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Sardischer Hahnenfuß

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Sardischer Hahnenfuß
Datei:Ranunculus sardous.jpeg

Sardischer Hahnenfuß (Ranunculus sardous)

Systematik
Ordnung: Hahnenfußartige (Ranunculales)
Familie: Hahnenfußgewächse (Ranunculaceae)
Unterfamilie: Ranunculoideae
Tribus: Ranunculeae
Gattung: Hahnenfuß (Ranunculus)
Art: Sardischer Hahnenfuß
Wissenschaftlicher Name
Ranunculus sardous
Crantz

Der Sardische Hahnenfuß<ref name="FloraWeb" /> (Ranunculus sardous),<ref name="FloraWeb" /> auch Rauer Hahnenfuß genannt, ist eine Pflanzenart aus der Gattung Hahnenfuß (Ranunculus) innerhalb der Familie der Hahnenfußgewächse (Ranunculaceae).

Beschreibung

Datei:Ranunculus sardous subsp. sardous sl7.jpg
Habitus
Datei:Ranunculus sardous subsp. sardous sl11.jpg
Grundblatt mit gestieltem Mittelabschnitt
Datei:Ranunculus sardous subsp. sardous sl10.jpg
Stängel und Blattstiele sind behaart.
Datei:Ranunculus sardous detail.jpeg
Zurückgeschlagene „Kelchblätter“
Datei:Ranunculus sardous subsp. sardous sl15.jpg
Sammelfrucht mit Nüsschen
Datei:Ranunculus sardous subsp. sardous sl20.jpg
Nüsschen von Ranunculus sardous subsp. sardous

Vegetative Merkmale

Der Sardische Hahnenfuß ist eine sommergrüne,<ref name="FloraWeb" /> zweijährige krautige Pflanze und erreicht Wuchshöhen von 10 bis 30 Zentimetern. Besonders charakteristisch ist die dichte Behaarung (Indument) des hohlen Stängels und der Blätter. Der Stängel ist aufrecht, reich verzweigt, vielblütig, aber am Grunde nicht verdickt.<ref name="DamboldtZimmermann1974" />

Die grundständigen Laubblätter haben einen breiten scheidigen Blattstiel und sind meist bis zum Grund dreiteilig. Der mittlere Blattabschnitt ist am längsten gestielt, die seitlichen sind mehr oder weniger gestielt. Alle Abschnitte sind dreispaltig bis dreiteilig mit unregelmäßig gesägt-gezähnten Zipfeln und spitzen Zähnen. Die Stängelblätter sind den grundständigen Blättern ähnlich, aber kürzer gestielt, die oberen sind einfacher mit schmal lanzettlichen Zipfeln und sind sitzend.<ref name="DamboldtZimmermann1974" />

Generative Merkmale

Die zwittrige Blüte ist radiärsymmetrisch und fünfzählig. Der Blütenboden ist behaart. Der Sardische Hahnenfuß besitzt neben Ranunculus bulbosus als einzige mitteleuropäische Hahnenfuß-Art (Ranunculus) zurückgeschlagene kelchartige Perigonblätter, die halb so lang wie die lebhaft gelben, kronblattartigen Honigblätter sind. Diese Honigblätter sind bei einer Länge von 8 bis 12 Millimetern eiförmig.<ref name="DamboldtZimmermann1974" />

Die Früchtchen sind bei einer Länge von 3 bis 4 Millimetern sowie einer Breite von 2 bis 3 Millimetern rundlich und seitlich abgeflacht. Sie haben einen deutlich abgesetzten grünen Rand und bräunliche Seitenflächen, die meist nahe dem Rand eine oder zwei Reihen von Höckerchen aufweisen. Der Schnabel ist kurz und fast gerade.<ref name="DamboldtZimmermann1974" />

Chromosomensatz

Die Chromosomengrundzahl beträgt x = 8;<ref name="FloraWeb" /> es kommt beispielsweise Diploidie<ref name="FloraWeb" /> und Tetraploidie vor, die Chromosomenzahl beträgt 2n = 16, 32 oder 48.<ref name="Oberdorfer2001" />

Ökologie

Beim Sardischen Hahnenfuß handelt es sich um einen helomorphen Therophyten.<ref name="FloraWeb" />

Die Bestäubung erfolgt durch Insekten oder Selbstbestäubung.<ref name="FloraWeb" /> Die Ausbreitung der Diasporen erfolgt durch der Wind oder Klettausbreitung.<ref name="FloraWeb" />

Vorkommen und Gefährdung

Er ist in Europa und Nordafrika weitverbreitet und in vielen Gebieten der Welt ein Neophyt.<ref name="GRIN" /> Das Verbreitungsgebiet des Sardischen Hahnenfußes reicht in Europa von Spanien und Großbritannien bis Sizilien und der Balkanhalbinsel, im Osten bis zur Ukraine und dem Kaukasusraum<ref name="Euro+Med" /> und im Norden bis ins südliche Schweden.<ref name="Jalas1989" />

Der Sardische Hahnenfuß besiedelt feuchte bis nasse Äcker, kurzlebige Unkrautfluren, Kriech- und Trittrasen, feuchte Wegränder und Gräben. Er gedeiht auf feuchten, zeitweise überschwemmten, nährstoffreichen, meist kalkarmen, mild- bis mäßig sauren, humosen oder rohen Tonböden. Er ist in Mitteleuropa kennzeichnend für die Assoziation Myosuro-Ranunculetum sardoi, kommt aber auch im Centunculo-Anthoceretum des Verbands Nanocyperion und in anderen Pflanzengesellschaften der Verbände Agropyro-Rumicion, Cynosurion oder Aperion vor.<ref name="Oberdorfer2001" />

Er ist ein Feuchte- und Bodenverdichtungsanzeiger, der auch salzertragend ist.<ref name="Oberdorfer2001" /> Die ökologischen Zeigerwerte nach Landolt et al. 2010 sind in der Schweiz: Feuchtezahl F = 4w+ (sehr feucht, aber stark wechselnd), Lichtzahl L = 4 (hell), Reaktionszahl R = 3 (schwach sauer bis neutral), Temperaturzahl T = 4+ (warm-kollin), Nährstoffzahl N = 3 (mäßig nährstoffarm bis mäßig nährstoffreich), Kontinentalitätszahl K = 2 (subozeanisch), Salztoleranz 1 = tolerant.<ref name="InfoFlora" />

Der Sardische Hahnenfuß ist zentral-europaweit ungefährdet.<ref name="FloraWeb" /> In Deutschland wurde er 1996 auf der Roten Liste als Stufe 3 = gefährdet bewertet. Nach Bundesartenschutzverordnung (BArtSchV) ist „nicht besonders geschützt“.<ref name="FloraWeb" /> Besonders die Beseitigung von Acker-Söllen, die intensivierte Landwirtschaft und die Trockenlegung von Feuchtwiesen gefährden den Rauen Hahnenfuß.

Systematik

Die Erstveröffentlichung von Ranunculus sardous erfolgte 1763 durch Heinrich Johann Nepomuk von Crantz in Stirpium Austriarum Fasciculus, 2, S. 84.<ref name="GRIN" /> Ein Synonym von Ranunculus sardous<templatestyles src="Person/styles.css" /> Crantz ist beispielsweise Ranunculus parvulus <templatestyles src="Person/styles.css" />L.<ref name="Tropicos" />

1989 gab es von Ranunculus sardous in Europa zwei Unterarten vor:<ref name="Jalas1989" />

  • Ranunculus sardous subsp. sardous: Sie ist bei den meisten Autoren das einzige Subtaxon von Ranunculus sardous.<ref name="Euro+Med" />
  • Ranunculus sardous subsp. xatardii <templatestyles src="Person/styles.css" />(Lapeyr.) Rouy & Fouc.: Sie wird aber meist als Synonym zu Ranunculus sardous gestellt.<ref name="Euro+Med" />

Belege

Einzelnachweise

<references> <ref name="FloraWeb"> Ranunculus sardous Crantz, Sardischer Hahnenfuß. auf FloraWeb.deVorlage:Abrufdatum </ref> <ref name="GRIN"> Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:GRIN“ ist nicht vorhanden. im Germplasm Resources Information Network (GRIN), USDA, ARS, National Genetic Resources Program. National Germplasm Resources Laboratory, Beltsville, Maryland. Abgerufen am Vorlage:FormatDateSimple. </ref> <ref name="Tropicos"> Ranunculus sardous bei Tropicos.org. Missouri Botanical Garden, St. LouisVorlage:Abrufdatum </ref> <ref name="InfoFlora"> Ranunculus sardous Crantz In: Info Flora, dem nationalen Daten- und Informationszentrum der Schweizer Flora. Abgerufen am Vorlage:FormatDateSimple. </ref> <ref name="Oberdorfer2001"> </ref> <ref name="Jalas1989"> Jaakko Jalas, Juha Suominen (Hrsg.): Atlas Florae Europaeae. Distribution of Vascular Plants in Europe. Band 8: Nymphaeaceae to Ranunculaceae. Akateeminen Kirjakauppa, The Committee for Mapping the Flora of Europe & Societas Biologica Fennica Vanamo, Helsinki 1989, ISBN 951-9108-07-6, S. 141–142. </ref> <ref name="Euro+Med"> E. Hörandl, E. von Raab-Straube (2015): Ranunculeae.Datenblatt Ranunculus sardous In: Euro+Med Plantbase - the information resource for Euro-Mediterranean plant diversity. </ref> <ref name="DamboldtZimmermann1974"> Jürgen Damboldt, Walter Zimmermann: Familie Ranunculaceae. S. 262–263. In: Gustav Hegi: Illustrierte Flora von Mitteleuropa. 2. Auflage, Band III, Teil 3, Verlag Carl Hanser, München 1974. </ref> </references>

Literatur

  • Franz Fukarek, Heinz Henker: Flora von Mecklenburg-Vorpommern. Farn- und Blütenpflanzen. Weissdorn, Jena 2006, ISBN 3-936055-07-6.

Weblinks

Commons: Rauer Hahnenfuß (Ranunculus sardous) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien