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Schneefernerkopf

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Vorlage:Infobox Berg

Der Schneefernerkopf ist ein Vorlage:Höhe hoher Gipfel im Zugspitzmassiv. Er liegt am westlichen Ende des Wettersteingebirges in den Alpen auf der Grenze zwischen Bayern und Tirol bzw. Deutschland und Österreich. Besonders von Ehrwald aus gesehen erscheint er als dominierender Berg des Wettersteins.

Abgrenzung zur Zugspitze

Ob der Schneefernerkopf nach der Zugspitze als „zweithöchster Berg Deutschlands“ betrachtet werden kann, hängt stark von der Definition des Begriffes Berg ab. Wegen seiner Nähe zur Zugspitze (Dominanz 1,7 km) ist es fraglich, ob er als eigenständiger Berg gezählt werden kann, oder nur als Nebengipfel der Zugspitze. Seine Schartenhöhe beträgt immerhin 176 m. Wertet man ihn nicht als eigenständigen Berg, dann fällt der zweite Rang unter Deutschlands höchsten Bergen dem Hochwanner (Vorlage:Höhe) zu, welcher vom Zugspitzmassiv durch Reintal, Gatterl und Feldernjöchl deutlich getrennt ist. Dritthöchster Berg ist mit Vorlage:Höhe der Watzmann in den Berchtesgadener Alpen.

Stützpunkt und leichteste Besteigung

Der Schneefernerkopf wird in der leichtesten Variante vom Zugspitzplatt aus bestiegen. Der Weg führt über die Reste des Schneeferners oder an ihm vorbei zur Schneefernerscharte. Hier befindet sich das „Windloch“, eine Verwitterungsformation mit Tiefblick nach Ehrwald. Zum Gipfel geht es über die Nordschulter (Kreuz) auf Stufen und über einen mit Drahtseilen versicherten Steig, der den Anlagen des 2003 geschlossenen, aber nicht abgebauten Schneefernerkopf-Lifts folgt. Die gesamte Gehzeit beträgt knapp eine Stunde, Trittsicherheit und Schwindelfreiheit sind unbedingt erforderlich.

Als Abschluss einer Skitour führt vom Schneefernerkopf eine äußerst anspruchsvolle Skiabfahrt, die Neue Welt, über fast 2000 Höhenmeter nach Ehrwald. Sie ist sehr exponiert, bis 45 Grad steil und enthält eine Abseilstelle, die im Aufstieg mit UIAA III bewertet wird.

Schneefernerkopflift

Nachdem ab 1949 die ersten Liftanlagen auf das Zugspitzplatt entstanden, wurde im Jahr 1956 der erste Schlepplift auf den Schneefernerkopf errichtet.<ref name="Meilensteine">Meilensteine – Bayerische Zugspitzbahn Bergbahn AG – 1820 bis 2013 (pdf 0,4 MB auf vonbleichert.eu, 27. Januar 2014), abgerufen am 10. März 2026</ref> Dieser wurde bereits im Jahr 1967 durch einen neuen Lift ersetzt.<ref name="Meilensteine"/> Die von Doppelmayr errichtete Parallelschleppliftanlage mit T-Bügeln (Ankern) namens Schneefernerkopf I + II überwand eine 790 m lange Strecke mit einem Höhenunterschied von 160 m in rund sieben Minuten und zehn Sekunden.<ref name="Schneefernerkopf I">Schneefernerkopf I (Baujahr 1967) auf skiresort.at, abgerufen am 10. März 2026</ref><ref name="Schneefernerkopf II">Schneefernerkopf II (Baujahr 1967) auf skiresort.at, abgerufen am 10. März 2026</ref> Bei einer Geschwindigkeit von etwa zwei Metern pro Sekunde betrug die Förderleistung rund 2000 Personen pro Stunde.<ref name="Schneefernerkopf I"/><ref name="Schneefernerkopf II"/>

Aufgrund des starken Rückgangs des Nördlichen Schneeferners, der das Gelände im Bereich der Anlage deutlich verändert hat, wurde der Liftbetrieb nach der Saison 2023/24 eingestellt.<ref>Katharina Bromberger: Der Schneefernerkopflift wird gesprengt – ein Opfer des Klimawandels. Auf: merkur.de, 7. März 2026, abgerufen am 10. März 2026.</ref> Der Rückgang des Gletschers führte zu einer zunehmenden Steilheit im oberen Hangbereich, wobei der Ausstieg der Anlage sich zuletzt in einem Gelände befand, das den technischen Anforderungen für den Betrieb eines Schlepplifts nicht mehr entsprach.<ref name="alpin.de">Robert Scheitzeneder: Klimakrise am höchsten Berg Deutschlands: Zugspitze entfernt Gletscherlift. Auf: alpin.de, 9. März 2026, abgerufen am 10. März 2026.</ref> In weiterer Folge beschloss der Betreiber, die Bayerische Zugspitzbahn Bergbahn, den Abriss der Liftanlage mit 20. März 2026. Um 17 Uhr, unmittelbar nach Betriebsschluss, sollen dabei die sogenannten Gletscherhalteseile mittels Schneidladung gesprengt und durchtrennt werden.<ref name="alpin.de"/> Die durch die Seile stabilisierten Stützen sollen daraufhin zu Boden fallen und anschließend demontiert werden.<ref name="alpin.de"/>

Galerie

Literatur und Karte

  • Stephan Beulke: Wetterstein. Ein Führer für Täler, Hütten und Berge (= Alpenvereinsführer. Reihe: Nördliche Kalkalpen.). Verfasst nach den Richtlinien der UIAA. 4., unveränderte Auflage. Bergverlag Rother, München 1996, ISBN 3-7633-1119-X.
  • Alpenvereinskarte 1:25.000, Blatt 4/2, Wetterstein- und Mieminger Gebirge.

Siehe auch: Liste der höchsten Berge in Deutschland

Weblinks

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Einzelnachweise

<references />