Schöckl-Seilbahn
| Schöckl-Seilbahn | |
|---|---|
Die neue Seilbahn, hinten: St. Radegund (2007) | |
| Standort: | St. Radegund, [[Hilfe:Cache|Fehler beim Thumbnail-Erstellen]]: Österreich |
| Bauart: | Einseilumlaufbahn |
| Baujahr: | 1951, 1995 |
| Berg: | Schöckl |
| Talstation: | St. Radegund, 780 m |
| Höhendifferenz: | 656 m |
| Bergstation: | nahe Stubenberghaus, 1436 m |
| Streckenlänge: | 2087 m |
| Fahrdauer: | 7 min |
| Anzahl der Gondeln: | 44 Stk. |
| Anzahl der Stützen: | 10 Stk. |
| Kapazität: | 6 Pers./Gondel, 800–1000 Pers./Stunde |
| Hersteller: | Girak |
| Betreiber: | Schöckl Seilbahn GmbH (Holding Graz) |
| Website: | www.schoeckl.at |
Die Schöckl-Seilbahn erschließt von St. Radegund bei Graz den Grazer Hausberg Schöckl. Die Seilbahn ist in der Sommer- und Wintersaison in Betrieb und war einst Zubringer für das wegen der schlechten Schneelage geschlossene Schigebiet am Berg.
Geschichte
Erste Pläne
Bereits Ende der 1920er Jahre gab es erste konkrete Pläne zum Bau einer Seilbahn von St. Radegund auf den Schöckl.<ref name="WAW, 1929">Rundschau – Seilbahnen.. In: Die Wasserkraft. Zentral-Organ für wasserwirtschaftliche u(nd) wasserrechtliche Interessen. Erste Fachzeitschrift Oesterreich-Ungarns auf diesem Gebiete / Österreichische Wasserwirtschaft. (vorm(als) „Die Wasserkraft“). Organ des Wasserwirtschaftsverbandes der österreichischen Industrie und des Zentralvereines für Fluß- und Kanalschiffahrt in Oesterreich. Erste Fachzeitschrift Oesterreich-Ungarns auf diesem Gebiete / Die Wasserwirtschaft. (vorm. „Oesterr. Wasserwirtschaft“ und „Die Weiße Kohle“). Zeitschrift für alle technischen, volkswirtschaftlichen und juristischen Fragen der Binnenschiffahrt und Wasserwirtschaft (…) / Die Wasserwirtschaft. Zeitschrift für alle technischen, wirtschaftlichen und rechtlichen Fragen der Wasser- und Elektrowirtschaft (…), Jahrgang 1929, S. 367 (Nr. 19) (online bei ANNO).</ref> Angesichts des starken Fremdenverkehrs und der dichten Besiedelung des Schöcklgebietes thematisierten zeitgenössische Zeitungen die wirtschaftliche Notwendigkeit des Baus einer Seilschwebebahn.<ref name="WAW, 1929"/> Das Anlagekapital wurde mit 1,7 Millionen Schilling beziffert und dabei mit einer jährlichen Besucherzahl von 65.000 Menschen gerechnet.<ref name="WAW, 1929"/> Als voraussichtliche feste Betriebskosten wurden 60.000 Schilling veranschlagt, während die variablen Betriebskosten mit 40.000 Schilling angesetzt wurden.<ref name="WAW, 1929"/> Dem gegenüber sollten Gesamteinnahmen in Höhe von 260.000 Schilling (bei einem Fahrpreis von 4 Schilling pro Person) stehen.<ref name="WAW, 1929"/> Bereits zu dieser Zeit wurde das Schöcklgebiet alljährlich von rund 50.000 Menschen besucht.<ref name="WAW, 1929"/>
Aufgrund der Weltwirtschaftskrise gelangte das Projekt jedoch nicht zur Umsetzung.
Erste Seilbahn
In seiner Sitzung vom 22. April 1948 beschloss der Grazer Gemeinderat die Beteiligung der Stadtgemeinde am Bau der Seilschwebebahn auf den Schöckl durch Zeichnung von Aktien für die zu gründende Schöckelbahn-AG oder Schöckelfremdenverkehrs-AG in der Höhe von 1 Million Schilling und beauftragte das Finanzreferat mit der Sicherung eines entsprechenden Kredites.<ref name="AWI, 23.04.1948">In 15 Minuten auf den Schöckel [sic!]. In: Arbeiterwille. Sozialdemokratisches Organ der Alpenländer / Arbeiterwille. Organ des arbeitenden Volkes der Alpenländer / Arbeiterwille. Organ des arbeitenden Volkes für Steiermark und Kärnten / Arbeiterwille. Organ des arbeitenden Volkes für Steiermark, Kärnten (und Krain) Neue Zeit. Organ der Sozialistischen Partei Steiermarks, 23. April 1948, S. 3 (online bei ANNO).</ref> Geplant war eine Seilschwebebahn mit Tal- und Bergstation sowie vier Zwischenstützen, bei einer mittleren Tragseillänge von etwa 2160 Metern, einer Spannung von 33,33 Quadratmetern, einem Höhenunterschied von 652 Metern sowie einer mittleren Steigung von 31,86 Prozent.<ref name="AWI, 23.04.1948"/> Als voraussichtliche Geschwindigkeit des Zugseillaufes wurden etwa sechs Sekundenmeter berechnet, sodass die für je 30 Personen Maximalauslastung geplanten Kabinen in sechs bis sieben Minuten von St. Radegund über den Tegetthoffstein zur Bergstation transportiert werden könnten.<ref name="AWI, 23.04.1948"/> Als Baubeginn wurde der Sommer 1948 fokussiert; mit voraussichtlicher Fertigstellung im Jahr 1950.<ref name="AWI, 23.04.1948"/> Für den Bau der Bahn bildete sich eine Interessensgemeinschaft zwischen den Unternehmen ELIN, Simmering-Graz-Pauker sowie Ast und Pohlig.<ref name="AWI, 23.04.1948"/> Um die Zubringungsmöglichkeit zu sichern, wurde vom Land Steiermark eine Autobuskonzession Graz—St. Radegund erworben.<ref name="AWI, 23.04.1948"/>
In den Jahren 1950 bis 1951 wurde die erste Seilbahn auf den Schöckl mit damals hochmodernen kuppelbaren Gondeln nach dem Zweiseil-Umlaufprinzip System Wallmannsberger durch die Wiener Brückenbau und Eisenkonstruktions A. G. errichtet und am 21. März 1951 eröffnet. Diese Bahn war die erst dritte Bahn, die nach diesem 1947 entwickelten Prinzip gebaut wurde.<ref>Zweiseil-Gondelbahnen System Wallmannsberger auf Seilbahn Nostalgie</ref> Sie verfügte über 40 4-Personengondeln aus Aluminium und Holz. Eine Fahrt über die 9 Stützen und ein Kuppengerüst dauerte 14 Minuten.<ref>Text und Bild aus Seilbahnen in Österreich S 142 (Seite nicht mehr abrufbar, festgestellt im Mai 2019. Suche im Internet Archive )Vorlage:Toter Link/archivebot 1954, von R. A. Luft, Alpinforum</ref> Die Kapazität betrug 600 Personen in der Stunde.<ref>Text und Bild aus Seilbahnen in Österreich S 143 (Seite nicht mehr abrufbar, festgestellt im Mai 2019. Suche im Internet Archive )Vorlage:Toter Link/archivebot 1954, von R. A. Luft, Alpinforum</ref> Die vom Freizeitunternehmen der Grazer Stadtwerke betriebene Seilbahn war sehr beliebt, im Sommer bei Wanderern, im Winter bei Wintersportlern, als man noch oft mit Schiern bis ins Tal fahren konnte.
Nordlift
Zwei Jahre später, 1953, wurde auch auf der gegenüberliegenden Nordseite von Semriach (1045 m) aus ein Einer-Sessellift der Firma Wolf und Switzeny gebaut. Die Bergstation befand sich unweit der Seilbahn-Bergstation auf 1438 m Seehöhe. Der Lift überwand 393 Höhenmeter und wurde bis 1985 in der Originalausstattung betrieben. Die letzten Stützen wurden erst 20 Jahre später abgebaut, heute stehen nur mehr die Stationsgebäude.<ref>Bilder und Fotos vom Sessellift, Alpinforum</ref> Ein Sessel des Nordlift ist im Technischen Museum Wien erhalten geblieben.<ref>Technisches Museum Wien: Datensatz im Online-Katalog des Technischen Museums Wien. Abgerufen am 19. Februar 2019.</ref>
Konkurrenz zur Mautstraße
Da der Berg ab 1964 auch über eine private mautpflichtige Straße, die Schöcklhöhenstraße, erreichbar war, gab es zur Seilbahn Konkurrenz. Der Schibetrieb war in den letzten Jahren auch nur mehr am Gipfel des Berges möglich. Ein rentabler Betrieb einer modernen Bahn, die die veraltete ersetzen musste, war erst ab 1993 möglich, als nach langen Kontroversen die Mautstraße für den Individualverkehr gesperrt wurde – gegen eine Abschlagzahlung an den Eigentümer.<ref>Umkämpfte Bergfahrten auf den Schöckl. In: Kleine Zeitung, 4. Jänner 2005.</ref>
Neubau
1995 wurde die nach 44 Jahren völlig veraltete Seilbahn komplett umgebaut. Das System wurde von Zweiseil- auf Einseilumlaufbahn mit modernen 6er-Panoramakabinen geändert. Die alten silberfarbenen 4er-Gondeln wurden auch an Private verkauft. Eine der alten grünen Stützen wurde neben dem Eingang aufgestellt. Neben der Talstation wurde ein gebührenpflichtiger Parkplatz für 320 Autos errichtet. Jährlich werden nun ca. 150.000 Personen befördert.<ref>Mit der Schöckl Seilbahn gehts bergauf!, Holding Graz</ref> Die Schöckl Seilbahn GmbH ist heute ein Tochterunternehmen der Holding Graz Kommunale Dienstleistungen GmbH.
Infrastruktur
In den beiden Stationen der Seilbahn befinden sich Restaurants, für Gehbehinderte stehen zwei spezielle Gondeln zur Verfügung. Da der Berg bei Mountainbikern sehr beliebt ist, gibt es eigene Gondeln für den Transport von Fahrrädern.
Bei der Bergstation wurde auch eine rund 1000 m lange Allwetterrodelbahn mit dem Namen Hexenexpress errichtet, die jedoch aus Sicherheitsgründen nicht bei Nässe betrieben werden darf. Der Name bezieht sich auf die Schöcklhexe, eine laut Sage am Berg beheimatete Wetterhexe.<ref>Die Schöckelhexe, Sagen.at</ref> Die Abfahrt führt in Serpentinen zur Halterhütte, von wo die Rodeln mit einem Lift wieder hinaufgezogen werden.
Bilder
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Nordlift: Talstation
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Nordlift: Trasse
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Nordlift: Trasse
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Nordlift: Trasse
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Nordlift: Trasse
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Nordlift: Trasse
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Nordlift: Bergstation
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Aktuelle Schöckl-Seilbahn kurz vor der Bergstation
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Kurz vor der Talstation
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Schöckl-Talblick
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Schöckl-Bergblick
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Schöckl-Seilbahn: Bergstation
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Schöckl-Seilbahn: Talstation mit Fahrradgondel
Einzelnachweise
<references />
Vorlage:Navigationsleiste Gemeindegliederung von Sankt Radegund bei Graz
Koordinaten: 47° 11′ 55,6″ N, 15° 28′ 3,7″ O
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