Rothesütte
Rothesütte Rotesütte Stadt Ellrich
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| Koordinaten: | Vorlage:Deutsches Bundesland/Code_type:city(105)&title=Rothes%C3%BCtte 51° 38′ N, 10° 43′ O
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dim=10000 | globe= | name=Rothesütte | region=DE-Vorlage:Deutsches Bundesland/Code | type=city
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| Höhe: | ca. 564 (550–575) m | |||||
| Einwohner: | 105 (31. Okt. 2015)<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Einwohnerzahlen auf www.stadtellrich.de ( vom 7. November 2016 im Internet Archive)</ref> | |||||
| Eingemeindung: | 9. April 1994 | |||||
| Postleitzahl: | 99755 | |||||
| Vorwahl: | 036331 | |||||
Lage von Rothesütte in Thüringen
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Rothesütte (früher auch Rotesütte; Hohnsteinische Forst) ist ein Ortsteil der Stadt Ellrich im thüringischen Landkreis Nordhausen.
Geographie
Rothesütte liegt als nördlichste Ortschaft Thüringens im Südharz im Naturpark Südharz. Es befindet sich zwischen Benneckenstein im Norden (in Sachsen-Anhalt), Netzkater im Südosten, Ilfeld im Südsüdosten und Sülzhayn im Süden (alle in Thüringen) sowie Zorge im Westen und Hohegeiß im Nordwesten (beide in Niedersachsen). Etwa 1,8 km nordwestlich liegt das Dreiländereck Niedersachsen–Sachsen-Anhalt–Thüringen, wo der Drei-Länder-Stein steht. Durch das auf etwa 550 bis 575 m ü. NN<ref name="STviewer" /> gelegene Dorf verläuft die Bundesstraße 4. Die höchste Erhebung der nahen Umgebung ist der Große Ehrenberg.
Geschichte
Die Geschichte von Rothesütte beginnt im 17. Jahrhundert. Zu dieser Zeit gehörte das Gebiet des späteren Orts zum Hohnsteinischen Forst. Dieser fiel bei der Teilung im Jahr 1645 an die Grafen zu Stolberg-Wernigerode. Am 1749/1750 aufgestellten Drei-Länder-Stein am Großen Ehrenberg nordwestlich des Orts ist auf der Seite von Rothesütte diese Zugehörigkeit mit „GW“, für „Gräflich Wernigeröder Forst“, gekennzeichnet. Durch den Hohnsteinischen Forst führte die Straße von Nordhausen nach Benneckenstein. Dort lag auf der Höhe an einer roten Pfütze („Sütte“ genannt), ein Viehhof. Die Gründung des Orts wird in einer Quelle für 1679 angegeben.<ref>Erwähnung von Rothesütte in den Kyffhäuser-Nachrichten</ref> Im Jahr 1682 eröffnete ein Holzhauer mit Erlaubnis des Grafen zu Stolberg-Wernigerode einen Gasthof „in der rothen Sütte“. Bei der Teilung der Stammgrafschaft Hohnstein, die sich unter braunschweigischer Lehnsherrschaft befand, verblieb der Hohnsteinische Forst im Jahr 1697 bei der Linie Stolberg-Wernigerode.<ref>Jörg Brückner: Zwischen Reichsstandschaft und Standesherrschaft: die Grafen zu Stolberg und ihr Verhältnis zu den Landgrafen von Thüringen und späteren Herzögen, Kurfürsten bzw. Königen von Sachsen (1210 bis 1815). Stekovics, Dößel (Saalkreis) 2005, ISBN 3-89923-119-8, S. 59. (monarch.qucosa.de)</ref> Im Jahr 1705 ließ die gräfliche Kammer in der Siedlung eine Ziegelei einrichten und mehrere Häuser für ihre Holzhauer errichten. Es folgten im Jahr 1713 noch mehrere Häuser für die Förster. Zu dieser Zeit wurden die Bewohner des Orts durch den Pastor von Ilfeld geistlich versorgt.<ref>Rothesütte im Heimatbüchlein der Grafschaft Hohnsteim im Kreise Ilfeld</ref>
Im Jahr 1733 wurde in Rothesütte eine Kirche errichtet, wodurch der Ort einen eigenen Pfarrer und einen Lehrer erhielt. Erster Pfarrer wurde am 14. Januar 1734 der bisherige Lehrer Paul Christian Hesse. Wegen verschiedener Ausschweifungen wurde Hesse 1736 seines Amtes enthoben. Am 29. Mai 1736 erfolgte im benachbarten Sophienhof die Amtseinführung des neuen Pfarrers Andreas Cyriacus Breithaupt, der jedoch bereits 1742 nach Altenrode wechselte. Nachfolger wurden Johann Heinrich Hartmann (wurde 1747 Hofprediger in Castell-Rehweiler), Johann Anton Schumacher (wurde bereits 1748 Prediger in Straußfurt), Johann Marcus Gehrich (ging 1751 ebenfalls nach Straußfurt), Johann Tobias Lindemann (wurde 1755 Hospitalprediger in Wernigerode) und Johann Jacob Schultze. Auch in den folgenden Jahren blieben die Pfarrer meist nur kurze Zeit im Hohnsteinischen Forst. Die Kirche wurde wegen Baufälligkeit in der DDR-Zeit abgerissen. An ihrem Ort befindet sich ein Glockenträger mit der erhalten gebliebenen Glocke von 1888.
Im Jahr 1800 wohnten 85 Einwohner in 15 Häusern, um 1900 hatte der Ort bereits 250 Einwohner. Als Teil der Stammgrafschaft Hohnstein gehörte der „Hohnsteinische Forst“, wie Rothesütte in Unterlagen genannt wurde,<ref>Rothesütte im Geschichtlichen Ortsverzeichnis des Vereins für ComputergenealogieVorlage:Abrufdatum</ref> seit 1803 zum Kurfürstentum Hannover. Zwischen 1807 und 1813 gehörte Rothesütte zum Königreich Westphalen. Es war in den Kanton Benneckenstein im Distrikt Nordhausen des Departements des Harzes eingegliedert. Durch die Bestimmungen des Wiener Kongresses kam der Hohnsteinische Forst im Jahr 1814 als Exklave zum Königreich Hannover, welches ihn im Jahr 1852 dem Amt Hohnstein angliederte. Seit 1866 lag Rothesütte in der preußischen Provinz Hannover und gehörte dort zur Landgemeinde Hohnsteinsche Forst. Im Zuge der Einführung der Kreisverfassung 1885 ging das Amt Hohnstein im Kreis Ilfeld auf,<ref>Landkreis Ilfeld. Gemeindeverzeichnis 1900. In: gemeindeverzeichnis.de. Uli Schubert, archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am 5. Dezember 2021; abgerufen am 18. Februar 2026.</ref> welcher bei seiner Auflösung am 1. Oktober 1932 der preußischen Provinz Sachsen zugeordnet wurde. Dadurch kamen die Gemeinden des ehemaligen Amtes Hohnstein zum Landkreis Grafschaft Hohenstein im Regierungsbezirk Erfurt. Die kirchliche Zugehörigkeit zur Evangelisch-lutherischen Landeskirche Hannovers endete erst mit der Auflösung des Konsistorialbezirks Ilfeld und dessen Eingliederung in die Evangelische Kirche der Kirchenprovinz Sachsen am 1. Januar 1982.
Im Juli 1929 hielten sich die Schriftsteller W. H. Auden und Christopher Isherwood in Rothesütte auf.<ref>Christopher Isherwood: Christopher and His Kind. Vintage Random House, London 2012, ISBN 978-0-09-956107-1, S. 8 ff.</ref>
Nach der Auflösung der Provinz Sachsen gehörte die Gemeinde Hohnsteinsche Forst mit Rothesütte ab 1944 zu Thüringen. Der Ort unterstand ab 1945 dem Landkreis Nordhausen und kam im Jahr 1952 zum Kreis Nordhausen im Bezirk Erfurt, welcher seit 1990 als Landkreis Nordhausen zum Freistaat Thüringen gehört.
Am 9. April 1994 wurde Rothesütte in die Stadt Ellrich eingemeindet.<ref name="Gemeinden1994">Der BibISBN-Eintrag Vorlage:BibISBN/3824603217 ist nicht vorhanden. Bitte prüfe die ISBN und lege ggf. einen neuen Eintrag an.</ref>
Ortsbürgermeister
Seit 2009 ist Uwe Pförtner Ortsbürgermeister von Rothesütte.<ref>Ortsteil-/Ortschaftsbürgermeisterwahl 2009 in Thüringen – Rothesütte. In: wahlen.thueringen.de. Abgerufen am 7. März 2025.</ref> Er wurde zuletzt bei der Kommunalwahl 2024 mit 93,2 Prozent der Stimmen im Amt bestätigt.<ref>Ortsteil-/Ortschaftsbürgermeisterwahl 2024 in Thüringen – Rothesütte. In: wahlen.thueringen.de. Abgerufen am 7. März 2025.</ref>
Harzer Hexenreich (Hex Erlebniswelt)
Ab 2022 entstand in Rothesütte auf dem Gelände der ehemaligen Grenzkompanie mit dem Harzer Hexenreich ein neuer touristischer Anziehungspunkt, der am 1. Oktober 2025 unter dem Namen Hex – Die Erlebniswelt am weltgrößten Hexenbesen eröffnet wurde. Hauptbestandteil ist ein barrierefreier Aussichtsturm in Form eines großen Hexenbesens. Der Turm ist 70 Meter hoch und hat auf 44 Meter Höhe eine Aussichtsplattform. Hoch geht es per Treppe über 742 Stufen oder mit einem Aufzug. Wieder runter geht es auch über zwei verschieden lange Riesenrutschen. Die 100 Meter lange Rutsche von der oberen Plattform hat einen Höhenunterschied von 38 Metern. Die zweite, 35 Meter lange, Rutsche startet von der mittleren Plattform mit einem Höhenunterschied von 13 Metern. Man rutscht in einem Rutschsack mit bis zu 30 Metern pro Sekunde. Der Besenstiel (Antenne) ist 24 Meter lang. Verbaut wurden rund 2.600 Stahlteile und 22.000 Schrauben, bei einem Gesamtgewicht von rund 452 Tonnen.
Im Sockelgeschoss des Aussichtsturms ist zudem eine interaktive Ausstellung entstanden. Die Spielplätze auf dem Außengelände sind als Hexenflugschule gestaltet. Zur Anlage gehört auch ein Restaurant. Das Harzer Hexenreich ist ein Tourismusprojekt des Landkreises Nordhausen, realisiert von der Service-Gesellschaft und der Harzer Hexenreich GmbH. Das Projekt wurde gefördert vom Thüringer Wirtschaftsministerium mit insgesamt 10,1 Millionen Euro.<ref>Neue Attraktion im Harz: Großes Fest beim Harzer Hexenreich auf harzkurier.de vom 23. September 2024, abgerufen am 24. September 2024.</ref> Gesamtkosten der Anlage rund 16,9 Millionen Euro.
Im November 2025 hat der zweifache Kugelstoß-Weltmeister David Storl in Rothesütte einen inoffiziellen Weltrekord aufgestellt. Dazu stieß er eine Kugel vom Aussichtsturm in der Hex Erlebniswelt. Der außergewöhnliche Kugelstoß aus 43 Metern Höhe diente als PR-Aktion für ein Leichtathletik-Event in Nordhausen.<ref>Rekord am Hexenbesen im Harz: Diese verrückte Aktion macht ein Weltmeister mit. In: harzkurier.de. 20. November 2025, abgerufen am 22. November 2025.</ref>
Weblinks
- Literatur von und über Rothesütte im Katalog der Deutschen Nationalbibliothek
- Website der Stadt Ellrich mit Informationen zu Rothesütte
- Hex Erlebniswelt – Weltgrößter Hexenbesen
Einzelnachweise
<references> <ref name="STviewer"><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Sachsen-Anhalt-Viewer ( vom 6. Dezember 2015 im Internet Archive), abgerufen am 22. Februar 2015.</ref> </references>
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