Roland Berger (Unternehmen)
| Roland Berger Holding GmbH & Co. KGaA
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|---|---|
| colspan="2" class="notheme" style="background:#Vorlage:Standardfarbe; color:#Vorlage:Standardfarbe; padding:1em 0;" | Roland Berger Logo 2024.png | |
| Rechtsform | Kommanditgesellschaft auf Aktien (GmbH & Co. KGaA) |
| Gründung | 1967 |
| Sitz | München, Deutschland |
| Leitung | Stefan Schaible (Sprecher der Geschäftsführung) Robert C. Henske |
| Mitarbeiterzahl | ca. 2.753<ref name="JA-2022" /> |
| Umsatz | ca. 870 Mio. Euro<ref name="JA-2022">Roland Berger Holding GmbH & Co. KGaA (Hrsg.): Konzernabschluss zum 31.12.2022.</ref> |
| Branche | Unternehmensberatung |
| Website | www.rolandberger.com |
| Stand: 2022 | |
Roland Berger ist eine internationale Unternehmensberatung mit Hauptsitz in München.<ref name=":12">Bert Fröndhoff: Roland Bergers Plan „B“. In: handelsblatt.com. 7. September 2015, abgerufen am 18. September 2019.</ref> Sie wurde 1967 gegründet.<ref>Roland Berger wird 75: Vom Schnapsverkäufer zum Chefberater. In: Handelsblatt. 22. November 2012.</ref> Heute arbeiten rund 3.500 Mitarbeiter an über 50 Standorten für Roland Berger.<ref>Yasmin El-Sharif, Stefan Kaiser: (S+) Roland-Berger-Chef Stefan Schaible über Deutschlands Image in der Krise. In: Der Spiegel. 23. April 2024, ISSN 2195-1349 (spiegel.de [abgerufen am 7. November 2024]).</ref> Im Jahr 2023 belief sich der Umsatz auf über eine Milliarde Euro.<ref>Erika von Bassewitz: Berater-Ranking 2024: Roland Berger führt mit Milliardenumsatz. In: FINANCE. 14. Juni 2024, abgerufen am 7. November 2024.</ref><ref>Roland Berger schafft Umsatz-Milliarde: Das sind die größten Managementberater in Deutschland. In: CIO. Abgerufen am 7. November 2024.</ref> Das Unternehmen befindet sich im alleinigen Besitz der Partner.<ref name=":15">Axel Höpner, Katrin Terpitz: Roland Berger will unabhängig bleiben. In: Handelsblatt. 22. Juli 2010, S. 3.</ref>
Geschichte
Gründung
Von 1962 bis 1967 arbeitete Roland Berger als Unternehmensberater für die Boston Consulting Group.<ref>Carsten Knop: Beraterlegende Roland Berger: Von Bismarck bis Macron. In: faz.net. 17. Juli 2017, archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am 14. September 2023; abgerufen am 18. September 2019.</ref> Anschließend machte er sich mit dem Einzelunternehmen „Roland Berger International Marketing Consultants“ selbstständig.<ref>Vom Lieferant zum Berater-Star. In: Bonner General-Anzeiger. 22. November 2002, S. 25.</ref> Einer der ersten Aufträge bestand in der Entwicklung eines neuen Werbekonzepts für den Reiseveranstalter Touropa.<ref>Inbegriff des Unternehmensberaters. In: Westdeutsche Zeitung. 22. November 2017.</ref><ref>Hans-Jürgen Klesse: TUI wird zum größten Touristikkonzern der Welt. In: wiwo.de. 20. Juli 2014, abgerufen am 18. September 2019.</ref> Im Laufe der Jahre verlagerte sich das Geschäft des Unternehmens immer stärker von der Marketing- auf die Strategieberatung.<ref name=":3">Roland Berger hits major milestone: 50 years in business. In: consultancy.uk. 22. September 2017, abgerufen am 18. September 2019 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> Roland Berger etablierte ein bisher aus den Vereinigten Staaten bekanntes Geschäftsmodell erfolgreich in Deutschland.<ref>Hans-Jürgen Jakobs: Die Macht des Konsuls. In: Handelsblatt. 22. November 2017, S. 18 (handelsblatt.com [abgerufen am 1. Februar 2018]).</ref><ref name=":2">„Ich gehe auf die Menschen zu“. In: Bilanz. 24. September 2003 (bilanz.ch [abgerufen am 1. Februar 2018]).</ref>
Internationalisierung
Roland Berger änderte den Namen seines Unternehmens in „Roland Berger & Partner International Management Consultants“.<ref name=":2" /> 1969 gründete man eine Niederlassung in Mailand, 1976 in São Paulo.<ref name=":3" /> Später kamen Vertretungen in Frankreich, Großbritannien, Japan, Spanien und den Vereinigten Staaten hinzu.<ref name=":4">Austrian Presse Agentur: Eine europäische Erfolgsgeschichte: Roland Berger Strategy Consultants feiern 40-jähriges Jubiläum. 20. November 2007.</ref> Das Unternehmen beteiligte sich an der Gründung mehrerer Konsortien. Außerdem wurde eine Holding als Dachgesellschaft für das Unternehmen eingerichtet.<ref name=":5">Rainer Frenkel: Die Reizfigur. In: Die Zeit. 5. Februar 2004.</ref>
1980 wurde Roland Berger als erste europäische Unternehmensberatung in die Association of Consulting Management Engineers (ACME) aufgenommen.<ref name=":5" /> Im weiteren Verlauf der 1980er Jahre folgte die Weiterentwicklung zu einer Strategieberatung.<ref name=":4" /><ref name=":5" />
In den 1980er Jahren entwickelten Roland Berger und Alfred Herrhausen das Konzept einer Investmentbank europäischer Prägung.<ref>Friedhelm Schwarz: Die Deutsche Bank: Riese auf tönernen Füssen. Campus-Verlag, ISBN 3-593-37212-6, S. 32.</ref> Vor diesem Hintergrund erwarb die Deutsche Bank ab 1987 schrittweise eine qualifizierte Mehrheit an Roland Berger.<ref>Die Bank-Berater-Allianz. In: Absatzwirtschaft. 1. September 1987, S. 10.</ref><ref>Deutsche Bank hält an Roland Berger fest. In: Börsen-Zeitung. 3. Juni 1998, S. 12.</ref> Die Deutsche Bank wollte das Beratungsgeschäft zum dritten Standbein neben dem Commercial Banking und Investment Banking ausbauen.<ref>Gerhard Kutscher: Besonderer Glücksfall: Deutsche Bank steigt ins Beratungsgeschäft ein. In: Handelsblatt. 10. August 1987, S. 2.</ref> Nach der Ermordung Herrhausens durch die Rote Armee Fraktion im Jahr 1989 geriet die Zusammenarbeit jedoch ins Stocken.<ref>Dietmar Student: Ratgeber in eigener Sache. In: Manager Magazin. 21. Januar 2005, S. 30.</ref><ref>Stefan Kaiser: Deutsche Bank: Aufstieg und Fall einer Größenwahnsinnigen. In: spiegel.de. 1. Oktober 2016, abgerufen am 18. September 2019.</ref>
Nach dem Einstieg der Deutschen Bank konnte Roland Berger seinen Umsatz nahezu verdoppeln,<ref>Roland Berger: In drei Jahren Umsatz verdoppelt. Wachsendes Geschäft mit Auslandskunden. In: Handelsblatt. 28. September 1989, S. 17.</ref> wofür vor allem die Globalisierung der Aktivitäten verantwortlich war.<ref name=":6">Roland Berger: „Wir wachsen im Ausland“. In: WirtschaftsWoche. 22. März 1991, S. 60.</ref> Aufgrund regulatorischer Vorgaben blieb dem Unternehmen jedoch der Zugang zum US-amerikanischen Markt verwehrt, sodass man sich verstärkt nach Osten orientierte.<ref>Gregor Handler: Konzept zur Entwicklung integrierter Beratung: Integration systemischer Elemente in die klassische Beratung. Springer-Verlag, Wiesbaden 2007, ISBN 978-3-8350-0851-9, S. 82.</ref> Nach dem Fall des Eisernen Vorhangs gründete Roland Berger Tochtergesellschaften in Staaten des ehemaligen Ostblocks.<ref name=":2" /> Darüber hinaus expandierte das Unternehmen nach Japan, China und Indien.<ref name=":6" /><ref>Roland Berger kooperiert in China. In: Handelsblatt. 25. Oktober 1994, S. 21.</ref><ref>Roland Berger eröffnet Büro in Indien. In: Handelsblatt. 30. Mai 1997, S. 24.</ref>
Beratung der Treuhandanstalt
Im Dezember 1989 begann die Unternehmensberatung mit dem Aufbau des Geschäfts in der Deutschen Demokratischen Republik, wo es sich binnen kürzester Zeit zur führenden Unternehmensberatung entwickelte.<ref>Mathias Müller von Blumencron, Wieland Schmitz: Niemals exklusiv. In: WirtschaftsWoche. 13. September 1991, S. 142.</ref> Neben privaten Aufträgen wurde beispielsweise die Treuhandanstalt bei der Privatisierung und Restrukturierung volkseigener Betriebe beraten. Roland Berger hatte bei der Prüfung der Unternehmenskonzepte eine Schlüsselrolle, weshalb das Unternehmen in der WirtschaftsWoche als „heimlicher Herrscher über die ostdeutsche Wirtschaft“ beschrieben wurde.<ref>Mathias Müller von Blumencron: Roland Berger: Der heimliche Herrscher über die ostdeutsche Wirtschaft. In: WirtschaftsWoche. 13. September 1991, S. 139.</ref> Im MDR sprach der damalige Berger-Mitarbeiter Tobias Engelhardt von einer Zeltlager-Atmosphäre und der Historiker vom Institut für Zeitgeschichte (IfZ) Dierk Hoffmann ordnete ein, dass „das eben junge Leute waren, die nicht über die entsprechende Berufserfahrung verfügt haben und auch nicht verfügen konnten.“<ref>MDR.de, abgerufen am 17. Juli 2023</ref> Bereits 1992 erhielt Roland Berger jedoch wesentlich weniger derartige Aufträge. Die ostdeutschen Privatunternehmen waren meist Mittelständler mit weniger Beratungsbedarf.<ref>Roland Berger & Partner: Kräftiger Umsatzsprung im laufenden Jahr – Weniger Aufträge der Treuhand. In: Handelsblatt. 10. Dezember 1992, S. 22.</ref>
Unternehmensstruktur Partnerschaft
1998 kam es schließlich zu einer Veränderung der Eigentümerstruktur:<ref>Neue Eigentümerstruktur bei Roland Berger. In: Börsen-Zeitung. 18. Juli 1998, S. 13.</ref> Im Rahmen eines Management-Buy-out übernahmen die Partner von Roland Berger die Anteile.<ref name=":8">Management-Buy-out bei Roland Berger. In: Börsen-Zeitung. 23. Juli 1998, S. 5.</ref> Vom Ausstieg des Kreditinstituts versprach sich das Management ein beschleunigtes Wachstum, da Gewinne flexibler investiert werden konnten.<ref name=":8" /> Das Unternehmen erhielt einen ungehinderten Zugang zum US-amerikanischen Markt.<ref>Roland Berger peilt US-Markt an. In: Handelsblatt. 23. Juli 1998, S. 1.</ref><ref>Beate Wilmms: Deutsche Bank trennt sich von Roland Berger. In: Die Tageszeitung. 23. Juli 1998, S. 7.</ref> Die Deutsche Bank behielt zunächst eine Minderheitsbeteiligung im einstelligen Prozentbereich, von der sie sich im Jahr 2000 endgültig trennte.<ref>Deutsche Bank verkauft restliche Roland-Berger-Anteile. In: Handelsblatt. 6. Juni 2000, S. 23.</ref><ref>Deutsche Bank trennt sich von Roland Berger. In: Börsen-Zeitung. 6. Juni 2000, S. 29.</ref> Roland Berger war danach wieder vollkommen unabhängig.<ref>Roland Berger baut Beteiligungen aus. In: Handelsblatt. 12. Juli 2000, S. 16.</ref>
2001 kündigte Roland Berger seinen Wechsel von der Geschäftsführung in den Aufsichtsrat an.<ref>Roland Berger mit neuem Namen auf Rekordkurs. In: Börsen-Zeitung. 11. Juli 2001, S. 13.</ref><ref>Walter Hillebrand, Reinhard Kowalewsky: Das Vermächtnis: Nach 35 Jahren als Top-Berater wechselt Gründervater Roland Berger in den Aufsichtsrat. In: Capital. 14. November 2002, S. 36.</ref> 2002 wählten die Partner Burkhard Schwenker zum neuen Chef.<ref>Schwenker führt Roland Berger. In: Börsen-Zeitung. 13. Dezember 2002, S. 7.</ref> Die Personalberatung wurde aufgegeben.<ref>Harald Ehren, Nicola de Paoli, Jörn Paterak: Roland Berger gibt Personalberatung auf. In: Financial Times Deutschland. 13. April 2004, S. 10.</ref>
2010 wurde Martin C. Wittig zum neuen Chef von Roland Berger gewählt.<ref>Tanja Kewes: Roland Berger, der Zweite. In: Handelsblatt. 8. Juni 2010, S. 54.</ref> Burkhard Schwenker ersetzte Roland Berger als Vorsitzenden des Aufsichtsrats,<ref>Kathrin Terpitz: Generationswechsel bei Roland Berger. In: Handelsblatt. 19. Juli 2010, S. 54.</ref> Roland Berger blieb dem Gremium als Ehrenvorsitzender verbunden.<ref>Karl-Heinz Büschemann: Ende einer Legende. In: Tages-Anzeiger. 8. Juni 2010, S. 11.</ref>
Der Rückzug von Roland Berger aus dem Aufsichtsrat markierte den Beginn einer neuen Ära für das Unternehmen.<ref>Karl-Heinz Büschemann: Ende einer Legende. In: Tages-Anzeiger. 8. Juni 2010, S. 11.</ref> 2010 gab man die Fusion mit der Beratungssparte der britischen Beratungsgesellschaft Deloitte bekannt.<ref>Deloitte greift nach Roland Berger. In: Die Presse. 19. November 2010, S. 19.</ref> Das Vorhaben scheiterte am Widerstand der Partner von Roland Berger.<ref>Fusion von Roland Berger und Deloitte geplatzt. In: Hamburger Abendblatt. 22. November 2010, S. 33.</ref> Nach Absage der Fusion mit Deloitte führte Roland Berger eine Kapitalerhöhung durch, um den finanziellen Handlungsspielraum der Unternehmensberatung zu vergrößern.<ref>Sven Clausen: Stockholmer Kollekte. In: Financial Times Deutschland. 29. Juni 2011, S. 6.</ref>
Diversifikation und Generationswechsel
2014 wählten die Partner Charles-Édouard Bouée zum neuen Chief Executive Officer.<ref>Franzose übernimmt bei Roland Berger. In: spiegel.de. 28. Juni 2014, abgerufen am 18. September 2019.</ref> Mit ihm stand erstmals ein internationaler Partner an der Spitze des Unternehmens.<ref name=":11">Axel Höpfner, Bert Fröndhoff: Monsieur 100 000 Volt. In: Handelsblatt. 30. Juni 2014, S. 46.</ref> Sein Amtsantritt bedeutete einen Kulturwandel für Roland Berger,<ref>Christoph G. Schmutz: Alles ausser Langeweile. In: Neue Zürcher Zeitung. 9. Februar 2015, S. 17.</ref><ref>Cornelius Welp: Roland Berger: Der riskante Neustart der Beratungs-Ikone. In: wiwo.de. 17. Februar 2016, abgerufen am 18. September 2019.</ref> die gesamte Führungsriege wurde deutlich verjüngt.<ref>Bert Fröndhoff: Roland Berger: Die nächste Generation. In: Handelsblatt. 30. Juni 2015, S. 47.</ref> Zusammen mit seinem Stellvertreter und Leiter des Geschäfts in Zentraleuropa, Stefan Schaible, reformierte man die Organisationsstruktur und die Geschäftsstrategie.<ref>Cornelius Welp: Neustart aus der Not heraus. In: WirtschaftsWoche. 12. Februar 2016, S. 42.</ref><ref>Neue Leistungen und neues Logo. In: Medianet. 6. November 2015, S. 30.</ref><ref>John Gapper: The strategy consultants in search of a strategy. In: ft.com. 28. August 2013, abgerufen am 18. September 2019 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>
Seit 2014 leitete das Management einen umfassenden Wandel ein. Traditionelle Kompetenzen im Bereich der Restrukturierungs- und Strategieberatung wurden gestärkt.<ref name=":7" /> Hierfür kaufte Roland Berger 2015 die Spezialberatung FMC, die von zwei ehemaligen Roland-Berger-Partnern gegründet worden war.<ref>Roland Berger übernimmt Team von Wettbewerber FMC. In: Börsen-Zeitung. 26. Juni 2015, S. 16.</ref> Das Leistungsspektrum wurde erweitert und das Digitalgeschäft vorangetrieben.<ref>Bert Fröndhoff: Roland Berger baut Digitalgeschäft aus. In: Handelsblatt. 22. Mai 2015, S. 23.</ref> Außerdem setzte Roland Berger verstärkt auf Kooperationen, etwa mit zahlreichen Start-up-Unternehmen.<ref>Dietmar Student: Berger verbündet sich mit Samwer-Brüdern. In: manager-magazin.de. 17. Dezember 2014, abgerufen am 18. September 2019.</ref><ref>Niklas Wirminghaus: Roland-Berger-CEO: Warum es zwischen Rocket und Roland Berger doch nicht gepasst hat. In: gruenderszene.de. 26. April 2016, abgerufen am 18. September 2019.</ref> 2015 stellte Roland Berger zudem einen neuen Markenauftritt vor, der die Diversifikation des Geschäfts widerspiegeln sollte. Der im Jahr 2001 eingeführte Zusatz „Strategy Consultants“ wurde aus dem Firmennamen gestrichen.<ref name=":12" />
Gesellschafter und Führung
Im Dezember 2017 hatte das Unternehmen insgesamt 196 Gesellschafter. Sieben Gesellschafter halten jeweils mehr als 1 % des Stammkapitals. Eine Mehrheit (145 Personen) hat ihren Wohnsitz in der Europäischen Union, wobei nur Deutschland (86) und Frankreich (19) in zweistelliger Zahl vertreten sind.<ref>Roland Berger Holding GmbH. In: unternehmensregister.de. Bundesanzeiger Verlag, 27. Dezember 2017, abgerufen am 18. September 2019 (Liste der Gesellschafter).</ref>
Die Roland Berger Holding GmbH & Co. KGaA verfügt über mindestens einen und maximal drei Geschäftsführer, die zusammen die Geschäftsführung bilden.<ref name=":0">Roland Berger Holding GmbH. In: unternehmensregister.de. Bundesanzeiger Verlag, 9. August 2016, abgerufen am 18. September 2019 (Satzung).</ref> Derzeit ist dies Stefan Schaible (Global Managing Director).<ref name=":1">Aufsichtsrat. Roland Berger, abgerufen am 28. Mai 2023 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>
Soziales Engagement
Seit 2008 existiert die Roland Berger Stiftung.<ref>Kirsten Schiekiera: Verborgene Talente. In: Die Welt. 29. November 2008, S. 31.</ref><ref>Im Dienst der Menschenwürde. In: Der Tagesspiegel. 25. November 2008, S. 11.</ref><ref>Daniel Goffart: Der Ratgeber der Deutschland AG als Sinnsucher. In: Handelsblatt. 26. November 2008, S. 4.</ref> Die Stiftung stellte dem Unternehmen zeitweise Mezzanine-Kapital zur Verfügung und erhielt dafür Zinsen.<ref name=":16">Dietmar Student: Allein in der Fremde. In: Manager Magazin. 17. Dezember 2010, S. 11.</ref>
Publikationen
2014 gab Roland Berger erstmals Think:act heraus.<ref>Pierre Schrader: Burda Yukom macht Think Act für Berger. In: Horizont. 9. Dezember 2004, S. 42.</ref> Zudem werden jedes Jahr zahlreiche Studien und andere Publikationen herausgegeben<ref>Katalog der Deutschen Nationalbibliothek. Abgerufen am 18. September 2019.</ref> wie zum Beispiel 2018 zusammen mit der Investmentfirma Asgard und Fabian Westerheide eine Studie zum internationalen KI-Markt.<ref>Alexander Armbruster: Künstliche Intelligenz: Große Gefahr, übertriebene Angst – was denn nun? In: FAZ.NET. ISSN 0174-4909 (faz.net [abgerufen am 8. Februar 2021]).</ref>
Kritik
In der Talkshow Sabine Christiansen warf Christian Wulff 2004 Roland Berger vor, das Unternehmen habe für die niedersächsischen SPD-Landesregierungen Expertisen geliefert zu exorbitanten Honoraren, vergleichsweise mehr Substanz aufgewiesen hätten Landtagsanträge der Grünen.<ref>Ausgiebig dazu, Jochen Bittner und Elisabeth Niejahr : Die Berater-Republik, Zeit online, 5. Februar 2004</ref>
Im Bereich der Bauwirtschaft kam es zu Kritik an der Rolle von Roland Berger: 2002 rutschte beispielsweise Philipp Holzmann in die Insolvenz,<ref>Holzmann bricht zusammen. In: Handelsblatt. 22. März 2002, S. 1.</ref><ref>Holzmann endgültig pleite. In: Der Standard. 22. März 2002, S. 22.</ref> obwohl Roland Berger den Konzern zuvor für im Kern sanierungsfähig gehalten hatte.<ref>Jörg Eigendorf: „Der Kern von Holzmann ist sanierungsfähig“. In: Die Welt. 29. November 1999, S. 15 (welt.de [abgerufen am 1. Februar 2018]).</ref> 2005 ging Walter Bau pleite,<ref>Nicole Huss: Walter Bau bricht zusammen. In: Rheinische Post. 2. Februar 2005.</ref> bei dessen Sanierung ebenfalls Roland Berger hatte helfen sollen. Das Unternehmen erhielt dafür ein Honorar in Millionenhöhe. Der Vorsitzende des Betriebsrats argumentierte, manche Instrumente der Unternehmensberatung seien nicht auf den Baumarkt ausgerichtet oder generell nicht bautauglich gewesen.<ref>Kritik an Roland Berger in Fall Walter Bau. In: handelsblatt.com. 4. Februar 2005, abgerufen am 18. September 2019.</ref> Allerdings hoben Beobachter hervor, dass erst das von Roland Berger eingeführte Controlling die desolate wirtschaftliche Situation von Walter Bau offengelegt hatte.<ref>Walter Bau wird aufgespalten. In: Der Tagesspiegel. 4. Februar 2005, S. 19.</ref><ref>Wolfgang Zdral: Walter Bau: Das letzte Gefecht. In: Capital. 3. Februar 2005, S. 42.</ref>
Literatur
- Thomas Leif: beraten & verkauft. McKinsey & Co. – der große Bluff der Unternehmensberater. Goldmann, München 2008, ISBN 978-3-442-15485-2 (Erstausgabe: Bertelsmann, München 2006, Klappentext).
- Mariana Mazzucato, Rosie Collington: Die große Consulting-Show. Wie die Beratungsbranche unsere Unternehmen schwächt, den Staat unterwandert und die Wirtschaft vereinnahmt. Campus, Frankfurt am Main 2023, ISBN 978-3-593-51686-8.
Weblinks
- Website von Roland Berger
Einzelnachweise
<references responsive> <ref name=":7">Axel Höpner, Dieter Fockenbrock: Roland Berger hilft Roland Berger. In: Handelsblatt. 16. Oktober 2014, S. 16.</ref> </references>
Koordinaten: 48° 10′ 35″ N, 11° 35′ 33,4″ O
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