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Rolf Speckmann

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Rolf Speckmann (* 22. April 1918 in Bremerhaven; † 2. Dezember 1995 in Quelkhorn) war ein deutscher Politiker (FDP), Senator in Bremen und Bankkaufmann.

Biografie

Ausbildung und Beruf

Speckmann erwarb den Abschluss der Mittleren Reife an der Wilhelm-Raabe-Schule in Geestemünde. Er absolvierte ab 1935 bei der Sparkasse Wesermünde eine Banklehre, die er auf der Deutschen Sparkassenschule Hannover 1937 abschloss.

Nach Entlassung aus der Internierung im Mai 1948 war er wieder – zuletzt als Bankamtmann – bei der Sparkasse Wesermünde in Bremerhaven tätig. 1955 wurde er Abteilungsdirektor und Leiter des Vorstandssekretariats bei der Bremer Landesbank/Staatliche Kreditanstalt Oldenburg-Bremen in Bremen und Nebenamtlich Vorstandsmitglied der Norddeutschen Finanzierungs AG.

1960 wurde er Direktor der Norddeutschen Kreditbank in Bremen und zugleich Geschäftsführer der Visirgus-Teilzahlungsbank und der Bremerhavener Grundstück- und Verwaltungsgesellschaft. Bei dem Neubau einer Filiale der Landesbank in Bremerhaven erwirkt er, dass 1964 die Kunsthalle in die Baumaßnahme einbezogen wurde.

Nach seiner Zeit in der Politik war er als Nachfolger von Spelsberg und Vesper vom 1. Juli 1971 bis zum 31. Dezember 1983 Mitglied des Vorstandes bzw. Vorstandsvorsitzender der Sparkasse Bremen.<ref> Pressedienst der Sparkasse Bremen (vom 2. Dezember 1983) </ref> Bei der Sparkasse wurden in seiner Zeit entscheidende Strukturveränderungen vorgenommen. 1971 wurde er in den Vorstand des Deutschen Sparkassen- und Giroverbandes berufen. Ab 1973 war er auch Präsident des Verbandes der Deutschen Freien Öffentlichen Sparkassen. Ihm folgte 1984 als Chef der Sparkasse Bremen Friedrich Rebers.

Er war verheiratet und hatte drei Kinder.

Politik

Speckmann war in seiner Jugend von 1928 bis 1933 Mitglied der pfadfinderischen Bündischen Jugend. Er war von 1934 bis 1936 in der Hitlerjugend, 1935/36 Scharführer dann wurde er nach eigenen Angaben wegen Fortführung „bündischer“ Traditionen der deutschen Pfadfinderschaft ausgeschlossen.<ref name="sommer">Bremische Bürgerschaft (Hrsg.), Karl-Ludwig Sommer: Die NS-Vergangenheit früherer Mitglieder der Bremischen Bürgerschaft. Projektstudie und wissenschaftliches Colloquium (= Kleine Schriften des Staatsarchivs Bremen. Heft 50). Staatsarchiv Bremen, Bremen 2014, ISBN 978-3-925729-72-0, S. 100.</ref>

Am 9. Juli 1937 beantragte er die Aufnahme in die NSDAP und wurde rückwirkend zum 1. Mai desselben Jahres aufgenommen (Mitgliedsnummer 4.233.177).<ref>Bundesarchiv R 9361-IX KARTEI/42010220</ref> Von September 1939 bis 1945 war er Soldat und im August 1940 vom Heer zur Polizei-Schützen-Division abgestellt, die Februar 1943 in die Waffen-SS eingegliedert wurde. Seit Dezember 1943 war er in der SS-Panzergrenadier-Division „Götz von Berlichingen“ aktiv und seit 1944 Obersturmführer.<ref name="sommer" />

Von Mai 1945 bis Mai 1948 war Speckmann als SS-Obersturmführer aufgrund „automatic arrest“ interniert und wurde im August 1948 wegen Zugehörigkeit zur SS und widersprüchlicher Angaben zur Tätigkeit in der HJ zunächst als „Minderbelasteter“ eingestuft, dann Februar 1949 von der Berufungskammer Bremerhaven aufgrund der Weihnachtsamnestie als „nicht betroffen“ entnazifiziert.<ref name="sommer" />

Ab 1953 war er Mitglied der FDP. Von 1959 bis 1966 wurde er zum Mitglied der Bremer Bürgerschaft und zeitweise zum Stellvertretenden Vorsitzenden der FDP – Bürgerschaftsfraktion gewählt. Vom 19. Januar 1966 bis 1. Juni 1971 war er als Nachfolger von Senator Johann Diedrich Noltenius (FDP) Senator für die Finanzen in den Senaten unter Führung von Willy Dehnkamp (SPD) und ab 1967 von Hans Koschnick (SPD). Speckmann vertrat eine Finanzpolitik, bei der die Schuldendienste für den Staatshaushalt in Bremen eine bestimmte Grenze nicht überschreiten sollte. Er führte die mittelfristige Finanzplanung im Haushalt ein<ref>Der Senator für die Finanzen: Finanzbericht 1971, Bremen, S. 19 ff.</ref>. Er forderte 1971: „Stabile Finanzen sichern die Selbständigkeit Bremens“ und weiter: „Die Finanzen des Landes Bremen müssen gesund bleiben, sie dürfen nicht durch eine Überhöhung der Verschuldung gefährdet werden und müssen stets ausgeglichen sein.“<ref>FDP: Das Konzept, Broschüre von 1971, Bremen</ref> Zu seiner Zeit als Senator wurde aber auch 1969 das Finanzverfassungsgesetz vom Bund mit Zustimmung der Länder beschlossen, wonach auch die Lohnsteuer der in Bremen arbeitenden Bürger, die jedoch im Umland wohnen, an das Land des Wohnsitzes (also zumeist Niedersachsen) abzuführen sind. Diese Regelung war der Beginn einer für Bremen nachteiligen Steuerverteilung, die zum Ende des Jahrhunderts auch zu der fatalen Überschuldung Bremens geführt hat.<ref>Der Senator für die Finanzen: Finanzbericht 1971, Bremen, Seite 85</ref>

Zusammen mit der FDP schied er 1971 wegen der erheblichen politischen Differenzen über die Gründung der Universität Bremen aus dem Senat aus. Finanzsenator wurde danach Oskar Schulz (SPD).

Weitere Mitgliedschaften

  • Speckmann war Gründungsvorsitzender des Schnoor-Vereins Heini Holtenbeen. Er unterstützte die Verleihung des Schoor-Preises für das Kunsthandwerk. Das Packhaustheater Bremen entstand auch auf Grund seiner Initiative.
  • Er war von 1970 bis 1992 Mitglied des Vorstandes der Wolfgang-Ritter-Stiftung.
  • Er war Vorsitzender des Weserbundes, der für die Schiffbarmachung der Mittelweser eintrat, des Kunstvereins Bremen und des Bremer Bauvereins.
  • Er war Mitglied der unifreunde, Mitbegründer des Initiativkreises Bremer und ihre Universität, Mitglied der Nolting-Hauff-Stiftung und der Wittheit zu Bremen.
  • Er war engagiert im Freundeskreis Fischerhude.

Ehrungen

Speckmann wurde 1993 zum ersten Ehrenbürger der Universität Bremen ernannt.

Siehe auch

Quellen

  • Bremische Bürgerschaft (Hrsg.), Karl-Ludwig Sommer: Die NS-Vergangenheit früherer Mitglieder der Bremischen Bürgerschaft. Projektstudie und wissenschaftliches Colloquium (= Kleine Schriften des Staatsarchivs Bremen. Heft 50). Staatsarchiv Bremen, Bremen 2014, ISBN 978-3-925729-72-0, S. 100–101 (online).
  • Handbuch der Bremischen Bürgerschaft

Einzelnachweise

<references/>

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