Rolf Jähnichen
Martin Rolf Jähnichen (* 11. Mai 1939 in Helmsdorf, Landkreis Pirna; † 7. Dezember 2025 in Zedtlitz)<ref>Rolf Jähnichen (Traueranzeige des Freistaat Sachsen). In: freiepresse.de. 13. Dezember 2025, abgerufen am 14. Dezember 2025.</ref> war ein deutscher Politiker (CDU).<ref>Vor 1990 DDR-CDU.</ref> Von 1994 bis 2009 war er Mitglied des Sächsischen Landtags.
Leben
Nach dem Abitur studierte er von 1957 bis 1963 Landwirtschaft in Leipzig. Er schloss sein Studium als Diplomlandwirt ab und wurde 1970 promoviert mit der Arbeit Agrarmeteorologische Bodenfeuchteuntersuchungen mit einer Neutronensonde auf landwirtschaftlich rekultivierten Braunkohlentagebaukippen in Abhängigkeit von deren Alter und Schüttqualität. Von 1964 bis 1970 war er beim Rat des Bezirkes Leipzig, Abteilung Landwirtschaft (und dort zuständig für Bergbau) beschäftigt. Im Folgenden war er von 1970 bis 1990 Produktionsleiter und stellvertretender Vorsitzender der LPG „8. Mai“ in Neukirchen (Kreis Borna). In den 80er-Jahren war Jähnichen Umwelt-Aktivist beim Christlichen Umweltseminar Rötha (CUR).<ref>Nikos Natsidis: Rolf Jähnichen – Minister nach fünf Minuten Bedenkzeit. Leipziger Volkszeitung, 11. Mai 2019, abgerufen am 14. Dezember 2025.</ref> Unter dem Motto "Unsere Zukunft hat schon begonnen" organisierte er Baumpflanzaktionen. Zudem war er eine wesentliche Treibkraft der größten illegalen Unterschriftenaktion der DDR-Geschichte: "Eine Mark für Espenhain" gegen die Braunkohleschwelerei.<ref>Gisela Kallenbach: Das war spektakulär: Eine Mark für Espenhain. Bundesumweltministerium, 3. August 2020, abgerufen am 14. Dezember 2025.</ref> Als Forstminister kündigte Jähnichen die Wiederaufforstung naturnaher Wälder im Freistaat Sachsen an.<ref>Sachsen: Land gibt Geld für Aufforstung. In: Die Tageszeitung: taz. 3. April 1998, ISSN 0931-9085 (taz.de [abgerufen am 14. Dezember 2025]).</ref> Ehrenamtlich war er Mitbegründer und langjähriger Präsident des Sächsischen Blasmusikverbands sowie Mitwirkender im Förderverein Völkerschlachtdenkmal und im Verein der Freunde des Klosters Wechselburg.<ref>Nachruf Dr. Jähnichen - CDU Kreisverband Landkreis Leipzig. Abgerufen am 14. Dezember 2025.</ref> Jähnichen ist zudem einer der Gründervater der Stiftung Wald für Sachsen.<ref name=":0">Ehrenmedaille für die Stiftungsgründer. In: wald.sachsen.de / Infomagazin der Stiftung Wald für Sachsen _ 2/2021. 10. November 2022, abgerufen am 14. Dezember 2025.</ref> Jähnichen war römisch-katholisch, verheiratet und hatte drei Kinder. Am 7. Dezember 2025 starb Rolf Jähnichen im Alter von 86 Jahren.
Politik
Jähnichen trat 1981 in die DDR-CDU ein und war von 1989 bis 1990 Mitglied des Parteivorstandes. Von 1984 bis 1989 war er Mitglied im Gemeinderat in Zedtlitz. Im Jahr 1994 wurde er im Wahlkreis Leipziger Land 1 in den Sächsischen Landtag gewählt. Zuvor war er von Mai bis November 1990 erster frei gewählter Landrat in Borna und von 1990 bis 1994 Kreisvorsitzender der CDU Borna. Seit 2000 war er Mitglied des CDU-Landesvorstandes und Landesvorsitzender der Senioren-Union. Von 2000 bis 2004 war er Mitglied des Bundesvorstandes der Senioren-Union. Bei der Sächsischen Landtagswahl 2009 trat er nicht mehr als Kandidat an und schied im September 2009 aus dem Landtag aus.
Ministerämter
Jähnichen war von 1990 bis 1998 Sächsischer Staatsminister für Landwirtschaft, Ernährung und Forsten und anschließend bis 1999 Sächsischer Staatsminister für Umwelt und Landwirtschaft.
Ehrungen
2021 verlieh ihm Ministerpräsident Michael Kretschmer den Sächsischen Verdienstorden.<ref>Würdigung für besondere Verdienste: Ministerpräsident betont „herausragendes Engagement“ für Sachsen - Neun Frauen und Männer mit dem Sächsischen Verdienstorden geehrt, Pressemitteilung der Sächsischen Staatskanzlei vom 6. Juli 2021.</ref>
2021 verlieh das Staatssekretariat für Umwelt und Landwirtschaft ihm und den übrigen Gründungsvätern der Stiftung Wald für Sachsen eine Ehrenmedaille dieser Stiftung.<ref name=":0" />
Literatur
- Jähnichen, Rolf. In: Wer war wer in der DDR? 5. Auflage. Band 1. Ch. Links, Berlin 2010, ISBN 978-3-86153-561-4, S. Vorlage:VonBis (bundesstiftung-aufarbeitung.de).
- Andreas Holzapfel (Hrsg.): Sächsischer Landtag. 4. Wahlperiode. 2004–2009. Stand: 12. Juni 2006. Rheinbreitbach 2006. S. 72.
Weblinks
- Literatur von und über Rolf Jähnichen im Katalog der Deutschen Nationalbibliothek
- Literatur von und über Rolf Jähnichen in der Sächsischen Bibliografie
- Rolf Jähnichen im Munzinger-Archiv (Artikelanfang frei abrufbar)
Einzelnachweise
<references />
Karl Weise | Arnold Vaatz | Rolf Jähnichen | Steffen Flath | Stanislaw Tillich | Roland Wöller | Frank Kupfer | Thomas Schmidt | Wolfram Günther | Georg-Ludwig von Breitenbuch
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Jähnichen, Rolf |
| ALTERNATIVNAMEN | Jähnichen, Martin Rolf (vollständiger Name) |
| KURZBESCHREIBUNG | deutscher Politiker (DDR-CDU, CDU), MdL, sächsischer Staatsminister |
| GEBURTSDATUM | 11. Mai 1939 |
| GEBURTSORT | Helmsdorf, Landkreis Pirna |
| STERBEDATUM | 7. Dezember 2025 |
| STERBEORT | Zedtlitz |
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