Rudolf Gross (Mediziner)
Rudolf Wolfgang Johannes Gross (* 1. Oktober 1917 in Stuttgart; † 14. September 2008 in Köln) war ein deutscher Hämatologe, Onkologe, Internist und Hochschullehrer.<ref name="RG01">Gross, Rudolf Wolfgang Johannes [ID. Hessische Biografie. In: lagis-hessen.de. Hessisches Institut für Landesgeschichte, 23. November 2023, abgerufen am 10. Mai 2024.</ref>
Leben
Gross studierte nach Arbeits- und Militärdienst unter der nationalsozialistischen Herrschaft von 1937 bis 1944 Medizin<ref name="RG01" />; bis Kriegsende war er als Truppenarzt in Kriegsgefangenenlazaretten<ref name="Voswinckel">Peter Voswinckel: 1937-2012. Die Geschichte der Deutschen Gesellschaft für Hämatologie und Onkologie im Spiegel ihrer Ehrenmitglieder. Hrsg.: DGHO Deutsche Gesellschaft für Hämatologie und Onkologie e. V. 2. durchgesehene und ergänzte Auflage. Berlin 2020, ISBN 978-3-00-039487-4, S. 41 (Erstausgabe: 2012).</ref> eingesetzt. Nach Kriegsende erhielt er seine klinische Ausbildung an der Klinik der Eberhard Karls Universität Tübingen bei Hans Hermann Bennhold und Hans Erhard Bock vor allem auf den Gebieten der Hämatologie und Onkologie.<ref name="RG01" /><ref name="RG02">Werner Kaufmann: Rudolf Gross 90 Jahre: Die Innere Medizin vorangebracht. Band 104, Nr. 39, 2007, S. A-2667 / B-2357 / C-2289. In: www.aerzteblatt.de. Deutscher Ärzteverlag GmbH, 2007, abgerufen am 10. Mai 2024.</ref><ref name="RG03">Die Träger der Paracelsus-Medaille der deutschen Ärzteschaft 1988. (PDF; 186 kB) Prof. Dr. med. Dr. med. h. c. Rudolf Wolfgang Johannes Gross – Band 104, Nr. 39, 2007, S. A-2667 / B-2357 / C-2289. In: www.aerzteblatt.de. Deutscher Ärzteverlag GmbH, 1988, abgerufen am 10. Mai 2024.</ref>
Er war verheiratet und hatte drei Kinder.<ref name="Voswinckel" />
Wirken
Im Jahr 1949 folgte er Bock an das Universitätsklinikum Marburg. In den Jahren 1951 bis 1952 arbeitete er experimentell mit Hans Lettré am Krebsforschungsinstitut des Universitätsklinikums Heidelberg zusammen. Im Juni 1954 habilitierte er sich an der Philipps-Universität Marburg mit einer Studie über klinische Aspekte der Fibrinolyse und Thrombolyse.<ref name="Voswinckel" /> Im Februar 1960 wurde er zum außerplanmäßigen Professor ernannt. Gemeinsam mit Bock kehrte er 1962 nach Tübingen zurück.<ref name="Voswinckel" /> Im Jahr 1964 erhielt er einen Ruf auf den Lehrstuhl für Innere Medizin I der Universität zu Köln und wurde Leiter der Medizinischen Klinik I, wo er bis 1983 (oder bis zu seiner Emeritierung 1982<ref name="Voswinckel" />) als Direktor wirkte.<ref name="RG01" />
Gross hat circa 700 wissenschaftliche Arbeiten veröffentlicht. Das ursprünglich von Jahn und später von Gross, Schölmerich und Gerok herausgegebene Lehrbuch Die Innere Medizin ist zu einem Standardwerk geworden. Teile der auch von Gross in Köln gehaltenen Vorlesung Medizinische Klinik und Poliklinik fanden Eingang in das „Skript“ Innere Medizin von Gerd Herold. Nach seiner Emeritierung leitete Gross die medizinisch-wissenschaftliche Redaktion des Deutschen Ärzteblattes.<ref name="RG02" />
Er war Präsident der Deutschen Gesellschaft für Innere Medizin (1978) und Präsident der Ludwig Heilmeyer Gesellschaft für Fortschritte in der Inneren Medizin<ref name="Voswinckel" /> (1979–1990).<ref name="RG02" /> Er präsidierte u. a. beim DGHO-Kongress in Köln 1971, dem Internisten-Kongress in Wiesbaden 1978 und dem Internationalen Hämatologenkongress (European und African Division) in Hamburg 1979.<ref name="Voswinckel" />
Veröffentlichungen (Auswahl)
- mit Paul Schölmerich und Wolfgang Gerok (Hrsg.): 1000 Merksätze Innere Medizin. (= UTB für Wissenschaft / Uni-Taschenbücher. Band 522). 4., völlig neu bearbeitete Auflage. Schattauer, Stuttgart / New York 1989, ISBN 3-7945-1282-0.
- mit Paul Schölmerich und Wolfgang Gerok (Hrsg.): Lehrbuch der Inneren Medizin. 7. Auflage. Stuttgart / New York 1988.
Mitgliedschaften
- seit 1973: Mitglied der Leopoldina<ref name="RG01" />
- seit 1987: Korrespondierendes Mitglied der Heidelberger Akademie der Wissenschaften
Ehrungen und Auszeichnungen
- Wilhelm-Warner Preis für Krebsforschung<ref name="RG02" />
- Dr. Salzer-Preis für Krebsforschung<ref name="RG02" />
- Heilmeyer-Medaille in Gold der Gesellschaft für Fortschritte auf dem Gebiet der Inneren Medizin<ref name="RG02" />
- Ehrendoktorwürde der Universität Marburg<ref name="RG01" /><ref name="RG02" />
- 1985: Bundesverdienstkreuz 1. Klasse<ref name="RG01" />
- 1986: Ehrenmitglied der Deutschen Gesellschaft für Hämatologie und Medizinische Onkologie<ref name="Voswinckel" />
- 1999: Gustav-von-Bergmann-Medaille
- Ernst-von-Bergmann-Plakette<ref name="RG02" />
- Paracelsus-Medaille der deutschen Ärzteschaft<ref name="RG02" /><ref name="RG03" />
- Rudolf-Jürgens-Gedenk-Medaille für hervorragende Verdienste um die Blutgerinnungsforschung
Weblinks
- Literatur von und über Rudolf Gross im Katalog der Deutschen Nationalbibliothek
- Gross, Rudolf Wolfgang Johannes. Hessische Biografie. (Stand: 23. November 2023). In: Landesgeschichtliches Informationssystem Hessen (LAGIS).
Einzelnachweise
<references />
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Gross, Rudolf |
| ALTERNATIVNAMEN | Gross, Rudolf Wolfgang Johannes |
| KURZBESCHREIBUNG | deutscher Hämatologe, Onkologe, Internist und Hochschullehrer |
| GEBURTSDATUM | 1. Oktober 1917 |
| GEBURTSORT | Stuttgart |
| STERBEDATUM | 14. September 2008 |
| STERBEORT | Köln |
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- Hochschullehrer (Philipps-Universität Marburg)
- Mediziner (20. Jahrhundert)
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