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Satz von Fejér

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie

In der Mathematik ist der Satz von Fejér (nach Leopold Fejér) eine der wichtigsten Aussagen über die Konvergenz von Fourierreihen. Der Satz besagt, dass die arithmetischen Mittel der Partialsummen der Fourierreihe einer stetigen, <math>2 \pi</math>-periodischen Funktion gleichmäßig gegen die Funktion konvergieren.

Er wurde von Fejér 1900 bewiesen.<ref>Fejér, Sur les fonctions bornées et intégrables, Comptes Rendus Acad. Sci. Paris, Band 131, 1900, S. 984–987</ref>

Aussage

Sei <math>\mathcal{C}_{2\pi} := \left\{ f \in C(\R); \, f(x) = f(x+2\pi) \; \forall \, x \in \mathbb{R} \right\}</math> der Raum der stetigen <math>2\pi</math>-periodischen Funktionen. Die <math>n</math>-te Partialsumme <math>s_n \; (n \in \mathbb{N})</math> der Fourierreihe einer Funktion <math>f \in \mathcal{C}_{2\pi}</math> ist gegeben durch <math>\textstyle s_n(x) := \sum_{k=-n}^n c_k e^{ikx}</math> mit den Fourierkoeffizienten <math>\textstyle c_k := \frac{1}{2\pi} \int_0^{2\pi} f(x) e^{-ikx} \mathrm{d}x</math>. Der Satz von Fejér lautet nun:

Sei <math>f \in \mathcal{C}_{2\pi}</math>, dann konvergiert

<math> \frac{1}{n+1} \sum_{k=0}^n s_k(x) </math>

für <math>n \rightarrow \infty</math> gleichmäßig in <math>\mathbb{R}</math> gegen <math>f(x)</math>.

Anmerkung

Der Satz von Fejér kann in dieser Form nicht weiter verschärft werden:

  • Leopold Fejér konstruierte 1911 ein Beispiel einer Funktion <math>f \in \mathcal{C}_{2\pi}</math>, deren Fourierreihe in wenigstens einem Punkt nicht konvergiert.
  • Wird die Bedingung der Stetigkeit zu stückweiser Stetigkeit abgeschwächt, konvergieren auch die arithmetischen Mittel der Partialsummen in den Unstetigkeitsstellen nicht mehr gegen den Funktionswert.

Konsequenzen

  • Falls eine Fourierreihe einer Funktion aus <math>\mathcal{C}_{2\pi}</math> in einem Punkt konvergiert, dann konvergiert sie gegen den Funktionswert.
  • Die Fourierreihenentwicklung ist eindeutig: Zwei Funktionen aus <math>\mathcal{C}_{2\pi}</math> haben genau dann die gleiche Fourierreihe, wenn sie als Funktionen übereinstimmen.
  • Die Partialsummen einer Funktion <math>f \in \mathcal{C}_{2\pi}</math> konvergieren in der <math>L^2_{2\pi}</math>-Norm gegen die Funktion, d. h. <math>\lim_{n \rightarrow \infty} \left\| f - s_n \right\|_{L^2_{2\pi}} = 0 </math>, wobei <math>\left\|g\right\|_{L^2_{2\pi}} := \left( \frac{1}{2\pi} \int_0^{2\pi} \left|g(x)\right|^2 \mathrm{d}x \right)^{1/2}</math>
  • Für <math>f \in \mathcal{C}_{2\pi}</math> gilt die sogenannte Bessel-Gleichung: <math>\left\| f \right\|_{L^2_{2\pi}}^2 = \sum_{k=-\infty}^\infty \left|c_k\right|^2 </math>, wobei <math>c_k</math> die Fourierkoeffizienten von <math>f</math> sind.
  • Durch Polarisieren erhält man aus der Bessel-Gleichung den Satz von Parseval: Seien <math>f, g \in \mathcal{C}_{2\pi}</math> mit Fourierkoeffizienten <math>c_k</math> bzw. <math>d_k</math>. Dann gilt: <math>\langle f, g \rangle = \sum_{k=-\infty}^\infty c_k \overline{d_k}</math>, wobei <math>\langle f, g \rangle = \frac{1}{2\pi} \int_{0}^{2\pi} f(x) \cdot \overline{g(x)} \, \mathrm{d}x</math> das L2-Skalarprodukt ist.

Siehe auch

Literatur

Einzelnachweise

<references />