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Rueland Frueauf der Ältere

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Datei:Rueland Frueauf d. Ä. 001.jpg
Christus als Schmerzensmann
Datei:Rueland Frueauf d. Ä. - Geißelung Christi - 4841 - Kunsthistorisches Museum.jpg
Geißelung Christi, 1491, Belvedere, Wien
Datei:Rueland Frueauf d. Ä. - Geburt Christi - 4955 - Kunsthistorisches Museum.jpg
Geburt Christi, um 1490/1491, Belvedere, Wien

Rueland Frueauf der Ältere (* um 1430/50 in Salzburg oder Obernberg am Inn; † 12. Mai 1507 in Passau) war ein deutscher bzw. Salzburger Maler, der zuerst in Salzburg und ab etwa 1478 in Passau eine Werkstatt betrieb. Er war der Vater von Rueland Frueauf dem Jüngeren.

Leben

Frueauf der Älter war der Vater Rueland Frueauf des Jüngeren. Seine Familie stammte möglicherweise aus dem Passauer Markt Obernberg am Inn oder aus Salzburg. Abteirechnungen der Benediktinerstifts St. Peter in Salzburg bezeugen eine Tätigkeit Frueaufs in den Jahren 1470, 1472, 1475, 1476. 1471 wird er namentlich in der alten Stadtchronik von Passau genannt, in der es heißt, dass dieser die von „Ruprecht Maller“ begonnenen Bildnisse im Rathaus vollendet habe. Am Valentinstag im Jahr 1478 wurde er in einer Rechnung des Stiftes St. Peter als Testamentsvollstrecker eines Georgius Peist erwähnt und dort gemeinsam mit einem weiteren Zeugen als Bürger der Stadt Salzburg {{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Vorlage:lang:103: attempt to index field 'wikibase' (a nil value) bezeichnet. Sein Name taucht auch in weiteren Urkunden auf. Im Jahr 1480 wurde sein Name in einem Buch des fürsterzbischöflichen Konsistorialarchivs als noch lebendes Mitglied der „Alten Bürger Brüderschaft“ aufgeführt. In den Jahren 1480 bis 1484 stellte er die von Ruprecht begonnenen Fresken im Rathaus von Passau fertig und erwirbt sich das Passauer Bürgerrecht. Am 18. Mai 1484 wurde er durch ein Sendschreiben des Rates nach Salzburg berufen, um ein Gutachten über den geplanten Hochaltar der Stadtpfarrkirche abzugeben. Die Ausführung erfolgte jedoch durch Michael Pacher aus Bruneck. Frueauf war unterlegen, und das musste ihn hart getroffen haben, denn nach einer sechsjährigen Schaffenspause im Raum Salzburg und Passau, in der er in Nürnberg am Augustiner-Altar tätig war, hatte sich seine Kunst völlig gewandelt.<ref>Alfred Stange, Rueland Frueaufd. J., Ein Wegbereiter der Donauschule. Herausgegeben von Kurt Rossacher. Residenz Verlag, Salzburg 1971. S. 6</ref> 1498 musste er in Passau das Bürgerrecht neu erwerben, da ihm dieses inzwischen „um sein Verschulden […] aufgesagt gewesen, auf sein Bitten […] wieder zu- gesprochen“ wurde. Im Jahr 1503 erscheint sein Name letztmals im Zusammenhang mit einer Vormundschaft in einer Urkunde. Bis zu seinem Tod 1507 lebte er in Passau.<ref>Grete Ring: Frueauf, Rueland d. Ä. In: Ulrich Thieme (Hrsg.): Allgemeines Lexikon der Bildenden Künstler von der Antike bis zur Gegenwart. Begründet von Ulrich Thieme und Felix Becker. Band 12: Fiori–Fyt. E. A. Seemann, Leipzig 1916, S. Vorlage:VonBis (Textarchiv – Internet Archive).</ref> Sein Name wird mit dem Meister von Großgmain in Zusammenhang gebracht. Wolfgang Maria Schmid gab an, dass er in erster Ehe mit der Schwester des Baumeisters Georg Blümel, verheiratet war, die 1503 verstarb.<ref>Wolfgang Maria Schmid: Passau. Mit 126 Abbildungen. E. A. Seemann, Leipzig 1912, S. 88 (Textarchiv – Internet Archive).</ref> Spätere Untersuchungen ergaben, dass er sich damit irrte und diese vielmehr die erste Frau seines Sohnes gewesen sei.<ref>Fragment einer Grabplatte mit den Grabinschriften für Dorothea Frueauf, geb. Bluemel, und Barbara Peugl, geb. Frueauf (Nr. 765). Christine Steininger: DI 67: Stadt Passau (2006) Nr. 308. In: Die Inschriften der Stadt Passau bis zum Stadtbrand von 1662 (= Die Deutschen Inschriften. Band 67 = Münchener Reihe. Band 10). Ludwig Reichert Verlag, Wiesbaden 2006, ISBN 978-3-89500-553-4, urn:nbn:de:0238-di067m010k0030807.</ref>

Seine Werkstatt befand sich in der Kleinen Messergasse Nr. 14 in Passau.<ref>Bürgerhaus in Passau hypo-kulturstiftung.de</ref>

Frueauf der Ältere war, wie das Fragment einer Grabinschrift angibt, mit einer Margreth verheiratet und starb am Abend der Auffahrt Christi im Jahr 1507.<ref>Fragment einer Grabplatte für eine unbekannte Person, vermutlich Rueland Frueauf den Älteren, und Margreth Frueauf – Heilig-Geist-Spital, Kirche. Christine Steininger: DI 67: Stadt Passau (2006) Nr. 327. In: Die Inschriften der Stadt Passau bis zum Stadtbrand von 1662 (= Die Deutschen Inschriften. Band 67 = Münchener Reihe. Band 10). Ludwig Reichert Verlag, Wiesbaden 2006, ISBN 978-3-89500-553-4, urn:nbn:de:0238-di067m010k0032700.</ref>

Werke (Auswahl)

  • Österreichische Galerie Belvedere, Wien: Flügelretabel: Szenen aus dem Marienleben und der Passion Christi, um 1490/1491,
    • Verkündigung Mariens, 1490/1491, Inv.-Nr. 4838
    • Anbetung der Könige, 1490/1491, Inv.-Nr. 4839
    • Christus am Ölberg, 1490/1491, Inv.-Nr. 4840
    • Kreuztragung Christi, um 1490/1491, Inv.-Nr. 4842
    • Kreuzigung Christi, um 1490/1491, Inv.-Nr. 4843
    • Himmelfahrt Mariens, 1490, Inv.-Nr. 4844
    • Geburt Christi, um 1490/1491, Inv.-Nr. 4955
    • Geißelung Christi, 1491, Inv.-Nr. 4841
  • Österreichische Galerie Belvedere, Wien: Bildnis eines jungen Mannes (Jobst Seyfried?), um 1495, Inv.-Nr. 4828
  • um 1490 Freudenseer Flügelaltar der Kapelle der Burg Freudensee, übertragen in die Pfarrkirche St. Vitus in Hauzenberg
  • Germanisches Nationalmuseum Nürnberg
    • Einzelne Tafeln des Augustiner-Altars in Nürnberg von 1487.<ref>Inventarnummer: Gm1280 Onlinekatalog. Vgl. Björn Blauensteiner: Rueland Frueauf d. Ä. (um 1440/50–1507 Passau). Sein Leben, sein Werk und seine künstlerische Herkunft, in: Stella Rollig, Björn Blauensteiner (Hrsg.): Rueland Frueauf d. Ä. und sein Kreis. Ausst.Kat. Belvedere, Wien. Wien/München 2017, S. 19–50.</ref>

Literatur

Weblinks

Einzelnachweise

<references />

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