Scherenkatar
| Scherenkatar | |
|---|---|
| Datei:Dagger (Katar) MET 36.25.737 002june2014.jpg | |
| Angaben | |
| Waffenart: | Dolch, Stoßdolch |
| Bezeichnungen: | Katar, Scissors Katar, Scherenkatar |
| Verwendung: | Waffe |
| Ursprungsregion/ Urheber: |
Indien, Kriegerkasten in Indien |
| Verbreitung: | Indien |
| Gesamtlänge: | etwa 42 cm |
| Klingenlänge: | etwa 21 cm |
| Griffstück: | Metall |
| Listen zum Thema | |
Der Scherenkatar (auch dreizüngiger Schlangenzungen Khuttar, jamadhar sehlikaneh, englisch scissors katar, three blade katar, folded katar) ist ein Dolch aus Indien, der konstruktiv mit dem Springklingendolch verwandt ist.
Beschreibung
Der Scherenkatar hat drei gerade, zweischneidige Klingen. Die mittlere Klinge ist, wie bei dem Katar üblich, in Ochsenzungenform gestaltet und wird vom Heft zum Ort schmaler. An der rechten und linken Seite der Klinge, nahe am Heft, sind zwei weitere Klingen angebracht. Diese Klingen sind schmaler und kleiner als die mittlere Klinge und haben meist einen starken Mittelgrat. In der normalen Trageposition sind diese beiden äußeren Klingen an die mittlere Klinge angeklappt, so dass der Anschein einer einzelnen Klinge erweckt wird (siehe Abbildungen). Durch das Zusammendrücken der querliegenden Griffe im Heft oder Betätigung von anderen Auslösern (Hebel, Knöpfe) werden die beiden äußeren Klingen durch einen Mechanismus scherenartig auseinandergeklappt. Dadurch entsteht eine Art Gabel, mit der Angriffe abgewehrt werden oder Verletzungen beim Herausziehen der Waffe verstärkt werden können.<ref>Der BibISBN-Eintrag Vorlage:BibISBN/0486407268 ist nicht vorhanden. Bitte prüfe die ISBN und lege ggf. einen neuen Eintrag an.</ref>
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Scherenkatar aufgeklappt
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Scherenkatar geschlossen
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Scherenkatar Klingen angeklappt, Met Inventar 36.25.737
Varianten und Benennungen
Der Scherenkatar ist der einzige in der Gruppe der Katare, der Mechanismen für bewegliche Klingen hat. Neben der einfachen Grundform des Katars wurden etliche Varianten entwickelt. Tamilische Worte wie kaṭṭāri (கட்டாரி) oder kuttuvāḷ (குத்துவாள்) bedeuten in etwa Stoßklinge und werden als Ursprung des Namens Kattar angenommen. Die Benennungen gehen teilweise auf sanskritbasierte Namen zurück, die bei der Erfassung von Museumsbeständen in jeweilige Landessprachen übersetzt wurden. Im englischsprachigen Raum sind beschreibende Benennungen üblich, auf deren Basis in andere Landessprachen übersetzt wurde. Eine Übersicht bekannter Varianten findet sich in der Liste von Typen des Katar.
Rezeption
Katars in der Form des Scherenkatars sind relativ selten und nur in geringer Zahl in Museen oder im Handel anzutreffen.<ref name="orar 1" /><ref name="orar 2" /><ref name="wiga" /> Ein weltweit bekanntes Exemplar dieser Typs aus der Sammlung von George Cameron Stone findet sich im Metropolitan Museum of Art.<ref name="met" /> Das Nationalmuseum Neu-Delhi präsentierte vom 19. Oktober 2017 bis zum 5. November die Ausstellung „Decorated Arms & Armours“, in der Katare gezeigt wurden.<ref name="nanede" />
Literatur
- Der BibISBN-Eintrag Vorlage:BibISBN/3826202120 ist nicht vorhanden. Bitte prüfe die ISBN und lege ggf. einen neuen Eintrag an.
- Der BibISBN-Eintrag Vorlage:BibISBN/9783958011359 ist nicht vorhanden. Bitte prüfe die ISBN und lege ggf. einen neuen Eintrag an.
- Der BibISBN-Eintrag Vorlage:BibISBN/0486422291 ist nicht vorhanden. Bitte prüfe die ISBN und lege ggf. einen neuen Eintrag an.
- Swarajya Prakash Gupta: Masterpieces from the National Museum Collection. Hrsg.: National Museum. New Delhi 1985.
- Gayatri Nath Pant: Studies in Indian Weapons and Warfare. Hrsg.: Army Educational Stores. 1970 (eingeschränkte Vorschau in der Google-BuchsucheSkriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:GoogleBook“ ist nicht vorhanden.).
- Der BibISBN-Eintrag Vorlage:BibISBN/0486407268 ist nicht vorhanden. Bitte prüfe die ISBN und lege ggf. einen neuen Eintrag an.
- Anthony C. Tirri: Islamic weapons. Maghrib to Moghul. Indigo, London 2004, ISBN 0-9747192-7-7.
Weblinks
- Nationalmuseum Neu-Delhi: „Jamadhar“ in der Ausstellungsinformation s. Abschnitt „Arms & Armour“
- Scherenkatar bei pinterest: „Indian „scissors“ katar (jamadhar sehlikaneh)“
- Scherenkatar: Matt Easton von Chiswick Auctions Vorstellung eines Scherenkatar (englisch) bei youtube
Einzelnachweise
<references> <ref name="met"> Scherenkatar im Metropolitan Museum of Art, USA: Objektbeschreibung: Dagger (Katar) 18th–19th century. Accession Number: 36.25.737. MET, archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar); abgerufen am 31. März 2021. </ref> <ref name="orar 1"> Scherenkatar bei Oriental Arms: Objektbeschreibung: Indian Three Blades Scissors Kattar Dagger – 9403. In: oriental-arms.co.il. Archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar); abgerufen am 31. März 2021. </ref> <ref name="orar 2"> Scherenkatar bei Oriental Arms: Objektbeschreibung: 19 C. Three Bladed Scissors Kattar – 5829. In: oriental-arms.co.il. Archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar); abgerufen am 31. März 2021: „This one is known in India as: Jamadhar Sehlikaneh or literally: having three blades. In the western world it is known as Scissors Kattar. When the grip’s cross bars are squeezed together, the outer blade opens to reveal an internal additional blade.“ </ref> <ref name="wiga"> Scherenkatar bei Whisnant Galleries, USA: Objektbeschreibung: An Indian All Steel Mechanical „Scissors“ Katar. Inventory number: W1245. Archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar); abgerufen am 31. März 2021: „An Indian All Steel Mechanical „Scissors“ Katar, 19th century. With silver damascened sunburst; opens when handle bars are squeezed to reveal 5 1/2" inner blade. Steel hilt with silver damascened decoration overall, Measurements: L. 14 3/4", W. 3 3/4"“ </ref> <ref name="nanede"> Ausstellung im Nationalmuseum Neu-Delhi, Indien: Exhibition “Decorated Arms & Armours” from National Museum Reserve Collection Begins. delhiNCRnews, archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar); abgerufen am 31. März 2021. </ref> </references>