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Schöner unsere Städte und Gemeinden

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Datei:Mach mit.JPG
Logo der Aktion (als Schild auf einem Holzbrett in Gebäuden der Teilnehmer angebracht, oder als Abzeichen für Verdienste der Teilnehmer verliehen)
Datei:Ehrenmedaille der Stadt Dresden - Dank und Anerkennung - Für vorbildliche VMI Leistungen im - Mach mit Wettbewerb; 30 Jahre Deutsche Demokratische Republik;.jpg
Ehrenmedaille der Stadt Dresden – Dank und Anerkennung – Für vorbildliche VMI Leistungen

Schöner unsere Städte und Gemeinden – Mach mit! war eine der größten Aktionen der Nationalen Front der DDR und eine Form der volkswirtschaftlichen Masseninitiative.

Beschreibung

Die Aktion knüpfte an das Nationale Aufbauwerk an. Die Ende der 1960er Jahre aus der „Torgauer Initiative“ entwickelte staatlich gelenkte Bürgerinitiative in Form eines sozialistischen Wettbewerbs hatte die Verbesserung der Wohn- und Lebensqualität zum Ziel.<ref>Nationalrat der Nationalen Front. Bundesarchiv, ehemals im Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar); abgerufen am 7. Februar 2010.@1@2Vorlage:Toter Link/www.bundesarchiv.de (Seite nicht mehr abrufbar. Suche im Internet Archive )Vorlage:Toter Link/archivebot</ref> Die DDR-Bürger wurden dazu angehalten, in ihrer Freizeit und an Wochenenden (Subbotnik) unentgeltliche Arbeitsleistungen vor allem bei der Verschönerung des Wohnumfelds zu erbringen. Meist erfolgte die Beteiligung im Rahmen von Haus-, Wohngebiets- oder Dorfgemeinschaften, örtlichen Organisationen, Sport- oder Arbeitskollektiven.

Im „Gesetz über die örtlichen Volksvertretungen“ wurde die Organisation der Bürgerinitiative den örtlichen Stadt- und Gemeindevertretungen gemeinsam mit den örtlichen Ausschüssen der Nationalen Front übertragen.<ref>Gesetz über die örtlichen Volksvertretungen in der Deutschen Demokratischen Republik im Gesetzblatt der DDR, Teil I, Nr. 18, 1985, S. 213ff., Online (PDF).</ref> Diese benannten zentrale Objekte wie Parkanlagen oder öffentliche Spielplätze, für die von staatlicher Seite nur begrenzte finanzielle Mittel oder Baukapazitäten zur Verfügung standen.

Erfolgreiche Städte und Gemeinden wurden mit Urkunden, Medaillen und Geldprämien ausgezeichnet. Ebenso wurden einzelne Bürger und Kollektive für „vorbildliche Leistungen“ geehrt, wofür 1969 das Abzeichen für Verdienste in der Mach-Mit-Bewegung geschaffen wurde.

In den letzten Jahren der DDR nahm die Resonanz in der Bevölkerung immer mehr ab und beschränkte sich meist auf das unmittelbare Wohnumfeld. Zu den Gründen dafür gehörte unter anderem der Mangel an Material und Arbeitsmitteln.<ref>Nationale Front. In: Damals im Osten. Mitteldeutschland – 1945 bis heute. Mitteldeutscher Rundfunk, 28. Januar 2009, abgerufen am 23. Mai 2016.</ref> Zur Resignation der Bürger führte auch der Umstand, dass vielerorts mit großem Aufwand in Ordnung gebrachte Objekte und Anlagen anschließend wieder sich selbst überlassen wurden.<ref>Helmut Caspar: Stichwort DDR. Mit Schippe, Harke und Besen zum Subbotnik. Nordkurier.de, ehemals im Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar); abgerufen am 7. Februar 2010.@1@2Vorlage:Toter Link/www.nordkurier.de (Seite nicht mehr abrufbar. Suche im Internet Archive )</ref>

Mit der Aktion verbunden waren auch „Mach-Mit-Zentren“ der Kommunalen Wohnungsverwaltungen (KWV).<ref name=":0">Reinhild Kreis: "Die DDR ist unser Haus": Reparieren und Instandsetzen als sozialistische Gemeinschaftsaufgabe. In: Ökonomie und Moral im langen 20. Jahrhundert: Eine Anthologie. Wallstein Verlag, 2022, ISBN 978-3-8353-5200-1, S. 167, doi:10.46500/83535200-014 (wallstein-open-library.de [abgerufen am 3. Februar 2025]).</ref> In einem „Mach-Mit-Zentrum“ oder Reparaturstützpunkt der örtlichen KWV konnten Mieter Werkzeug ausleihen und Baumaterial erhalten.<ref>Dirk Wildt: Wo es geleimte Wandfarbe in Pulverform gibt. In: Die Tageszeitung: taz. 10. Januar 1990, ISSN 0931-9085 (taz.de [abgerufen am 3. Februar 2025]).</ref> Mieter in der DDR übernahmen so Bau- und Instandhaltungsaufgaben, die eigentlich in den Zuständigkeitsbereich der KWV gefallen wären.<ref name=":0" />

Varia

In Leipzigs Stadtteil Sellerhausen gelang es Anfang der 1980er-Jahre einzelnen Mitgliedern der dortigen evangelischen Kirchgemeinde, ihre freiwilligen Arbeitsstunden zur Umgestaltung der Emmauskirche bei ihren Betrieben als NAW-Leistung (NAW = Nationales Aufbauwerk) anerkennen zu lassen. Das führte zu dem für die DDR außergewöhnlichen Umstand, dass im Mai 1981 der Emmausgemeinde vom Nationalrat der Nationalen Front der DDR die Ehrenmedaille „Schöner unsere Städte und Gemeinden“ verliehen wurde – zusammen mit einer Prämie von 100 DDR-Mark.<ref>Kirchenvorstand der Emmausgemeinde (Hrsg.), Otti Margraf (Red.): 100 Jahre Emmauskirche 1900–2000. Leipzig 2000, S. 21. Broschüre, DIN A 5, 28 Seiten, ohne ISBN.</ref>

Literatur

  • Jan Palmowski: Die Erfindung der sozialistischen Nation: Heimat und Politik im DDR-Alltag. Berlin: Ch. Links Verlag 2016, ISBN 978-3-86153-892-9, S. 169f (Google Books).
  • Birgit Wolf: Sprache in der DDR. Walter de Gruyter, 2000, ISBN 978-3-11-016427-5, S. 197 (Google Books).

Einzelnachweise

<references />

Weblinks