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Schillerdenkmal (Hannover)

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Datei:Hannover Schillerdenkmal auf Podest.jpg
Das Schillerdenkmal in der Fußgängerzone Schillerstraße/Georgstraße
Datei:Schillerdenkmal Hannover von oben.jpg
Blick vom Haupthaus von Karstadt von oben auf das Denkmal

Das Schillerdenkmal in Hannover steht in der Fußgängerzone der Georgstraße in Höhe der Einmündung der Schillerstraße im Stadtteil Mitte. Das Standbild ehrt den Dichter Friedrich Schiller und steht unter Denkmalschutz.<ref>01 Mitte. In: Denkmaltopographie Bundesrepublik Deutschland / Baudenkmale in Niedersachsen / Stadt Hannover, Teil 1 Bd. 10.1, Anlage Verzeichnis der Baudenkmale gem. § 4 (NDSchG) (ausgenommen Baudenkmale der archäologischen Denkmalpflege) / Stand: 1. Juli 1985 / Stadt Hannover / Niedersächsisches Landesverwaltungsamt – Institut für Denkmalpflege, S. 3ff.</ref> Seine Geschichte reicht bis in das Königreich Hannover zurück.

Geschichte

Schillerstraße

Der Anschaffung des Schillerdenkmals ging die Namensgebung der Schillerstraße vorweg: Während der Schiller-Säkularfeiern<ref name="Brosius">Dieter Brosius: Stadtverfassung und Stadtentwicklung. In: Die Industriestadt. Vom Beginn des 19. Jahrhunderts bis zum Ende des I. Weltkriegs. In: Geschichte der Stadt Hannover, Bd. 2, hrsg. von Klaus Mlynek und Waldemar R. Röhrbein, hier: S. 319; online:</ref> zum 100sten Geburtstag von Friedrich Schiller am 10. November des Jahres 1859<ref>Digitalisat der Universität Jena: N.N.: Prolog zur Säkularfeier von Friedrichs v. Schiller Geburtstag am 10. November 1859. In: Eisenbergisches Nachrichtenblatt, hrsg. von Hermann Schnorr, 19. Jhrg., Nr. 96 vom 1. Dezember 1859, S. 1; online:</ref> wurde die (als Teil der von Georg Ludwig Friedrich Laves und August Heinrich Andreae geplanten Ernst-August-Stadt<ref>Klaus Mlynek: Ernst-August-Stadt. In: Klaus Mlynek, Waldemar R. Röhrbein (Hrsg.) u. a.: Stadtlexikon Hannover. Von den Anfängen bis in die Gegenwart. Schlütersche, Hannover 2009, ISBN 978-3-89993-662-9, S. 165; sowie Eva Benz-Rababah: Ernst-August-Platz. In: Stadtlexikon Hannover, S. 164</ref>) 1847 angelegte Reitwallstraße, die vom Ernst-August-Platz vor dem Hauptbahnhof bis zum Reitwall führte, auf Antrag des Schiller-Festkomitees am Tag des Jubiläums umbenannt in Schillerstraße.<ref>Helmut Zimmermann: Schillerstraße. In: Die Straßennamen der Landeshauptstadt Hannover, Verlag Hahnsche Buchhandlung, Hannover 1992, ISBN 3-7752-6120-6, S. 219</ref> Sie führte seinerzeit nicht nur bis zum Schnittpunkt mit der Georgstraße, sondern geradlinig darüber hinaus (entlang des heutigen Platzes Am Marstall) bis zum „Hohen Ufer“ an der Leine.<ref>siehe zum Beispiel diesen: Stadtplan von Hannover von 1873</ref>

Das Denkmal

Datei:Karl F. Wunder PC Hannover. Schillerdenkmal.jpg
Das Schillerdenkmal vor dem ehemaligen Ratsgymnasium am Georgsplatz, um 1898

Die Anregung zur Anschaffung des Denkmals kam über die Schiller-Säkularfeiern von 1859:<ref name="Brosius"/> Am 100. Geburtstag von Friedrich von Schiller „huldigte die Stadt Hannover den Manen des Dichters“ auf dem Theaterplatz, wo eine von Ernst von Bandel aufgestellte Kolossalfigur [des Dichters] aus Gips und Leinwand aufgebaut war.<ref>Arnold Nöldeke: Schillerdenkmal. In: Die Kunstdenkmäler der Provinz Hannover, I. Regierungsbezirk Hannover / Heft 2 in zwei Teilen / Stadt Hannover, hrsg. vom Provinzialausschuss und Landesdirektorium der Provinz Hannover, Selbstverlag der Provinzialverwaltung / Theodor Schulzes Buchhandlung, Heft 19 des Gesamtwerkes, Hannover 1932, S. 753</ref> Den Auftrag zur Schaffung eines Denkmalmodells erhielt anschließend jedoch der seinerzeit „wohl gefragteste Bildhauer in Hannover“, Wilhelm Engelhard.<ref>Hugo Thielen: Engelhardt(t), (1) Friedrich Wilhelm. In: Stadtlexikon Hannover, S. 160</ref> Mit dem Guss wurde die Hof-Bronzegießerei Bernstorff & Eichwede beauftragt,<ref>Hermann Lüer, Max Creutz: Geschichte der Metallkunst, Verlag von Ferdinand Enke, Stuttgart 1904; Bd. 1 teildigitalisiert online:</ref> die den geplanten Tag der Aufstellung des Standbildes schon vorab im Bronzesockel festhielt, den „9ten Mai 1863“ zur Wiederkehr des Todestages des Dichters.<ref>siehe dieses Foto: mit der Inschrift „Errichtet am 9ten Mai 1863“</ref> Die Statue wurde am Georgsplatz enthüllt<ref name="Brosius"/> und stand seitdem direkt vor dem „repräsentativen Neubau“ des Ratsgymnasiums.<ref name="Kammel">Hans Kammel: Ratsgymnasium. In: Stadtlexikon Hannover, S. 333; zum Aufstellungsort vergleiche die Ansichtskarte Hannover. Schillerdenkmal. von Karl F. Wunder</ref>

Nachdem durch die Luftangriffe auf Hannover im Zweiten Weltkrieg das Schulgebäude am 8./9. Oktober 1943 zerstört worden war,<ref name="Kammel"/> wurde für den an gleicher Stelle geplanten Neubau der Norddeutschen Landesbank<ref>Helmut Knocke, Hugo Thielen: Georgsplatz 1. In: Hannover Kunst- und Kultur-Lexikon, Handbuch und Stadtführer, hrsg. von Dirk Böttcher und Klaus Mlynek, 4. aktualisierte und erweiterte Auflage, zu Klampen Verlag, Springe 2007, ISBN 978-3-934920-53-8, S. 119</ref> das Denkmal 1955 „von seinem alten Standort am Georgsplatz entfernt und auf dem städtischen Bauhof eingelagert“.<ref>Waldemar R. Röhrbein: 1955. In: Hannover Chronik, S. 240; online:</ref> Vier Jahre später wurde es 1959 „an der Rückseite des Opernhauses wieder aufgestellt“.<ref>ders.: 1959. In: Hannover Chronik, S. 247; online:</ref> Dort stand es rund 23 Jahre, bis es nach Fertigstellung der Stadtbahn unterhalb der Georgstraße und deren „Ausbau zur Fußgängerpromenade“<ref>Helmut Knocke: Georgstraße. In: Stadtlexikon Hannover, S. 215</ref> 1982 seinen Standort schließlich am Schnittpunkt mit der Schillerstraße erhielt.<ref>ders.: 1982. In: Hannover Chronik, S. 285</ref>

Siehe auch

Literatur

  • Zur Ernst-August-Stadt und Schillerstraße: Harold Hammer-Schenk: „(...) er ist eine wahre Lebensfrage.“ Bahnhof und Stadterweiterung – Die Achse. In: Laves und Hannover. Niedersächsische Architektur im neunzehnten Jahrhundert, hrsg. von Harold Hammer-Schenk und Günther Kokkelink (revidierte Neuauflage der Publikation Vom Schloss zum Bahnhof...), Ed. Libri Artis Schäfer, 1989 (582 S.), ISBN 3-88746-236-X, S. 268ff.

Weblinks

Commons: Schillerdenkmal – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

<references />

Koordinaten: 52° 22′ 30,6″ N, 9° 44′ 7,8″ O

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