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Schönes Johanniskraut

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie

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Schönes Johanniskraut
Datei:231 Hypericum pulchrum.jpg

Schönes Johanniskraut (Hypericum pulchrum), Illustration

Systematik
Rosiden
Eurosiden I
Ordnung: Malpighienartige (Malpighiales)
Familie: Johanniskrautgewächse (Hypericaceae)
Gattung: Johanniskräuter (Hypericum)
Art: Schönes Johanniskraut
Wissenschaftlicher Name
Hypericum pulchrum
L.

Das Schöne Johanniskraut (Hypericum pulchrum), auch Schönes Hartheu genannt, ist eine Pflanzenart aus der Gattung der Johanniskräuter (Hypericum) innerhalb der Familie der Johanniskrautgewächse (Hypericaceae).

Beschreibung

Datei:Hypericum pulchrum.jpg
Blütenstand
Datei:Hypericum pulchrum01.jpg
Blütenstand
Datei:Hypericum pulchrum after winter.JPG
Früchte

Vegetative Merkmale

Das Schöne Johanniskraut ist eine ausdauernde, krautige Pflanze, die Wuchshöhen von 15 bis 80 Zentimetern erreicht. Die Pflanzenteile sind kahl. Die aufrechten Stängel sind stielrund. Die gegenständig an den Stängeln sitzenden Laubblätter sind mit einer Länge von 0,5 bis 2 Zentimetern breit-dreieckig am Grunde herzförmig sowie dort am breitesten und enden stumpf. Sie sind durchscheinend drüsig punktiert, der Blattrand ist ohne schwarze Drüsen.

Generative Merkmale

Es blüht von Juli bis September. Die Blüten sind in einem lockeren rispigen Blütenstand angeordnet. Die zwittrigen Blüten besitzen eine doppelte Blütenhülle. Die Kelchblätter sind mit einer Länge von 2 bis 3 Millimetern breit-eiförmig, stumpf und am Rand schwarzdrüsig punktiert. Die freien, goldgelben, oft rötlich überlaufenen Kronblätter sind 6 bis 9 Millimeter lang. Die vielen Staubblätter sind zu Bündeln zusammengefasst.

Die Chromosomenzahl beträgt 2n = 18.<ref name="Oberdorfer2001" />

Ökologie

Das Schöne Johanniskraut ist ein wintergrüner Chamaephyt. Vegetative Vermehrung erfolgt durch unterirdische Ausläufer. Die Blätter verfärben sich durch Anthocyane, die als Lichtschutz dienen, dunkelrot.

Die wandspaltigen Kapselfrüchte fungieren als Wind- und Tierstreuer.

Vorkommen

Das Verbreitungsgebiet reicht von Nordwest- und Westeuropa bis ins nordwestliche Kroatien. Das Schöne Johanniskraut wächst ursprünglich in Portugal, Spanien, Frankreich, Belgien, den Niederlanden, Großbritannien, Irland, Dänemark, Norwegen, Schweden, Finnland, Deutschland, Tschechien, Polen, in der Schweiz, in Österreich, Kroatien und Serbien.<ref name="Euro+Med" /> Früher kam es auch in Italien vor.<ref name="WCSP" /> In Neuseeland ist Hypericum pulchrum ein Neophyt.<ref name="WCSP" />

Das Schöne Johanniskraut kommt zerstreut in Laub- und Mischwäldern und in Nadelforsten vor. Es gedeiht am besten in Lichtungen oder an Waldränder auf sauren Sand- oder Lehmböden. Diese Pflanzenart ist kalkscheu und zeigt deshalb die Entkalkung der Bodenoberfläche an. Sie gedeiht in Pflanzengesellschaften des Verbands Quercion roboris, kommt aber auch in denen der Unterverbände Luzulo-Fagenion oder Sarothamnenion vor.<ref name="Oberdorfer2001" />

Die ökologischen Zeigerwerte nach Landolt et al. 2010 sind in der Schweiz: Feuchtezahl F = 3 (mäßig feucht), Lichtzahl L = 3 (halbschattig), Reaktionszahl R = 1 (stark sauer), Temperaturzahl T = 3+ (unter-montan und ober-kollin), Nährstoffzahl N = 1 (sehr nährstoffarm), Kontinentalitätszahl K = 2 (subozeanisch).<ref name="InfoFlora" />

Taxonomie

Die Erstveröffentlichung von Hypericum pulchrum erfolgte 1753 durch Carl von Linné in Species Plantarum, S. 786. Synonyme für Hypericum pulchrum <templatestyles src="Person/styles.css" />L. sind: Hypericum amplexicaule <templatestyles src="Person/styles.css" />Gilib., Hypericum pulchrum var. procumbens <templatestyles src="Person/styles.css" />(Rostr.) Beeby, Hypericum pulchrum var. gillotii <templatestyles src="Person/styles.css" />Rouy, Hypericum pulchrum var. pallidum <templatestyles src="Person/styles.css" />Rouy.<ref name="WCSP" /> Es werden keine Subtaxa akzeptiert.

Inhaltsstoffe und Wirkung

Das Schöne Johanniskraut enthält in den Blüten den roten Farbstoff Hypericin, welcher bei Tieren die Lichtkrankheit hervorrufen kann. Wegen des roten Hypericins und seiner wundheilenden Wirkung wird das Johanniskraut auch Jesuwundenkraut genannt.

Literatur

  • Dietmar Aichele: Was blüht denn da? Der Fotoband. 5. Aufl., Kosmos, Stuttgart, 2004, 446 S., ISBN 3-440-10281-5.
  • Ruprecht Düll, Herfried Kutzelnigg: Taschenlexikon der Pflanzen Deutschlands und angrenzender Länder. Die häufigsten mitteleuropäischen Arten im Portrait. 7., korrigierte und erweiterte Auflage. Quelle & Meyer, Wiebelsheim 2011, ISBN 978-3-494-01424-1.

Einzelnachweise

<references> <ref name="Oberdorfer2001"> Erich Oberdorfer: Pflanzensoziologische Exkursionsflora für Deutschland und angrenzende Gebiete. 8. Auflage. Verlag Eugen Ulmer, Stuttgart 2001, ISBN 3-8001-3131-5. Seite 664–665.</ref> <ref name="WCSP"> Rafaël Govaerts (Hrsg.): Hypericum pulchrum - World Checklist of Selected Plant Families des Royal Botanic Gardens, Kew. Zuletzt eingesehen am 1. November 2022. </ref> <ref name="InfoFlora"> Hypericum pulchrum L. In: Info Flora, dem nationalen Daten- und Informationszentrum der Schweizer Flora. Abgerufen am Vorlage:FormatDateSimple. </ref> <ref name="Euro+Med"> Karol Marhold, 2011+: Clusiaceae: Datenblatt Hypericum pulchrum In: Euro+Med Plantbase - the information resource for Euro-Mediterranean plant diversity. </ref> </references>

Weblinks