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Südlicher Weißwangen-Schopfgibbon

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Südlicher Weißwangen-Schopfgibbon
Datei:Southern white-cheeked gibbon.jpg

weiblicher (links) und männlicher (rechts) Südlicher Weißwangen-Schopfgibbon (Nomascus siki)

Systematik
Teilordnung: Affen (Anthropoidea)
ohne Rang: Altweltaffen (Catarrhini)
Überfamilie: Menschenartige (Hominoidea)
Familie: Gibbons (Hylobatidae)
Gattung: Schopfgibbons (Nomascus)
Art: Südlicher Weißwangen-Schopfgibbon
Wissenschaftlicher Name
Nomascus siki
(Delacour, 1951)

Der Südliche Weißwangen-Schopfgibbon (Nomascus siki) ist eine Primatenart aus der Familie der Gibbons (Hylobatidae). Er galt als Unterart des (Nördlichen) Weißwangen-Schopfgibbons, bis 1983 zytogenetische Untersuchungen die Eigenständigkeit als eigene Art zeigten.<ref name="Couturier">J. Couturier, J.-M. Lernould: Karyotypic study of four gibbon forms provisionally considered as subspecies of Hylobates (Nomascus) concolor (Primates, Hylobatidae). In: Folia Primatologica 56, Nr. 2, 1991, S. 95–104, doi:10.1159/000156533.</ref>

Merkmale

Genaue Körpervermessungen sind nicht verfügbar. Südliche Weißwangen-Schopfgibbons erreichen ein Gewicht von bis zu 6 kg (Männchen) bzw. 7 kg (Weibchen).

Wie bei allen Schopfgibbons unterscheiden sich die Geschlechter deutlich in der Fellfärbung. Die Männchen und Jungtiere sind schwarz gefärbt und haben weiße Wangenfelder, die jedoch halb so lang wie die des Nördlichen Weißwangen-Schopfgibbons sind. Diese haben ein spitzes, oberes Ende und reichen bis an die Oberlippen und die Seiten des Kinns, sind jedoch nicht nach außen gerichtet wie bei dem Nördlichen Gelbwangen-Schopfgibbon (Nomascus annamensis) oder dem Südlichen Gelbwangen-Gibbon (N. gabriellae). Der Schopf ist gut sichtbar, aber nicht so stark wie bei dem Nördlichen Weißwangen-Schopfgibbon (N. leucogenys). Weibchen sind blass gelb bis orangegelb gefärbt, mit einem schwarzen Scheitelfleck und einem weißen Ring um das Gesicht und sind weitgehend nicht von den Weibchen des Nördlichen Weißwangen-Schopfgibbons zu unterscheiden.

Verbreitung und Lebensraum

Datei:Southern White-cheeked Gibbon area.png
Verbreitungskarte

Südliche Weißwangen-Gibbons leben im südlichen Laos und im mittleren Vietnam, der Mekong bildet die Westgrenze ihres Verbreitungsgebietes.<ref name="Ruppell" /> Im Süden überschneidet sich ihr Verbreitungsgebiet mit dem der Gelbwangen-Schopfgibbons. Sie kommen auch in China vor.<ref>Chan Bosco Pui Lok, Tan Xue-feng, Tan Wu-jing: @1@2Vorlage:Toter Link/www.primate-sg.orgRediscovery of the critically endangered eastern black crested gibbon Nomascus nasutus (Hylobatidae) in China, with preliminary notes on population size, ecology and conservation status. (Seite nicht mehr abrufbar, festgestellt im Mai 2019. Suche im Internet Archive )Vorlage:Toter Link/archivebot (PDF) In: Asian Primates Journal 1, Nr. 1, 2008, S. 17–25.</ref>

Hohe, hauptsächlich tropische, immergrüne Laubwälder und steile Karstwälder<ref>Tanja Haus, Martina Vogt, Bernhard Forster, Ngoc Thanh Vu, Thomas Ziegler: Distribution and population densities of diurnal primates in the karst forests of Phong Nha–Ke Bang National Park, Quang Binh province, Central Vietnam. In: International Journal of Primatology 30, Nr. 2, 2009, S. 301–312, doi:10.1007/s10764-009-9343-4.</ref> in 30 bis 1800 m Höhe stellen den Lebensraum dar. Wahrscheinlich ist die Art auch in höheren Lagen zu finden.

Lebensweise und Fortpflanzung

Südliche Weißwangengibbons sind tagaktive Baumbewohner und leben vermutlich in monogamen Paaren, die ihr Revier mit Duettgesängen kennzeichnen.<ref name="Ruppell">Julia C. Ruppell: Vocal diversity and taxonomy of Nomascus in Central Vietnam and Southern Laos. In: International Journal of Primatology 31, Nr. 1, 2010, S. 73–94.</ref>

Sie fressen vorrangig Früchte und ergänzen den Speiseplan mit Blättern und Blumen. Zwar ist sonst nur wenig über die Art bekannt, wahrscheinlich stimmen die Lebensweise und die Fortpflanzung mit anderen Arten der Gattung Nomascus größtenteils überein.

Hybride zwischen dem Südlichen Weißwangen-Schopfgibbon und dem Südlichen Gelbwangen-Schopfgibbon sind in freier Wildbahn im südlichen Laos und im südlichen Vietnam bekannt. Die Häufigkeit dieser Hybridisierungen ist jedoch unbekannt.<ref name="Couturier" />

Bedrohung

Der Südliche Weißwangen-Schopfgibbon wird von der IUCN als „endangered“ (stark gefährdet) klassifiziert. Er kommt in sechs Naturschutzgebieten vor, doch seine Häufigkeit ist nirgendwo gut dokumentiert. Die Hauptbedrohung ist die Jagd, sei es als Nahrungsmittel, für traditionelle, asiatische Medizin oder für den Haustiermarkt (vor allem Jungtiere). Dies wird durch die Habitatzerstörung und manchmal durch die Urbanisierung verschärft. Lebensraumverlust ist in Vietnam ein größeres Problem als in Laos, da die Bevölkerung hier stark wächst und Holz und Platz für Nutzflächen benötigt werden. Die Reduzierung dieser Bedrohungen ist der Schlüssel zum Schutz des Südlichen Weißwangen-Schopfgibbons.<ref>Russell A. Mittermeier, Anthony B. Rylands, Don E. Wilson: Handbook of the Mammals of the World. Band 3: Primates. S. 779–780.</ref><ref>Thomas Geissmann: <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Status reassessment of the gibbons: results of the Asian primate red list workshop 2006. (Memento des Vorlage:IconExternal vom 28. März 2012 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/gibbonconservation.org (PDF) In: Gibbon Journal 3, 2007, S. 5–15.</ref>

Einzelnachweise

<references />

Literatur

  • Thomas Geissmann: Vergleichende Primatologie. Springer, Berlin 2003, ISBN 3-540-43645-6.
  • D. E. Wilson, D. M. Reeder: Mammal Species of the World. Johns Hopkins University Press, 2005, ISBN 0-8018-8221-4.
  • Russell A. Mittermeier, Anthony B. Rylands, Don E. Wilson: Handbook of the Mammals of the World. Band 3: Primates. Lynx Edition, Barcelona 2013, ISBN 978-84-96553-89-7, S. 790.

Weblinks