Schloss Harff
Schloss Harff war ein 1972 gesprengtes Wasserschloss an der Erft im Bedburger Ortsteil Morken-Harff, das durch Um- und Ausbauten bis in das 19. Jahrhundert aus einer mittelalterlichen Wasserburg hervorgegangen war.
Zum Schloss gehörte ein 15 Hektar großer englischer Landschaftsgarten sowie ein 67 Hektar umfassender Tiergarten.
Geschichte
Das Adelsgeschlecht derer von Harff ließ sich unter Johann von Harff<ref>Vgl. Joseph Strange: Beiträge zur Genealogie der adligen Geschlechter. Heft 5, J. S. Steven-Verlag J. M. Heberle (H. Lempertz), Köln 1867, S. 25.</ref> um 1348 ein befestigtes Gebäude errichten, das er für 400 Schildgulden dem Grafen Gotthard von Loen, Herr zu Heinsberg als Lehen und Offenhaus auftrug.<ref name="Duncker">Siehe Literatur: Harff, In: Alexander Duncker, Band 7, Selbstverlag, Berlin 1864, Text-Blatt 381.</ref> Die sich aus dieser und einer nachfolgenden Belehnung mit dem Heinsberger Hof in Harff herausbildende Herrschaft Harff galt bis zur französischen Zeit als Jülicher Pfandherrschaft.<ref name="Duncker" /> 1384 entstand an der Zufahrtsallee des Schlosses die Burgkapelle St. Caecilia. Durch die politischen Stellungen seiner Eigentümer sowie deren Ansehen wurde die Bedeutung der Burg geprägt.<ref name="Kretzschmar">F. Kretschmar: Bedburg, Schloss Harff. Köln 1991, S. 31.</ref> 1469 wurden zur Festigung des Besitzes innerhalb der Besitzerfamilien Erbregelungen getroffen.<ref>Das Gräflich v. Mirbach’sche Archiv zu Harff, In: Annalen des Historischen Vereins für den Niederrhein, Insbesondere die alte Erzdiöcese Köln. Heft 57, J. & W. Boisserée`s Buchhandlung (Frz. Theod. Helmken), Köln 1894, S. 123.</ref>
Schloss Harff war unter anderem Sitz von Arnold von Harff, der durch die Aufzeichnungen<ref>Eberhard von Groote: Die Pilgerfahrt des Ritters Arnold von Harff von Cöln durch Italien, Syrien, Aegypten, Arabien, Aethopien, Nubien, Palästina, die Türkei, Frankreich und Spanien, wie er sie in den Jahren 1496 bis 1499 vollendet, .... Verlag J. M. Heberle (H. Lempertz), Köln 1860, S. V ff.</ref> seiner Pilgerreise von 1496 bis 1498 nach Jerusalem, Santiago de Compostela und Rom bekannt wurde.<ref>{{#invoke:Vorlage:Literatur|f}}</ref>
Bis 1670 wurde die Burg in geradliniger Folge vom Vater auf den Sohn vererbt.<ref name="Duncker" /> 1675 wurde der Freiherr Johann Wilhelm von Mirbach durch Heirat mit der Schwester Johann Damian von Harffs, Maria Barbara, neuer Eigentümer. Durch den Tod von Johann Wilhelm Graf von Mirbach 1849 als letzter dieser Linie erbte der zweite Sohn seiner Schwester, Richard von Vorst-Gudenau (Drachenfels), das Schloss. Er erhielt durch königlichen Beschluss den Namen<ref>Vgl. Florian Schönfuß: Mars im hohen Haus. Zum Verhältnis von Familienpolitik und Militärkarriere beim rheinischen Adel 1770 - 1830. Auflage-Online-Ressource, & & R Unipress, Göttingen 2016, S. 184. Anm. 732/735., u. S. 185.</ref> der Grafen von Mirbach-Harff.<ref name="Duncker" /> Nachfahren wie Wilhelm von Mirbach-Harff († 1882) waren kunstinteressiert und zeigten Interesse für regionale Historie<ref>Max Bär: Publikationen der Gesellschaft für Rheinische Geschichtskunde. Band V: Der Koblenzer Mauerbau. Rechnungen 1276 - 1289. Mit: Stifter und Patrone. Verlag Alphons Dürr, Leipzig 1888, S. VI.</ref> und führten auf dem Schloss ein eigenes Archiv auf dem Schloss.<ref>Historische Gesellschaft zu Berlin / J. Jastrow (Hrsg.): Jahresberichte der Geschichtswissenschaft. XV: Jahrgang-1892, R. Gaertners Verlagsbuchhandlung Hermann Heyfelder, Berlin 1894, S. II-178.</ref> Dies<ref>Walther Stein: Publikationen der Gesellschaft für Rheinische Geschichtskunde. Band X: Verfassung und Verwaltung Kölns im 14. und 15. Jahrhundert. Band 2, Mit: Stifter und Patrone. Verlag Hermann Behrendt, Bonn 1895, S. VI.</ref> galt ebenso für den Erben Graf Ernst von Mirbach-Harff (* 1845; † 1901), bis 1885 Ernst Freiherr von Gudenau-Mirbach genannt,<ref>Vgl. Gothaisches Genealogisches Taschenbuch der Gräflichen Häuser. Zugleich Adelsmatrikel der Deutschen Adelsgenossenschaft (D.A.G.) Teil A (Uradel). 1942. Jahrgang 115, Justus Perthes, Gotha 1941, S. 358–359.</ref> zu dessen Zeit die Begüterung Harff ein Familienfiderkommiss war. Letzte Eigentümer waren der K. u. K. Major und Ehrenritter des souveränen Malteser-Ordens Theodor von Mirbach-Harff (* 1874; † 1944), und dann, bis 1944 Freiherr, dessen Bruder Graf Maximilian von Mirbach-Harff.
Wegen des herannahenden Braunkohletagebaus Frimmersdorf wurde das Schloss 1972 gesprengt.<ref name="Kretzschmar30">F. Kretschmar: Bedburg, Schloss Harff. Köln 1991, S. 30.</ref> An seiner Stelle erinnern heute ein Gedenkstein und eine Informationstafel an das Gebäude.<ref>Markus Clemens: Erinnerung an Harff. In: Kölner Stadt-Anzeiger. Köln, 7. Dezember 2007. Ksta. Erinnerung.de.</ref>
Anlage
Das Gebäude verfügte über einen etwa 2,30 Meter dicken Sockel.<ref name="Kretzschmar30" /> Es erhielt Mitte des 14. Jahrhunderts einen gotischen Hauptturm, der mehrfach aufgestockt wurde und über bis zu acht Geschosse verfügte. Die Gebäudeanlage war wahrscheinlich ursprünglich zweiteilig und durch Wassergräben voneinander getrennt.
Die im 17. Jahrhundert erfolgten Baumaßnahmen gaben dem Gebäude das Erscheinungsbild einer romantischen Schlossanlage.<ref name="Kretzschmar" />
Das Gebäude wurde bis ins 19. Jahrhundert weiter um- und ausgebaut und erhielt dadurch das Aussehen einer fünfeckigen Insel inmitten eines sie umgebenden Grabens. Es erhielt bei den Bauarbeiten 1824 einen neuen Turm und 1847 einen eigenen Bibliotheksbau.
1886 wurde das Schloss nach Plänen des Architekten August Carl Lange umfassend renoviert und durch den Abbruch eines Teils der Vorburg eine Öffnung zur Parkanlage erstellt.
Literatur
- Harff. In: Alexander Duncker (Hrsg.): Die ländlichen Wohnsitze, Schlösser und Residenzen der ritterschaftlichen Grundbesitzer in der Preußischen Monarchie nebst den königlichen Familien-, Haus-, Fideicommiss- und Schattull-Gütern nebst begl. Text. Band 7. Selbstverlag, Berlin 1864, Blatt 381.
- Harff. Schloss, In: Paul Clemen (Hrsg.): Die Kunstdenkmäler der Rheinprovinz. Band 4, Abt. (III) 3.: Die Kunstdenkmäler des Kreises Bergheim. Hrsg. Provinzialverband, L. Schwann, Düsseldorf 1899, S. 74–83.
- Harff, In: Georg-Dehio-Nachfolge/Dehio-Vereinigung e.V. (Hrsg.): Handbuch der Deutschen Kunstdenkmäler. Nordrhein-Westfalen. Band 1: Rheinland. Deutscher Kunstverlag, München 1967, S. 273–274.
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Weblinks
Einzelnachweise
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