Schmalblättriges Lungenkraut
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| Schmalblättriges Lungenkraut | ||||||||||||
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| Datei:Pulmonaria angustifolia0 eF.jpg
Schmalblättriges Lungenkraut (Pulmonaria angustifolia) | ||||||||||||
| Systematik | ||||||||||||
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| Wissenschaftlicher Name | ||||||||||||
| Pulmonaria angustifolia | ||||||||||||
| L. |
Das Schmalblättrige Lungenkraut<ref name="FloraWeb" /> (Pulmonaria angustifolia) ist eine Pflanzenart der Gattung Lungenkräuter (Pulmonaria) innerhalb der Familie der Raublattgewächse (Boraginaceae).
Beschreibung
Vegetative Merkmale
Das Schmalblättrige Lungenkraut wächst als ausdauernde krautige Pflanze und erreicht eine Wuchshöhe von 10 bis 35 Zentimetern. Als Speicher- und Überdauerungsorgan dient ein kriechendes Rhizom. Der Stängel wächst aufrecht und ist im oberen Teil und an den Verzweigungen des Blütenstandes mit zahlreichen, meist gleich langen Borsten und sehr wenigen kurz gestielten Drüsen besetzt.
Die Laubblätter sind ungefleckt und oben mit gleich langen, striegelhaarigen Borsten versehen. Die Rosettenblätter besitzen eine Länge von 10 bis 20 Zentimetern sowie eine Breite von bis zu 3 Zentimetern. Die wechselständigen, ungestielten Stängelblätter sind bei einer Länge von meist 3 bis 10 Zentimetern acht- bis zehnmal länger als breit.
Generative Merkmale
Die Blütezeit liegt vorwiegend im April und Mai. Die Blüten befinden sich in dichten, beblätterten und borstig behaarten Wickeln. Die zwittrigen Blüten sind heterostyl, radiärsymmetrisch und fünfzählig mit doppeltem Perianth. Der Kelch ist während der Anthese etwa 8 bis 9, später bis zu 15 Millimeter lang. Der Blütenkelch ist fast bis zur Mitte in dreieckig-lanzettliche, grüne oder blau überlaufene Kelchzipfel geteilt. Die Blütenkrone ist außen kahl, etwa 12 bis 20 Millimeter lang, zuerst rot, dann azurblau gefärbt. Die Kronröhre ist innen unterhalb der Haarbüschel kahl. Die glatten und hell lederbraunen Nüsschen sind bei einer Länge von etwa 4 Millimetern eiförmig.
Die Chromosomenzahl beträgt 2n = 14.<ref name="Oberdorfer2001" />
Vorkommen und Gefährdung
Pulmonaria angustifolia ist hauptsächlich vom Kaukasusraum bis Südost- und Osteuropa verbreitet. Es hat ursprüngliche Vorkommen von Frankreich sowie Italien bis Griechenland und von Dänemark über Schweden, die Balstischen Staaten bis Belarus sowie zur Ukraine, die Krim und dem südlichen europäischen Teil Russlands.<ref name="Euro+Med" /> Die Angaben für Spanien und die Türkei sind fragwürdig.<ref name="Euro+Med" /> Das Schmalblättrige Lungenkraut kommt auch von Südskandinavien über Mitteldeutschland bis ins Rheingebiet vor. In Mitteleuropa kommt Pulmonaria angustifolia selten vor. In Mitteleuropa kommt das Schmalblättrige Lungenkraut von den Haßbergen bis zum Thüringer Wald zerstreut vor; in Niederösterreich, im Burgenland und in der Steiermark ist es selten; in warmen Tälern in den Zentral- und Südalpen tritt es vereinzelt auf.<ref name="Aichele2000" /> In Österreich ist das Schmalblättrige Lungenkraut selten und „stark gefährdet“. In der Schweiz ist diese Sippe offenbar nicht vertreten. Das Schmalblättrige Lungenkraut kommt in Deutschland selten, vor allem in Nordbayern und Thüringen vor; darüber hinaus ist es nur vereinzelt zu finden. In der Roten Liste der gefährdeten Pflanzenarten Deutschlands wurde das Schmalblättrige Lungenkraut 1996 und auch in der Liste von Metzing et al. 2018 mit der Kategorie 2 = „stark gefährdet“ bewertet. Das Schmalblättrige Lungenkraut ist nach der Bundesartenschutzverordnung besonders geschützt.
Das Schmalblättrige Lungenkraut wächst in Trockenwäldern, lichten Gebüschen und an Waldrändern. Es gedeiht meist auf warmen, meist lockeren, mildhumosen Sand- oder Lößböden. Das Schmalblättrige Lungenkraut ist in Mitteleuropa eine Charakterart des Potentillo albae-Quercetum petraeae aus dem Verband Potentillo albae-Quercion petraeae, kommt aber auch in Gesellschaften der Verbände Carpinion oder Geranion sanguinei vor.<ref name="Oberdorfer2001" />
Systematik
Die Gattung Pulmonaria ist ausgesprochen komplex. Zwischen den einzelnen Arten existieren zahlreiche Übergänge sowie hybride Formen. Teilweise sind die spezifischen Sippen nur durch Chromosomenanalyse bestimmbar. Die Verbreitungsangaben in der Literatur sind dadurch häufig nicht vollständig bzw. falsch.
Pulmonaria angustifolia wurde 1753 von Carl von Linné in Species Plantarum Band 1 Seite 135 erstbeschrieben. Synonyme für Pulmonaria angustifolis <templatestyles src="Person/styles.css" />L. sind: Pulmonaria azurea <templatestyles src="Person/styles.css" />Besser, Pulmonaria tuberosa <templatestyles src="Person/styles.css" />Schrank non <templatestyles src="Person/styles.css" />Schmidt ex Mart.<ref name="Euro+Med" />
Literatur
Einzelnachweise
<references> <ref name="FloraWeb"> Pulmonaria angustifolia L., Schmalblättriges Lungenkraut. auf FloraWeb.deVorlage:Abrufdatum </ref> <ref name="Oberdorfer2001"> </ref> <ref name="Aichele2000"> </ref> <ref name="Euro+Med"> Benito Valdés, E. von Raab-Straube, 2011: Boraginaceae. Datenblatt Pulmonaria angustifolia In: Euro+Med Plantbase - the information resource for Euro-Mediterranean plant diversity. </ref> </references>