach neu gedeckt, die Fassaden erneuert und die historische Turmuhr repariert. Die Uhr auf dem Dach stand seit 1984 still. Bei der möglichst originalgetreuen Restaurierung des Hauses bekam die Uhr neue vergoldete Zeiger und Stundenstriche, das Uhrwerk wurde wieder in Gang gesetzt. Das Zifferblatt hat einen Durchmesser von drei Metern und ist damit weithin sichtbar. Zusätzlich zu den Arbeiten im Inneren des Hauses konnte das Dach der zur Parkseite hofseitig quer angebauten Turnhalle erneuert werden, die organisatorisch der Volkshochschule zugeordnet ist.
Im Eingangsbereich der VHS haben sich die historische Gestaltung mit braunen Wandfliesen an den Treppenaufgängen und ein Wandbrunnen in der Treppennische erhalten. Die Fliesen sind mit Reliefs verziert, der Brunnen fließt seit den 1960er Jahren nicht mehr.<ref>Eine Fotoserie könnte hochgeladen werden - 44Pinguine.</ref>
Die Karlshorster Filiale der Musikschule nutzt 43 Räume im heutigen Theater Karlshorst. Das mehrflügelige denkmalgeschützte Bauwerk war bis 1994 das Haus der Offiziere der Roten Armee.<ref>Baudenkmal ehem. Haus der Offiziere Ehrenfelsstraße</ref>
Die Neu-Hohenschönhausener Filiale ist in einem dreigeschossigen Neubau-Schulkomplex untergebracht, der sowohl von der Vincent-van-Gogh-Schule als auch von der Schule am Wäldchen genutzt wird.
Erfolge der Schüler
Schüler der Musikschule nahmen bereits mehrfach erfolgreich am Wettbewerb Jugend musiziert teil: Am Berliner Regionalwettbewerb von Jugend musiziert 2007 beteiligten sich beispielsweise 20 Schüler in Einzel- und Gruppen-Wettbewerben und gewannen dabei acht erste Preise, vier zweite Preise und einen dritten Preis.
Ausbildungsinhalt
Die Schule bietet neben klassischen Schulfächern auch eher unbekannte Unterrichtsfächer an. Die Zielgruppe besteht aus Kindern und Jugendlichen, es werden aber auch Erwachsene ausgebildet. Die Pädagogen unterrichten Gesang, Notenlehre, Musikerziehung und bringen den Teilnehmern die Beherrschung verschiedener Musikinstrumente bei. Außerdem besteht die Möglichkeit in Orchestern, Bands, Chören und Ensembles mitzuspielen und sich dort weiterzuentwickeln.
Da in Lichtenberg viele Vietnamesen wohnen, bietet die Schule als deutschlandweit einmaliges Lehrangebot traditionelle vietnamesische Musik.<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Traditionelle Musik aus Vietnam ( vom 21. Februar 2014 im Internet Archive) RBB am 5. Juli 2010.</ref>
Bekannte Lehrer der Musikschule
<templatestyles src="column-multiple/styles.css" />
- Karola Elßner, Saxophonistin und Dozentin<ref>Karola Elßner. In: berliner-symphoniker.de. Abgerufen am 12. August 2024.</ref>
- Jörg Daniel Heinzmann, Pianist, Dozent und Dirigent<ref>Jörg Daniel Heinzmann. In: nationaltheater-mannheim.de. Abgerufen am 12. August 2024.</ref>
- Ulrich Mann, Pianist, Dozent, Komponist, Produzent
- Markus Schlemmer, Pianist und Dozent<ref>Markus Schlemmer. In: bechstein.com. Abgerufen am 12. August 2024.</ref>
- Burkhard Schmidt, Saxophonist und Dozent<ref>Burkhard Schmidt. In: berlin.de/musikschule-treptow-koepenick. Abgerufen am 12. August 2024.</ref>
- Johannes Schoenherr, Gitarrist, Dozent und Komponist<ref>Johannes Schoenherr. In: stretta-music.de. Abgerufen am 12. August 2024.</ref>
- Mirko Schurig, Percussionist und Schlagzeuger<ref>Mirko Schurig. In: mirkoschurig.com. Abgerufen am 12. August 2024.</ref>
- Till Schwabenbauer, Dozent, Leiter des Schostakowitsch-Sinfonieorchesters<ref>Schostakowitsch-Orchester. In: till-schwabenbauer.de. Abgerufen am 12. August 2024.</ref>, Träger des Berliner Musikschulpreises 2024<ref>Berliner Musikschulpreis für Dozenten der Lichtenberger Musikschule Till Schwabenbauer. In: Pressemitteilung des Bezirksamts Lichtenberg. 12. Juli 2024, abgerufen am 12. August 2024.</ref>
Bekannte Absolventen
- Manja Doering, Schauspielerin und Synchronsprecherin
Sonstiges
Der breite Gang im ersten Obergeschoss der VHS wird gelegentlich als Ausstellungsort genutzt. Im Juli 2024 eröffnete hier eine Exposition mit dem Titel Aufarbeitung. Die DDR in der Erinnerungskultur, deren Autoren Stefan Wolle (Wissenschaftlicher Direktor des DDR-Museums) und Ulrich Mählert (Mitarbeiter der Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur) sind. Die Ausstellung kann montags bis freitags zwischen 10 und 20 Uhr besichtigt werde, der Eintritt ist frei.<ref>Wie an die DDR erinnert wird. Berliner Woche, 20. Juli 2024, S. 7.</ref>
In der vierten Etage gibt es hofseitig die Aula, die von beiden Schulen genutzt werden kann.
Weblinks
Einzelnachweise
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