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Scheermühle (Thannhausen)

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Datei:Brombachsee Muehlen.jpg
Infotafel am Nordufer des Brombachsees zu den abgegangenen Mühlen

Die Scheermühle ist eine abgegangene Mühle auf dem Gebiet der damaligen Gemeinde Thannhausen im früheren mittelfränkischen Landkreis Gunzenhausen. Heute gehört das Gebiet zur Gemeinde Pfofeld (Landkreis Weißenburg-Gunzenhausen).

Lage

Die Scheermühle lag am Brombach südlich von Absberg im Bereich des heutigen Kleinen Brombachsees und nördlich des heutigen Naturschutzgebietes „Halbinsel im Kleinen Brombachsee.“ Benachbarte, ebenfalls durch den Bau des Stausees abgegangene Mühlen waren die Beutelmühle und die Neumühle.<ref>Beschreibung nach einer Skizze des Mühlenweg-Flyers</ref> Die Scheermühle lag unmittelbar an der von Gunzenhausen nach Spalt führenden Kreisstraße.<ref>Kreiskarte Gunzenhausen. Städte-Verlag, Stuttgart-Bad Cannstatt o. J.</ref>

Geschichte

1309 wird die Mühle erstmals erwähnt, als am 24. Dezember dieses Jahres Leupold von Absberg unter anderem „seine Mühle, genannt die Scharre“ mit ihrem Weiher an die Deutschordenskommende Ellingen verkaufte.<ref>H. Wilhelm: Die Edlen von und zum Absberg. In: Alt-Gunzenhausen, 1931, 8, S. 21 f.</ref> Im Folgejahr, am 25. Juli 1310, wird die „Schaere“ im Zusammenhang mit dem Verkauf der benachbarten Neumühle an der „Pramach“ durch Chunrat von Absberg an den Deutschen Orden noch einmal genannt.<ref>@1@2Vorlage:Toter Link/www.gda.bayern.deFindmittel der Staatl. Archive in Bayern (Seite nicht mehr abrufbar, festgestellt im Mai 2019. Suche im Internet Archive )Vorlage:Toter Link/archivebot</ref> Der Ortsnamenforscher Robert Schuh nennt zwei mögliche Deutungen: „Mühle beim scherenförmigen Zusammenfluss zweier Bäche“ (das wären der Röthenhofer Bach und der Brombach)<ref name="fraenkisches-seenland.de">Website Fränkisches Seenland</ref> oder „Mühle bei einer scherenförmigen Flur.“<ref name="Schuh-252">Schuh, S. 252</ref>

An die Kommende Ellingen war die „Schermühl“ spätestens seit dem frühen 17. Jahrhundert (Beleg von 1608) vogt- und gültbar; die Fraisch war nach einem Beleg von 1612 zwischen dem Deutschen Orden und dem markgräflich-ansbachischen Amt Gunzenhausen strittig. Für 1732 erfährt man, dass die dem Deutschen Orden in Ellingen gehörende Mühle nach Absberg gepfarrt ist und der Zehnt der dortigen Pfarrei gehört; die Vogtei inner Ettern wird vom Deutschen Orden in Ellingen wahrgenommen, während die hohe Fraisch nunmehr eindeutig beim markgräflichen Oberamt Gunzenhausen liegt.<ref>Dieser Abschnitt nach Schuh, S. 252</ref>

1792 wurde die Einöde mit dem Markgrafentum Ansbach preußisch. Am Ende des Heiligen Römischen Reichs ging die Scheermühle mit dem ehemaligen Fürstentum Ansbach infolge des Reichsdeputationshauptschlusses 1806 an das neue Königreich Bayern über, wo die Einöde im Landgericht/Rentamt Gunzenhausen ab 1808 dem Steuerdistrikt Absberg, ab 1811 der Ruralgemeinde Absberg und ab 1818 der Ruralgemeinde Thannhausen eingegliedert war.<ref>Historischer Atlas, S. 230, 240 f.</ref>

Von den Mühlenbetreibern sind aus dem Lauf der Jahrhunderte mehrere bekannt. 1326 wird ein „Chunr(at) der Wag(ner) vo(n) der Scher“ genannt, 1565 Hans Biettenfelder, 1606 Leonhard(t) Apel mit Ehefrau Catarina und 1667 Georg Auppel.<ref name="Schuh-252" /> 1797 übernahm der Müller Adam Leykauf die Mühle samt der dazugehörenden Landwirtschaft von seinem Vater Georg Michael Leykauf für 4800 Gulden.<ref>Lux, Gunzenhauser Heimatbote, Nr. 26 und 27</ref> Seit 1841 betrieb die Familie Rupp die Mühle, bis das Anwesen durch den Freistaat Bayern zum Bau des Kleinen Brombachsees in den 1970er/1980er Jahren aufgekauft wurde. Bis dahin betrieben als letzte Besitzer die Eheleute Friedrich und Frieda Rupp die Landwirtschaft des Mühlenanwesens.<ref name="fraenkisches-seenland.de" />

Einwohnerzahlen

Literatur

  • Ein Tag auf dem Mühlenweg.Versunkene Mühlen rund um Absberg. [Flyer der] VGN-Freizeit 2/2009
  • Hanns Hubert Hofmann: Gunzenhausen-Weißenburg. In: Historischer Atlas von Bayern, Teil Franken. Reihe I, Heft 8. Komm. für Bayerische Landesgeschichte, München 1960, DNB 452071089 (Digitalisat).
  • Wilh[elm] Lux: Ein Kaufbrief vom Ende des 18. Jahrhunderts. (Was aus alten Urkunden zu lesen ist.) In: Gunzenhauser Heimatbote, 1940, Nr. 26 und 27.
  • Der BibISBN-Eintrag Vorlage:BibISBN/376969922X ist nicht vorhanden. Bitte prüfe die ISBN und lege ggf. einen neuen Eintrag an.

Weblinks

Fußnoten

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Koordinaten: 49° 8′ 2,2″ N, 10° 52′ 44,1″ O

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