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Südöstlicher Aronstab

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Südöstlicher Aronstab
Datei:Arum cylindraceum1.JPG

Südöstlicher Aronstab; rechts blüht ein Maiglöckchen (Convallaria majalis)

Systematik
Monokotyledonen
Ordnung: Froschlöffelartige (Alismatales)
Familie: Aronstabgewächse (Araceae)
Unterfamilie: Aroideae
Gattung: Aronstab (Arum)
Art: Südöstlicher Aronstab
Wissenschaftlicher Name
Arum cylindraceum
Gasp.

Der Südöstliche Aronstab (Arum cylindraceum) ist eine Pflanzenart aus der Gattung Aronstab (Arum) in der Familie der Aronstabgewächse (Araceae).

Beschreibung

Vegetative Merkmale

Der Südöstliche Aronstab ist eine ausdauernde krautige Pflanze, die Wuchshöhen von 15 bis 40 Zentimeter erreicht. Dieser Geophyt bildet als Überdauerungsorgan eine waagerechte und scheibenförmige Knolle aus. Diese Knolle ist deutlich etwas flachgedrückt, selten fast kugelig; ihr Querdurchmesser überragt meist die Länge.<ref name="Riedl1980" /> Der Durchmesser beträgt bis zu 4 Zentimeter.<ref name="Riedl1980" /> Sie steht aufrecht oder horizontal im Boden.<ref name="Schmeil und Fitschen2019" /> Von dieser Knolle gehen kurze Adventivsprosse aus, welche sich gelegentlich zu unabhängigen Pflanzen entwickeln, so dass horstförmige Kolonien entstehen. Der Stängel wird beinahe so lang oder länger als die Blattstiele. Die Blattspreite weist nie Flecken auf.

Datei:Arum cylindraceum3.JPG
Blütenstand (geöffnet)
Datei:Arum cylindraceum4.JPG
Fruchtstand

Generative Merkmale

Die Blütezeit reicht von April bis Mai. Der geruchlose<ref name="Hadjikyriakou" /><ref name="Boyce1993" /> Blütenstand besteht aus Spatha und Kolben. Die Spatha ist hellgrün, seltener weißlich oder gelegentlich vom Rand her schwach rötlich überlaufen, (8 bis) 9 bis 15 (bis 18) Zentimeter lang<ref name="Schmeil und Fitschen2019" /> und 1,5-mal bis 2-mal so lang wie der Kolben. Die Länge des oberen ausgebreiteten Teils beträgt das 1,5- bis 3-fache des unteren geschlossenen Teils. Auf der Innenseite des unteren, röhrigen Abschnitts befindet sich auf der Höhe der männlichen Blüten ein purpurrotes Querband. Das Anhängsel des Kolbens ist dünn, wurmförmig, leicht bis mäßig keulig, hellschokoladenbraun bis dunkelpurpurn und misst 30 bis 50 × 2,5 bis 4 Millimeter. Die blütenlosen Bereiche des Kolbens zwischen männlichen und etwas steifen, unfruchtbaren Blüten sind glatt. Die Staubbeutel sind meist purpurviolett. Die roten, giftigen birnförmigen Beeren sind meist deutlich länger als breit.<ref name="Schmeil und Fitschen2019" />

Die Chromosomenzahl beträgt 2n = 28.

Vorkommen

Der Südöstliche Aronstab ist ein Florenelement der submeridionalen bis temperierten Zone Südosteuropas. Er kommt von Europa bis zur nordwestlichen Türkei und bis Zypern vor.<ref name="WCSP" /> Er besitzt Vorkommen in Portugal, Spanien, Korsika, Deutschland, Dänemark, Schweden, Tschechien, Polen, Ungarn, Österreich, Schweiz, Italien, Sizilien, im früheren Jugoslawien, Bulgarien, Griechenland, Kreta, Rumänien, in der europäischen und asiatischen Türkei und in Zypern.<ref name="WCSP" /> In Deutschland kommt die Art nur bei Hamburg, Ratzeburg, Chemnitz, Görlitz und in der Lausitz vor.<ref name="Schmeil und Fitschen2019" /> In Österreich ist die Art häufig in frischen bis feuchten, sehr nährstoffreiche Edellaubwäldern in Wien, Niederösterreich, Kärnten<ref name="Schmeil und Fitschen2019" /> und dem Burgenland (offensichtlich nur östlich der Erlauf) anzutreffen.<ref name="NHM-Wien" />

Taxonomie und Systematik

Der Südöstliche Aronstab wurde 1844 von Guglielmo Gasparrini in Giovanni Gussones Florae Siculae Synopsis Band 2, S. 597 als Arum cylindraceum erstbeschrieben. Synonyme für Arum cylindraceum sind Arum alpinum <templatestyles src="Person/styles.css" />Schott & Kotschy, Arum maculatum subsp. alpinum <templatestyles src="Person/styles.css" />(Schott & Kotschy) K. Richt., Arum orientale subsp. alpinum <templatestyles src="Person/styles.css" />(Schott & Kotschy) H.Riedl, Arum maculatum subsp. alpinum <templatestyles src="Person/styles.css" />(Schott & Kotschy) H.Riedl und Arum orientale <templatestyles src="Person/styles.css" />M.Bieb. subsp. danicum <templatestyles src="Person/styles.css" />(Prime) Prime.<ref name="Riedl1980" />

Im Jahr 2011 wurde neu die Unterart Arum cylindraceum subsp. pitsyllianum <templatestyles src="Person/styles.css" />Hadjik., Hand & G.Mans. beschrieben. Sie ist auf Zypern endemisch. Unterschiede zur Nominatform sind: Der röhrenförmige Teil der Spatha ist weißlich bis grünlich weiß und besitzt innen knapp über dem Grund ein blass rosafarbiges, horizontales Querband. Der Kolben ist orange bis orange-rosa. Die Staubbeutel sind orange. Die Blütezeit reicht von Mai bis Anfang Juni. Die Chromosomenzahl beträgt auch für diese Unterart 2n = 28.<ref name="Hadjikyriakou" />

Belege

Einzelnachweise

<references> <ref name="Hadjikyriakou"> Georgios Hadjikyriakou: Arum cylindraceum subsp. pitsyllianum (Araceae), a New Taxon from Cyprus. In: Novon: A Journal for Botanical Nomenclature. Band 21, Nr. 4, 2011, S. 431–436, doi:10.3417/2011007, BHL. </ref> <ref name="Boyce1993">Peter C. Boyce: The genus Arum (A Kew Magazine Monograph). HMSO, London 1993, ISBN 0-11-250085-4, S. 56, 85, 87. </ref> <ref name="NHM-Wien"> Botanik im Bild / Flora von Österreich, Arum cylindraceum. </ref> <ref name="WCSP">Vorlage:WCSP</ref> <ref name="Riedl1980">Harald Udo von Riedl: Familie Araceae. In: Gustav Hegi: Illustrierte Flora von Mitteleuropa. 3. Auflage, Band II, Teil 1. Verlag Paul Parey, Berlin und Hamburg 1980, ISBN 3-489-54020-4, S. 333. </ref> <ref name="Schmeil und Fitschen2019">Gerald Parolly: Arum. In: Schmeil-Fitschen: Die Flora Deutschlands und angrenzender Länder. 97. Auflage. S. 179. Verlag Quelle & Meyer, Wiebelsheim 2019. ISBN 978-3-494-01700-6</ref> </references>

Weiterführende Literatur

  • Marija Bedalov, Walter Gutermann: Die Gattung Arum in den Ostalpen-Ländern. In: Stapfia. Band 10, Linz 1982, S. 95–97, Vorlage:ZOBODAT (mit Verbreitungskarte für Österreich).

Weblinks

Commons: Südöstlicher Aronstab – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien