Sachsens Glanz und Preußens Gloria
Sachsens Glanz und Preußens Gloria ist ein sechsteiliger Fernsehfilm, der auf historische Ereignisse der Jahre 1697 bis 1763 zurückgeht, basierend auf dem Roman von Józef Ignacy Kraszewski. Zusammen mit dem Mehrteiler Die gläserne Fackel von 1989, der die Chronik der Firma Carl Zeiss wiedergibt, gehört die Großproduktion am Ende der DDR zu den wenigen positiv auslegbaren Darstellungen des Feudalismus bzw. des Imperialismus der DDR-Filmgeschichte und thematisiert die brandenburgisch-sächsischen Beziehungen. Die Ausstattungsqualität und die Zahl der Darsteller übertraf alle bisherigen DEFA-Filme.
Handlung
Gräfin Cosel I
August II. glaubt fest an die Prophezeiung, sein Geschlecht, das Haus Wettin, würde eines Tages die Kaiserkrone tragen. Mit der Krönung zum König von Polen wähnt sich der sächsische Kurfürst, der von seinen Zeitgenossen "der Prächtige" und "der Starke" genannt wird, seinen Zielen einen entscheidenden Schritt näher. Doch die Niederlage im Großen Nordischen Krieg gegen Schweden dämpft seine Ambitionen. Karl von Schweden nutzt das reiche Sachsen fortan als Rückzugsort für seine Armee, während er seine Kampagne gegen Russland vorbereitet. August, sein Minister Flemming und der einfallsreiche Generalakzisor Hoym, der die Finanzen des Kurfürsten verantwortet, bemühen sich um Schadensbegrenzung, aber sie haben dem jungen schwedischen Widersacher und dessen Soldaten nichts entgegenzusetzen. Der Sieger verlangt den Verlierertribut von Sachsen und seinem Volk.
Verletzt und missgestimmt sucht August der Starke Abwechslung in unbändigen Festen und Gelagen. Eines dieser Gelage endet mit einer Wette, in deren Ausgang Anna Constantia von Hoym, geborene von Brockdorff – die Frau des sächsischen Akzisedirektors Hoym – an den Hof beordert wird, um zu zeigen, ob ihr Gatte seine Wette – sie sei die schönste Frau in Sachsen – gewinnen kann. August lässt die widerwillige Adelige, deren Besitz kurz zuvor vom Schwedenkönig persönlich geplündert wurde, durch Rittmeister von Rosen an den Hof bringen. Im Rahmen eines förmlichen Empfangs treffen die beiden erstmals aufeinander. August gesteht Hoym zu, die Wette und somit tausend Taler gewonnen zu haben, denn vom ersten Moment an ist der Fürst fasziniert von dieser Frau, die er später zur Gräfin Cosel machen wird. Die Fürstin Teschen ist vergessen, Hoym in Begleitung von Rosen zur Steuererhebung in die Lausitz geschickt und August beginnt ein zähes Werben um seine schönste und langjährigste Mätresse. Sie ringt ihm ein Eheversprechen ab und zeigt damit ihrem Schicksal den Weg.
Unter nachdrücklichem Zureden willigt der betrogene Hoym in die Scheidung ein und die Gräfin Cosel, die zunehmend politische Ideen entwickelt, nimmt eine immer bedeutendere Stellung am Hofe ein, was das Missfallen des Ministers Flemming zur Folge hat. Aber auch August selbst gefallen nicht alle Ideen seiner einfallsreichen Mätresse. So lehnt er es ab, Karl gefangen zu nehmen, als der sich in Dresden aufhält, ein Plan den Gräfin Cosel gemeinsam mit General Schulenburg ausgearbeitet hat. Zudem kann August es nicht über sich bringen, Flemming zu entlassen, obwohl die Gräfin dahingehend zunehmend heftiger auf ihn einwirkt und auch Beweise für Veruntreuungen durch den Minister zusammengetragen hat. Als der Alchemist Johann Friedrich Böttger in den Kasematten der Festung Königstein die Geheimnisse der Herstellung des Porzellans ergründet und der Schwedenkönig in der Schlacht bei Poltawa vernichtend geschlagen wird, wendet sich das Glück des sächsischen Kurfürsten. Er ist nun wieder Herr im eigenen Lande, während die sächsische Wirtschaft einem wirtschaftlichen Aufschwung entgegensieht.
Gräfin Cosel II
Gräfin Cosel regiert Sachsen und seinen Kurfürsten. Aber die Ambitionen der ehrgeizigen Frau, die sich in die Politik einmischt und mehr sein will als Bettgespielin für den launischen sächsischen Herrscher, beunruhigen dessen Umfeld. Insbesondere der Erste Minister Flemming befürchtet zukünftige Streitigkeiten aufgrund des schriftlichen Heiratsversprechens, das Gräfin Cosel sich von ihrem geliebten August ausbedungen hat. Da die Mätresse dem Kurfürsten inzwischen einen Sohn geboren hat, soll ihr das verfängliche Dokument abgenommen werden, um einen Streit innerhalb des Hauses Wettin zu vermeiden, für das August immer noch die Kaiserkrone zu erringen entschlossen ist. Doch zunächst muss er seine Ansprüche auf den polnischen Thron durchsetzen und reist nach Warschau. Da Gräfin Cosel wegen ihres Neugeborenen in Dresden zurückbleibt, kann Flemming die Gelegenheit nutzen, die Liebenden weiter zu entfremden. Und wiederum nehmen die Intrigen ihren Lauf. Der Erste Minister enthält seinem Fürsten einen Großteil der Liebesbriefe vor, die ihm die Mätresse aus Sachsen schickt und stellt ihm zudem die Gräfin Dönhoff vor, in die August sich Hals über Kopf verliebt. Zudem weiß man, es am Hof geschickt zu lancieren, dass Anna<ref>Historisch korrekter ist der Rufname Constantia.</ref> in Ungnade fällt.
Da sie sich in Sachsen nicht mehr sicher fühlt, flieht die Gräfin mit ihren Kindern ins preussische Berlin. Als sich August unter Zuspruch Flemmings entschließt, den preussischen König um ihre Auslieferung zu bitten, ergreift der Page Heinrich von Brühl die Gelegenheit, mit dem Verfassen eines entsprechenden Schreibens auf den Kurfürsten Eindruck zu machen. Er ist fortan Augusts Sekretär. Seine ehemalige Mätresse verbannt August hingegen auf die Burg Stolpen. Mehrfach versucht sie, ihn um Gnade anzuflehen, mehrfach versucht sie mit Hilfe verschiedener Kavaliere, wie Rittmeister von Rosen, zu fliehen. August indessen vergnügt sich mit neuen Mätressen und neuen Festen. Bei einem gemeinsamen Manöver mit dem König von Preussen versucht dessen Sohn mit Hilfe Brühls aus der väterlichen Obhut zu fliehen, was allerdings scheitert. Als August sich entschließt, seine neuen Kanonen, die auf dem gemeinsamen Manöver einen guten Eindruck hinterlassen haben, an den Basaltfelsen unterhalb von Burg Stolpen zu erproben, hofft die gefallene Gräfin ein letztes Mal vergeblich auf eine Gelegenheit, Gnade von ihrem ehemaligen Liebhaber zu erlangen.
Brühl – Die große Karriere
Nach dem Tode Augusts des Starken entspinnt sich am Dresdner Hofe ein variantenreiches Intrigenspiel. Der Favorit des Nachfolgers August ist Graf Sulkowski, der zudem ein Freund des neuen Kurfürsten ist. Es gelingt jedoch dem einfallsreichen Heinrich von Brühl durch eine List, die Nachricht vom Tode Augusts des Starken als Erster dessen Sohn zu überbringen. Mit dabei hat Brühl ein Empfehlungsschreiben, das August die Dienste des Politikers anempfiehlt. Aber August III. tut sich schwer mit der Entscheidung zwischen Brühl und dem Grafen Sulkowski, seinem besten Freund. Dieser wird zunächst zum Ersten Minister ernannt, während Brühl die Hoheit über die Finanzen des kunstsinnigen Königs obliegt. Und so beginnt hinter dessen Rücken ein erfolgreiches Ränkespiel, in dem mehrere Parteien mit wechselnden Präferenzen teilnehmen.
Die Hofbeamten unter dem findigen Advokaten Ludovici und dem skrupellosen Aufsteiger Hennicke bevorzugen Sulkowski, der ihnen nicht so auf die Finger schauen würde, wie Brühl, der sich mit Buchhaltung gut auskennt. Die katholische Kirche, vertreten durch den Beichtvater des neuen Kurfürsten, der zudem mit dessen Gattin im Bunde ist, bevorzugt Brühl, obwohl dieser Protestant und Sulkowski Katholik ist. Dieser trägt dem Einfluss der Hofbeamten Rechnung, indem er Ludovici zu seinem Sekretär macht. Der hierdurch sehr verärgerte Hennicke erhält seinerseits ein Angebot von Brühl, das er willig annimmt. Als ersten Auftrag im Dienste Brühls setzt Hennicke den Drucker Eroll unter Druck, der anonyme Pamphlete veröffentlicht hat, die das Intrigenspiel am Hofe kenntnisreich kritisieren.
Urheber der Texte ist Graf Watzdorf, der sowohl die Ränke Brühls, als auch die Bemühungen Sulkowskis kritisch sieht. Er wird ungewollt in die Vorgänge hineingezogen, als seine Geliebte Franziska von Kolowrat durch Vermittlung des Paters Guarini und auf Drängen der habsburgischen Gattin Augusts Brühl zugeführt wird, um durch eine katholische Ehefrau zusätzlichen Einfluss auf diesen zu gewinnen. So entspinnt sich ein Machtspiel, das Heinrich von Brühl einige Zeit später zum teuersten Ersten Minister seiner Hoheit des sächsischen Kurfürsten machen soll. Die von Hennicke gesammelten Beweise gegen Watzdorf spielt Brühl geschickt dem ahnungslosen Ludovici zu, der sie wiederum an Sulkowski weitergibt. Dieser lässt Watzdorf in der Festung Königstein inhaftieren, wodurch er sich den Zorn der Komtess Kolowrat zuzieht. Diese hatte unter der Zusage, ihr Verhältnis zu Watzdorf aufrecht halten zu dürfen, in die Ehe mit Brühl eingewilligt, mit dem sie sich nun auch im Hass auf Sulkowski verbunden fühlt, nicht ahnend, dass ihr neuer Gatte der wahre Drahtzieher hinter Watzdorfs Unglück ist.
Brühl – Der Zweikampf
August III. ist inzwischen polnischer König wie sein Vater. Er hat dafür gesorgt, dass seine Krönung in Warschau in Allem der seines Vaters gleicht, aber das Regieren fällt dem unentschlossenen Schöngeist schwerer. Er überlässt die Staatsgeschäfte seinen Höflingen. Auch die Position der Konkurrenten Sulkowski und Brühl ist inzwischen gefestigt, so bereiten sich beide darauf vor, in das Spiel der europäischen Mächte einzugreifen. Die Beziehungen zwischen den Staaten sind durch ein gewisses Gleichgewicht geprägt, somit liegt es unter dem Eindruck gerade überwundener kriegerischer Konflikte im Interesse der europäischen Diplomatie, keinen Akteur zu mächtig werden zu lassen. Aber Sulkowski hat Pläne, die das sorgsam austarierte Kräftespiel aus dem Gleichgewicht bringen können.
Im Bemühen, die Bindung zwischen dem Kurfürstentum Sachsen und dem Königreich Polen zu kräftigen und beider Länder wirtschaftliche Vorteile ideal zu kombinieren, erarbeitet der Erste Minister Sachsens den Plan, sich des dazwischenliegenden Schlesiens zu bemächtigen, das zum Habsburgerreich gehört. Da er einerseits dafür Gelder benötigt, die nur Brühl ihm verschaffen kann und er zudem diesem gegenüber vertrauensselig ist, überlässt Sulkowski seinem Konkurrenten die Papiere, in denen er sein Schlesisches Projekt darlegt. Brühl stellt die Unterlagen sofort dem österreichischen Gesandten zur Verfügung, der seinerseits veranlasst, dass Sulkowski im Dienste des Reiches im Türkenkrieg auf ein weit entferntes Kommando berufen wird.
Brühl intrigiert sich erfolgreich an die Spitze. August III. ist gezwungen, Joseph von Sulkowski, mit dem ihn eine innige Freundschaft verbindet, aus dem Dienst zu entlassen und zu verbannen. Der Aufstieg des Heinrich von Brühl ist unvermeidlich.
Aus dem Siebenjährigen Krieg I
Zwei hoffremde Kavaliere, der Schweizer Lebenskünstler Simonis und der Pole Maszlowski, machen auf unterschiedlichen Wegen Bekanntschaft mit den sich verhärtenden Fronten des Siebenjährigen Krieges. Der eine auf der Seite des preußischen Königs, der andere auf der Seite von dessen erklärtem Feind – Sachsen, seinem König und dessen erstem Minister im Besonderen. Preußen marschiert in Sachsen ein, König und Gefolge ziehen sich auf die Festung Königstein zurück und versuchen von dort aus, sich der preußischen Belagerung zu erwehren.
Aus dem Siebenjährigen Krieg II
Die Bemühungen der Sachsen, sich des Preußenkönigs und seiner marodierenden Übermacht zu entledigen, nehmen ihren Lauf. Friedrich II. jedoch entgeht nicht nur den Anschlägen, er setzt sich in Sachsen fest. Seine Truppen plündern und brandschatzen. Er lässt seine Wut auf Brühl an der sächsischen Bevölkerung aus. Königin Maria Josepha stirbt erschöpft in Dresden, während ihr Mann und sein erster Minister die Folgen ihrer jahrelangen Misswirtschaft zu spüren bekommen. Beide fliehen nach Warschau.
Produktion und literarische Vorlage
Produziert wurde Sachsens Glanz und Preußens Gloria in den Jahren 1983 und 1984 durch das Fernsehen der DDR, die ersten beiden Teile über Gräfin Cosel erst 1987. Die Serie kostete lt. MDR-Fernsehsendung Umschau 21 Millionen DDR-Mark.
Zahlreiche Aufnahmen entstanden an den tatsächlichen Schauplätzen der Handlung oder an historischen Orten, die als Ersatz für ähnliche, aber nicht mehr existierende oder über die Jahrhunderte zu stark veränderte Bauten dienten. Zu den Drehorten zählten unter anderem der Stallhof im Dresdner Schloss, der Dresdner Zwinger, Schloss Pillnitz, der Barockgarten Großsedlitz, die Burg Stolpen, die Festung Königstein, die Görlitzer Altstadt, das Schloss Moritzburg, das Bautzner Domstift, das Schloss Albrechtsburg in Meißen, Park Sanssouci in Potsdam, die Dornburger Schlösser in Dornburg-Camburg, in Leningrad die Eremitage und in Prag die St. Nikolaus-Kirche.
Als literarische Vorlage für Sachsens Glanz und Preußens Gloria dienten drei Romane des polnischen Schriftstellers Józef Ignacy Kraszewski (Gräfin Cosel, Brühl und Aus dem Siebenjährigen Krieg), die auch als Sachsentrilogie bekannt sind. Die detailreichen und in mancher Hinsicht stark von den tatsächlichen historischen Geschehnissen abweichenden Romane wurden jedoch für die Drehbücher erheblich gestrafft und verändert, so dass die Verfilmung eine recht freie Umsetzung der Romanmotive darstellt. Auch inhaltlich gibt es mehrere Fehler, so wurde zum Beispiel Heinrich von Brühl erst 1737 in den Grafenstand erhoben, wird aber im Film bereits 1733 als Graf und damit im Adelsrang auf einer Ebene mit Graf Sulkowski stehend bezeichnet.
Einen Gag baute man in die Serie ein, indem man für die Rolle des jungen Grafen Brühl den Schauspieler und nachmaligen Regisseur Leander Haußmann verpflichtete. Er ist der Sohn von Ezard Haußmann, der den Brühl in den restlichen 4 Teilen spielt. Leander Haußmann konnte auch seinen Freund Uwe Dag Berlin in der Rolle des jungen Sulkowski in die Produktion einbringen. Die beiden Haußmanns trennt im wahren Leben ein Alter von 24 Jahren. Im Film selbst beträgt der Altersunterschied nur 3 Jahre. So spielt Leander Haußmann den Brühl um 1715, während sein Vater den Brühl ab 1733 spielt.
Gert Fröbe zeigte sich sehr begeistert, als er von der Planung des Mehrteilers hörte und wollte die Rolle Augusts des Starken spielen, bot sogar an, sich mit einer unbekannten Millionensumme an dem Projekt zu beteiligen. Letztendlich wurde der Vorschlag abgelehnt. Fröbe war sehr enttäuscht darüber und leitete selbst ein Projekt in die Wege. In dem Fernsehspiel August der Starke von 1984 übernimmt er seine Wunschrolle dann doch. Auf der DVD Sachsens Glanz und Preußens Gloria aus der Reihe Große Geschichten findet sich diese Fernsehproduktion als Bonusmaterial wieder.
Die Dreharbeiten zur Serie wurden dadurch erschwert, dass manche Bauten noch von Kriegszerstörungen gezeichnet und erst teilweise wiederaufgebaut waren, z. B. das Dresdner Residenzschloss. Hinzu kommen verschiedene historische Ungenauigkeiten. So gibt es einige Einstellungen, in denen Gegenstände und Gebäude zu sehen sind, die es zum Zeitpunkt der Handlung noch gar nicht gab. So ist in den Stadtansichten von Dresden das Neue Rathaus zu sehen, das aber erst von 1905 bis 1910 gebaut wurde. In verschiedenen Einstellungen sind Gullydeckel zu sehen, obwohl in Dresden erst ab 1850 erste unterirdische Kanäle angelegt wurden. In einer Einstellung im 1. Teil, in der Karl XII. auf seinem Ritt nach Dresden gezeigt wird, sind im Hintergrund die beiden als Marienbrücke bezeichneten Elbbrücken zu sehen, die erst von 1856 bis 1852 bzw. von 1898 bis 1901 gebaut wurden. Etliche Aufnahmen zeigen auch Gaslaternen, obwohl die ersten Laternen dieser Art Beleuchtung in Dresden erst am 23. April 1828 am Schloss leuchteten. An anderen Stellen sind im Bild z. B. Straßenbahnschienen, Glühlampen, Telefonfreileitungen oder Weidezäune zu sehen. Auch der Dresdner Fürstenzug, die Semperoper und sogar die in den 1970er Jahren elektrifizierte Bahnstrecke Dresden – Bad Schandau finden sich im Film. Ein Kuriosum in dieser Hinsicht ist sicherlich ein Förderband, das im Hintergrund einer Einstellung in Pillnitz im 5. Teil zu sehen ist. Ähnlich verhält es sich teilweise mit der Musik im Film. So wird beispielsweise die Krönung Augusts des Starken im Jahr 1697 mit dem erst im Jahre 1825 komponierten Te Deum des 1770 geborenen Komponisten Anton Reicha untermalt. Allerdings muss man bei all diesen historischen Unkorrektheiten feststellen, dass sie durch geschickte Kameraführung und Schnitt im Film kaum auffallen.
| Folge | 1 | 2 | 3 | 4 | 5 | 6 |
|---|---|---|---|---|---|---|
| Sie sahen | Sachsens Glanz und Preußens Gloria | |||||
| Frei nach | Motiven des Romanzyklus Aus der Sachsenzeit von Józef Ignacy Kraszewski | |||||
| (Titel) | Gräfin Cosel Teil I |
Gräfin Cosel Teil II |
Brühl Teil III |
Brühl Teil IV |
Aus dem Siebenjährigen Krieg Teil V |
Aus dem Siebenjährigen Krieg Teil VI |
| Ein Film des | Fernsehens der DDR | |||||
| Szenarium | Albrecht Börner | |||||
| Drehbuch | Hans-Joachim Kasprzik | |||||
| Dramaturg | Erika Emuth | |||||
| Hergestellt im | DEFA-Studio für Spielfilme | |||||
| Es sangen | Violetta Madjarowa, Siegfried Lorenz | Violetta Madjarowa, Barbara Sternberger | ||||
| Es spielte das | DEFA-Sinfonieorchester – Leitung: Manfred Rosenberg | |||||
| Musikaufnahmen | Klaus Wolter | |||||
| Choreographie | Heinz Kretzschmann | |||||
| Wir danken für
die Unterstützung |
Staatliche Schlösser und Gärten Potsdam Sanssouci | |||||
| Staatliche Museen Heidecksburg Rudolstadt | ||||||
| Staatliche Kunstsammlungen Dresden | ||||||
| Barockmuseum Schloß Moritzburg | Barockmuseum Schloß Moritzburg | |||||
| Staatliches Museum Schloß Mosigkau | Staatliches Museum Schloß Mosigkau | |||||
| Museum Festung Königstein | Museum Festung Königstein | |||||
| Burg Stolpen | ||||||
| Staatliches Heimat und Schloßmuseum Sondershausen | ||||||
| Museen der Stadt Gotha | ||||||
| Barockgarten Großsedlitz | ||||||
| Staatliche Porzellan Manufaktur Meißen | ||||||
| Albrechtsburg Meißen | ||||||
| Nationale Forschungs- und Gedenkstätten
der Klassischen deutschen Literatur in Weimar – Dornburger Schlösser |
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| Barockschloß Valtice | ||||||
| Barockschloß Buchlovice | ||||||
| Ermitage Leningrad | ||||||
| Historische Beratung | Karl Czok, Günter Vogler | |||||
| Aufnahmeleitung | Heinz Walter, Peter Schlaak, Manfred Bendick, Thomas Noack | Heinz Walter, Peter Schlaak, Thomas Noack | ||||
| Assistenz-Regie | Ulrich Kanakowski | |||||
| Regie-Assistenz | Rosemarie Müller, Stefan Trampe | Ulrich Kanakowski, Diane Hoffmann | Dirk Jungnickel, Diane Hoffmann | |||
| Ton | Hans-Joachim Kreinbrink | |||||
| Tonschnitt | Ursula Zweig, Wolfgang Hartwig | Wolfgang Hartwig | ||||
| Tonmischung | Christfried Sobczyk | |||||
| Beleuchtungsmeister | Heinz Anders | |||||
| Kamera-Assistenz | Wolfgang Kroffke, Siegfried Skoluda | Heinz Pufahl, Hans-Joachim Knospe | Heinz Pufahl | |||
| Bauausführung | Wolfgang Kiehl, Erika Müller, Gunter Stötzel, Hans Quappe | Hans-Joachim Schwarz, Wolfgang Kiehl, Lutz Peter | ||||
| Waffen und Pyrotechnik | Erich Pichottke | |||||
| Requisite | Jörg Danneberg, Jürgen Rutzen | |||||
| Kostüme | Ursula Strumpf | |||||
| Gewandmeister | Hans Linke, Ruth Kiecker, Kerstin Lindner | Hans Linke, Ruth Kiecker, Kornelia Presch | ||||
| Masken | Irmgard Lippmann | |||||
| Karin Wacker, Hannelore Petzold, Inge Pfenninger, Hannelore Fiedler | Heinz Kosse, Axel Wagner, Ursula Funk | |||||
| Erich Runge | Christa Eifler | Erich Runge | Christa Eifler | |||
| Schnitt | Thea Richter | Ursula Rudzki | ||||
| Musik | Karl-Ernst Sasse | |||||
| Szenenbild | Georg Kranz | Gerhard Helwig | ||||
| Kamera | Horst Hardt | |||||
| Produktionsleitung | Horst Dau | |||||
| Regie | Hans-Joachim Kasprzik | |||||
Nachwirkung
Im Jahr 2011 legten die Dresdner und die Chemnitzer Morgenpost die gesamte Fernsehserie in sechs Teilen als DVD ihren Ausgaben bei. Gleichzeitig startete sie eine 25-teilige Zeitungsserie, die sich mit der DDR-Verfilmung beschäftigte. So wurden die Dreharbeiten in Dresden unter die Lupe genommen, die Probleme während der Produktion beleuchtet, Schauspieler und Regisseur vorgestellt. Außerdem wurde die Geschichte Augusts des Starken und seiner Gegenspieler aus einem neuen Blickwinkel beleuchtet. Die Reaktion der Leser war überwältigend. Ein zweiter Teil der Reihe erschien unter dem Motto: „Was vom Glanze übrigblieb“. Autor Jens Jungmann begab sich dafür auf Spurensuche in Warschau, Krakau, Dresden, Pretzsch, Hubertusburg und vielen anderen Wirkungsstätten der beiden großen Kurfürsten, brachte viele noch unbekannte Details und Geheimnisse ans Licht. Dabei standen die Direktoren und Experten der Museen der Staatlichen Kunstsammlungen zu Dresden, des Sächsischen Hauptstaatsarchivs, der Schlösser und Gärten Sachsens, des Heimatvereines Pretzsch, des Königlichen Schlosses in Warschau und des Wawels in Krakau stets hilfreich und mit tiefem Wissen zur Seite. Beide Serien brachten der Morgenpost ein Auflagenplus von 25 Prozent, weshalb sich das Dresdner Druck- und Verlagshaus (DD+V) entschied, die Serie in komplett überarbeiteter Form im Mai 2012 als Buch mit Fotos, Gemälden und Skizzen unter dem Titel Sachsens Glanz und Preußens Gloria in den Handel zu bringen.
In Leander Haußmanns Film Stasikomödie (2022) wird Erich Mielke bei der Sichtung des Films gezeigt, den er genehmigt. Später wird im Film ein Maskenball zu Mielkes Ehren gegeben, auf dem dieser wie im Fernsehfilm als August der Starke verkleidet ist. Die Szene wurde als Anspielung darauf gedeutet, dass Haußmann in Sachsens Glanz und Preußens Gloria 1987 seine erste Darstellerrolle hatte.<ref name=":0">Maria Wiesner: FAZ: Liebe, Spitzelei und Frömmigkeit. Abgerufen am 29. Mai 2022.</ref>
Weiterführende Informationen
Literatur
- Józef Ignacy Kraszewski: Gräfin Cosel. Ein Frauenschicksal am Hofe August des Starken. Historischer Roman (Originaltitel: Hrabina Cosel). Deutsch von Hubert Sauer-Žur. Aufbau-Taschenbuch-Verlag, Berlin 2000, ISBN 3-7466-1307-8, 305 S.
- Józef Ignacy Kraszewski: Graf Brühl. Historischer Roman (Originaltitel: Bruehl). Deutsch von Alois Hermann. Aufbau-Taschenbuch-Verlag, Berlin 2000, ISBN 3-7466-1306-X, 301 S.
- Józef Ignacy Kraszewski: Aus dem Siebenjährigen Krieg. Historischer Roman (Originaltitel: Z siedmioletniej wojny). Deutsch von Liselotte und Alois Hermann. Aufbau-Taschenbuch-Verlag, Berlin 2000, ISBN 3-7466-1308-6, 310 S.
- Sabine Spindler: Preußen in den DDR-Medien, dargestellt am Beispiel von „Sachsens Glanz und Preußens Gloria“. In: Der Wandel des Preußenbildes in den DDR-Medien (Bundeszentrale für politische Bildung, Schriftenreihe Medienberatung, Heft 1). 2. Aufl. Bonn 1997, S. 11–18.
- Dirk Jungnickel: Werkstattgespräch mit Albrecht Börner. In: ebd., S. 19–35.
- DVD-Edition (6 Teile) der Morgenpost Sachsen, 2011
- Jens Jungmann. In: Morgenpost Sachsen (Dresden, Chemnitz), Serie von, 2011
- Jens Jungmann: Sachsens Glanz und Preußens Gloria. 1. Auflage. SZ-Edition, Dresden 2012
- Machtkampf am Hofe. In: Berliner Zeitung, 13. Januar 2003; zu Sachsens Glanz und Preußens Gloria
- Gestern ein König. In: FAZ, 19. Juni 2010; zu Sachsens Glanz und Preußens Gloria
Dokumentation
- 2014: Sachsens Glanz und Preußens Gloria – Kulissen einer Filmlegende (MDR-Dokumentarfilm aus der Reihe: Der Osten – Entdecke wo du lebst, Drehbuch: Stephan Heise, Länge: ca. 30 Minuten, EA: 26. August 2014)<ref>Sachsens Glanz und Preußens Gloria. Abgerufen am 27. Dezember 2020.</ref><ref>imfernsehen GmbH & Co KG: Der Osten – Entdecke wo du lebst Folge 137: Sachsens Glanz und Preußens Gloria – Kulissen einer Filmlegende. Abgerufen am 27. Dezember 2020.</ref>
- 2020: Sachsens Glanz & Preußens Gloria – Geheimnis einer Legende (MDR-Dokumentarfilm aus der Reihe: Der Osten – Entdecke wo du lebst von Kerstin Mauersberger, Länge: ca. 45 Minuten, EA: 27. Dezember 2020)<ref>Making of: „Sachsens Glanz und Preußens Gloria“. In: mdr.de. MDR, abgerufen am 27. Dezember 2020.</ref>
Verweise
- Vorlage:IMDb/1
- Vorlage:IMDb/1
- Vorlage:IMDb/1
- Sachsens Glanz und Preußens Gloria bei filmportal.de
- Sachsens Glanz und Preußens Gloria im Lexikon des internationalen Films
Belege <references />