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Schlößchen (Amtsberg)

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Schlößchen
Gemeinde Amtsberg
Koordinaten: Vorlage:Deutsches Bundesland/Code_type:city(489)&title=Schl%C3%B6%C3%9Fchen 50° 44′ N, 13° 3′ OKoordinaten: Vorlage:Deutsches Bundesland/Code_type:city(489) 50° 44′ 8″ N, 13° 2′ 46″ O
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Einwohner: 489 (9. Mai 2011)<ref>Kleinräumiges Gemeindeblatt für Amtsberg. (PDF; 0,23 MB) Statistisches Landesamt des Freistaates Sachsen, September 2014, abgerufen am 27. Januar 2015.</ref>
Eingemeindung: 1. Januar 1994
Postleitzahl: 09439
Vorwahl: 03725
Lage von Schlößchen in Sachsen

Schlößchen ist ein Ortsteil der sächsischen Gemeinde Amtsberg im Erzgebirgskreis.

Geographie

Geographische Lage

Schlößchen liegt etwa 2 Kilometer südwestlich von Zschopau im Mittleren Erzgebirge. Der Ort selbst gliedert sich in zwei voneinander getrennte Ansiedlungen. Die kleinere, nördliche Ansiedlung (Vorderschlößchen) liegt im Tal des Hörkelbaches, welcher in die Zschopau mündet. Die südliche Ansiedlung (Hinterschlößchen) zieht sich vom Tal der Wilisch in nördliche Richtung den Hang hinauf.

Nachbarorte

Dittersdorf Gornau Zschopau
Weißbach Kompassrose, die auf Nachbargemeinden zeigt
Grießbach Wilischthal

Geschichte

Datei:Ehemaliges Rathaus Schlößchen (1).jpg
Ehemaliges Rathaus Schlößchen in Hinterschlößchen
Datei:Porschendorfer Schule in Schlößchen (1).jpg
Porschendorfer Schule in Hinterschlößchen
Datei:Friedhofskapelle Schlößchen (2).jpg
Friedhofskapelle Schlößchen in Hinterschlößchen

Der heutige Ortsname Schlößchen lässt erkennen, dass es sich bei der nördlichen Ansiedlung (Vorderschlößchen) nicht um eine Bauern-, sondern um eine Gutssiedlung in unmittelbarer Nähe zu einem schlossartigen Gebäude handelt. Ursprünglich hieß der Ort Porschendorf (im Jahr 1500 als Burssendorf erwähnt), erst 1939 wurde der amtliche Name Schlößchen/Erzgeb. festgelegt. Die Grundherrschaft über Porschendorf lag beim örtlichen Rittergut. Dieses wiederum unterstand dem kursächsischen Amt Schellenberg, welches im Jahr 1590 in „Amt Augustusburg“ umbenannt wurde.<ref>Karlheinz Blaschke, Uwe Ulrich Jäschke: Kursächsischer Ämteratlas. Leipzig 2009, ISBN 978-3-937386-14-0; S. 70 f.</ref> Von 1791 bis 1856 war der Ort Amtsdorf des kursächsischen bzw. königlich-sächsischen Amts Augustusburg.

Nach 1792 bestand der Ort aus drei räumlich voneinander getrennten Ortslagen:

Nach dem Ende der sächsischen Ämterverfassung 1856 lag Schlößchen Porschendorf im Zuständigkeitsbereich des Gerichtsamts Zschopau und ab 1875 der Amtshauptmannschaft Flöha.<ref>Die Amtshauptmannschaft Flöha im Gemeindeverzeichnis 1900. Archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am 13. Mai 2023; abgerufen am 31. Juli 2025.</ref> Im Jahr 1896 wurde die Schule errichtet. Der Unterricht wurde 1972 endgültig eingestellt. In den Jahren 1925 bis 1937 erfolgte der Aufbau einer zentralen Wasserversorgung. Die Umbenennung von Schlößchen Porschendorf in Schlößchen (Erzgeb.) erfolgte im Jahr 1939.

Durch die zweite Kreisreform in der DDR kam die Gemeinde Schlößchen im Jahr 1952 zum Kreis Zschopau im Bezirk Chemnitz (1953 in Bezirk Karl-Marx-Stadt umbenannt), der ab 1990 als sächsischer Landkreis Zschopau fortgeführt wurde und 1994 im Mittleren Erzgebirgskreis bzw. 2008 im Erzgebirgskreis aufging. 1992 wurde das Zweigwerk der Papierfabrik Penig reprivatisiert.

Zum 1. Januar 1994 wurde aus den bis dahin eigenständigen Gemeinden Schlößchen, Weißbach und Dittersdorf die Gemeinde Amtsberg neu gebildet.<ref>Gebietsänderungen ab 1. Januar 1994 bis 31. Dezember 1994. (PDF; 64 kB) Statistisches Landesamt des Freistaates Sachsen, S. 18, abgerufen am 31. Dezember 2012.</ref> 1995 wurde die Spezialpapierfabrik Wilischthal GmbH und die Hausschuhfabrik stillgelegt.

Rittergut

Datei:Schlößchen Porschendorf.jpg
Rittergut in (Schlößchen) Porschendorf um 1860, in Bildmitte das Herrenhaus
Datei:Turmhaus Rittergut Schlößchen Amtsberg.jpg
Turmhaus des früheren Ritterguts Schlößchen Porschendorf (Vorderschlößchen)
Datei:Wilischthal (Amtsberg) Schlösselmühle (2).jpg
Schlösselmühle in Wilischthal, früher zum Rittergut Porschendorf gehörig

Das in der Quellmulde des Hörkelbach liegende Gut war bis in das 16. Jahrhundert Vorwerk des Zschopauer Schlosses. Die Ersterwähnung des Guts stammt vom 9. Februar 1560, als Kurfürst August seinem Oberjägermeister Cornelius von Rüxlebendas Forwergk Borssendorf in unser Ambte Schellenbergk über der Zschopa gelegen“ mit allen Nutzungen übereignete.<ref>Arbeitsgruppe Ortsgeschichte Schlößchen (Hrsg.): Ein „Schlößchen“ in Porschendorf – zur Geschichte des Rittergutes Schlößchen bei Zschopau. Amtsberg, 2010, S. 6</ref>

Vom Rittergut sind heute noch drei, im rechten Winkel zueinander errichtete Gebäude erhalten. Die beiden größeren waren Wirtschaftsgebäude.

Das kleinere namengebende Turmhaus („Schlösschen“) zeigt als besondere Merkmale ein Mansarddach und einen achteckigen Treppenturm mit Welscher Haube. Zwei Rundbogenportale lassen eine Datierung des Bauwerks auf die zweite Hälfte des 16. Jahrhunderts zu.<ref name="AB-1">Vorlage:Cite book/NameVorlage:Cite book/Name: [Internetquelle: archiv-url ungültig Rittergut Porschendorf Schlößchen (bei Chemnitz).] In: architektur-blicklicht.de. , archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am Vorlage:Cite book/URL; abgerufen am 26. August 2020.Vorlage:Cite book/URLVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung2Vorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung</ref> 2009 erfolgte eine Komplettsanierung und Umbau unter privater Trägerschaft zur Kindertages- und Begegnungsstätte.<ref name="LB-1" />

Das Fischhaus, ein Stallgebäude, die Tor- und Ziegelscheunen und das vermutlich im 18. Jahrhundert erbaute Herrenhaus wurde auf Befehl der SMAD im Jahr 1947 abgerissen, nachdem der letzte Privatbesitzer des Gesamtgutes Karl Franz Anton Philipp<ref>Vorlage:Cite book/Name: [Internetquelle: archiv-url ungültig Porschendorf.] In: schlossarchiv.de. , archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am Vorlage:Cite book/URL; abgerufen am 26. August 2020.Vorlage:Cite book/URLVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung2Vorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung</ref> im Rahmen der Bodenreform im Oktober 1945 enteignet und vertrieben und die ca. 140 Hektar Landbesitz an 14 Neubauern aufgeteilt wurden.<ref name="LB-1">Vorlage:Cite book/Name: [Internetquelle: archiv-url ungültig Unser Schlösschen – Wahrzeichen des gleichnamigen Ortes.] In: treff-lebensbaum.de. Generationenhaus Lebensbaum e. V., , archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am Vorlage:Cite book/URL; abgerufen am 26. August 2020.Vorlage:Cite book/URLVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung2Vorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung</ref><ref name="AB-1" />

Zum Rittergut gehörte auch die Schlösselmühle, eine Öl- und Mahlmühle am Ufer der Wilisch. Diese wurde später in die mittlerweile verfallene Papierfabrik Wilischthal einbezogen.<ref name="Zschopaugebiet">Vorlage:Landschaften in Deutschland</ref>


Ortsnamen<ref name="HOV">Schlößchen im Historischen Ortsverzeichnis von SachsenVorlage:Abrufdatum</ref>

  • 1500: Burssendorff
  • 1791: Porschendorf, oder Schloͤßgen
  • 1839: Porschendorf
  • 1875: Schlößchen Porschendorf (Porschendorf b. Zschopau)
  • 1908: Schlößchen Porschendorf
  • 1939: Schlößchen (Erzgeb.)
  • 1994: Ortsteil der Landgemeinde Amtsberg

Entwicklung der Einwohnerzahl

Jahr Einwohnerzahl<ref name="HOV" />
1788 3 Häusler
1834 324
1871 494
1890 684
Jahr Einwohnerzahl
1910 809
1925 938
1939 983
1946 921
Jahr Einwohnerzahl
1950 983
1964 853
1990 608

Sehenswürdigkeit

Datei:Krokuswiese in Schlößchen (3).jpg
Krokuswiese in Schlößchen

Weniger bekannt, da kleiner als die ebenfalls unter Naturschutz stehenden Drebacher Krokuswiesen, sind jene in Schlößchen. Auch hier entfaltet jedes Jahr eine Vielzahl von Frühlingskrokussen von etwa März bis April ihre Pracht und bieten ein seltenes Naturerlebnis.

Literatur

Weblinks

Commons: Schlößchen – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

<references />

Vorlage:Klappleiste/Anfang

Vorlage:Klappleiste/Ende

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