Sadlinki
Sadlinki (Vorlage:DeS Sedlinen) ist ein Dorf und Sitz der gleichnamigen Landgemeinde im Powiat Kwidzyński (Powiat Marienwerder) der polnischen Woiwodschaft Pommern.
Geographische Lage
Die Ortschaft liegt im ehemaligen Westpreußen, etwa neun Kilometer südlich von Kwidzyn (Marienwerder) und 80 Kilometer südlich von Danzig.
Geschichte
Im Jahr 1789 wird Sedlienen als „adliger Hof und Vorwerk“ bezeichnet, und als Besitzer wird ein Kapitän v. Marwitz genannt.<ref name="JFG">Johann Friedrich Goldbeck: Volständige Topographie des Königreichs Preußen. Teil II, Marienwerder 1789, S. 3–6.</ref> Zum 1. August 1875 wurde für die evangelische Schule in Sedlinen ein Schullehrer gesucht; das Recht, ihn einzustellen, stand dem Gutsbesitzer zu.<ref>Amts-Blatt der Königlichen Regierung zu Marienwerder: Nr. 18 vom 5. Mai 1975, S. 120, rechte Spalte, unten.</ref>
Aufgrund der Bestimmungen des Versailler Vertrags stimmte die Bevölkerung im Abstimmungsgebiet Marienwerder, zu dem Sedlinen gehörte, am 11. Juli 1920 über die weitere staatliche Zugehörigkeit zu Ostpreußen (und damit zu Deutschland) oder den Anschluss an Polen ab. In Sedlinen stimmten 100 Einwohner für den Verbleib bei Ostpreußen, auf Polen entfielen keine Stimmen.<ref>Herbert Marzian, Csaba Kenez: „Selbstbestimmung für Ostdeutschland – Eine Dokumentation zum 50 Jahrestag der ost- und westpreussischen Volksabstimmung am 11. Juli 1920“; Herausgeber: Göttinger Arbeitskreis, 1970, S. 119</ref>
Das Gut und Dorf Sedlinen gehörte im Jahr 1945 zum Landkreis Marienwerder im Regierungsbezirk Marienwerder im Reichsgau Danzig-Westpreußen des Deutschen Reichs.
Gegen Ende des Zweiten Weltkriegs besetzte im Frührjahr 1945 die Rote Armee die Region um Marienwerder und das Dorf. Im Sommer 1945 wurde Sedlinen gemäß dem Potsdamer Abkommen von der sowjetischen Besatzungsmacht zusammen mit der südlichen Hälfte Ostpreußens unter polnische Verwaltung gestellt. Es begann nun die Zuwanderung von Polen, die zum Teil aus den an die Sowjetunion gefallenen Gebieten östlich der Curzon-Linie kamen. Für Sedlinen wurde die polnische Ortsbezeichnung Sadlinki eingeführt. Soweit die deutschen Einwohner nicht geflohen waren, wurden sie in der darauf folgenden Zeit aus Sedlinen vertrieben.
Bevölkerungsentwicklung bis 1945
| Jahr | Einwohner | Anmerkungen |
|---|---|---|
| 1816 | Vorlage:083 | <ref name="Mützell">Vorlage:Wörterbuch Preußischer Staat</ref> |
| 1864 | 139 | davon 137 Evangelische und zwei Katholiken<ref>E. Jacobson: Topographisch-statistisches Handbuch für den Regierungsbezirk Marienwerder. Danzig 1868, S. 98–113.</ref> |
| 1905 | 188 | <ref>Vorlage:GOV</ref> |
| 1933 | 737 | <ref name="MR">Vorlage:Verwaltungsgeschichte.de</ref> |
| 1939 | 906 | <ref name="MR" /> |
Persönlichkeiten
- Karl Wilhelm Witt (* 1851 in Klein-Nebrau; † nach 1918), Gutsbesitzer und Mitglied des Deutschen Reichstags
Gemeinde
Vorlage:Hauptartikel Zur Landgemeinde (gmina wiejska) Sadlinki gehören dreizehn Orte mit einem Schulzenamt (sołectwo).
Literatur
- Max Toeppen: Die Niederung bei Marienwerder. Eine historisch-chorographische Untersuchung mit besonderer Rücksicht auf Weichselburg und Zantir. In: Altpreußische Monatsschrift, Band 10, Königsberg i. Pr. 1873, S. 219–353 und S. 307–337.
Weblinks
- Amtsbezirk Sedlinen (Rolf Jahke, 2004)
Einzelnachweise
<references />