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Schloss Kirchberg an der Raab

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Datei:149 Schloss Kirchberg an der Raab, Gez. v. Kuwasseg, Lith. v. Folwarczni - J.F.Kaiser Lithografirte Ansichten der Steiermark 1830.jpg
Schloss Kirchberg an der Raab, Gez. v. Kuwasseg, 1830
Datei:Schloss kirchberg ad raab 003.jpg
Das Schloss Kirchberg an der Raab in heutiger Zeit.

Schloss Kirchberg ist ein Schloss im Ort Kirchberg an der Raab, einer Gemeinde in der Steiermark im Südosten Österreichs (46° 59′ 20″ N, 15° 45′ 54″ O

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Beschreibung des Bauwerks

Der Bau ist gestreckt, zweigeschoßig und hufeisenförmig. Er weist Mittelrisaliten auf. Das Bauwerk war ursprünglich großzügig gebaut worden. Beispielsweise zeigte es als Empfangshof früher einen Ehrenhof, welcher von zwei Seitenflügeln und den Wohntrakt (Corps de logis) umbaut war. Dazu waren vier Türme, Basteien, Gärten und Teiche erkennbar.

Heute jedoch zeugt nur noch der Mitteltrakt von der ehemaligen Erhabenheit des Bauwerks.

Fresken- und Stuckverzierungen befinden sich im Inneren des Baus, ebenso wie der Hauptsaal mit Gemälden an Stuck und Decken, welche im 20. Jahrhundert übermalt wurden.<ref name=":0" />

Geschichte und Besitzer des Schlosses

Ursprünge der Grundherrschaft mit den Steinpeisser und Zöbinger

Das Schloss hat seinen Ursprung als freies Gut, was in einer Stiftungsurkunde von 1394 ohne Angabe des Besitzers dokumentiert wurde.<ref name=":1">Kirchberg/Raab. In: burgen-austria.com. Martin Hammerl, abgerufen am 6. März 2022.</ref> Ab 1414 wird der Besitz der Grafen von Steinpeiss, ein niederösterreichisches Landständisches Adelsgeschlecht, über die Grundherrschaft in den sog. Marchfutterregister beschrieben: Zwischen den Jahren 1414 und 1426 ist der Graf Hans von Steinpeiss als Eigentümer ausgewiesen.<ref name=":1" />

Die Ritter Zöbinger nahm sich Ende des 16. Jh. des Schlosses an, sodass unter Christoph Zöbinger eine größere Wehranlage errichtet wurde und diese Anlage mit dem Tabor der Kirche verbunden wurde.<ref name=":1" /> Grund dafür war die Zerstörung der vorherigen kleine Wehranlage bei Adelsfehden und Türken- und Ungarnkriegen im 15. Jahrhundert.<ref name=":1" /> Die Hajduken fielen 1605 in die Oststeiermark ein und das Schloss wurde dabei von schlecht entlöhnten Kaisertruppen geplündert.<ref name=":1" /> Die Truppen wurden zuvor zur Bekämpfung der Hajduken eingesetzt.<ref name=":1" /> Burg Oberkirchberg und Stock Unterkirchberg wurden im Zusammenhang mit Schloss Kirchberg an der Raab beschrieben im 17. Jahrhundert, zu einer Zeit als die Zöbinger in wirtschaftlicher Not waren und im Jahre 1640 die Pfändung des Obersitzes zu Kirchperg zulassen mussten, welcher schließlich im Jahre 1669 erneut von einem Familienmitglied der Steinpeisser, Georg Christof von Steinpeiss, gekauft wurde.<ref name=":1" />

Heister, Katzianer und das Haus Liechtenstein

Der Feldmarschall Sigbert Graf Heister erwarb 1696 die Herrschaft Kirchberg an der Raab vom gräflichen Adelsgeschlecht derer von Steinpeiss zu Aichberg und Kirchberg an der Raab.<ref>Gemeinde Kirchberg an der Raab: Geschichtliches. In: kirchberg-raab.gv.at. Gemeinde Kirchberg an der Raab, 11. Mai 2018, abgerufen am 11. Mai 2018.</ref> 1704 ließ er durch italienische Baumeister<ref>Neues Archiv für Geschichte, Staatskunde, Literatur und Kunst, Zweyter Jahrgang, 12. März 1830, abgerufen am 17. April 2012.</ref> das heutige Schloss an der Stelle des alten Tabors (Wehranlage) errichten.<ref>Allgemeine Encyklopädie der Wissenschaften und Künste, 1829, S. 35, abgerufen am 17. April 2012.</ref> Nach Besitzübertragung an die Grafen Katzianer wurde der Besitz im Jahre 1821 versteigert und kam an Fürst Johann I. Josef von und zu Liechtenstein.<ref name=":0">Georg Clam Martinic: Burgen und Schlösser in Österreich – von Vorarlberg bis Burgenland. Verlag A und M, St. Pölten/Wien/Linz 1991, S. 332.</ref>

Lenz, Fikentscher und Haugeneder-Koschatzky

Hundert Jahre später (1921) kaufte Alois Lenz das Schloss.<ref name=":0" /> Er plante, ein Sanatorium einzurichten. Es kam nicht dazu, Schloss Kirchberg ging in Gemeindebesitz über und diente als Schule. 1955 kaufte Wolfgang Fikentscher das Gebäude.<ref name=":0" /> 1967 erwarb Elisabeth Haugeneder-Koschatzky das bereits schwer vernachlässigte Schloss und unterzog es einer Generalsanierung.<ref name=":0" />

Herberstein und heutige Nutzung

Schloss Kirchberg wurde 1972 erneut saniert und befindet sich nun im Besitz ihrer Tochter, Marie Therese Herberstein.<ref name=":0" /> In der jüngeren Vergangenheit fanden in Schloss Kirchberg, das nach dem österreichischen Autor und Denkmalpfleger Georg Clam Martinic als eines der schönsten Barockschlösser der Steiermark gilt<ref name=":0" />, immer wieder Schlosskonzerte, internationale Musiktage und andere kulturelle Veranstaltungen statt.

Literatur

  • Kurt Woisetschläger, Peter Krenn (Hrsg.): Dehio Steiermark (ohne Graz). Schroll, Wien 1982, ISBN 3-7031-0532-1, S. 221–222.
  • Georg Clam Martinic: Burgen und Schlösser in Österreich – von Vorarlberg bis Burgenland. Verlag A und M, St. Pölten/Wien/Linz 1991, 506 Seiten (Online).

Weblinks

Commons: Schloss Kirchberg an der Raab – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

<references />