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Santarém (Portugal)

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Santarém
Wappen Karte
Datei:STR.png
Basisdaten
Staat: PortugalDatei:Flag of Portugal.svg Portugal
Region: Alentejo
Unterregion: Lezíria do Tejo
Distrikt: Santarém
Concelho: Santarém
Koordinaten: 39° 14′ N, 8° 41′ WKoordinaten: 39° 14′ N, 8° 41′ W
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Einwohner: 61.752 (Stand: 30. Juni 2011)<ref name="Metadaten Einwohnerzahl PT 1416">www.ine.pt – Indikator Resident population by Place of residence, Sex and Age; Decennial in der Datenbank des Instituto Nacional de Estatística</ref>
Fläche: 552,54 km² (Stand: 1. Januar 2010)<ref name="Fläche">Übersicht über Code-Zuordnungen von Freguesias auf epp.eurostat.ec.europa.eu</ref>
Bevölkerungsdichte: 112 Einwohner pro km²
Postleitzahl: 2000
Kreis Santarém
Flagge Karte
Flagge von Santarém Position des Kreises Santarém
Einwohner: 61.752 (Stand: 30. Juni 2011)<ref name="Metadaten Einwohnerzahl PT 1416">www.ine.pt – Indikator Resident population by Place of residence, Sex and Age; Decennial in der Datenbank des Instituto Nacional de Estatística</ref>
Fläche: 552,54 km² (Stand: 1. Januar 2010)<ref name="Fläche">Übersicht über Code-Zuordnungen von Freguesias auf epp.eurostat.ec.europa.eu</ref>
Bevölkerungsdichte: 112 Einwohner pro km²
Anzahl der Gemeinden: 18
Verwaltung
Adresse der Verwaltung: Câmara Municipal de Santarém
Praça do Município
2005-245 Santarém
Präsident der Câmara Municipal: Ricardo Gonçalves Ribeiro Gonçalves (PSD)
Website: www.cm-santarem.pt

Santarém ist eine Stadt in Portugal. Sie ist Hauptort des Distrikts Santarém. Die Stadt erstreckt sich auf einem Hochplateau am nordwestlichen Ufer des Tejo.

Datei:IgrejaGraça1.jpg
Die gotische Kirche Igreja da Graça in der historischen Altstadt

Geschichte

Funde belegen eine Besiedlung seit der späten Bronzezeit. Phönizier, Griechen und andere Völker kamen zum Handeln über den Tejo bis hier her. Im Jahr 138 v. Chr. wurde der Ort unter der Bezeichnung Scalabis erstmals als römische Ortschaft dokumentiert. Die danach weiter befestigte, später Scalabis Castro genannte Stadt, gelegen im mittleren Tejo-Gebiet, wurde eine bedeutende Verwaltungs- und Handelsstadt der römischen Provinz Lusitania.

Nach dem Einfall der Alanen und der Vandalen wurde der Ort im 5. Jahrhundert n. Chr. Santa Irene genannt. Seit der Eroberung 460 durch Sunerico gehörte die Stadt zum Westgotenreich, bis die Mauren sie 715 einnahmen. Im Verlauf der folgenden Reconquista war auch Santarém umkämpft. So eroberte Heinrich von Burgund, der Graf von Portucale, die Stadt Ende des 11. Jahrhunderts. 1110 wurde sie von den Arabern zurückerobert. Unter Portugals erstem König D. Afonso Henriques wurde Santarém am 15. März 1147 schließlich endgültig portugiesisch. Die wechselhafte Geschichte der Stadt ist im denkmalgeschützten Ortskern zu erkennen. Die historische Innenstadt gilt mit fast 2 Quadratkilometern Ausdehnung als größte zusammenhängende Altstadt des Landes.<ref>VerPortugal. Abgerufen am 13. Mai 2024.</ref> Die älteste Synagoge stand hier, geleitet von einem Bezirksrabbiner für die Estremadura. Nach der Vertreibung der Juden um die Jahrhundertwende lebten hier viele Marranen. Zu ihnen gehörte kurzzeitig der Arzt Amatus Lusitanus, der nach einem Erdbeben 1531, dessen Ausbruch den Juden in die Schuhe geschoben wurde, aus seinem Haus vertrieben wurde.<ref>SANTAREM – JewishEncyclopedia.com. Abgerufen am 13. Mai 2024.</ref>

Santarém unterstützte 1580 den portugiesischen Thronanwärter António von Crato. Nach dessen erfolglosen Bemühungen und der folgenden Personalunion Portugals mit Spanien spürte die Stadt daher einige Vernachlässigung, und es kam verschiedentlich zu Aufständen, so 1629, 1636 und 1637. Nach den Schäden durch das Erdbeben von Lissabon 1755 und den Napoleonischen Invasionen Anfang des 19. Jahrhunderts erlebte die Stadt dann einige städtebauliche Aufwertungen. 1868 wurde die bisherige Kleinstadt (Vila) zur Stadt (Cidade) erhoben.<ref>Geschichte der Stadt auf der Website der Stadtverwaltung, abgerufen am 16. November 2013.</ref> 2000 wurde die Brücke Ponte Salgueiro Maia über den Tejo errichtet.

Verwaltung

Seit 2002 wird Santarém in der statistischen Region Alentejo und der statistischen Subregion Lezíria do Tejo geführt, gehört jedoch weiterhin der Entwicklungsregion (Comissão de Coordenação e Desenvolvimento Regional) Lissabon an, die, angelehnt an die historische Provinz, den Namen Lisboa e Vale do Tejo führt.<ref>www.verportugal.net, abgerufen am 13. November 2013.</ref>

Santarém ist die Hauptstadt des Distriktes Santarém.

Kreis Santarém

Santarém ist Verwaltungssitz eines gleichnamigen Kreises (Concelho). Am 30. Juni 2011 hatte der Kreis 61.752 Einwohner auf einer Fläche von 552,5 km²<ref name="Metadaten Einwohnerzahl PT 1416">www.ine.pt – Indikator Resident population by Place of residence, Sex and Age; Decennial in der Datenbank des Instituto Nacional de Estatística</ref>.

Die Nachbarkreise sind (im Uhrzeigersinn im Norden beginnend): Porto de Mós, Alcanena, Torres Novas, Golegã, Chamusca, Alpiarça, Almeirim, Cartaxo, Azambuja, Rio Maior sowie Alcobaça.

Mit der Gebietsreform im September 2013 wurden mehrere Gemeinden zu neuen Gemeinden zusammengefasst, sodass sich die Zahl der Gemeinden von zuvor 28 auf 18 verringerte.<ref>Veröffentlichung der administrativen Neuordnung im Gesetzesblatt Diário da República vom 28. Januar 2013, abgerufen am 16. März 2014.</ref>

Die folgenden Gemeinden (Freguesias) liegen im Kreis Santarém:

Datei:Kreis Santarém 2020.png
Kreis Santarém

Vorlage:Verwaltungstabelle PT Kopf

Bevölkerungsentwicklung

Einwohnerzahl im Kreis Santarém
Jahr 1801 1849 1900 1930 1960 1981 2001 2008 2011
Einwohner 37.304 15.425 41.994 54.701 63.777 62.896 63.563 63.630 62.162

Kommunaler Feiertag

  • 19. März

Städtepartnerschaften

Städtefreundschaften

Kooperationsabkommen

In Anbahnung

Wirtschaft

Die Industrie ist im Kreis Santarém insbesondere in den Bereichen Keramik, Nahrungsmittelindustrie und Holzverarbeitung vertreten, aber auch mit Betrieben der Metallverarbeitung, Chemie und Maschinenbau, insbesondere im Dreieck Torres Novas-Abrantes-Santarém.

Santarém ist Zentrum der historischen Provinz Ribatejo, die bis heute für Viehzucht, Gemüse-, Getreide- und Obstanbau für das Land von großer Bedeutung ist. Zu nennen ist zudem die Fischerei, der Weinbau, die Olivenölproduktion, und der Handel.<ref>Profil der Stadt in der Online-Enzyklopädie Infopédia der Porto Editora (Absatz Economia), abgerufen am 16. November 2013.</ref>

Im Juni 2013 fand auf dem Messegelände der CNEMA (Centro Nacional de Exposições e Mercados Agrícolas, dt.: Nationales Zentrum für landwirtschaftliche Ausstellungen und Märkte) die 50. Nationale Landwirtschaftsausstellung statt, die zugleich die 60. Ribatejo-Messe war, eine Fachmesse zu u. a. technologischen, umwelttechnischen und energetischen Problemlösungen und Neuerungen in der Landwirtschaft, Ausstellung von Maschinenherstellern u. a. landwirtschaftlichen Unternehmen. Daneben gibt es den Verkostungspavillon Salão Prazer de Provar (dt. Saal „Vergüngen des Probierens“) und die Natur- und Tourismusmesse Expo.Tur – Feira do Turismo Rural e Natureza (dt. Messe des Turismo rural und der Natur). Auch eine Publikumsmesse findet statt, mit Produktschauen, Verkostungen, Kochveranstaltungen u. a., die von Reitveranstaltungen, Konzerten und anderen Publikumsveranstaltungen begleitet wird. Die Messe zählte 2013 im Dreijahresdurchschnitt jährlich etwa 165.000 Besucher.<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Website der Messe (Memento des Vorlage:IconExternal vom 21. Dezember 2013 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.cnema.pt, abgerufen am 16. November 2013.</ref><ref>Artikel zum 50. Jubiläum auf www.verportugal.net, abgerufen am 13. November 2013.</ref>

Datei:Regional 4401, Estação de Santarém, 2012.09.30 (8137028278).jpg
Regionalzug im nächtlich erleuchteten Bahnhof von Santarém, September 2012

Verkehr

Die Stadt ist an das gegenüberliegende Tejo-Ufer durch eine Straßenbrücke angebunden, eine 1.200 m lange imposante Stahlfachwerkträger-Brücke. Diese so genannte Ponte Dom Luis wurde 1876 bis 1881 erbaut.<ref>s. Ponte D.Luis I (Santarem); Baedeker: Portugal, Ostfildern (10. Auflage) 2009, S. 478; ADAC-Führer Portugal, München 2010, S. 77.</ref> Über die Brücke erreicht man die Autobahn A15 und über diese Almeirim und die Landesteile im Südosten des Tejo und über die nördlich des Autobahnkreuzes verlaufende A1 auch die wichtigste Fernstraße des Landes. Südlich geht die Schnellstraße IC10, nach der Tejoüberquerung über die Ponte Salgueiro Maia, in die A13 über, eine wichtige Verbindung in den Süden des Landes.

Der etwas außerhalb gelegene Bahnhof von Santarém liegt an der wichtigsten Eisenbahnstrecke des Landes, der Linha do Norte. Zudem ist der Ort in das landesweite Busnetz der Rede Expressos eingebunden.

Der Flugplatz Santarém wird von Sport- und Privatflugzeugen genutzt.

Datei:Ferdinand the Saint (St. Vincent Panels).jpg
Ferdinand von Avis
Datei:Fundação do Rio de Janeiro.JPG
Estácio de Sá, Fliesenwandbild der Stadtgründung Rio de Janeiros
Datei:Fernando Telles, ou Fernão Teles de Meneses.tiff
Fernão Teles de Meneses

Söhne und Töchter der Stadt

Der hier verstorbene Pedro Álvares Cabral, „Entdecker“ Brasiliens, ist in der ehemaligen Klosterkirche Igreja da Graça bestattet.

Literatur

Weblinks

Commons: Santarém – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

<references />

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