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Röxe

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Röxe
Stadt Stendal
Koordinaten: Vorlage:Deutsches Bundesland/Code_type:city(1639)&title=R%C3%B6xe 52° 35′ N, 11° 50′ OKoordinaten: Vorlage:Deutsches Bundesland/Code_type:city(1639) 52° 35′ 24″ N, 11° 50′ 13″ O
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Höhe: 33 m ü. NN
Fläche: 3,07 km²<ref name="HOB-12" />
Einwohner: 1639 (2014)<ref name="EW-2012-2014" />
Bevölkerungsdichte: 535 Einwohner/km²
Eingemeindung: 1. April 1906
Postleitzahl: 39576
Vorwahl: 03931
Lage von Röxe in Sachsen-Anhalt
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Röxe ist ein Stadtteil der Hansestadt Stendal im Landkreis Stendal in Sachsen-Anhalt, (Deutschland).<ref name="OT-LSA-2013" />

Geographie

Der Stadtteil liegt südwestlich der Stendaler Innenstadt, westlich der Bundesstraße 189.<ref name="DE-ST_SAV">Sachsen-Anhalt-Viewer des Landesamtes für Vermessung und Geoinformation (Hinweise)</ref>

Geschichte

Mittelalter bis Neuzeit

Es wird angenommen, dass Röxe wendischen Ursprungs ist. Im Jahre 1188 wurde die Mühle im Ort erwähnt als molendinum Rokenzhe. Sie war in Besitz des Domstifts in Stendal.<ref name="Riedel-5a" /> Weitere Nennungen sind 1197 uille rokinze<ref name="HOB-12" /> und 1207 rokence.<ref name="Zahn-1928" /> 1322 vereignete die Agnes Herzogin von Braunschweig dem Domstift eine Getreidehebung in villa Rökez.<ref name="Riedel-5b" /> Im Landbuch der Mark Brandenburg von 1375 wird das Dorf als Roytze aufgeführt.<ref name="Landbuch" /> Bereits 1687 heißt das Dorf Röxe.<ref name="HOB-12" />

Obwohl seit etwa dem 13. Jahrhundert eine Kirche bestand, hatte das Dorf bis in das 17. Jahrhundert keinen eigenen Pfarrer. Durch die Industrialisierung und den Bau der Eisenbahn am Ende des 19. Jahrhunderts stieg die Bevölkerungszahl deutlich an: von 117 im Jahre 1871 auf 1.415 im Jahre 1900. Neue Industriebetriebe entstanden: Die Rütgerswerke 1893, das Eisenmöbelwerk 1889, die Schwarzpresse AG und die Firma Schlüsselburg. 1903 kam es zu einem Großbrand im Dorf, bei dem weite Teile des Orts zerstört wurden. 1904/05 wurde eine neue Kirche gebaut, die 1931 den Namen Lutherkirche erhielt. Die alte Kirche wird seitdem als Friedhofskapelle genutzt. Seit 1912 verbindet der Röxer Tunnel, der unter den Eisenbahnanlagen verläuft, Röxe mit der Kernstadt Stendal.

Zweiter Weltkrieg

Bei einem US-Luftangriff gegen Ende des Zweiten Weltkriegs, am 22. Februar 1945, war das Hauptziel wohl der Bahnhof Stendal, besonders getroffen wurde jedoch der benachbarte Ort Röxe. 73 Boeing B-17 „Flying Fortress“ warfen 214 Tonnen Bomben, danach kamen die Mustang-Begleitjäger als Tiefflieger.<ref>Roger A. Freeman: Mighty Eighth War Diary. 1981. S. 445</ref> Viele Häuser wurden stark beschädigt oder zerstört, darunter Ackerhöfe, ein Teil des Schulgebäudes, das Turnerheim, die Gaststätte „Kaiser Friedrich“ und das Spritzenhaus der Freiwilligen Feuerwehr. Das Umspannwerk wurde durch eine Luftmine schwer getroffen. Auf dem Gelände der Schwellentränke der Rütgerswerke wurden nahezu 200 Bombentrichter gezählt. Hierhin hatten sich viele Soldaten aus einem Transportzug im Bahnhof geflüchtet. Bei dem Angriff starben 200 Einwohner von Röxe, darunter viele Frauen und Kinder, und 400 Soldaten.<ref>Christian Jung: Röxe. Das Dorf vor den Toren der Stadt Stendal. 2002. S. 261</ref><ref>Friedrich-Wilhelm Schulz: Bombenhagel: Röxe wurde zum Trümmerfeld. Volksstimme, 13. Juli 2020</ref>

Im Rahmen der Zwangskollektivierung der Landwirtschaft in der DDR trat 1961 August Goethe als letzter Bauer in Röxe der LPG bei.<ref>Christian Jung: Röxe. Das Dorf vor den Toren der Stadt Stendal. Chronik. 2002. S. 29</ref>

Eingemeindungen

Am 1. April 1906 wurde, nach mehrjährigen Bemühungen um Beibehaltung der Selbstständigkeit, die Landgemeinde Röxe in die Stadt Stendal eingemeindet.<ref name="AB-RB-Magdeburg 1906" />

Einwohnerentwicklung

Jahr Einwohner
1734 100<ref name="HOB-12" />
1772 061<ref name="HOB-12" />
1790 089<ref name="HOB-12" />
1798 092<ref name="HOB-12" />
1801 085<ref name="HOB-12" />
Jahr Einwohner
1818 073<ref name="HOB-12" />
1840 104<ref name="HOB-12" />
1864 111<ref name="HOB-12" />
1871 117<ref name="HOB-12" />
1885 178<ref name="HOB-12" />
Jahr Einwohner
1895 [0]0797<ref name="HOB-12" />
1900 [00]1415<ref>Christian Jung: Röxe. Das Dorf vor den Toren der Stadt Stendal. Chronik. 2002</ref>
2012 [0]1579<ref name="EW-2012-2014" />
2014 [0]1639<ref name="EW-2012-2014" />

Religion

Die evangelische Kirchengemeinde Röxe, die früher zur Pfarrei der Domkirche in Stendal gehörte,<ref name="Almanach1903" /> heißt heute Luthergemeinde Röxe und wird betreut vom Pfarrbereich Stendal, Süd-West im Kirchenkreis Stendal im Bischofssprengel Magdeburg der Evangelischen Kirche in Mitteldeutschland.<ref name="Pfarrbereich " />

Kultur und Sehenswürdigkeiten

Datei:Lutherkirche Stendal Röxe.JPG
Evangelische Lutherkirche (erbaut 1904/05)

Verkehr

Es verkehren Linienbusse und Rufbusse von Stendalbus.

Weblinks

Commons: Röxe – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Literatur

  • Der BibISBN-Eintrag Vorlage:BibISBN/9783830522355 ist nicht vorhanden. Bitte prüfe die ISBN und lege ggf. einen neuen Eintrag an.
  • Vorlage:BibOCLC
  • Vorlage:BibOCLC
  • Roger A. Freeman: Mighty Eighth War Diary. JANE’s. London, New York, Sydney. 1981. S. 445 ISBN 0 7106 0038 0
  • Christian Jung: Röxe. Das Dorf vor den Toren der Stadt Stendal. Hrsg. Chr. Jung, Stendal-Röxe. Druck und Werbung Stendal. 2. Auflage, Stendal 2002
  • Friedrich-Wilhelm Schulz: Bombenhagel: Röxe wurde zum Trümmerfeld. Volksstimme, 13. Juli 2020

Einzelnachweise

<references> <ref name="AB-RB-Magdeburg 1906">Regierungsbezirk Magdeburg (Hrsg.): Amtsblatt der Regierung zu Magdeburg. 1906, ZDB-ID 3766-7, S. 178.</ref>

<ref name="Altmarkkirchen">Der BibISBN-Eintrag Vorlage:BibISBN/9783981403954 ist nicht vorhanden. Bitte prüfe die ISBN und lege ggf. einen neuen Eintrag an.</ref>

<ref name="Almanach1903">Vorlage:PfarrAlmanachProvinzSachsen1903</ref>

<ref name="EW-2012-2014">Bernd-Volker Brahms: Erstmals seit der Wende ein Plus. In: Stendaler Volksstimme. 13. Januar 2015, S. 13.</ref>

<ref name="HOB-12">Der BibISBN-Eintrag Vorlage:BibISBN/9783830522355 ist nicht vorhanden. Bitte prüfe die ISBN und lege ggf. einen neuen Eintrag an.</ref>

<ref name="Landbuch">Johannes Schultze: Das Landbuch der Mark Brandenburg von 1375 (= Brandenburgische Landbücher. Band 2). Kommissionsverlag von Gsellius, Berlin 1940, S. 339.</ref>

<ref name="OT-LSA-2013">Verzeichnis Gemeinden und Gemeindeteile. Gebietsstand: 1. April 2013 (= Statistisches Landesamt Sachsen-Anhalt [Hrsg.]: Verzeichnisse / 003. Nr. 2013). Halle (Saale) Mai 2013, S. 118 (destatis.de [PDF; 1,6 MB; abgerufen am 24. August 2019]).</ref>

<ref name="Pfarrbereich ">Pfarrbereich Stendal, Süd-West. In: ekmd.de. Abgerufen am 5. Juli 2024.</ref>

<ref name="Riedel-5a">Vorlage:CodexDiplBrandenbgTeilA</ref>

<ref name="Riedel-5b">Vorlage:CodexDiplBrandenbgTeilA</ref>

<ref name="Zahn-1928">Vorlage:BibOCLC</ref> </references>

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