Schneider Schreibgeräte
| Schneider Schreibgeräte GmbH | |
|---|---|
| Rechtsform | GmbH |
| Gründung | 1938<ref name="zahlen">Vorlage:Cite book/Name: [Internetquelle: archiv-url ungültig Zahlen & Fakten.] In: Schneider Schreibgeräte. , archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am Vorlage:Cite book/URL; abgerufen am 6. Februar 2024. Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.Vorlage:Cite book/URLVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung2Vorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung</ref> |
| Sitz | Schramberg-Tennenbronn, Deutschland |
| Leitung | Christian Schneider, Frank Groß<ref name="zahlen"/> |
| Mitarbeiterzahl | 630<ref name="KA_20" >Konzernabschluss zum 31. Dezember 2021 im elektronischen Bundesanzeiger</ref> |
| Umsatz | 119,3 Mio. EUR<ref name="KA_20" /> |
| Branche | Schreibgeräte |
| Website | www.schneiderpen.com |
| Stand: 8. August 2024 | |
Die Schneider Schreibgeräte GmbH ist ein mittelständischer Hersteller von Schreibgeräten mit Sitz in Schramberg-Tennenbronn. Das familiengeführte Unternehmen hat 622 Mitarbeiter in drei Standorten in Deutschland (Schramberg-Tennenbronn, Wernigerode und Weilheim).
Geschichte
Das Unternehmen wurde 1938 von den Mechanikern Christian Schneider und Erwin Blum unter dem Namen Blum & Schneider oHG gegründet. Zunächst stellte das Unternehmen Schrauben und Drehteile her. Blum schied 1940 aus und übertrug seine Anteile an Christian Schneiders jüngeren Bruder Fritz Schneider, der in Kriegsgefangenschaft geriet und dort verstarb. Nach Ende des Zweiten Weltkriegs gingen Fritz Schneiders Anteile an den dritten Bruder Matthias Schneider, der 1951 bei einem Verkehrsunfall starb. Bereits 1946 stellte Schneider aufgrund der Umsatzeinbrüche seine Produktion 1947 auf Kugelschreiber-Minen um<ref>Was ist eigentlich Schneider?, Berliner Kurier, Nr. 321/2010, 23. November 2010 S. 15</ref> und begann ab 1951, die Minen als eigene Markenartikel zu vertreiben. Ab dieser Zeit nutzte das Unternehmen den Werbeslogan „Die Gute Schneider-Mine“.<ref name="Heimathaus Tennenbronn Gmeiner-Verlag Museums- und Geschichtsverein Schramberg e.V. 2022 S. 197" /> Daraufhin begann Schneider mit dem Ausbau seines Werksgeländes und steigerte die Produktionskapazität auf 13 Millionen Minen pro Jahr.<ref name="Heimathaus Tennenbronn Gmeiner-Verlag Museums- und Geschichtsverein Schramberg e.V. 2022 S. 198">Heimathaus Tennenbronn, Museums- und Geschichtsverein Schramberg e.V. (Hrsg.): Tennenbronn Die 100 Jahre seit dem Zusammenschluss. Gmeiner-Verlag, Meßkirch 2022, ISBN 978-3-8392-2958-3, S. 198.</ref> Ab 1957 folgten Kugelschreiber und andere Schreibgeräte.<ref name="FAZ_12.03.18" /> Das Unternehmen hatte maßgeblichen Anteil daran, dass die Einführung der Norm DIN 16554 im Jahre 1958 brancheneinheitliche Maße für die Kugelschreiber-Mine schuf.<ref name="Lueger Ehrhardt 1968 p. 547">Vorlage:Cite book/URLVorlage:Cite book/Meldung2Vorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung</ref><ref name="Heimathaus Tennenbronn Gmeiner-Verlag Museums- und Geschichtsverein Schramberg e.V. 2022 S. 197">Heimathaus Tennenbronn, Museums- und Geschichtsverein Schramberg e.V. (Hrsg.): Tennenbronn Die 100 Jahre seit dem Zusammenschluss. Gmeiner-Verlag, Meßkirch 2022, ISBN 978-3-8392-2958-3, S. 197.</ref>
1978 übernahm der Wirtschaftsingenieur Roland Schneider das Unternehmen von seinem Vater,<ref name="Wöhrle">Christoph Wöhrle: Ganz die Mama, ganz der Papa, Der Spiegel, 3. Dezember 2020</ref> nachdem er 1975 in das Unternehmen eingestiegen war.<ref name="Heimathaus Tennenbronn Gmeiner-Verlag Museums- und Geschichtsverein Schramberg e.V. 2022 S. 198" /> In den 1980er- und 1990er-Jahren erweiterte Schneider das Unternehmen und errichtete das Werk II unterm Dorf. Die Spitzenfertigung in Schwarzenbach zog 1987 in einen Neubau und die Kugel- und Tintenschreiberfertigung wurde 1991 ebenfalls in einem Neubau untergebracht.<ref name="Heimathaus Tennenbronn Gmeiner-Verlag Museums- und Geschichtsverein Schramberg e.V. 2022 S. 199">Heimathaus Tennenbronn, Museums- und Geschichtsverein Schramberg e.V. (Hrsg.): Tennenbronn Die 100 Jahre seit dem Zusammenschluss. Gmeiner-Verlag, Meßkirch 2022, ISBN 978-3-8392-2958-3, S. 199.</ref> 50 Jahre nach der Unternehmensgründung erreichte der Produktionsausstoß über 100 Millionen Kugelschreiber-Minen.<ref>Schneider Schreibgeraete erwartet 10% Plus., Handelsblatt, Nr. 175/1988, 12. September 1988, S. 16</ref> 1991 erwarb das Unternehmen den Füllhalterhersteller VEB Schreibgeräte, Betriebsteil HEIKO in Wernigerode, in dem Schreibgeräte mit kapillarer Reglertechnik und Tinte hergestellt werden.<ref name="FAZ_12.03.18" /> Nach der Übernahme investierte Schneider bis Ende der 1990er-Jahre rund 20 Mio. DM in den Betrieb<ref>Ostdeutscher Schreibgeräte-Hersteller behauptet sich im Wettbewerb Heiko-Füllhalter als Exportschlager, Die Welt, 50. Jg., Nr. 10/2000, 13. Januar 2000, S. U2</ref> und erweiterte den Standort mehrfach.<ref>Schneider Schreibgeräte Wernigerode wächst, Leipziger Volkszeitung, 9. August 2001, S. 6</ref><ref name="Himmelheber" />
Seit 2010 wird das Unternehmen von Christian Schneider (Enkel des Firmengründers) zusammen mit Frank Groß geleitet.<ref name="Wöhrle" /> 2016 erwarb Schneider die ehemaligen Werkshallen von Zehnder Antennen, wo fortan Versand, Lager und Verpackung untergebracht sind.<ref name="Himmelheber">Martin Himmelheber: Schneider baut altes Zehnderwerk um, Südkurier, 5. Januar 2016, S. 19</ref> Im selben Jahr untersuchte der Kommunikationswissenschaftler Arne Westermann im Auftrag der Wirtschaftswoche das Image von 950 Marken im Internet. Schneider hat im Marktsegment der Schreibgeräte ein gutes Image und zählt neben Pelikan und Lamy zu den beliebtesten Schreibgerätemarken.<ref name="Tödtmann 2016">Claudia Tödtmann: Kunden belohnen Ehrlichkeit: Marken: Lebensmittel - Spielzeug. In: WirtschaftsWoche. 5. Dezember 2016, abgerufen am 29. September 2022.</ref> Im Juni 2016 wurde bekannt, dass Schneider mit Molotow eine Kooperation eingeht.<ref name="Kipping_2022_06_04" /><ref name="Badische Zeitung 2016">Feuerstein geht Kooperation mit Schneider ein - Lahr. In: Badische Zeitung. Badische Zeitung, 9. Juni 2016, abgerufen am 1. Dezember 2022.</ref>
2023 hat das Unternehmen den Deutschen Nachhaltigkeitspreis in der Kategorie Bürobedarf/Werbemittel gewonnen und ist damit unter den 100 Vorreitern der Transformation in der deutschen Wirtschaft.<ref name="Deutscher Nachhaltigkeitspreis 2023">Schneider gewinnt. Deutscher Nachhaltigkeitspreis, 2023, abgerufen am 12. August 2024.</ref>
Unternehmensstruktur
Schneider Schreibgeräte hat die Rechtsform einer GmbH und wird von Christian Schneider und Frank Groß geleitet. In Tennenbronn hat das Unternehmen sein Stammwerk und ein Logistikzentrum. Weitere Standorte sind in Wernigerode (Sachsen-Anhalt) und in Weilheim (Oberbayern). Schneider hält darüber hinaus Anteile an Tochtergesellschaften in den Niederlanden und in Frankreich. Das Unternehmen hat mehr als 630 Mitarbeitende, die vorwiegend in Tennenbronn beschäftigt sind (Stand 2023);<ref name="KA_20" /> am Standort Wernigerode sind 134 Personen beschäftigt (Stand 2016).<ref>Frank Drechsler: Schneider setzt auf Wachstum, Halberstädter Volksstimme, 19. Januar 2017, S. 19</ref> Im Geschäftsjahr 2021 konnte Schneider einen Umsatz von 119,3 Millionen Euro erwirtschaften.<ref name="KA_20" />
Produkte und Fertigung
Schneider produziert Kugelschreiber, Füllhalter, Textmarker, Tintenroller, Marker, Fineliner, Faser- und Gelstifte, Kugelschreiber-Minen und Tintenpatronen. Seit 2020 bietet das Unternehmen neben Metallic- und Acrylmarkern auch Spraydosen und Brushpens an. Ein weiteres Geschäftsfeld ist die Werbeartikel-Branche, bei der die verschiedenen Schneider Produkte u. a. mit Firmenlogos versehen und in Firmenfarben hergestellt werden können. Die Produktion erfolgt ausschließlich in Deutschland. Das Unternehmen produziert (Stand 2018) insgesamt 120 verschiedene Typen von Schreibgeräten. Kugelschreiber und Kugelschreiber-Minen sind das „Rückgrat“ von Schneider,<ref name="FAZ_12.03.18" /> Jährlich werden mehr als 300 Millionen Schreibgeräte hergestellt.<ref name="Kipping_2022_06_04">Julia Kipping: Wer braucht noch Kugelschreiber? Südkurier Konstanz, 4. Juni 2022, S. 8</ref> Der tägliche Produktionsausstoß an Schreibspitzen beträgt rund 1,7 Millionen. Mit 50 % Marktanteil ist Schneider in Deutschland Marktführer im Bereich der Standardkugelschreiber. Schneider verkauft seine Produkte in 140 Länder.<ref name="FAZ_12.03.18">Uwe Marx: "Deutschland ist ein Kugelschreibermarkt", Frankfurter Allgemeine Zeitung, 12. März 2018, Nr. 60/2018, S. 25</ref> Schneider nutzt in der Produktion bei der Mehrzahl der Produkte biobasierte Kunststoffe und elektrischen Strom aus regenerativen Quellen.<ref>Patrick Ganter: Aus Tennenbronn in über 130 Länder der Welt, Südkurier, 20. März 2019, S. 20</ref>
Nachhaltigkeit
Das Unternehmen legt großen Wert auf Nachhaltigkeit und lebt dies in allen Dimensionen. Seit 1998 ist das Unternehmen lückenlos nach dem Umwelt-Management-System gemäß EG-ÖKO-Audit-Verordnung EMAS zertifiziert.<ref name="Lexikon der deutschen Familienunternehmen S. 648">Florian Langenscheidt, Peter May (Hrsg.): Lexikon der deutschen Familienunternehmen. Springer, Wiesbaden 2020, ISBN 978-3-658-31846-8, S. 648.</ref>
Dadurch verpflichtet sich Schneider zu vollkommener Transparenz sowie konkreten Zielen und Maßnahmen, deren Umsetzung regelmäßig überprüft wird. Unter dem Motto #theschneiderway zeigt das Unternehmen Einblicke verschiedene Aktionen und Maßnahmen. Neben dem Einsatz recycelter und biobasierter Rohstoffe setzt Schneider auf Wind- und Sonnenenergie, es werden ausschließlich regenerative Energien genutzt. Elektrische Energie wird zu 100 % aus Wasserkraft bezogen und eigener Strom wird aus Kraft-Wärme-Kopplung und einer Photovoltaikanlage erzeugt. 2024 gewann das Unternehmen den Deutschen Nachhaltigkeitspreis in der Kategorie Bürobedarf/Werbemittel.
Auszeichnungen und Awards
- EMAS Zertifizierung, lückenlos seit 1998<ref name="Lexikon der deutschen Familienunternehmen S. 648">Florian Langenscheidt, Peter May (Hrsg.): Lexikon der deutschen Familienunternehmen. Springer, Wiesbaden 2020, ISBN 978-3-658-31846-8, S. 648.</ref>
- Deutscher Nachhaltigkeitspreis 2024 in der Kategorie Bürobedarf/Werbemittel<ref name="Deutscher Nachhaltigkeitspreis 2023">Schneider gewinnt. Deutscher Nachhaltigkeitspreis, 2023, abgerufen am 12. August 2024.</ref>
- Blauer Engel: der weltweit erste Kugelschreiber mit diesem Umweltzeichen kommt von Schneider, mittlerweile tragen sechs Produktserien das Blaue Engel Zeichen<ref name="Blauer Engel">Schneider Schreibgeräte. Blauer Engel, 2024, abgerufen am 12. August 2024.</ref>
- Red Dot Award "Beste Marke" 2019<ref name="Best Office Brand 2019">Schneider Schreibgeräte. Red Dot GmbH & Co. KG, 2024, abgerufen am 20. August 2024.</ref>
- German Design Award 2024 für Füller Wavy, Special Mention "Excellent Product DesignStationery"<ref name="Wavy">Wavy. Rat für Formgebung Service GmbH, 2024, abgerufen am 20. August 2024.</ref>
- PSI Sustainability Award "Sustainable Company of the Year 2017"<ref name="PSI-Journal">PSI Sustainability Award 2017. PSI Network, 2017, abgerufen am 20. August 2022.</ref>
Weblinks
Einzelnachweise
<references />
- Seiten mit Skriptfehlern
- Wikipedia:Vorlagenfehler/Parameter:Datum
- Wikipedia:Defekter Dateilink
- Wikipedia:Defekte Weblinks/Ungeprüfte Archivlinks 2024-05
- Wikipedia:Vorlagenfehler/Vorlage:Literatur/Interner Fehler
- Papier-, Büro- und Schreibwarenhersteller
- Unternehmen (Schramberg)
- Unternehmensgründung 1938
- Produzierendes Unternehmen (Landkreis Rottweil)