Sake (Demokratische Republik Kongo)
| Sake | ||||||
|---|---|---|---|---|---|---|
| ||||||
| Koordinaten | 1° 34′ S, 29° 2′ O
{{#coordinates:−1,5741083333333|29,041327777778|primary
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dim=20000 | globe= | name=Sake | region=CD-NK | type=city
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| Basisdaten | ||||||
| Staat | Demokratische Republik Kongo | |||||
| Vorlage:Info ISO-3166-2/admtypelink | Nord-Kivu | |||||
| ISO 3166-2 | CD-NK | |||||
| Höhe | 1500 m | |||||
| Einwohner | 17.151 (2004) | |||||
Sake ist eine Stadt im Territorium Masisi<ref>Territoire de Masisi, République Démocratique du Congo – Camp des personnes déplacées internes. Internal Displacement Monitoring Center, Februar 2012, archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am 15. April 2013 (Die Karte findet sich in der nach Datum sortierten Liste unter Februar 2012).</ref><ref>Pacheco Kavundama: RDC : la société civile de Sake contre la guerre du M23. Radio Kivu 1, 23. Juli 2012, archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am 19. Juni 2013.</ref> in der Provinz Nord-Kivu im Osten der Demokratischen Republik Kongo an der Grenze zu Süd-Kivu. Sie liegt an einer nördlichen Bucht des Kivusees, ca. 25 km westnordwestlich von der Provinzhauptstadt Goma, am Rand eines Lavafelds<ref name="cidi-volcano">DR Congo: Volcano - IRIN: 23-Jan-02. IRIN, 23. Januar 2002, archiviert vom Vorlage:IconExternal am 27. September 2007.</ref> in ca. 1.500 m Höhe in einem Tal des Albertine-Grabenbruchs, in der Nähe des südlichen Endes des Virunga-Nationalparks.
Geographie
Sake liegt an der route nationale 2 (RN2), die nach Ost-Südosten durch den Nationalpark Virunga<ref>Map of Virunga National Park. Virunga Nationalpark, 10. Juli 2008, abgerufen am 2. Dezember 2012.</ref> ins nahegelegene Goma mit einem internationalen Flughafen führt, in die andere Richtung führt die Nationalstraße südsüdwestlich über die Grenze nach Süd-Kivu und weiter am Kivisee entlang nach Bukavu, der Hauptstadt Süd-Kivus. In Sake beginnen ausgehend von der RN2 die route provinciale 529, die Masisi, Hauptort des Territoriums, durchquert und in Walikale, Hauptort des gleichnamigen Territoriums, an der RN3 endet, und die in schlechtem Zustand befindliche (Stand: August 2011, nach staatlicher Einschätzung) route provinciale 1030, die zur RN2 in Richtung Lubero, Hauptort des Territoriums Lubero, führt.<ref>ETAT DU RESEAU D'INTERET GENERAL DE LA RDC. Ministère des Infrastructures, Travaux Publics et Reconstruction, 8. Februar 2012, ehemals im Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar); abgerufen am 27. Juli 2013. (Seite nicht mehr abrufbar. Suche im Internet Archive )</ref>
Die Lava stammt aus den Virunga-Vulkanen Nyiragongo und Nyamuragira, die in nordöstlicher Richtung innerhalb von 25 km Umkreis liegen und einigen kleineren Flankenvulkanen.<ref>Sarah Colclough: Investigations of Nyamuragira and Nyiragongo volcanoes (Democratic Republic of the Congo) using InSAR. Januar 2006 (researchgate.net [abgerufen am 5. September 2025]).</ref><ref>Nyiragongo Volcano – Democratic Republic of Congo. Incorporated Research Institutions for Seismology, 25. Januar 2002, abgerufen am 1. Dezember 2012.</ref> Innerhalb von ca. 8 km Entfernung liegen etwa der Tshove und der Rumoka, Flankenvulkane des Nyamuragira.<ref>Nyamuragira. Global Volcanism Program, abgerufen am 1. Dezember 2012.</ref> Die Lava hat Teile der Nationalstraße in Richtung Goma überflossen und den Kivusee erreicht und damit eine ca. 1 km² große Wasserfläche, an die Sake direkt angrenzt, von der Bucht des Kivusees vollständig abgetrennt. Die Wasserfläche wiederum, die die Bucht mit dem übrigen Kivusee verbindet, ist an der schmalsten Stelle nur noch ca. 160 m breit.
Geschichte
Während der Flüchtlingskrise in der Region der Großen Seen 1994 infolge des Völkermords in Ruanda beherbergte Sake ruandische Flüchtlinge. 2002 flohen ca. 20.000 Einwohner Gomas aufgrund der Eruption des Nyiragongo nach Sake.<ref name="cidi-volcano" /> Kämpfe zwischen Regierungstruppen und Kämpfern unter Laurent Nkunda trieben ab August 2006 tausende von Einwohnern in die Flucht. Im Zuge einer Offensive Nkundas gegen Stellungen der Regierungsarmee in Sake am 25. November 2006 und der Übernahme durch Nkunda flohen zwischen 15.000 und 20.000 Einwohner Sakes und der Umgebung.<ref>Thousands flee rebel attack in east DR Congo. ABC News, 26. November 2006, abgerufen am 1. Dezember 2012 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> Dies war drei Tage, bevor das Oberste Gericht der Demokratischen Republik Kongo die Anfechtung des Ergebnisses der Wahl wegen Wahlbetrugs abwies. Bis zum 27. November konnte die Regierungsarmee zusammen mit UN-Truppen der MONUC Sake wieder unter ihre Kontrolle bringen.<ref>RDC: L’armée congolaise et les forces de la Monuc reprennent la ville de Sake. IRIN, archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am 12. Januar 2007 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref><ref>Séverine Autesserre: The Trouble with the Congo: Local Violence and the Failure of International Peacebuilding. Cambridge University Press, Cambridge 2010, ISBN 978-0-521-19100-5, S. 277 (google.de).</ref><ref>Willem Jaspers: Friedensgutachten 2007. Lit Verlag, Berlin 2007, ISBN 978-3-8258-0429-9, Die Herausforderungen im Kongo beginnen erst, S. 283 (google.de).</ref>
Am 21. November 2012 übernahm die Bewegung 23. März (M23) die Kontrolle über Sake.<ref name="einnahme">Nord-Kivu : le M23 occupe la cité de Sake. Radio Okapi, 21. November 2012, abgerufen am 2. Dezember 2012.</ref> Noch am Tag darauf kam es bei der Stadt zu Kämpfen mit Regierungstruppen, woraufhin tausende Einwohner in Richtung Goma flohen, das bereits am 20. November von der M23 eingenommen worden war.<ref>Dominic Johnson und Simone Schlindwein: Kampf gegen die Rebellen. In: Die Tageszeitung. 22. November 2012, abgerufen am 2. Dezember 2012.</ref> Im Vorfeld der Einnahme war es auch zu Kämpfen der M23 bzw. ihres militärischen Arms, der ARC, mit der Maï-Maï Nyatura (siehe auch Mai-Mai) gekommen.<ref name="einnahme" /> Nach zwei Resolutionen des UN-Sicherheitsrats und einem durch die Internationale Konferenz der Region der Großen Seen (ICGLR) gestellten Ultimatum zum Rückzug bis 20 km hinter Goma bis zum 26. November verließ die M23 die Stadt am Freitag, dem 30. November. Am folgenden Tag wurde die Stadt, die eigentlich Kräften der ICGLR übergeben werden sollte<ref>Simone Schlindwein: Nicht noch einmal um Goma kämpfen. In: Die Tageszeitung. 29. November 2012, abgerufen am 2. Dezember 2012.</ref>, von Kämpfern der Maï-Maï Nyatura übernommen.<ref>Nord-Kivu: les miliciens Maï-Maï occupent Sake après le départ des rebelles du M23. Radio Okapi, 1. Dezember 2012, abgerufen am 1. Dezember 2012 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> Am selben Wochenende kamen jedoch auch Kräfte der Regierungsarmee in Sake an.<ref>Sake: les activités reprennent après le retrait du M23. Radio Okapi, 4. Dezember 2012, abgerufen am 5. Dezember 2012 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>
Anfang 2024 umstellte die M23 die Stadt, was zur Flucht von vielen Tausend Menschen führte.<ref>Thousands flee in eastern DR Congo as M23 rebels advance near Goma. In: Al Jazeera. 7. Februar 2024, abgerufen am 8. Februar 2024 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>
Am 23. Januar 2025 nahm die M23 die Stadt ein. Tausende Menschen flüchteten tags zuvor unter anderem per Boot über den Kivusee in die Provinzhauptstadt Goma.<ref>Carlos Mureithi: Military chief killed as M23 rebels close in on Goma in eastern DRC. The Guardian, 24. Januar 2025, abgerufen am 26. Januar 2025 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>
Weblinks
Einzelnachweise
<references />