Schlacht von Kynoskephalai
| Schlacht von Kynoskephalai | |||||||||||||||||
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Teil von: 2. Makedonisch-Römischer Krieg | |||||||||||||||||
| Datum | Ende Mai/Anfang Juni 197 v. Chr. | ||||||||||||||||
| Ort | Balkanhalbinsel, Thessalien, westlich der Stadt Pherai | ||||||||||||||||
| Ausgang | Sieg der Koalition unter Führung der Römischen Republik | ||||||||||||||||
| |||||||||||||||||
Die Schlacht von Kynoskephalai war die 197 v. Chr. im Rahmen des Zweiten Makedonisch-Römischen Krieges zwischen den Truppen des Königs Philipp V. von Makedonien und dem Heer des römischen Feldherrn Titus Quinctius Flamininus in Thessalien ausgetragene Entscheidungsschlacht. Sie resultierte in einer vernichtenden Niederlage Philipps V. und beendete damit die seit der späten Regierungszeit König Philipps II. (regierte 359-336 v. Chr.) bestehende makedonische Vorherrschaft über Griechenland.
Vorgeschichte
Nachdem der Konsul Titus Quinctius Flamininus den Makedonenkönig Philipp V. im Juni 198 v. Chr. durch seinen Sieg in der Schlacht am Aoos zum Rückzug nach Thessalien gezwungen hatte, führte er einen disziplinierten Vormarsch der römischen Truppen in südöstlicher Richtung entlang des Drinos bis in den Raum des heutigen Ioannina durch. Indem er seinen Soldaten Übergriffe verbot, gewann er die Epiroten für sich. Über den Zygos-Pass rückte er in Thessalien ein und hielt seine Legionäre weiterhin zur Disziplin an. In heftigem Kampf nahm er die thessalische Stadt Phaloreia ein und rückte über Gomphoi gegen die 15 km westlich von Larisa gelegene Stadt Atrax vor, die er nicht erobern konnte. Zu etwa der gleichen Zeit hatten die von seinem Bruder Lucius Quinctius Flamininus kommandierten römischen Flottenstreitkräfte Teile der Insel Euböa gewonnen. Im Raum um die strategisch günstig gelegene Stadt Antikyra in Phokis in Mittelgriechenland schlug der Konsul seine Winterquartiere auf. Dazu war es für ihn erforderlich. zuerst die makedonischen Besatzungstruppen zu vertreiben. Zunächst nahm er die phokische Stadt Panopeus ein, dann Antikyra, Ambrysos, Hyampolis und Daulis. Besonders heftigen Widerstand leistete Elateia. Nachdem der Konsul auch diese bedeutendere Siedlung erstürmt hatte, bezog er dort sein Hauptquartier.<ref>Hans Georg Gundel: Quinctius 45). In: Paulys Realencyclopädie der classischen Altertumswissenschaft (RE). Band XXIV, Stuttgart 1963, Sp. 1047–1100 (hier: Sp. 1056 ff.).</ref>
Im Herbst 198 v. Chr. führte Flamininus von Phokis aus koordinierte diplomatische Aktivitäten durch, um große Teile der griechischen Öffentlichkeit für Rom zu gewinnen. Sein Bruder Lucius schickte eine Gesandtschaft zur Bundesversammlung des Achaiischen Bundes in Sikyon, um diesen wichtigen Verbündeten Philipps V. auf die Seite der von Rom geführten antimakedonischen Allianz zu ziehen. Tatsächlich traten die Achaier im Oktober 198 v. Chr. auf die Seite Roms über. Korinth wurde aber von den Makedonen weiterhin erfolgreich verteidigt.<ref>Hans Georg Gundel: Quinctius 45). In: Paulys Realencyclopädie der classischen Altertumswissenschaft (RE). Band XXIV, Stuttgart 1963, Sp. 1047–1100 (hier: Sp. 1058).</ref> Zudem setzte sich der pergamenische Herrscher Attalos I. persönlich in der Bundesversammlung des Böotischen Bundes, wo er später einem Schlaganfall erlag, erfolgreich für die Koalition gegen Makedonien ein und konnte so die Böoter für die römische Sache gewinnen.
Schlacht
Die entscheidende Schlacht zwischen den Truppen des Flamininus und jenen Philipps V. fand Ende Mai oder Anfang Juni 197 v. Chr. bei der Bergkette Kynoskephalai (altgriechisch „Hundeköpfe“) in Thessalien nahe der Stadt Theben statt; Auf Seiten des ca. 32.000 Mann starken römischen Heeres kämpften auch bedeutende griechische Kontingente. Die makedonische Phalanx erlitt eine vernichtende Niederlage, die Philipp zu einem Friedensschluss mit dem Römischen Reich und seinen Verbündeten zwang.
Folgen
Der entscheidende römische Sieg bedeutete das Ende der seit 337 v. Chr. bestehenden makedonischen Hegemonie über Griechenland. Auf den Isthmischen Spielen 196 v. Chr. wurden die griechischen Poleis von Flamininus für frei und unabhängig erklärt. Die Schlacht bei Kynoskephalai stellt damit eine Zäsur in der griechischen Geschichte dar, da hier der Grundstein für die (anfangs nur indirekte) Herrschaft der Römer im Ägäisraum gelegt wurde, während zugleich die Macht des Diadochen-Staates Makedonien und der antigonidischen Monarchie schwer erschüttert wurde. Während der Friedensverhandlungen widersetzte sich Flamininus den Forderungen seiner griechischen Verbündeten, insbesondere des Aitolischen Bundes, nach einer Vernichtung der makedonischen Monarchie, da diese mit dem Schutz vor illyrischen und thrakischen Eindringlingen eine unersetzliche Funktion für die Stabilität von Hellas erfülle. Erst drei Jahrzehnte später zerschlug Rom die antigonidische Monarchie dann doch.
Quellen
- Polybios, Geschichte Buch 18, Kapitel 18 bis 27, eingel. u. übertr. v. H. Drexler, Zürich [u. a.] 21978.
- Titus Livius, Römische Geschichte: lateinisch und deutsch (Buch 31/34), Hrsg. von H. J. Hillen, München 21986.
Literatur
- Klaus Bringmann: Geschichte der römischen Republik: von den Anfängen bis Augustus. Beck, München 2002, ISBN 3-406-49292-4.
- N. G. L. Hammond: The Campaign and the Battle of Cynoscephalae in 197 BC. In: The Journal of Hellenic Studies. Band 108, 1988, S. 60–82.
- Renate Johne-Fiedler: Kynoskephalai. In: Johannes Irmscher, Renate Johne (Herausgeber): Lexikon der Antike. Bibliographisches Institut, Leipzig 1990, ISBN 3-323-00026-9.
Weblinks
- Jona Lendering: Cynoscephalae (197 BCE). In: Livius.org (englisch)
Anmerkungen
<references/>