Schloßvippach
| Wappen | Deutschlandkarte | |||||
|---|---|---|---|---|---|---|
| Datei:Wappen Schlossvippach.svg |
| |||||
| Basisdaten | ||||||
| Koordinaten: | Vorlage:Deutsches Bundesland/Code_type:city 51° 6′ N, 11° 9′ O keine Zahl: {{Metadaten Einwohnerzahl DE-Vorlage:Deutsches Bundesland/Code|16068048}}
{{#coordinates:51,105277777778|11,143055555556|primary
|
dim= | globe= | name= | region=DE-Vorlage:Deutsches Bundesland/Code | type=city
}} |
| Bundesland: | Thüringen | |||||
| Landkreis: | Sömmerda | |||||
| Verwaltungsgemeinschaft: | Gramme-Vippach | |||||
| Höhe: | 175 m ü. NHN | |||||
| Fläche: | Fehler im Ausdruck: Nicht erkanntes Satzzeichen „{“ km² | |||||
| Einwohner: | {{Metadaten Einwohnerzahl DE−Vorlage:Deutsches Bundesland/Code|16068048}} (Fehler: Ungültige Zeitangabe)<ref name="Metadaten Einwohnerzahl DE-Vorlage:Deutsches Bundesland/Code">{{Metadaten Einwohnerzahl DE-Vorlage:Deutsches Bundesland/Code | QUELLE}}</ref> | ||||
| Bevölkerungsdichte: | Fehler im Ausdruck: Nicht erkanntes Satzzeichen „{“ Einwohner je km² | |||||
| Postleitzahl: | 99195 | |||||
| Vorwahl: | 036371 | |||||
| Kfz-Kennzeichen: | SÖM | |||||
| Gemeindeschlüssel: | 16 0 68 048 | |||||
| Adresse der Gemeindeverwaltung: |
Erfurter Str. 11 99195 Schloßvippach | |||||
| Website: | schlossvippach.de | |||||
| Bürgermeister: | Uwe Köhler (CDU) | |||||
| Lage der Gemeinde Schloßvippach im Landkreis Sömmerda | ||||||
| <imagemap>
Bild:Schloßvippach in SÖM.png|rahmenlos|300x375px|zentriert|Karte poly 93 202 103 181 90 172 81 196 Alperstedt poly 15 206 36 202 43 183 12 195 Andisleben poly 143 89 150 81 148 74 137 64 132 77 129 79 Büchel poly 187 160 188 166 181 171 188 174 187 183 202 183 226 184 242 181 246 185 253 186 261 174 264 178 269 178 270 189 282 185 294 183 294 178 287 171 285 158 280 146 289 146 288 135 294 130 288 126 287 112 282 110 276 115 272 123 271 131 265 134 254 139 244 140 244 133 236 133 219 124 218 129 210 142 206 161 Buttstädt poly 145 214 152 204 139 199 133 187 127 187 127 206 135 212 Eckstedt poly 35 236 62 223 53 208 42 208 45 220 26 224 22 234 Elxleben poly 25 127 66 117 60 114 46 109 25 106 Gangloffsömmern poly 11 193 44 181 43 167 42 162 35 153 5 170 Gebesee poly 123 97 143 94 147 83 130 75 122 79 Griefstedt poly 137 245 148 245 149 240 145 230 134 226 132 239 Großmölsen poly 175 142 187 140 201 140 209 141 217 128 217 127 200 124 195 125 187 136 174 135 Großneuhausen poly 105 206 125 204 127 187 112 173 112 165 86 159 91 168 100 182 95 198 Großrudestedt poly 114 95 107 72 95 76 90 74 82 73 91 84 87 96 96 100 Günstedt poly 56 189 49 167 59 158 74 170 91 169 82 184 Haßleben poly 71 77 63 72 63 64 76 57 82 48 82 41 96 38 94 31 94 23 99 19 112 26 112 39 117 35 122 43 133 46 141 52 136 65 139 69 126 80 126 89 113 93 112 82 107 76 97 78 86 74 Kindelbrück poly 127 252 138 246 129 235 130 227 117 236 124 241 Kleinmölsen poly 185 158 206 158 207 143 198 135 189 139 177 140 177 148 187 146 Kleinneuhausen poly 185 61 180 77 174 75 167 84 163 95 153 97 157 105 154 112 159 118 160 135 169 146 174 142 171 134 186 139 186 132 196 127 205 124 211 126 208 108 213 100 225 96 216 91 221 88 220 79 241 86 247 70 243 66 227 64 233 59 229 53 225 52 220 49 223 42 217 38 213 42 208 53 219 57 218 62 210 75 203 75 Kölleda poly 144 213 161 219 157 190 160 183 149 191 141 191 138 194 144 200 153 204 Markvippach poly 66 215 84 214 75 209 91 213 82 198 78 199 64 205 59 206 Nöda poly 146 243 171 232 160 219 147 213 Ollendorf poly 215 125 221 120 225 120 230 99 238 99 244 93 234 87 238 83 222 72 217 88 224 93 208 102 Ostramondra poly 240 141 243 126 229 123 230 97 236 97 241 91 246 92 248 103 252 105 267 95 277 103 274 114 268 130 Rastenberg poly 52 212 45 195 53 187 87 181 77 199 Riethnordhausen (bei Erfurt) poly 44 196 53 185 51 161 43 165 41 185 Ringleben (bei Gebesee) poly 138 198 144 189 150 183 162 176 147 178 142 160 113 166 110 176 Schloßvippach poly 27 154 40 152 44 148 43 123 22 123 Schwerstedt poly 154 76 151 89 144 88 141 96 130 97 134 104 126 115 126 121 118 122 106 124 107 131 90 134 89 128 86 128 90 143 90 147 95 148 98 154 96 164 101 167 109 164 120 168 136 161 147 164 157 164 163 155 166 158 173 153 176 153 176 149 171 146 162 133 160 129 157 124 162 120 154 111 157 107 153 104 153 95 165 95 167 85 165 80 Sömmerda poly 163 178 167 161 162 151 153 160 145 162 148 179 Sprötau poly 42 131 48 150 43 154 41 161 47 169 51 162 59 159 63 152 79 150 75 144 76 129 68 121 Straußfurt poly 112 234 101 207 138 201 130 207 147 215 144 228 Udestedt poly 183 181 188 159 185 142 162 154 167 162 163 178 Vogelsberg poly 20 224 42 222 35 212 55 207 46 188 35 201 14 207 14 208 4 217 19 214 Walschleben poly 70 77 67 94 58 94 55 100 54 109 61 113 65 122 75 126 92 131 105 130 104 122 121 121 124 115 131 106 124 90 113 95 115 99 99 103 90 98 90 91 85 79 80 75 Weißensee poly 81 174 90 165 90 160 98 164 99 149 79 146 73 145 60 153 58 158 Werningshausen poly 29 247 39 230 21 233 27 222 19 220 14 215 6 219 1 237 Witterda poly 95 148 90 129 76 122 74 145 81 153 Wundersleben poly 186 297 295 296 295 207 186 205 Thüringen desc top-left </imagemap> | ||||||
Vorlage:Check Geschlecht gegen Wikidata
Schloßvippach ist eine Gemeinde im Landkreis Sömmerda in Thüringen und Sitz der Verwaltungsgemeinschaft Gramme-Vippach, der weitere elf Gemeinden zugegliedert sind. Der Name des Ortes geht auf ein Schloss Vippach zurück, das zur Zeit der SBZ 1948 abgerissen wurde.
Geographie
Schloßvippach befindet sich im fruchtbaren Thüringer Becken östlich der Bundesautobahn 71 und an den Landesstraßen 1054 und 1056. Ein östlich gelegener Ortsteil ist Dielsdorf. Die Vippach ist ein Bach, der südlich des Ortes verläuft.
Geschichte
Frühgeschichte
Die Umgebung des heutigen Ortes war schon in der Jungsteinzeit 2.000 Jahre vor Chr. durch Schnurkeramiker besiedelt. Im Jahr 1875 hat der Jenaer Archäologe Friedrich Klopfleisch ein Zentralgrab entdeckt. Neben menschlichen Gräbern und Gebrauchsgegenständen hat man bei der Ausgrabung auch Pferdegräber gefunden; dies ist ein Hinweis auf die Bedeutung der Pferdezucht in dieser Region. Seit 2008 wird die bereits bekannte bronzezeitliche Siedlung Schloßvippach von Archäologen für Ur- und Frühgeschichte der Friedrich-Schiller-Universität Jena weiter ausgegraben, da sie ein einzigartiges Ensemble an Befunden mit unterschiedlichen Hausbauten, Brunnen, befestigtem Weg und einem dazugehörigen Gräberfeld bietet. Viele weitere Funde wurden aus der Eisenzeit, der Periode des Thüringer Reichs und der Franken gemacht. In deren Zeit gehörte die Region zum Ostergau.
8. bis 11. Jahrhundert
Das erste Mal wurde der Ort 793 urkundlich erwähnt. Das Kloster Fulda besaß als Bildungsmittelpunkt sehr großen Einfluss in Thüringen. In den Besitzverzeichnissen des 8. Jahrhunderts vom Kloster im Erfurter Land wird das Dorf zweimal erwähnt. Diese Schriften sind nicht wirklich datiert, gehören aber genau in den Zeitraum 780 – 802. Schloßvippach ist aus zwei Siedlungen entstanden, aus dem Unterdorf und aus dem Oberdorf. Das Gräberfeld Obermarbach weist eine germanisch-slawische Mischbevölkerung auf.
11. bis 19. Jahrhundert
Im 11. Jahrhundert wurde Schloßvippach von Herrn von Vippach erstmals erwähnt. Die Burganlage ist wohl auf die Zeit um 1050 zurückführen. Im Oberdorf wurde die St.-Petri-Kirche ungefähr um das Jahr 1100 gebaut, vielleicht eine Gründung vom Peterskloster in Erfurt. Der Turm der Kirche stammt aus dem Jahr 1261. Möglicherweise wurde die Kirche auch in diesem Jahr erbaut. Mitte des 12. Jahrhunderts kam es zu einer Befestigung des Dorfes mit Mauern, Gräben und dichtem Buschwerk. Landgraf Friedrich I. der Gebissene zerstörte das Dorf und die Burg etwa um das Jahr 1309, aber beides wurde wiederaufgebaut. Die Burg und die Petrikirche wurden dann im Thüringer Grafenkrieg um 1343 erneut vernichtet. Wegen finanzieller Schwierigkeiten verkaufte Otto von Vippach die wiederaufgebaute Burg und ein Drittel des Dorfes Vippach an den Rat zu Erfurt. Dies geschah circa 1387. Seit 1387 sicherte die mehrfach umgebaute Burg über 400 Jahre lang den Schutz für die Erfurter Gebiete gegen Nordosten. Der Schlosshauptmann war gleichzeitig Gutsherr, Gerichtsherr, Kirchen- und Schulpatron für das Dorf. 1483 bekam Erfurt noch die Dörfer Berlstedt und Kleinbrembach. Gemeinsam mit diesen Dörfern wurde das Amt Vippach mit einem auf der Burg waltenden Amtsmann gebildet. Zu dessen Aufgaben zählte unter anderem die Schlichtung von territorialen Streitigkeiten zwischen den Nachbarorten Schloßvippach, Dielsdorf und Sprötau. In der Nähe von Schloßvippach wurden neben den üblichen Feldfrüchten auch Wein und Hopfen angebaut. Die Region wurde später auch als „Thüringer Kräutergarten“ bezeichnet. Außer den vielen Landwirten gab es um das Jahr 1500 eigene Handwerker (64). Die Lehren von Martin Luther wurde in der Bevölkerung gut aufgenommen.
Im Dreißigjährigen Krieg wurde Schloßvippach mehrmals verwüstet: 1622/23 durch Herzog Friedrich von Altenburg und 1628 durch kroatische Truppen. Erfurt und Schloßvippach hatten von Mitte der 1630er Jahre bis 1650 eine ziemlich ruhige Phase, weil die Schweden den Norden Deutschlands erobert hatten. Zwischen 1660 und 1670 lebten im Dorf 477 Einwohner. Diese verteilten sich auf 97 bewohnte und 131 verwüstete Wohnhäuser. Daneben gab es noch sieben öffentliche Gebäude sowie die Ställe und Scheunen.
Das Erfurter Gebiet wurde mit Schloßvippach 1664 kurmainzisch und gehörte somit zum Bistum Mainz. Die Einwohner mussten sich dem neuen Herrn 1667 auf dem Schlosshof unterwerfen. Das Jahr 1683 brachte die Pestseuche, welche Hunderte von Opfern forderte. Das Jahrmarktrecht erhielt man 1699. Ein Teil des Gutes wurde 1701 unter 30 Untertanen erbrechtlich aufgeteilt. Diese Gemeinschaft hielt sich bis Mitte des 19. Jahrhunderts. Der Ort schrieb eine Einwohnerzahl von 782 in 194 Wohnhäusern. Ab 1802 wurde Schloßvippach preußisch.
Nach dem Ende der Schlacht von Jena und Auerstedt kam es 1806 durch französische Soldaten zu Plünderungen im Dorf und im Schloss. Von 1806 bis 1813 war Schloßvippach wie Erfurt Teil von Napoleons (Fürstentum Erfurt) eroberten Gebieten. In einen Überraschungsangriff am 17. Oktober 1813 nahm der preußische Major Friedrich Hellwig mit 55 Husaren 70 polnische Ulanen gefangen, die zu Napoleons Verbündeten gehörten. Schloßvippach hatte 28 Männer die danach bei den Befreiungskriegen von 1813 bis 1815 geholfen haben.
19. Jahrhundert bis zur Gegenwart
Mit dem Ende der französischen Fremdherrschaft kamen die Orte des Amts Vippach im Jahr 1815 zum Großherzogtum Sachsen-Weimar-Eisenach. Diese Orte wurden dem Amt Großrudestedt eingegliedert, und damit endete der Exklavenstatus des Orts. 1843 hatte Schloßvippach 1143 Einwohner zu verbuchen. Bis zum Ersten Weltkrieg kam es zu fortdauerndem Aufschwung, begleitet von reger Bautätigkeit und vielen Vereinsgründungen. 1871 machte die Gemeinde ein Friedensfest, es wurden 42 Teilnehmer des Deutsch-Französischen Krieges aus Weimar wieder nach Schloßvippach geholt. Nur ein Vippacher Soldat ist verstorben. Ein Kindergarten wurde 1897 eingerichtet. Die Elektrifizierung begann 1906 mit einer Licht- und Kraftleitung von dem Kraftwerk aus Gispersleben. 1909 Gründung der Poststelle mit Telegraphendienst. Zwei der drei Glocken der Veitskirche wurden eingeschmolzen wegen des Ersten Weltkriegs.
1920 wurde Schloßvippach zum damaligen Freistaat Thüringen hinzugefügt. 1921 wurden eigene Notgeldscheine herausgegeben. 1931 lebten 1230 Menschen im Ort.
Während des Nationalsozialismus und Zweiten Weltkrieges kam es am 8. März 1945 zu einem Lynchmord. Ein 25-jähriger Flying Officer (Oberleutnant) der Royal Canadian Air Force, der Bombenschütze Thomas M. Draper, war mit Fallschirm aus seinem bei Großneuhausen abstürzenden viermotorigen Bomber abgesprungen. Die Avro Lancaster war auf dem Rückflug von dem schweren britischen Luftangriff auf Dessau am 7./8. März von Nachtjägern der Luftwaffe abgeschossen worden. Draper wurde bei Schloßvippach aufgegriffen und bei seinem Abtransport vom damaligen Landrat und Kreisleiter von Weimar, Franz Hofmann, in der Nähe des Sportplatzes erschossen. Seine Leiche wurde in der nordwestlichen Ecke des Friedhofs Schlossvippach bestattet und am 1. September 1947 auf den Britischen Militärfriedhof Berlin (Heerstraße) umgebettet.<ref>Archive Report:Allied Forces Thomas Maynard Draper</ref> Ermittlungen gegen den Täter erübrigten sich, da Hofmann noch vor Kriegsende ums Leben gekommen war.
In Schloßvippach waren während der Kriegszeit 73 polnische, 23 russische und ein jugoslawischer Zwangsarbeiter gemeldet. In Dielsdorf (Schloßvippach) waren es 21 Personen aus Polen. Sie waren überwiegend in Höfen untergebracht, wo sie arbeiten mussten. Außerdem waren Kriegsgefangene im Einsatz, welche sich in der damaligen Gaststätte „Zum Löwen“, Karl-Buchholz-Str. 213 (heute Nr. 20a) befanden. Das erste Kommando bestand aus 28 französischen Kriegsgefangenen, welche abends eingeschlossen und von einem Soldaten bewacht wurden. Später wurden sie in den Gemeindesaal in Dielsdorf (Schloßvippach) verlegt. Ab Herbst 1943 wurden noch 35 italienische Militärinternierte registriert.
Bei einem Todesmarsch des KZ-Außenlagers Niederorschel zum KZ Buchenwald wurde ein unbekannter KZ-Häftling von der SS ermordet. Die Häftlinge machten zwischen dem 6. und 8. April 1945 in Schloßvippach Halt und wurden in einer Feldscheune untergebracht. Seit dem 2. Oktober 1984 erinnert eine Gedenkstele an diesen Todesmarsch.<ref>Thüringer Verband der Verfolgten des Naziregimes – Bund der Antifaschisten und Studienkreis deutscher Widerstand 1933–1945 (Hrsg.): Heimatgeschichtlicher Wegweiser zu Stätten des Widerstandes und der Verfolgung 1933–1945. Thüringen. Band 8. VAS – Verlag für Akademische Schriften, Frankfurt am Main 2003, ISBN 3-88864-343-0, S. 274–275.</ref>
Im Zweiten Weltkrieg sind 67 Soldaten aus Schloßvippach gefallen oder wurden vermisst. Die Einwohnerzahl stieg auf 1900 an, weil man 1946 600 Heimatvertriebene dazu bekam. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde der Ort zur sowjetischen Besatzungszone hinzugefügt und machte dabei die entsprechende gesellschaftliche Veränderung durch, zusätzlich wurde eine Bodenreform durchgeführt.
Die Burg Schloss Vippach, in bestem Bauzustand, war bis 1945 im Besitz der Familie Collenbusch. Sie wurde auf Grundlage des Befehls 209 der Sowjetischen Militäradministration im Jahre 1948 zerstört.
Jede Familie im Dorf wurde bei Strafandrohung verpflichtet, ein Mitglied zu den Abrissarbeiten zu schicken. Von 1945 bis 1949 wechselten sich sechs Bürgermeister ab. 1953 wurde die erste LPG gegründet, 1960 erreichte man unter erheblichem Druck die „Vollgenossenschaftlichkeit“. 1989 bildeten sich auch in Schloßvippach eine SPD und der Demokratische Aufbruch. Bei den Kommunalwahlen im Mai 1990 gewannen die CDU 6, die SPD 3, die FDP 1, die PDS 1 und andere Gruppierungen zusammen 7 Mandate. Am 3. Oktober 1990, dem offiziellen Tag der Wiedervereinigung, pflanzte der Bürgermeister auf dem Kirchvorplatz eine Eiche.
Einwohnerentwicklung (zum 31. Dezember des jeweiligen Jahres)
|
|
|
|
Datenquelle: Thüringer Landesamt für Statistik
Politik
Gemeinderat
Der Gemeinderat aus Schloßvippach setzt sich aus 12 Ratsfrauen und Ratsherren zusammen:
| CDU – offene Liste: | 9 Sitze |
| Freie Wählergemeinschaft Dielsdorf: | 3 Sitze |
(Stand: Kommunalwahl am 26. Mai 2024)
Bürgermeister
Der ehrenamtliche Bürgermeister Uwe Köhler wurde am 5. Juni 2016 gewählt und am 12. Juni 2022 wiedergewählt.
Wappen
Blasonierung: „Gespalten und zweimal geteilt von Rot und Silber.“
Gemeindepartnerschaft
- Ober-Olm Rheinland-Pfalz
- Ramonchamp in Frankreich
Kultur und Sehenswürdigkeiten
- Evangelische Pfarrkirche St. Vitus mit Ausstattung, im Westen des Ortes, im „Unterdorf“. Die Kirche muss bereits 1261 bestanden haben, der Turm stammt wahrscheinlich noch aus dieser Zeit. Das Kirchenschiff wurde in spätgotischem Stil um 1500 errichtet. An der Nord- und Südseite befinden sich Freitreppen. Erst ab Mitte des 15. Jahrhunderts ist St. Vitus die Haupt-Pfarrkirche des Dorfes. Der Friedhof existiert seit 1843.
- Das Schloss Vippach, ein Wasserschloss und Stammsitz der erstmals im 11. Jahrhundert erwähnten Herren von Vippach, wurde etwa 1050 im Osten des Ortes erbaut. Die ältesten Teile dieses zur Zeit der SBZ 1948 abgerissenen, stattlichen Baues waren der Bergfried aus dem 14. Jahrhundert und das Torgebäude von 1650. Als „Ersatzmaßnahme“ zum benachbarten Autobahnbau A 71 wurde 2004 der verschlammte Schlossgraben renaturiert, die Naturstein-Brücke rekonstruiert und die verwahrloste Insel beräumt.
- Etwas südlich der ehemaligen Burg befindet sich die kleine (ehemals viel größere) St.-Petri-Kirche, zusammen mit Bodenfunden Hinweis auf einen zweiten mittelalterlichen Siedlungskern im Osten des heutigen Dorfes. Sie wurde um 1100 erbaut, ist also älter als St. Vitus und war bis Mitte des 15. Jahrhunderts die Hauptpfarrkirche von Schloßvippach. Die Peterskirche wurde 1309 und 1343 zerstört und 1350 wiederaufgebaut. Dietrich von Vippach stiftete damals die Bronzeglocke, die damit eine der ältesten Glocken Thüringens ist. Im Dreißigjährigen Krieg wurde die Kirche als Steinbruch für die Verstärkung der Zugbrücke der nahegelegenen Burg verwendet. Nur der östliche Teil, die ehemalige Sakristei blieb stehen. 1708/10 wurde der noch erhaltene Rest zur Kapelle umgebaut und erhielt den Dachreiter mit Schweifkuppel. Der Petri-Kirchhof wurde ab 1843 nicht mehr benutzt. 1916 pflanzte man eine Luther-Eiche vor der Kirche.
- Stattliche Gebäude im Ort sind der Ratskeller (der auch das Rathaus ist, erbaut 1841 und umgebaut vor 1900) und das benachbarte frühere Gasthaus „Zur Sonne“ mit Hoftor. Sowohl zur DDR-Zeit als auch danach gingen Gebäude des ehemals wohlhabenden Ortes verloren.
-
Abgerissenes Schloss in Schloßvippach
-
Schlossgraben in Schloßvippach
-
Petrikirche in Schloßvippach
-
Kirche St. Vitus in Schloßvippach
-
Denkmal für Friedrich von Hellwig in Schloßvippach
-
Ratskeller-Anbau in Schloßvippach
-
Ratskeller in Schloßvippach
-
Blick auf Ratskeller, Kirche und früheres Gasthaus
Geschichtsdenkmale
- Vor der St.-Vitus-Kirche befindet sich der Hellwig-Stein, ein 1913 errichtetes Denkmal zur Erinnerung an ein erfolgreiches Gefecht eines preußischen Freikorps unter Führung des Majors Friedrich Hellwig gegen mit Napoleon verbündete polnische Ulanen in Schloßvippach.
- Auf dem Friedhof sind trotz weitgehender Beräumung zur DDR-Zeit noch historische Denkmäler für die Gefallenen der beiden Weltkriege und Familiengräber bemerkenswert.
- Auf dem Friedhof befindet sich auch das Grabdenkmal für einen KZ-Häftling, der im April 1945 bei einem Todesmarsch des KZ-Außenkommandos Niederorschel von SS-Männern ermordet wurde. Seit 1984 erinnert eine Gedenk-Stele in der Erfurter Straße an dieses Geschehen.
- Gedenkstein am Sportplatz für den kanadischen Flieger Thomas Maynard Draper, der am 8. März 1945 einem der sog. Fliegermorde zum Opfer fiel. Der Stein wurde am 8. März 2019 feierlich geweiht.<ref>Anette Kletzke: Stilles Gedenken an Thomas Maynard Draper. Die Interessengemeinschaft „Liberty Convoy“ und die Gemeinde Schloßvippach weihen Gedenkstein am Sportplatz ein. In: Thüringer Allgemeine, Lokalausgabe Sömmerda vom 9. März 2019, Nr. 58, S. 15.</ref>
- Langensteinsches Gericht nordöstlich von Schloßvippach an der Straßen-Gabelung Sprötau und Orlishausen. Hier wurde über Jahrhunderte – bis 1830 – Gericht vor allem bei territorialen Streitigkeiten zwischen den benachbarten Gemeinden gehalten.
- Hügelgrab Katzenhügel nördlich von Schloßvippach
Sonstiges
Am 8. März 1945 kam es in der Nähe des Sportplatzes zu einem der sogenannten Fliegermorde an dem kanadischen Piloten Thomas Maynard Draper, der den Abschuss seines Lancaster-Bombers auf dem Rückflug von einem schweren Luftangriff auf Dessau überlebt hatte. Der Kriegsgefangene sollte nach Weimar überstellt werden, wurde aber während des Abtransports vom hinzugeeilten Landrat des Landkreises Weimar, Franz Hofmann, erschossen.<ref>Anette Kletzke: Gedenkstein für den kanadischen Piloten. In Thüringer Allgemeine, Lokalausgabe Sömmerda vom 6. März 2019, Nr. 55, S. 13</ref>
Während des Zweiten Weltkrieges mussten 28 Kriegsgefangene aus Frankreich, 35 Militärinternierte aus Italien sowie 97 Frauen und Männer aus Polen, Russland und Jugoslawien in der Landwirtschaft von Schloßvippach Zwangsarbeit verrichten. Nach Dielsdorf kamen 21 Polen.<ref>Thüringer Verband der Verfolgten des Naziregimes – Bund der Antifaschisten und Studienkreis deutscher Widerstand 1933–1945 (Hrsg.): Heimatgeschichtlicher Wegweiser zu Stätten des Widerstandes und der Verfolgung 1933–1945. Band 8: Thüringen. VAS – Verlag für Akademische Schriften, Frankfurt am Main 2003, ISBN 3-88864-343-0, S. 274 f.</ref>
Persönlichkeiten
- Johann Simon Buchholz (* 1758 in Schloßvippach; † 1825 in Berlin), Orgelbauer
- Johann Immanuel Müller (* 1774 in Schloßvippach; † 1839 in Erfurt), Organist, Kantor, Musikdirektor und Komponist
- Johann Christian Wilhelm August Hopfensack (* 1801 in Schloßvippach; † 1874 in Kleve), Theologe, Pädagoge und Dichter evangelischer geistlicher Lieder
- Karl Buchholz (* 1849 in Schloßvippach; † 1889 in Weimar), „Maler Thüringer Heimat“
Verkehr
Der Bahnhof Schloßvippach lag an der Schmalspurbahn Weimar–Rastenberg/Großrudestedt. Diese ist stillgelegt. Der nächste Haltepunkt ist Großrudestedt an der Bahnstrecke Sangerhausen–Erfurt.
Einzelnachweise
<references />
Literatur
- Manfred Schiller, Klaus Weise: 1200 Jahre Schloßvippach. Festschrift. 793–1993. Männergesangsverein „Liedertafel“ und Gemeinde Schloßvippach, Schlossvippach 1993.
- Thomas Bienert: „Die einst prächtige Burg von Schloßvippach“. In: Thüringer Allgemeine, 2006, (Aus der Serie: Das Schicksal geschundener und ausgelöschter Adelssitze.).
Weblinks
- Aktuelles Luftbild vom Thüringer Landesamt für Vermessung und Geoinformation (TLVermGeo)
- Website der Verwaltungsgemeinschaft
- Offizielle Website der Gemeinde
- Bronze- und eisenzeitliche Siedlung
Alperstedt | Andisleben | Büchel | Buttstädt | Eckstedt | Elxleben | Gangloffsömmern | Gebesee | Griefstedt | Großmölsen | Großneuhausen | Großrudestedt | Günstedt | Haßleben | Kindelbrück | Kleinmölsen | Kleinneuhausen | Kölleda | Markvippach | Nöda | Ollendorf | Ostramondra | Rastenberg | Riethnordhausen | Ringleben | Schloßvippach | Schwerstedt | Sömmerda | Sprötau | Straußfurt | Udestedt | Vogelsberg | Walschleben | Weißensee | Werningshausen | Witterda | Wundersleben