Notice: Unexpected clearActionName after getActionName already called in /var/www/html/includes/context/RequestContext.php on line 338
Reiterdenkmal (Windhoek) – Wikipedia Zum Inhalt springen

Reiterdenkmal (Windhoek)

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
(Weitergeleitet von Südwester Reiter)
Reiterdenkmal
Nationales Erbe in Namibia Datei:Flag of Namibia.svg
Windhuk Alte Feste Innenhof Südwester-Reiter 4.jpg
Erbetyp Reiterdenkmal
Lage Windhoek
Geographische Koordinaten: 22° 34′ 7″ S, 17° 5′ 16″ OKoordinaten: 22° 34′ 7″ S, 17° 5′ 16″ O
 {{#coordinates:−22,568611111111|17,087777777778|primary
dim=100 globe= name=Reiterdenkmal region=NA-KH type=building
  }}
Reiterdenkmal (Windhoek) (Namibia)
Reiterdenkmal (Windhoek) (Namibia)
Entstehung 27. Januar 1912
Anerkennung
durch den Rat für Nationales Erbe
2. Januar 1969
Trägerschaft Namibisches Nationalmuseum
Website NHC Namibia

Das Reiterdenkmal (auch Südwester Reiter bzw. Reiter von Südwest) ist ein Reiterstandbild in Windhoek. Es wurde am 27. Januar 1912 eingeweiht und soll an die Kolonialkriege des deutschen Kaiserreichs gegen die Herero und Nama von 1903 bis 1907 in Deutsch-Südwestafrika erinnern.

Von seiner Einweihung 1912 bis zu seinem ersten Abbau 2009 stand es an dem Standort, an dem später das Unabhängigkeits-Gedenkmuseum errichtet wurde. Von seiner Wiedererrichtung am 14. November 2010 bis zu seinem Abbau am 25. Dezember 2013 stand es vor der Alten Feste an der Robert Mugabe Avenue (früher Leutweinstraße).

Beschreibung

Überblick

Der Errichtung eines Denkmals für die deutschen Kolonialtruppen im damaligen Südwestafrika ging ein Wettbewerb unter Bildhauern voraus. Mindestens vier Entwürfe wurden einer Kommission eingereicht, darunter befanden sich Modelle von Hans Weddo von Glümer, Otto Riesch und Adolf Kürle. Das Standbild von Kürle musste in einem zweiten Entwurf noch einmal überarbeitet werden und kam dann unter dem Arbeitstitel Reiter von Südwest zur Ausführung.<ref>Schwarz-weiße Bildsymbolik. Das Hamburger Wißmann-Denkmal im Vergleich zu Entwürfen in der damaligen Zeit auf www.afrika-hamburg.de; abgerufen am 17. April 2021.</ref>

Das Bronze-Reiterdenkmal von Adolf Kürle zeigt einen überlebensgroßen Schutztruppenreiter in Uniform. In seiner linken Hand hält er die Zügel seines ruhig dastehenden Pferdes, mit der Rechten umgreift er ein Gewehr, das er auf seinem Oberschenkel abstützt. Der bronzene Reiter steht auf einem Sockel aus unbehauenen Granitblöcken. Die Statue ist 4,5 Meter hoch, die Gesamthöhe betrug 9,5 Meter.<ref>freiburg-postkolonial.de: Das Reiterdenkmal in Windhoek (Namibia), abgerufen am 6. Juli 2018</ref> In der Vorderseite des Sockels ist eine Widmungstafel eingelassen, die die Opfer der Kolonialkriege auf deutscher Seite aufzählt.<ref name="Zeller">Joachim Zeller: Das Reiterdenkmal von Windhoek/Namibia, veröffentlicht auf der Homepage von Klaus Dierks, abgerufen am 17. April 2021.</ref>

Inschrift der Widmungstafel

Datei:Südwest Reiter Inschrift.jpg
Inschrift der Widmungstafel

Zum ehrenden Angedenken an die tapferen deutschen Krieger, welche fuer Kaiser und Reich zur Errettung und Erhaltung dieses Landes waehrend des Herero- und Hottentottenaufstandes 1903 bis 1907 und waehrend der Kalahari-Expedition 1908 ihr Leben ließen. Zum ehrenden Andenken auch an die deutschen Buerger, welche den Eingeborenen im Aufstande zum Opfer fielen. Gefallen, Verschollen, verunglueckt, ihren Wunden erlegen und an Krankheiten gestorben, von der Schutztruppe: Offiziere 100, Unteroffiziere 254, Reiter 1180, von der Marine: Offiziere 7, Unteroffiziere 13, Mannschaften 72, im Aufstande erschlagen: Maenner 119, Frauen 4, Kinder 1.

<ref name="Zeller"/>

Geschichte

Rezeption

Generell war das Denkmal in kontroverser Betrachtung und Diskussion, da es als Sinnbild der deutschen Kolonialzeit angesehen wird. So wurde es in der Vergangenheit mehrfach Ziel von Aktionen wie dem Anbringen einer Namibiaflagge.<ref>Allgemeine Zeitung: <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Reiter mit Fahne geschmückt (Memento vom 27. Oktober 2008 im Internet Archive), 24. Oktober 2008; abgerufen am 6. Juli 2018</ref><ref name="Zeller"/>

Umzug 2009

Das Monument wurde am 20. August 2009 abgebaut, weil an dieser historischen Stelle der Neubau des namibischen Unabhängigkeitsmuseums entstand.<ref>namibiansun.com: Historic Museum Nears Completion, 29. Dezember 2011; abgerufen am 6. Juli 2018.</ref> Das Denkmal sollte abgerissen und vernichtet werden, obwohl es zu dem Zeitpunkt den rechtlichen Status eines Nationaldenkmals hatte. Der Deutsche Kulturrat hat daraufhin einen Umzug auf eigene Faust initiiert und organisiert.<ref>Allgemeine Zeitung: <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Standbild in Windhoek zieht jetzt um (Memento vom 21. August 2009 im Internet Archive), abgerufen am 6. Juli 2018.</ref> Die Verschiebung war dennoch umstritten. So haben sich bei einer Umfrage unter 1427 Farbigen<ref>Allgemeine Zeitung: <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Nicht begeistert (Memento vom 23. September 2015 im Internet Archive), 19. August 2009, abgerufen am 7. Juli 2025.</ref> 87 % gegen den Umzug und für den Verbleib des Denkmals ausgesprochen. Der Umzug hat insgesamt N$ 773.000 an Sach- und Geldwerten gekostet.<ref>Allgemeine Zeitung: <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Teurer Umzug (Memento vom 4. März 2016 im Internet Archive), 5. Mai 2010, abgerufen am 6. Juli 2018.</ref>

An seinem neuen Standort, 100 Meter weiter südlich vor dem Haupteingang der Alten Feste, wurde das Reiterdenkmal am 14. November 2010 wieder eingeweiht.<ref>Allgemeine Zeitung: <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Reiterdenkmal am neuen Standort eingeweiht (Memento vom 23. September 2015 im Internet Archive), 15. November 2010; abgerufen am 6. Juli 2018.</ref>

Erneuter Umzug/Abriss 2013

Datei:Reiterdenkmal-Windhoek neueStatuen.jpg
Errichtung einer neuen Statue am zweiten Standort des Reiterdenkmals (Februar 2014)

Aus Anlass des Heldentages am 26. August 2013 hat Staatspräsident Pohamba den endgültigen Abbau des Reiterdenkmals empfohlen.<ref>Allgemeine Zeitung: <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Der Reiter muss weg (Memento vom 23. September 2015 im Internet Archive), 27. August 2013; abgerufen am 6. Juli 2018.</ref> Da am jetzigen Standort des Reiterdenkmals zwei Statuen durch das nordkoreanische Bauunternehmen Mansudae Overseas Projects aufgestellt wurden, musste das Reiterdenkmal erneut versetzt werden.<ref>Allgemeine Zeitung: <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Kompromiss zum Reiterdenkmal (Memento vom 25. April 2016 im Internet Archive), 22. Oktober 2013; abgerufen am 6. Juli 2018.</ref>

Das Standbild wurde unter strengen Sicherheitsmaßnahmen am Abend des 25. Dezember 2013 wieder abgebaut<ref>Hitradio Namibia: <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Nachrichten am Morgen (Memento vom 27. Dezember 2013 im Internet Archive), 26. Dezember 2013; abgerufen am 26. Dezember 2013.</ref> und anschließend in den abgeriegelten Hof der Alten Feste transportiert. Dort sollte es in einer Ecke auf einer Betonfläche aufgestellt werden.<ref name="az080114" /> Der Sockel wurde in den folgenden Tagen zerstört, die Gedenktafel durch schweres Gerät beschädigt und ebenfalls in den Innenhof verbracht.<ref name="az080114">Allgemeine Zeitung: <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Beschädigte Gedenktafel in der Alten Feste (Memento vom 8. Januar 2014 im Internet Archive), 8. Januar 2014; abgerufen am 8. Januar 2014</ref> Innerhalb der Einspruchsfrist zur Aberkennung des Status als Nationaldenkmal gingen mindestens 2200 Einsprüche beim namibischen Denkmalrat ein.<ref>Hitradio Namibia: <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Vorlage:Webarchiv/Wartung/TodayDer Wert des Parameters archive-today muss ein Datum der Form YYYYMMDD oder Zeitstempel der Form YYYY.MM.DD-hhmmss bzw. YYYYMMDDhhmmss sein., 18. Februar 2014; abgerufen am 15. März 2014.</ref> Während der Wunsch nach einer erneuten Versetzung auch bei Kritikern auf Verständnis traf, löste die überraschende nächtliche Aktion unter großem Polizeiaufgebot Empörung aus.<ref>Allgemeine Zeitung: Namibier äußern Erstaunen und Entsetzen, 27. Dezember 2013; abgerufen am 28. Dezember 2013.</ref>

Am 1. September 2014 bestätigte der Namibische Denkmalrat den Neuaufbau in der Alten Feste als einfaches Museumsstück (ohne Tafel und ohne Podest).<ref>The Namibian: Three new heritage sites proclaimed, 2. September 2014; abgerufen am 6. Juli 2018.</ref>

Deproklamierung 2014

Der namibische Denkmalrat teilte am 20. Dezember 2013 per Anzeige in zwei Tageszeitungen seinen Vorschlag mit, dem Reiterdenkmal den Status eines nationalen Denkmals (proklamiert am 2. Januar 1969)<ref>NHC Namibia: <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Denkmalsproklamation (Memento vom 6. Juli 2018 im Internet Archive), abgerufen am 6. Juli 2018.</ref> abzuerkennen.<ref>Eberhard Hofmann und Stefan Fischer: Heftige Resonanz auf staatliche Heimlichtuerei in Namibia. In: Allgemeine Zeitung Namibia, mit Genehmigung veröffentlicht auf der Homepage von Namibiana Buchdepot. 30. Dezember 2013, abgerufen am 28. Dezember 2025.</ref>

Die angekündigte Aberkennung wurde schließlich am 31. Juli 2014 bekannt gegeben. Am letzten Standort wurde Anfang März 2014 ein neuer Sockel mit den Statuen zweier Personen errichtet, die an den Kolonialkrieg erinnern sollen.<ref>National Heritage Council of Namibia: Notice of Removal of Equestrian Statue Monument as National Monument from National Heritage Register, National Heritage Act 2004, 31. Juli 2014, Nr. 274.</ref>

Galerie

Literatur

  • Gunter von Schumann, Gordon McGregor: Reiterdenkmal – 1912–2014 – Eine chronologische Dokumentation anhand von Berichten, Zeitungsartikeln und Bildermaterial. Kuiseb Verlag/Namibia Wissenschaftliche Gesellschaft, 2014, ISBN 978-99945-76-24-1.

Weblinks

Commons: Reiterdenkmal Windhoek – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

<references responsive />

Vorlage:Hinweisbaustein