Schloss Friedenfels
Das Schloss Friedenfels steht auf einem nach Süden und Westen abfallenden Hügel in der Gemeinde Friedenfels im Landkreis Tirschenreuth von Bayern.
Geschichte
Das Schloss wurde von Friedrich Sittich Notthafft von Weißenstein um 1590 errichtet. Der Name des Schlosses Friedenfels ist verknüpft mit dem Streit der Brüder Christoph und Friedrich Sittich Notthafft, von denen ihr Vormund einst sagte, es würde nicht guttun, wenn sie beisammen in einem Haus wohnten, selbst wenn sie „zween sonderliche Küchen haltten“ würden. Der Jüngere war froh, nach der Erbteilung endlich Frieden mit seinem Bruder gefunden zu haben, und nannte sein neues Schloss wohl deshalb Friedenfels.
Das Schloss wurde 1814 nach Brand über älteren Bauteilen neu errichtet. Bis 1882 war Schloss Friedenfels im Besitz der Freiherren Notthafft von Weißenstein. Dann erwarb es der Kommerzienrat Gustav von Siegle (1840–1905), der 1900–1901 Umbauten mit einem eckturmartigen Anbau und offenem Treppenhaus veranlasste, deren Planung von dem Münchner Architekten Emanuel von Seidl stammen.<ref name=":0">Schloss. In: DenkmalAtlas 2.0. Bayerisches Landesamt für Denkmalpflege, abgerufen am 2. April 2026.</ref> Über Siegles Tochter Dora (1877–1955) kam das Schloss an deren Gatten Fritz Freiherr von Gemmingen-Hornberg. Schloss, Gut und Park sind noch heute im Besitz der Freiherren von Gemmingen und können nicht besichtigt werden.
Beschreibung
Das Schlossgebäude (Am Schloßberg 4) steht inmitten eines Parks, dessen ältester Teil, eine langgestreckte Allee im Südosten der Parkanlage, wohl noch aus dem 18. Jahrhundert stammt. Das Gebäude ist ein dreigeschossiger, verputzter Massivbau mit Walmdach, giebelbekröntem Mittelrisalit, turmartigem Bodenerker mit Zwerchhaus und geohrten Faschen.<ref name=":0" />
Nördlich des Parks befindet sich die eingeschossige Vierflügelanlage des in seiner heutigen Form wohl um 1800 entstandenen großen Wirtschaftshofs mit dem zweigeschossigen Verwalterwohnhaus, indem sich eine Tordurchfahrt mit Granitportal befindet.<ref name=":0" /> Im südwestlichen Eck des Wirtschaftshofs wurde ein Teil der ehemaligen Stallungen in eine 1986 geweihte evangelische Schlosskapelle umgestaltet.
Unmittelbar westlich des Wirtschaftshofes, durch einen Weg getrennt, erhebt sich die 1874–1877 erbaute katholische Katholische Pfarrkirche Maria Immaculata.<ref>Pfarrkirche, Aktennummer D-3-77-118-4. In: DenkmalAtlas 2.0. Bayerisches Landesamt für Denkmalpflege, abgerufen am 2. April 2026.</ref>
Westlich der Kirche, inmitten einer größeren Rasenfläche, steht das laut Chronogramm in der Portalrahmung 1778 errichtete, sogenannte Schlössl, welches in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts nach Norden erweitert wurde.<ref>Friedenfels / Sog. Schlössl. In: de.dehio.org. Abgerufen am 2. April 2026.</ref>
Denkmalschutz
Schloss Friedenfels ist unter der Aktennummer D-3-77-118-1 des Bayerischen Landesamts für Denkmalpflege als Baudenkmal verzeichnet.
„Archäologische Befunde der frühen Neuzeit im Bereich des Schlosses und der Kath. Kirche Mariä Empfängnis in Friedenfels, darunter die Spuren von Vorgängerbauten bzw. älterer Bauphasen“ werden zudem als Bodendenkmal unter der Aktennummer D-3-6138-0098 geführt.
Schlossbrauerei
Nordöstlich des Schloss-Wirtschaftshofs steht an der Gemmingen-Straße 31 die Brauerei Friedenfels, die aus einer 1886–88 von Gustav von Siegle erbauten Bierbrauerei mit Brauereigasthof besteht. Der dreigeschossige verputzte Satteldachbau mit Kniestock weist an den Fassaden gekuppelten Fenster sowie eine Putz- und Granitgliederung auf.<ref>Brauerei Friedenfels, Aktennummer D-3-77-118-16. In: DenkmalAtlas 2.0. Bayerisches Landesamt für Denkmalpflege, abgerufen am 2. April 2026.</ref> Nachdem sich 2022 die Familie Gemmingen-Hornberg aus den aktiven Bereichen der Friedenfelser-Betriebe zurückgezogen hatte, wurde die Brauerei 2023 durch einen Investor aus Baden-Württemberg übernommen.<ref>Udo Fürst: Schlossbrauerei Friedenfels ist jetzt doch verkauft. In: oberpfalzecho.de. 19. Juli 2023, abgerufen am 2. April 2026.</ref><ref>Verkauf der Schlossbrauerei Friedenfels. In: otv.de. 20. Juli 2023, abgerufen am 2. April 2026.</ref><ref>Friedenfelser - echt seit 1886. In: friedenfelser.de. Abgerufen am 2. April 2026.</ref>
Literatur
- Detlef Knipping, Gabriele Raßhofer: Landkreis Tirschenreuth (= Bayerisches Landesamt für Denkmalpflege [Hrsg.]: Denkmäler in Bayern. Band III.45). Karl M. Lipp Verlag, Lindenberg im Allgäu 2000, ISBN 3-87490-579-9.
- Harald Stark: Die Familie Notthafft - auf Spurensuche im Egerland, in Bayern und Schwaben. Weißenstadt 2006, ISBN 3-926621-46-X. (Inhaltsverzeichnis)
Weblinks
- Schloss, im Denkmalatlas Bayern des Bayerischen Landesamts für Denkmalpflege
- Friedenfels bei www.notthafft.de
- Schloss Friedenfels in der privaten Datenbank Alle Burgen.Vorlage:Abrufdatum
- Friedenfels / Schloss, auf de.dehio.org
Einzelnachweise
<references />
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Burgställe (abgegangene, unbekannte Burgen): Burgstall Rosall (Bürglein)
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