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Südliche Pampaskatze

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Südliche Pampaskatze
Datei:Leopardus pajeros 20101006.jpg

Südliche Pampaskatze (Leopardus pajeros)

Systematik
Ordnung: Raubtiere (Carnivora)
Unterordnung: Katzenartige (Feliformia)
Familie: Katzen (Felidae)
Unterfamilie: Kleinkatzen (Felinae)
Gattung: Pardelkatzen (Leopardus)
Art: Südliche Pampaskatze
Wissenschaftlicher Name
Leopardus pajeros
(Desmarest, 1816)
Datei:L pajeros.png
Das Verbreitungsgebiet der Südlichen Pampaskatze

Die Südliche Pampaskatze (Leopardus pajeros) (engl.: Southern pampas cat) ist eine Kleinkatzenart aus der Gattung der Pardelkatzen, die im südlichen Südamerika östlich der Anden vom nordwestlichen Argentinien (Provinz Catamarca) bis zur Magellanstraße vorkommt.<ref name="do Nascimento"/>

Merkmale

Die Körpergröße der Südlichen Pampaskatze ist variabel und reicht von kleinen Tieren mit einer Kopf-Rumpf-Länge von etwa 46 Zentimetern und einer Schwanzlänge von 23 Zentimetern bis zu großen Tieren mit einer Kopf-Rumpf-Länge von etwa 75 Zentimetern und einer Schwanzlänge von 29 Zentimetern.<ref name="García-Perea 1994" />

Die Südliche Pampaskatze hat eine graubraune Grundfarbe. Die Körperseiten sind ungemustert oder mit undeutlichen dunkelbraunen oder dunkel gelbbraunen schrägen Linien versehen. Auf der hellen Kehle sind schwarze, dunkelbraune, gelbbraune oder dunkelgelbe Streifen zu sehen. Einer ist immer deutlich breiter als die übrigen. Der Schwanz ist braungrau und nicht geringelt. Die Schwanzspitze ist nicht farblich vom Rest des Schwanzes abgesetzt.<ref name="do Nascimento"/>

Lebensweise

Über die Lebensweise der Art liegen nur wenige Informationen vor. Sie ernährt sich räuberisch vor allem von Nagetieren wie Wühlern (Cricetidae) und Kammratten (Ctenomys), die entsprechend einer Erhebung in der argentinischen Provinz Mendoza etwa 92 % der Gesamtnahrung ausmachen. Ergänzt wird das Nahrungsspektrum durch kleine Eidechsen und Vögel,<ref name="García Esponda 2009" /> darunter auch nestjunge Pinguine sowie Pinguineier.<ref name="HMW" />

Systematik

Die Art wurde im Jahr 1816 durch den französischen Zoologen Anselme Gaëtan Desmarest unter der Bezeichnung Felis pajeros erstmals wissenschaftlich beschrieben.<ref name="Desmarest"/> Sie galt lange Zeit als Unterart von Leopardus colocolo. Die spanische Zoologin Rosa García-Perea teilte die Pampaskatze 1994 in drei Arten auf (Lynchailurus pajeros, L. colocolo und L. braccatus) und gab ihnen die Gattungsbezeichnung Lynchailurus, die durch den russischen Naturforscher Nikolai Severtzov eingeführt wurde.<ref name="García-Perea 1994" /> Johnson und Kollegen konnten 1999 in einer molekularbiologischen Untersuchung der Kleinkatzen Südamerikas die Arttrennung nicht nachvollziehen. Sie stellten zwar innerhalb der betrachteten Proben der Pampaskatzen Cluster fest, die die nähere Verwandtschaft regional nahe beieinander lebende Gruppen der Katzen aufzeigen, diese deckten sich jedoch nicht mit den Arten, die von García-Perea beschrieben wurden.<ref name="Johnson et al. 1999" /> Die Aufteilung in drei Arten wurde in den Mammal Species of the World, einem im Jahr 2005 erschienenen Standardwerk zur Mammalogie so übernommen, die drei Arten wurden aber in die Gattung der Pardelkatzen (Leopardus) gestellt.<ref name="Wilson & Reeder 2005" />

Datei:Ueber Felis Guiña Molina und über die Schädelbildung bei Felis Pajeros und Felis colocolo (1870) Leopardus colocola.png
Schädel von L. colocolo und von L. pajeros

Im Handbook of the Mammals of the World, einem weiteren Standardwerk, dessen Raubtierband im Jahr 2009 erschien, wurde Leopardus pajeros wieder als Unterart der Pampaskatze zugeordnet und auch die Fachgruppe des internationalen Umweltschutzverbandes (IUCN/SSC Cat Specialist Specialist Group) führt L. pajeros als Unterart der Pampaskatze,<ref>http://www.catsg.org/index.php?id=87</ref><ref name="IUCN" /> betont in einer 2017 veröffentlichten Revision der Katzensystematik jedoch das einige Unterarten der Pampaskatze in Zukunft nach weiteren Untersuchungen den Status selbständiger Arten erhalten könnten.<ref name="Kitchener et al"/> In einer im Juni 2020 veröffentlichten Revision der Pampaskatzengruppe wurde der Artstatus der Südlichen Pampaskatze schließlich bestätigt, nachdem in der Pampaskatzengruppe fünf Kladen gefunden wurden, die sich in der Schädelmorphologie, der Fellfarbe und in ihrem Genom unterschieden und die auch unterschiedliche Verbreitungsgebiete haben.<ref name="do Nascimento"/> Felis pajeros crucina, unter dieser Bezeichnung beschrieb der britische Zoologe Oldfield Thomas eine Katze, die im Jahr 1834 von Charles Darwin im südlichen Patagonien gesammelt wurde, gilt als Synonym von Leopardus pajeros.<ref name="Thomas"/>

Belege

<references> <ref name="Desmarest">Anselme Gaëtan Desmarest (1816) Chat, Felis, Linn., Briss., Schreb., Cuv. In: Nouveau dictionnaire d’histoire naturelle, appliquée aux arts, a l’agriculture, a l’économie rurale et domestique, a la médecine, etc. par une société de naturalistes et d’agriculteurs (nouv. ed.), tome VI. Paris: Deterville, 73–123.</ref>

<ref name="García Esponda 2009">César M. García Esponda, Joaquín D. Carrera1, Germán J. Moreira, Ada V. Cazón, Luciano J. M. De Santis: Microvertebrados depredados por Leopardus pajeros (Carnivora: Felidae) en el sur de la Provincia de Mendoza, Argentina. Mastozoología neotropical 16 (2), 2009; S. 456–457.</ref>

<ref name="García-Perea 1994">Rosa García-Perea: The Pampas Cat Group (Genus Lynchailurus Severtzov, 1858) (Carnivora: Felidae), a Systematic and Biogeographic Review. American Museum Novitates 3096, 1994; S. 1–36.</ref>

<ref name="HMW">Mel E. Sunquist & Fiona C. Sunquist: Family Felidae (Cats). Seite 146 in Don E. Wilson, Russell A. Mittermeier: Handbook of the Mammals of the World – Volume 1 Carnivores. Lynx Editions, 2009, ISBN 978-84-96553-49-1</ref>

<ref name="IUCN">[[[:Vorlage:IUCN/Weblink]] Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:IUCN“ ist nicht vorhanden.] in der Roten Liste gefährdeter Arten der IUCN 2008. Eingestellt von: T. de Oliveira et al., 2008. Abgerufen am Vorlage:FormatDateSimple.</ref>

<ref name="Johnson et al. 1999">Warren E. Johnson, Jill Pecon Slattery, Eduardo Eizirik, Jae-Heup Kim, Marilyn Menotti Raymond, Cristian Bonacic, Richard Cambre, Peter Crawshaw, Adauto Nunes, Héctor N. Seuánez, Miguael Angelo Martins Moreira, Kevin L. Seymour, Faiçal Simon, William Swansson, Stephen J. O’Brien: Disparate phylogeographic patterns of molecular genetic variation in four closely related South American small cat species. Molecular Ecology 8, 1999: S79-S94, doi: 10.1046/j.1365-294X.1999.00796.x.</ref>

<ref name="Kitchener et al">Kitchener A. C., Breitenmoser-Würsten Ch., Eizirik E., Gentry A., Werdelin L., Wilting A., Yamaguchi N., Abramov A. V., Christiansen P., Driscoll C., Duckworth J. W., Johnson W., Luo S.-J., Meijaard E., O’Donoghue P., Sanderson J., Seymour K., Bruford M., Groves C., Hoffmann M., Nowell K., Timmons Z. & Tobe S. 2017. A revised taxonomy of the Felidae. The final report of the Cat Classification Task Force of the IUCN/SSC Cat Specialist Group. Cat News Special Issue 11, 80 pp.</ref>

<ref name="do Nascimento">Fabio Oliveira do Nascimento, Jilong Cheng und Anderson Feijó (2020). Taxonomic revision of the pampas cat Leopardus colocola complex (Carnivora: Felidae): an integrative approach. Zoological Journal of the Linnean Society, XX, 1–37, doi:10.1093/zoolinnean/zlaa043</ref>

<ref name="Wilson & Reeder 2005">Don E. Wilson & DeeAnn M. Reeder (Hrsg.): Leopardus in Mammal Species of the World. A Taxonomic and Geographic Reference (3rd ed).</ref>

<ref name="Thomas">Oldfield Thomas (1901): New Neotropical mammals, with a note on the species of Reithrodon. Annals and Magazine of Natural History 7: 246–248</ref> </references>