Schmalspurnetz Kecskemét
| Schmalspurnetz Kecskemét | |||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
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| Streckenlänge: | 98 km | ||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
| Spurweite: | 760 mm (Bosnische Spur) | ||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
| Maximale Neigung: | 4 ‰ | ||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
| Minimaler Radius: | 100 m | ||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
| Streckengeschwindigkeit: | 40 km/h | ||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
| Kecskemét–Kiskunmajsa | |||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
| Kursbuchstrecke (MÁV): | 148 (Kecskemét–Kiskunmajsa) | ||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
| Streckenlänge: | 53 km | ||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
| Spurweite: | 760 mm (Bosnische Spur) | ||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
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| Törökfái–Kiskőrös | |||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
| Kursbuchstrecke (MÁV): | 149 (Törökfái–Kútitanya) | ||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
| Streckenlänge: | 45 km | ||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
| Spurweite: | 760 mm (Bosnische Spur) | ||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
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Das Schmalspurnetz Kecskemét (ungarisch: Kecskeméti Kivasút) ist ein Eisenbahnnetz mit 760-mm-Spurweite im südlichen Ungarn. Ausgangs- und Betriebsmittelpunkt ist die namengebende Stadt Kecskemét. Im etwa 9 km entfernten Bahnhof Törökfái verzweigt sich die Strecke in zwei fast gleich lange Äste nach Kiskunmajsa und Kiskőrös.
Die Strecke Kecskemét–Kiskunmajsa wurde 1928 eröffnet, die Strecke Törökfái–Kiskőrös von 1947 bis 1952 in mehreren Abschnitten. Die gesamte Streckenlänge beider Strecken betrug etwa 98 km. Das Netz war zeitweise für einige Dörfer in der kleinkumanischen Puszta mangels ausgebauter Straßenwege die einzige dauerhafte Verbindung zur Außenwelt. Der Güterverkehr brach nach den politischen und wirtschaftlichen Veränderungen ab 1989 ein und wurde 1991 eingestellt. Im Personenverkehr wurde das Schmalspurnetz noch bis 2009 betrieben. Seit 2020 wird die Strecke Kecskemét–Kiskunmajsa als Draisinenbahn von Kiskunsági Hajtánypálya reaktiviert. Auch die Strecke nach Kiskőrös ist noch fast vollständig erhalten.
Geschichte
Vorgeschichte, Bau und Eröffnung
Nach dem Ersten Weltkrieg wurden die zahlreichen verstreut liegenden Einzelgehöfte der Puszta vom Staat erschlossen, neben dem Bau zahlreicher Schulen gehörte dazu auch die Schaffung von Verkehrsinfrastruktur. Der Eisenbahnbau mit Schmalspurbahnen war dabei günstiger als der Straßenbau.<ref>Paul Engelbert: Schmalspurig durch Ungarn. Stenvalls, Malmö 2007, S. 79.</ref> Mit der Schleppbahn Galambos–Bugacmonostor mit 600 mm Spurweite entstand 1920 die erste Strecke der Stadt Kecskemét, die vorrangig für die Holzabfuhr und dem Verkehr einer Ziegelei diente.<ref name="Paul Engelbert, S. 105">Paul Engelbert: Schmalspurig durch Ungarn. Stenvalls, Malmö 2007, S. 105.</ref>
Die südlich von Kecskemét gelegene Stadtgebiet in der Bugac-Puszta sollte 1927 durch eine Wirtschaftsbahn mit 760 mm Spurweite erschlossen werden. Geplant wurde der Streckenverlauf Kecskemét–Bugac–Kiskunmajsa, dabei berührte die Trasse auch den Endbahnhof der vorhandenen Schleppbahn in Bugacmonostor. Am 27. September 1927 wurde die Kecskeméti Gazdasági Vasút (KGV) gegründet, die die Betriebsführung der städtischen Schmalspurbahn übernehmen sollte.<ref name="Paul Engelbert, S. 105"></ref> Im Herbst 1927 begannen die Arbeiten an der Trasse, doch im Winter 1927/28 wurden Teile des Unterbaus durch Unwetter zerstört. Im Juni 1928 wurde die Strecke weitgehend fertiggestellt. Die feierliche Eröffnung fand am 12. September 1928 statt, dabei war unter anderem der ungarische Handelsminister Miksa Hermann anwesend.<ref>Paul Engelbert: Schmalspurig durch Ungarn. Stenvalls, Malmö 2007, S. 93 f.</ref>
Erste Betriebsjahre
Der eigentliche Betrieb wurde am 17. September desselben Jahres aufgenommen. Täglich fuhren je drei gemischte Züge in beide Richtungen und die Schmalspurbahn erfüllte die in sie gesetzten Erwartungen. Neben landwirtschaftlichen Produkten und Holz wurden auch Ziegel aus Alsómonostor transportiert. Bedeutender war allerdings der Personenverkehr. So wurden im Schnitt täglich etwa 400 Reisende befördert, an Sonntagen oft bis zu 1000 Personen. Allerdings brachen die Transportleistungen durch die Weltwirtschaftskrise ab 1929 stark ein, erst 1938 erreichten sie wieder das Niveau von vor der Krise. Die Schleppbahn wurde 1930 teilweise umgespurt und schloss nun als Stichbahn von Bugac felső nur noch Alsómonostor an. Zudem plante man bereits ab 1933 weitere Bahnstrecken, die teilweise bis Cegléd und Szeged zu weiteren Wirtschaftsbahnen führen sollten. Bis zum Beginn des Zweiten Weltkriegs konnten die Ausbaupläne aber nicht verwirklicht werden, einzig drei Gepäcktriebwagen wurden 1935/1940 zur Kosteneinsparung angeschafft.<ref>Paul Engelbert: Schmalspurig durch Ungarn. Stenvalls, Malmö 2007, S. 94 ff.</ref>
Nach dem Zweiten Weltkrieg
Erste Erweiterungspläne konnten nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs umgesetzt werden. So wurde von 1947 bis 1952 die Bahnstrecke von Törökfái nach Kiskőrös in mehreren Abschnitten zunächst nur für den Güterverkehr eröffnet. Alle Züge dieses Streckenzweigs wurden mit Diesellokomotiven oder Triebwagen bespannt, da keine Versorgungseinrichtungen für Dampflokomotiven gebaut worden waren. Die Ungarischen Staatsbahnen (MÁV) übernahmen am 5. Januar 1949 den bis dahin städtischen Betrieb KGV. Nun wurden die beiden Strecken zusammen mit der ebenfalls verstaatlichten städtischen Wirtschaftsbahn Cegléd als MÁV Kecskeméti és Ceglédi Kivasút (KCK) betrieben.<ref name="Paul Engelbert, S. 105" /> Ein Bahnbau zu der etwa 30 km entfernten Strecke kam aber wie in den 1930er Jahren nicht zustande. Immerhin wurde ab dem 18. Mai 1952 auf der neugebauten Strecke nach Kiskőrös auch der Personenverkehr aufgenommen.<ref name="Paul Engelbert, S. 96">Paul Engelbert: Schmalspurig durch Ungarn. Stenvalls, Malmö 2007, S. 96.</ref> Hier verkehrten nun täglich ebenfalls drei Zugpaare.
Der Fahrplan der beiden Strecken war in den 1950er Jahren vor allem auf die Bedürfnisse von Pendlern nach Kiskunmajsa und Kiskőrös ausgerichtet. Nach dem Bau eines Industriegebiets westlich des Bahnhofs Kecskemét KCK wurden in den 1960er Jahren der Fahrplan verdichtet und neue Zugverbindungen für Berufspendler eingelegt. Nun verkehrten auf beiden Strecken sechs Zugpaare täglich, von denen einer nur von Kecskemét bis Orgovány bzw. Bugac fuhr. Der etwa 800 m lange Abschnitt Kecskemét-Rávágy tér–Kecskemét KCK samt der Kreuzung der Normalspurbahn wurde am 1. März 1961 stillgelegt und anschließend abgebaut.<ref>Paul Engelbert: Schmalspurig durch Ungarn. Stenvalls, Malmö 2007, S. 100.</ref>
Ab den 1970er Jahren ging der Güterverkehr zurück, dennoch war die Bahn unverzichtbar. Viele der erschlossenen Ortschaften und Einzelhöfe besaßen weiterhin eine schlechte Straßenanbindung, da nur wichtige Hauptstraßen ausgebaut wurden. Eine zunächst geplante Stilllegung war daher noch nicht möglich.<ref name="Paul Engelbert, S. 96" /> Zwar ging der Berufsverkehr zurück, dafür gewann der Ausflugsverkehr immer mehr an Bedeutung. Der Bahnübergang der Straße 54-es főút mit der Normalspurbahn in Kecskemét wurde 1980 durch eine Brücke ersetzt. Dabei entfiel auch die schmalspurige Gleisverbindung zum Kecskemét alsó.<ref>Paul Engelbert: Schmalspurig durch Ungarn. Stenvalls, Malmö 2007, S. 100 f.</ref> Danach beschränkte sich der Güterverkehr nur noch auf Teilabschnitte ab Kiskőrös und Kiskunmajsa.<ref name="MEB 5/86">D. Ender: Schmalspurig durch die Puszta (= Modelleisenbahner. Heft 5/86). transpress, 1986, ISSN 0026-7422.</ref> In der Zweiten Hälfte der 1980er Jahre wurde der Güterverkehr ab Kiskőrös eingestellt, somit wurde nur noch das Teilstück Kiskunmajsa–Jakabszállás bedient. Das Verkaufsaufkommen betrug 1988 noch rund 13.000 Tonnen und es wurden etwa 160.000 Personen befördert.
Entwicklung ab 1989
Mit den wirtschaftlichen Veränderungen ab 1989 brach der verbliebene Güterverkehr vollständig zusammen und wurde 1991 eingestellt. Auch der Personenverkehr ging kontinuierlich zurück, schon 1991 waren es nur noch ca. 120.000 Reisende jährlich. Das Fahrplanangebot wurde ausgedünnt und die noch Ende der 1980er Jahre aus vier Wagen bestehenden Personenzüge auf zwei Personenwagen reduziert. Der Betriebsdienst wurde 1994 radikal rationalisiert und alle Bahnhöfe außer Kecskemét KK blieben fortan unbesetzt. Trotz der vielen Personalentlassungen blieb der Betrieb defizitär und beide Streckenäste wurden lediglich mit drei Zugpaaren täglich bedient. Eine 1995 geplante Stilllegung, weil jeweils nur noch etwa 25 Fahrgäste die Züge nutzten, wurde dennoch weiter aufgeschoben. Beim Bau der Autobahn M5 wurden 1997 sogar eine Brücke sowie eine etwa 1,7 km lange teilweise neu trassierte Strecke für die Schmalspurbahn errichtet.<ref>Paul Engelbert: Schmalspurig durch Ungarn. Stenvalls, Malmö 2007, S. 101.</ref>
Am 12. Dezember 2009 wurde der Personenverkehr eingestellt.<ref>Zsolt Balogh: A Kecskeméti Kisvasút napjainkban. 24. März 2019, abgerufen am 29. Oktober 2019 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> Wegen der Entgleisung eines Personenzuges bei Páhi am 10. Dezember infolge des schlechten Oberbauzustands wurde auf dem Abschnitt Törökfái–Kiskőrös an den letzten beiden Betriebstagen nur noch Schienenersatzverkehr durchgeführt.<ref>Paul Engelbert: Schmalspurig durch Ungarn II: die ehemals ungarischen Gebiete. Stenvalls, Malmö 2011, ISBN 978-91-7266-177-6, S. 215.</ref>
Nach der Verkehrseinstellung 2009
Planungen zur Einrichtung einer Museumsbahn scheiterten bislang. Seit der Verkehrseinstellung wurden zahlreiche Lokomotiven und Wagen an andere Bahnen abgegeben.
Die Strecke Kecskemét–Törökfái–Bugac–Kiskunmajsa wurde vom Eisenbahn-Aufsichtsamt 2020 für die Nutzung mit Draisinen zugelassen und wird nun an Wochenenden befahren. Die Höchstgeschwindigkeit der Strecke beträgt 40 km/h, für Bahnübergänge gelten 25 km/h. Der Bahnhof Kiskőrös ist seit 2022 nicht mehr an das Schmalspurnetz angeschlossen, da dort im Zuge von Umbaumaßnahmen an der Regelspurstrecke die Gleiskreuzungen ausgebaut wurden. Die Strecke Törökfái–Kiskőrös ist nach wie vor erhalten, aber mittlerweile teilweise zugewachsen. Bei Straßensanierungen wurden die Bahnübergänge zunächst ebenfalls beibehalten.
Seit 2025 ist mit einer C-50 erstmals wieder eine betriebsfähige Lok vorhanden.<ref>Selmeczi Áron: Újra C50-es Kecskeméten. kisvasut.hu, 30. Mai 2025, abgerufen am 14. März 2026 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>
Streckenbeschreibung
Die Gleise liegen meist in Straßenseitenlage neben den oft unbefestigten Wegen in der Puszta. Beim 1997 neu trassierten Abschnitt wurden Betonschwellen, Schienen mit einem Metergewicht von 49 kg sowie Schotterbettung verwendet. Die restliche Strecke liegt komplett in Sandbettung mit Holzschwellen, hier werden meist Schienen mit einem Metergewicht von 24 kg genutzt.<ref>Paul Engelbert: Schmalspurig durch Ungarn. Stenvalls, Malmö 2007, S. 104.</ref> Brücken sind nicht vorhanden. Trotz der einfachen Trassierung ohne Einschnitte und Dämme kam es durch die offene Lage der Strecke im Winter teilweise zu Schneeverwehungen.
Die Bahnstationen des Streckennetzes waren äußerst sparsam eingerichtet. Die zahlreichen Haltepunkte erhielten anfangs keine Hochbauten. Sofern überhaupt vorhanden, bestand die einzige „Ausstattung“ aus einem Stationsschild. Vereinzelt wurden später einfache Wartehallen gebaut.
Außer in den drei Anschlussbahnhöfen bestand die Gleisanlage immer nur aus zwei oder drei durchgehenden Gleisen. An der Strecke nach Kiskunmajsa wurden auf den wenigen Bahnhöfen weitgehend baugleiche, einstöckige Empfangsgebäude mit Satteldach und angebautem Seitenflügel errichtet. Nach Kiskőrös wurden in Kaskantyú<ref name="Paul Engelbert, S. 105" /> und Orgovány je zwei einfach gehaltene, zweistöckige Zweckbauten mit Flachdach errichtet. In Páhi wurde dagegen nur ein Wagenkasten aufgestellt. Der Bahnhof Kecskemét KK (vor Bahnhof Kecskemét KCK) als Betriebsmittelpunkt besaß ein zweistöckiges Verwaltungsgebäude, einen dreigleisigen Lokschuppen sowie entsprechende Lokbehandlungsanlagen. An den anderen beiden Endpunkten wurde je ein eingleisiger Lokschuppen errichtet.
Einzig der Bahnhof Törökfái war mit Einfahrsignalen ausgestattet<ref name="MEB 5/86" />, alle Bahnübergänge sind lediglich mit Andreaskreuzen gesichert. Als Gleissperren werden die in Ungarn üblichen Sperrbalken verwendet.
Fahrzeugeinsatz
Die Erstausstattung der Bahn umfasste drei Dampflokomotiven von MÁVAG, sechs Personenwagen, 12 offene und 14 gedeckte Güterwagen. Alle Fahrzeuge besaßen die Trichterkupplung, die Wagen waren vierachsig. Zwei Gepäcktriebwagen der Reihe Mn wurden 1935 beschafft, 1940 wurde ein drittes, baugleiches Fahrzeug geliefert. Die drei Fahrzeuge wurden auch als Schlepptriebwagen eingesetzt.
Alle Dampflokomotiven – kurzzeitig waren seit den 1940er Jahren noch weitere Baureihen im Einsatz – wurden bis 1952 an andere Bahnen abgegeben. Dafür erhielt man in Kecskemét einen weiteren Triebwagen und eine dreiachsige Diesellokomotive. Ab 1959 bis zur Betriebseinstellung wurden dann vorrangig Diesellokomotiven der Reihe Mk48 eingesetzt. Kurzzeitig waren von 1963 bis 1965 auch drei Lokomotiven der Reihe Mk49 in Betrieb. Eine Besonderheit bildet der einzige in Ungarn jemals eingesetzte Rollwagen mit der Betriebsnummer 37/18, für den in den drei Endpunkten Rollwagengruben vorhanden waren.
Die Triebwagen wurden bis 1971 dann durch weitere Loks der Reihe Mk48 ersetzt. Anfang der 1970er Jahre wurden ebenfalls neue, stählerne Personenwagen der Gattung Bax anstelle der hölzernen Wagen der 1920er Jahre eingesetzt. Nachdem die Wagen ursprünglich noch grün lackiert waren, wechselte die Farbgebung in den 1980er Jahren zum bis zur Betriebseinstellung typischen Blau.<ref>Paul Engelbert: Schmalspurig durch Ungarn. Stenvalls, Malmö 2007, S. 97.</ref>
Für die Touristensonderfahrten stand in Kecskemét zudem ab 1982 die Dampflokomotive 490,053, genannt Bugaci Kispöfögő (deutsch etwa „Schnauferl von Bugac“), zur Verfügung. Befahren wurde vor allem der Abschnitt Kecskemét-Bugac.<ref>Generaldirektion der MÁV (Hrsg.): Eisenbahn Nostalgie in Ungarn. 1990, S. 17.</ref> Die meisten der nach der Einstellung des Güterverkehrs nicht mehr benötigten Güterwagen wurden Mitte der 1990er Jahre verschrottet, einige wurden an andere Bahnen abgegeben. Mehrere Güterwagen sind heute noch immer an verschiedenen Bahnhöfen abgestellt.
Seit der Betriebseinstellung wurden viele Lokomotiven und Personenwagen nach jahrelanger Abstellzeit schrittweise nach Balatonfenyves überstellt.
Literatur
- Paul Engelbert: Schmalspurig durch Ungarn. Stenvalls, Malmö 2007, ISBN 978-91-7266-169-1, S. 92–108.
- Thomas Allgaier: Reiseführer zu den Schmalspurbahnen in Ungarn. Röhr Verlag, Krefeld 1999, ISBN 3-88490-233-4.
Weblinks
Einzelnachweise
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