Rudolf Firkušný
Rudolf Firkušný (* 11. Februar 1912 in Napajedla, Mähren; † 19. Juli 1994 in Staatsburg, New York) war ein tschechischer Pianist.
Leben und Wirken
Firkušný war bereits ab 1919 ein Schüler von Leoš Janáček und trat im Alter von acht Jahren in Prag auf,<ref name="mgg">Bettina von Seyfried: Firkušný, Rudolf. In: Ludwig Finscher (Hrsg.): Die Musik in Geschichte und Gegenwart. Zweite Ausgabe, Personenteil, Band 6 (Eames – Franco). Bärenreiter/Metzler, Kassel u. a. 2001, ISBN 3-7618-1116-0 (Online-Ausgabe, für Vollzugriff Abonnement erforderlich)</ref> mit zehn Jahren spielte er Mozarts Krönungskonzert mit den Prager Philharmonikern.<ref name="brno100">Zum 100. Geburtstag von Rudolf Firkušný. In: Janáček-Akademie für Musik und Darstellende Kunst Brünn. 2012 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>
Nach Klavierstudien bei Růžena Kurzová am Konservatorium Brünn bis 1927 studierte er von 1929 bis 1931 am Prager Konservatorium Komposition bei Rudolf Karel und Josef Suk sowie Klavier bei Vilém Kurz.<ref name="ng">Michael Steinberg: Firkušný, Rudolf. In: Grove Music Online (englisch; Abonnement erforderlich).</ref>
1931 traf er erstmals Bohuslav Martinů. Seine Freundschaft zu diesem Musiker hatte auch nach dem Verlassen seiner Heimat 1939 nach dem deutschen Einmarsch in die Tschechoslowakei Bestand. Er lebte viele Jahre in Frankreich (Paris, Aix-en-Provence, Marseille) und in den USA. 1948 verließ er die Tschechoslowakei erneut und übersiedelte in die USA. 1971 lebte er in Luzern und unterrichtete Viera Janárčeková. In den Vereinigten Staaten wirkte er am Berkshire Music Center in Tanglewood und lehrte an der Juilliard School.<ref name="mgg" />
Nach über 40 Jahren Exil kehrte er 1990 erstmals mit einer Tournee in seine Heimat zurück und trat u. a. beim Festival Prager Frühling auf.<ref name="brno100" />
Rudolf Firkušný setzte sich neben dem klassisch-romantischen Repertoire auch für Komponisten des 20. Jahrhunderts ein und war Solist bei etlichen Uraufführungen von Martinů, Gian Carlo Menotti, Samuel Barber, Alberto Ginastera und Howard Hanson.<ref name="brno100" /> Er galt zudem als profilierter Janáček-Interpret, dessen Gesamtwerk für Klavier er mehrfach einspielte. Unter anderem hierfür und für die Einspielung von Werken Bohuslav Martinůs wurde er insgesamt sieben Mal für den Grammy Award nominiert.<ref>Firkusny – Grammy Nominations</ref>
Nach ihm benannt ist das 2013 gegründete Rudolf Firkušný Piano Festival.<ref>Rudolf Firkušný Piano Festival</ref>
Schüler
Literatur
- Blanka Macková: Firkušný, Rudolf. In: Český hudební slovník osob a institucí. 2009 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).
Weblinks
- Literatur und andere Medien von und über Rudolf Firkušný im Katalog der Nationalbibliothek der Tschechischen Republik
- Werke von und über Rudolf Firkušný im Katalog der Deutschen Nationalbibliothek
- Zeitschrift FonoForum 1993, Heft 5, S. 14–15 Artikel von W. Lempfrid
Einzelnachweise
<references />
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Firkušný, Rudolf |
| KURZBESCHREIBUNG | tschechischer Pianist |
| GEBURTSDATUM | 11. Februar 1912 |
| GEBURTSORT | Napajedla, Mähren, Österreich-Ungarn |
| STERBEDATUM | 19. Juli 1994 |
| STERBEORT | Staatsburg, New York, Vereinigte Staaten |