Südliche Qi-Dynastie
Die Südliche Qi-Dynastie bezeichnet eine Epoche des chinesischen Kaiserreichs, die von 479 bis 502 dauerte.
Die Südliche Qi-Dynastie fiel in die Zeit der Teilung Chinas in einen Süd- und einen Nordteil nach dem Ende der Jin-Dynastie; man spricht auch von der Zeit der Südlichen und Nördlichen Dynastien (chinesisch {{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Multilingual:153: attempt to index field 'data' (a nil value), Pinyin {{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Multilingual:153: attempt to index field 'data' (a nil value) 420-581). Dabei bildete die Südliche Qi-Dynastie die zweite der Südlichen Dynastien, wobei sie der Früheren Song-Dynastie (420-479) folgte und selbst von der Liang-Dynastie (502-557) abgelöst wurde.
Im Norden stand ihr die Nördliche-Wei-Dynastie gegenüber, die von den nomadischen Tuoba 385 begründet worden war. Die Nordgrenze der Südlichen Qi-Dynastie verlief dabei rund 100 km südlich des Huanghe.
Geschichte
Gründung
Die von Angehörigen der Liu-Familie gegründete Frühere Song-Dynastie erlebte in den letzten drei Jahrzehnten ihres Bestehens infolge fortwährender interner Querelen zwischen den kaiserlichen Prinzen einen Niedergang. Gleichzeitig schwächten verstärkte Angriffe des Nördlichen Wei-Reiches, das Nordchina beherrschte, die Zentralmacht der Song-Dynastie. Nachdem der minderjährige Liu Yu 472 als Kaiser Houfeidi auf den Thron gekommen war, rebellierte sein einziger die vorangegangenen Machtkämpfe überlebender Onkel Liu Xiufan 474 gegen ihn. Liu Xiufan stellte Truppen auf und marschierte mit ihnen gegen die Hauptstadt Jiankang (heute Nanjing). Der Feldherr Xiao Daocheng, der aus einer in der Donghai-Region (im heutigen Jiangsu) ansässigen unbedeutenden Familie stammte, hatte unter der Song-Dynastie eine Militärkarriere gemacht und schlug nun den Aufstand des Prinzen nieder. Daraufhin wurde er zur beherrschenden Persönlichkeit am Kaiserhof. Er nutzte den Machtverlust der Kaiserfamilie zur weiteren Stärkung seiner Position, ließ 477 Houfeidi töten und setzte dessen Bruder Liu Zhun auf den Thron, der den postumen Kaisernamen Shundi erhielt. 478 unterdrückte Xiao Daocheng die Revolte von Shen Youzi, dem Statthalter der Provinz Jing in der strategisch wichtigen Region am mittleren Jangtsekiang. Im nächsten Jahr entthronte er Shundi und ließ ihn töten, woraufhin er die Südliche Qi-Dynastie gründete. Er erhielt später als deren erster Kaiser den postumen Namen Gao Di.<ref name=Graff-88>David A. Graff: Medieval Chinese Warfare, 300-900, 2002, S. 88.</ref><ref>Victor Cunrui Xiong: Historical Dictionary of Medieval China, 2009, S. 17.</ref> 481 errang er einen bedeutenden Sieg gegen die Wei nördlich des Huai He.<ref>Jacques Gernet: Die chinesische Welt. Suhrkamp, Frankfurt am Main 1988 (französische Originalausgabe Paris 1972), ISBN 3-518-38005-2, S. 588.</ref>
Blütezeit
Während der nur zwei Jahrzehnte währenden Qi-Dynastie vermochten deren Herrscher ihre Zentralmacht auf Kosten des lokalen Adels auszuweiten. Ferner blühte während dieser Periode der Großhandel im Tal des Jangtsekiang und generell in Südchina auf. Die Qi-Kaiser begünstigten auch den Aufstieg von Angehörigen unterer Bevölkerungsschichten in hohe Ämter.<ref>Jacques Gernet: Die chinesische Welt, 1988, S. 158.</ref> So beauftragte der Dynastiegründer, Kaiser Gao Di, Beamte niedriger Herkunft mit der Überwachung von Verwandten, nämlich den aus seiner Sippe stammenden Prinzen, in den ihnen anvertrauten Gebieten, um ihre Verwaltung zu kontrollieren und um frühzeitig über etwaige Aufstandsversuche informiert zu werden. Ferner übertrug er seinen Verwandten Militärkommandos in den Provinzen, die ihnen nur relativ geringe Macht verliehen. Mit dieser Strategie versuchte er die Mechanismen zu verhindern, die zu den Machtkämpfen innerhalb des Kaiserhauses der Song geführt hatten. Mitglieder der Xiao-Familie heirateten Angehörige der lokalen Eliten und nicht Nachkommen nordchinesischer Einwandererfamilien.<ref>Emperor Qi Gaodi, in: Chinaknowledge – An Encyclopedia on Chinese History and Literature.</ref>
Nach dem Tod von Gao Di († 482) folgte ihm sein Sohn Xiao Ze als Kaiser Wu Di. Der Dynastiegründer hatte beschlossen, das Vergehen der Fälschung des Bevölkerungsregisters, auf dem die Einhebung der Steuern beruhte, streng zu ahnden. Es wurde eine umfassende Überprüfung der Haushaltsregister angeordnet, um die zu Steuerabgaben und öffentlichen Arbeitsleistungen verpflichteten Haushalte zu ermitteln. Familien, die sich falsch registriert hatten, um der Zahlung von Steuern zu entgehen, wurden als steuerpflichtige Haushalte eingestuft. Dies führte 485 unter Kaiser Wu Di in der Region um Yangzhou zum Aufstand von Tang Yuzhi, der sogar den Titel eines Kaisers von Wu annahm. Die Revolte wurde bald von Regierungstruppen unterdrückt. Ansonsten war die Regierungszeit von Wu Di relativ friedlich; es gab keine größeren Kriege. So waren literarische und kulturelle Aktivitäten möglich.<ref name=Southern-Qi>Southern Qi Dynasty, in: Chinaknowledge – An Encyclopedia on Chinese History and Literature.</ref>
Interne Machtkämpfe und Niedergang
Kaiser Wu Di starb nach elfjähriger Herrschaft im August 493. Der mächtigste Mann des kaiserlichen Clans war damals Xiao Luan, ein Neffe des Dynastiegründers Gao Di. Er setzte zwei Enkel des Kaisers Wu Di, nämlich Xiao Zhao Ye und anschließend Xiao Zhao Wen, auf den Thron und ließ jeden von ihnen jeweils nach kurzer Zeit beseitigen. Daraufhin übernahm er 494 als Kaiser Ming Di selbst die Herrschaft. Seine Regierungszeit war von Säuberungsaktionen geprägt, die den Hof und die kaiserliche Sippe betrafen. So ließ er zahlreiche Prinzen aus der Nachkommenschaft der Kaiser Gao Di und Wu Di eliminieren. Während seiner Herrschaft erlitt der Qi-General Cui Huijing bei einem Einfall der Nördlichen Wei in das Tal des Han-Flusses eine vernichtende Niederlage. Nach Ming Dis Tod 498 folgte ihm sein Sohn Xiao Bao Juan, der die despotische Politik seines Vaters fortsetzte. Er soll mehrere Höflinge beseitigt, dem Volks sehr hohe Steuern und Fronarbeiten auferlegt und extravagante Ausgaben getätigt haben. Meist wird er mit seinem Titel Marquis von Donghun bezeichnet, auf den er postum degradiert wurde.<ref>Victor Cunrui Xiong: Historical Dictionary of Medieval China, 2009, S. 126.</ref><ref name=Southern-Qi/>
Im Jahr 500 mussten die Truppen der Qi am Zusammenfluss von Fei und Huai eine schwere Niederlage gegen Heere der Nördlichen Wei einstecken und verloren an diese bedeutende Gebiete. Damals kam es in mehreren Provinzen des Reichs zu Unruhen. Ein Bruder des Kaisers, Xiao Bao Rong, erhob von seiner Basis Jiangling aus Anspruch auf den Thron. Einer seiner Vettern, Xiao Yan, Statthalter der benachbarten Provinz Yong, unterstützte ihn und übernahm die Führung der aufständischen Truppen. Als er sich 501 der Hauptstadt Jiankang näherte, ermordeten Mitglieder des Hofes den Kaiser und öffneten Xiao Yan die Tore. Xiao Bao Rong wurde unter dem postumen Namen He Di neuer Kaiser, doch Xiao Yan, der eigentliche Sieger, stürzte ihn im nächsten Jahr. Unter der Bezeichnung Liang Wu Di wurde er erster Kaiser der von ihm gestifteten Liang-Dynastie.<ref name=Graff-88/><ref>Victor Cunrui Xiong: Historical Dictionary of Medieval China, 2009, S. 18.</ref>
Literatur
Kurze Friedensperioden, in denen am kaiserlichen Hof Ruhe herrschte, vor allem die von 483-493 dauernde Yongming-Ära („ewiger Glanz“), die der Regierungszeit von Kaiser Wu Di entspricht, ermöglichten literarische und kulturelle Tätigkeiten. Der zweite Sohn Wu Dis. Xiao Ziliang (* 460; † 494), Prinz von Jingling,<ref>Xiao Ziliang, in: Chinaknowledge – An Encyclopedia on Chinese History and Literature.</ref> wurde zu einer prägenden Persönlichkeit des damaligen Geisteslebens. Er empfing die bedeutendsten Gelehrten des Reichs in seiner Residenz in den westlichen Vororten der Hauptstadt und förderte einen Kreis von Literaten, der als die „Acht Freunde von Jingling“ bezeichnet wurde. Zu ihnen gehörten Xie Tiao (* 464; † 499) und Shen Yue (* 441; † 513), die von späteren Generationen als die brillantesten Dichter ihrer Zeit anerkannt wurden und sich insbesondere in der Landschaftsdichtung auszeichneten. Xie Tao stammte aus demselben Geschlecht wie Xie Lingyun, der große Landschaftspoet der Östlichen Jin-Dynastie. Ferner zählte zum erwähnten Autorenkreis auch Prinz Xiao Yan, der die Qi-Dynastie stürzen sollte. Bei ihren Treffen veranstalteten die Literaten poetische Wettkämpfe, bei denen sie kurze Gedichte über verschiedene Dinge (die „Gedichte über Dinge“, chinesisch yongwu shi) improvisieren mussten, zum Beispiel über einen Gegenstand, eine Pflanze, einen Vogel, den Mond usw. Sie verwendeten immer häufiger den Vierzeiler, da die damalige Poesie durch eine Vorliebe für kurze lyrische Texte gekennzeichnet war. Zweifellos nach dem Vorbild buddhistischer Gesänge entwickelten einige dieser Dichter eine besondere Verskunst, die auf dem Wechselspiel zwischen den vier Tonhöhen sowie zwischen den als „schwer“ und „leicht“ empfundenen Lauten beruhte – ein Stil, der von den Dichtern der Tang-Zeit sehr geschätzt wurde. Der literarische Zirkel der Acht Freunde konnte so seine Dichtkunst auf der Basis gemeinsamer Vorstellungen entwickeln und präferierte einen fließenden und sanften Stil (Liubian). Dies unterschied ihn von anderen literarischen Kreisen früherer Epochen wie den Sieben Gelehrten von Jian’an oder den 24 Freunden von Jia Mi, deren schriftstellerisches Schaffen vielfältiger war. In der Folge fiel der Dichterkreis der Acht Freunde den am Kaiserhof ausgebrochenen Wirren zum Opfer, die zum Tod einiger seiner Mitglieder wie Wang Rong und Xie Tiao führten, während andere wie Shen Yue den Dynastiewechsel überlebten und als Übergangsglieder zwischen dieser Generation und der ebenso, wenn nicht sogar noch berühmteren Generation der Liang-Dynastie fungierten.<ref>Xiaofen Tian: From the Eastern Jin through the early Tang (317–649), in: Kang-i Sun Chang, Stephen Owen (Hrsg.): The Cambridge History of Chinese Literature, Bd. 1: To 1375, Cambridge University Press, Cambridge 2010, S. 244–249.</ref>
Ein weiterer bedeutender Dichter der Ära de Qi-Dynastie, Jiang Yan (* 444; † 505), war kein Neuerer, sondern ein Nachahmer großer Vorbilder der Vergangenheit (u. a. Gesänge aus Chu, Tao Yuanming, Bao Zhao) und wurde von Xiao Daocheng mit dem Verfassen offizieller Edikte beauftragt. Er veröffentlichte seine eigenen Schriften zweimal in Form von Anthologien, die durch eine Autobiographie ergänzt wurden.<ref>Xiaofen Tian, in: Kang-i Sun Chang, Stephen Owen (Hrsg.): The Cambridge History of Chinese Literature, Bd. 1, 2010, S. 240–241.</ref>
Auf dem Gebiet der Historiographie verfasste Shen Yue das Song Shu („Buch von Song“), das er dem Kaiser Wu Di im Jahr 488 vorlegte. Gemäß der Tradition dynastischer Geschichtsschreibung geht es weit über den im Titel angegebenen Umfang hinaus und enthält kommentierte Biographien – insbesondere die des Dichters Xie Lingyun, die ein echtes Werk der Geschichtsschreibung und Literaturkritik darstellt, dessen Erörterungen bis zur vorkaiserlichen Zeit zurückreichen – sowie verschiedene Abhandlungen, darunter einen Traktat über Musik, der auch vergangene Epochen ab der Han-Dynastie diskutiert.<ref>Xiaofen Tian, in: Kang-i Sun Chang, Stephen Owen (Hrsg.): The Cambridge History of Chinese Literature, Bd. 1, 2010, S. 234.</ref>
Religion
Der Buddhismus wurde von der Kaiserfamilie Xiao und zahlreichen Adligen an deren Hof gefördert. Dies verlieh ihm einen weiteren Aufschwung in Südchina. Der Prinz von Jingling begünstigte nicht nur literarische Studien, sondern war auch ein gläubiger Buddhist. Der Gelehrtenkreis, dessen Mittelpunkt er bildete, diskutierte religiöse Fragen, wie etwa die Kontroverse darüber, ob der Geist vergänglich sei oder nicht. Dieser Disput war ein wichtiges Thema damaliger intellektueller Zirkel. Der Prinz lud Mönche zur Abhaltung von Predigten in seine Residenz ein, organisierte das Abschreiben und Verfassen geistlicher Texte und leitete Fastenzeiten.<ref>John Lagerwey: Religion et politique pendant la période de Division, in: Derselbe (Hrsg.): Religion et société en Chine ancienne et médiévale, Paris, 2009, S. 417.</ref>
Die Beliebtheit des Buddhismus bei den Eliten der Südlichen Qi zeigt sich auch in der Aushebung von Grotten auf dem Qixia Shan, etwa 20 km nordöstlich von Jiankang. Diese Arbeiten begannen in den 480er Jahren auf Betreiben von Ming Shengshao, einem Gelehrten, der sich für ein Leben als Einsiedler entschieden hatte, und seinem Sohn Ming Zhongzhang. Sie ließen Nischen mit monumentalen Statuen von Amitabha und Bodhisattva errichten. Der Prinz von Jingling und seine Brüder, darunter der Kronprinz Wenhui, trugen zur Finanzierung des Vorhabens bei. Weitere Projekte zur Schaffung von Grotten und Nischen wurden initiiert, wobei Prinzen und Aristokraten, darunter Frauen, Statuen in Auftrag gaben, um ihnen selbst und der kaiserlichen Familie Segen zu bringen. Die erhaltenen Werke aus dieser Epoche zeugen von der Popularität der Reinen-Land-Schule des Buddha Amitabha sowie des Lotos-Sutra.<ref>W. Lin: The Southern Dynasties (420–589) Buddhist Caves at Qixiashan, China, in: Southeast Review of Asian Studies 31, 2009, S. 254–261.</ref>
Kaisergräber
Die Gräber der Kaiser der Südlichen Qi-Dynastie wurden im Nordosten des Kreises Danyang in einem Hügelgebiet entdeckt, ebenso wie Kaisergräber anderer Südlicher Dynastien. Die Identität der Bestatteten ist mangels hinreichender schriftlicher Zeugnisse umstritten. Eine Ausnahme bildet das Grab von Xiantangwan, in dem Xiao Daocheng bestattet wurde, der Vater von Kaiser Ming Di, der von seinem Sohn nach dessen Thronbesteigung posthum ebenfalls zum Kaiser erhoben wurde. Es fand die Freilegung von drei in der Endzeit der Qi-Dynastie (zwischen 493 und 502) entstandenen Gräbern statt, die alle geplündert waren. Sie folgen dem klassischen Aufbau südchinesischer Gräber, die in einem Schacht errichtet wurden, der später mit Erde aufgefüllt wurde. Sie bestehen aus einer geräumigen (mehr als 50 Quadratmeter großen) Grabkammer mit einem Kraggewölbe, deren Wände sich aus mehreren Ziegelschichten zusammensetzen und außen verstärkt sind. Ihr Grundriss war rechteckig mit leicht abgerundeten Ecken. Die in die Gräber führenden Gänge waren mit zwei Steintüren verschlossen und von Mauern umgeben.<ref>Albert E. Dien: Six Dynasties Civilization, 2007, S. 176–179.</ref>
Die Wände der freigelegten Grabkammern waren mit Formziegeln mit einem ähnlichen Motiv verziert (auch wenn keines der Gräber dieses Motiv vollständig aufweist). Am Eingang waren Tiere (Löwen) und Krieger als Grabwächter mit himmlischen Symbolen (z. B. Mond) abgebildet, und in der Kammer selbst weitere Fabeltiere (Großer Tiger und Großer Drache), die von geflügelten Himmelwesen überragt wurden. Diese Figuren verweisen auf die Unsterblichkeit und Zukunft der Seele des Verstorbenen. Außerdem wurden die Sieben Weisen des Bambushains, eine insbesondere von den Taoisten idealisierte Dichtergruppe, in Festmahlszenen dargestellt. Vielleicht sollten sie den Verstorbenen begleiten und ihn einladen, sich ihnen anzuschließen.<ref>Untersuchung des Grabdekors und seines Kontextes in: A. G. Spiro: Contemplating the Ancients. Aesthetic and Social Issues in Early Chinese Portraiture, Berkeley 1990, S. 122–152.</ref>
Eine ähnliche Darstellung der Sieben Weisen wurde im Grab von Xishanqiao südlich von Nanjing entdeckt, das somit aus derselben Zeit stammen dürfte, wenn auch etwas früher (die Ausgräber datierten es zunächst in die erste Hälfte des 5. Jahrhunderts).<ref>James C. Y. Watt (Hrsg.): China: Dawn of a Golden Age, 200-750 AD, New York und London, ISBN 978-0300104875, S. 206–209.</ref> Es hat eine 6,85 Meter lange und 3,1 Meter breite Grabkammer, zu der ein kleiner Gang führt, und ist nach dem gleichen Prinzip wie die Gräber der Kaiserfamilie angelegt, jedoch weitaus kleiner. Die Grabkammer enthielt eine Plattform, auf der mehrere einen Sarkophag bildende Steinplatten freigelegt wurden. In diesem Sarkophag befanden sich zwei Holzsärge, die verschollen sind. Zu den Grabbeigaben gehörten Münzen, Keramik, insbesondere für die Südlichen Dynastien typische glasierte Vasen, sowie drei Terrakottafiguren.<ref>A. G. Spiro: Contemplating the Ancients. Aesthetic and Social Issues in Early Chinese Portraiture, Berkeley 1990, S. 44–64.</ref>
Herrscher
Die Dynastie umfasste folgende Kaiser:
| Postumer Name | Familienname und Vorname | Zeit der Herrschaft | Äranamen und ihre Dauer |
|---|---|---|---|
| Konvention: Qi + postumer Name | |||
| Gao Di (高帝 gāo dì) | Xiao Dao Cheng (蕭道成 xiāo daò chéng) | 479-482 | Jianyuan (建元 jiàn yuán) 479–482 |
| Wu Di (武帝 wǔ jìng dì) | Xiao Ze (蕭賾 xiāo zé) | 483-493 | Yongming (永明 yǒng míng) 483–493 |
| Yu Lin Wang (鬱林王 yù lín wáng) | Xiao Zhao Ye (蕭昭業 xiāo zhāo yè) | 494 | Longchang (隆昌 lóng chāng) 494 |
| Hai Ling Wang (海陵王 hǎi líng wáng) | Xiao Zhao Wen (蕭昭文 xiāo zhāo wén) | 494 | Yanxing (延興 yán xīng) 494 |
| Ming Di (明帝 míng dì) | Xiao Luan (蕭鸞 xiāo luán) | 494-498 | Jianwu (建武 jiàn wǔ) 494–498 Yongtai (永泰 yǒng tài) 498 |
| Dong Hun Hou (東昏侯 dōng hūn hóu) | Xiao Bao Juan (蕭寶卷 xiāo bǎo juǎn) | 499-501 | Yongyuan (永元 yǒng yuán) 499–501 |
| He Di (和帝 hé dì) | Xiao Bao Rong (蕭寶融 xiāo bǎo róng) | 501-502 | Zhongxing (中興 zhōng xīng) 501–502 |
Siehe auch
Literatur
- Pablo Ariel Blistein: Le haut Moyen-Âge chinois: Histoire générale de la Chine (220-589), Les Belles Lettres, Paris 2024.
- Andrew Chittick: The Southern Dynasties, in: Albert E. Dien und Keith N. Knapp (Hrsg.): The Cambridge History of China, Bd. 2: The Six dynasties, 220-589, Cambridge University Press, Cambridge 2019, ISBN 978-1-107-02077-1, S. 237–272.
- Victor Cunrui Xiong: Historical Dictionary of Medieval China, Teil der Reihe Historical dictionaries of ancient civilizations and historical eras, Scarecrow Press, Lanham 2009, 731 p., ISBN 978-0-8108-6053-7.
- Albert E. Dien: Six Dynasties Civilization, Teil der Serie Early Chinese civilization series, Yale University Press, New Haven 2007.
- David A. Graff: Medieval Chinese Warfare, 300-900, Routledge, London und New York 2002.
- Mark Edward Lewis: China Between Empires: The Northern and Southern Dynasties, Teil der Serie History of imperial China, Belknap Press of Harvard University Press, Cambridge und London 2009.
- François Martin et Damien Chaussende (Hrsg.): Dictionnaire biographique du haut Moyen Âge chinois, Les Belles Lettres, Paris 2020.
Anmerkungen
<references/>