Roccalbegna
Vorlage:Infobox Gemeinde in Italien
Roccalbegna ist eine Gemeinde mit Vorlage:EWZ Einwohnern (Stand Vorlage:EWD) in der Provinz Grosseto, Region Toskana in Italien.
Geografie
Die Gemeinde erstreckt sich über rund 125 km² und liegt etwa drei Kilometer südlich des Monte Labbro. Sie liegt rund 35 Kilometer östlich von Grosseto und 110 Kilometer südlich von Florenz am Fluss Albegna, der 13 von seinen 70 km in der Gemeinde verbringt. Weitere wichtige Gewässer sind die Torrenti Trasubbino (10 von 23 km im Gemeindegebiet) und Trasubbie (7 von 29 km im Gemeindegebiet).<ref>Offizielle Webseite des Sistema Informativo Ambientale della Regione Toscana (SIRA) zu den Flüssen in Roccalbegna, abgerufen am 22. Juli 2013 (ital.)</ref> Kurz südlich des Ortes fließt der Marlancione<ref name="TCI">TCI</ref> (auch Armancione<ref name="CorridoriSantioli" /><ref name="Niccolai/Bonelli">Niccolai/Bonelli</ref> genannt) dem Albegna zu. Roccalbegna liegt im Weinbaugebiet des Morellino di Scansano und in den Colline dell’Albegna e del Fiora (Albegna und Fiorahügeln). Sie ist Teil der Comunità Montana Amiata Grossetana und befindet sich in der klimatischen Einordnung italienischer Gemeinden in der Zone E, 2 247 GG<ref>Webseite der Agenzia nazionale per le nuove tecnologie, l’energia e lo sviluppo economico sostenibile (ENEA), abgerufen am 22. Juli 2013 (ital.) (PDF; 330 kB)</ref>.
Zu den Ortsteilen zählen Cana (480 m, ca. 225 Einwohner), Santa Caterina (475 m, ca. 75 Einwohner), Triana (769 m, ca. 15 Einwohner) und Vallerona (569 m, ca. 220 Einwohner).<ref>Vorlage:Webarchiv (Istituto Nazionale di Statistica) zu den Einwohnerzahlen 2001 in der Provinz Grosseto, abgerufen am 22. Juli 2013 (ital.)</ref>
Die Nachbargemeinden sind Arcidosso, Campagnatico, Manciano, Santa Fiora, Scansano und Semproniano.
Geschichte
Erstmals dokumentiert wurde der Ort Roccalbegna bzw. die Burg Rocca Albegna<ref>Repetti</ref> 812 und 1210 in den Schriften von Otto IV. als Castro Roche Albegne zur Übernahme von Abbadia San Salvatore zitiert. Der Ort wurde 1216 Besitz der Familie Aldobrandeschi und blieb es bis zum Ende desselben Jahrhunderts, als er von der Republik Siena unterworfen wurde. Diese bauten von 1293 bis 1296 die Stadtmauern aus. Nach der Niederlage der Seneser Republik 1555 gegen die Republik Florenz widerstand der Ort unter der Herrschaft von Siena, nun im Exil von Montalcino. Danach fiel der Ort 1559 nach dem Frieden von Cateau-Cambrésis ebenfalls (wie Siena) dem Herzogtum Toskana zu. Franz I. unterstellte Roccalbegna 1575 den Grafen von Santa Fiora, 1646 ging der Ort durch Ferdinando II. de’ Medici an die Grafen Bichi<ref name="Rotundo/Santi">Rotundo/Santi</ref> (später Bichi-Ruspoli<ref name="Niccolai/Bonelli" />). Nach der Abschaffung der Feudalherrschaft 1751 kehrte die Gemeinde zum Herzogtum Toskana zurück. 1783 wurde dem Ort Rocchette di Fazio, Semproniano und Triana zugeteilt, 1787 kam Cana als Ortsteil hinzu, es gehörte vorher zu Cinigiano. Mit der Gebietsreform vom 29. Januar 1963 wurde Semproniano (mit dem Ortsteil Rocchette di Fazio) eigenständig.<ref name="CorridoriSantioli" />
Sehenswürdigkeiten
- Cassero Senese, kleinere Festungs- und Beobachtungsanlage aus dem 13. Jahrhundert, wahrscheinlich von den Aldobrandeschi angelegt und den senesischen Truppen erweitert. Wurde 1446 von den Castellani Domenico d’Andrea und Gherardo di Mariano in ein Wohnhaus umgewandelt.<ref>Offizielle Webseite der Gemeinde zum Cassero Senese, abgerufen am 26. Juni 2013 (ital.)</ref>
- Chiesa dei Santi Pietro e Paolo, Kirche aus dem Jahr 1296. Wurde um 1380 von Andrea Vanni restauriert. Enthält Werke von Alessandro Casolani (Pietà), Ambrogio Lorenzetti (Madonna col Bambino, San Pietro e San Paolo, ca. 1340 entstanden<ref name="TCI" />) und Francesco Nasini (Madonna con i Santi Cristoforo e Giacomo).<ref name="Santi">Santi</ref>
- Chiesa della Madonna del Soccorso, Kirche aus dem 15. Jahrhundert an der Porta di Maremma, kurz vor den senesischen Stadtmauern.
- Oratorio del Santissimo Crocifisso, heute Museum von Roccalbegna. Ältestes Werk ist das Croce von Luca di Tommè, welches um 1360 entstand. Weitere Werke dort sind drei Gemälde von Francesco Nasini (Sant’Antonio da Padova col Bambin Gesù, San Nicola di Bari con l'Angelo und Madonna col Bambino) und Madonna della Misericordia, Cristo in Pietà, Due confratelli in adorazione della Croce von Sebastiano Folli.<ref name="Santi" />
- Palazzo Bichi-Ruspoli, Gebäude der Grafen Bichi-Ruspoli aus dem 16. Jahrhundert.<ref name="Rotundo/Santi" />
- Palazzo Comunale, Rathaus, wurde 1920 restauriert.<ref name="Rotundo/Santi" />
- Palazzo della Lana (Palazzo der Wolle), Gebäude aus dem 13. Jahrhundert<ref name="Niccolai/Bonelli" /> in der Via del Poggiolo.<ref name="Rotundo/Santi" />
- Porta di Maremma, auch Porta di Sotto genannt, Stadttor der senesischen Ringbefestigung (13. Jahrhundert).
- Porta dell’Orologio (Uhrtor), stammt aus dem 13. Jahrhundert.
- Türme der Stadtmauern, von denen die Türme Colombaiolo und Torrione noch erhalten sind.<ref name="CorridoriSantioli" />
- Rocca aldobrandesca, auch Castello La Pietra, Sasso oder La Rocca genannt, Festungsruine auf dem höchsten Felsen über dem Ort. Wurde 1296 von Siena wiedererrichtet.
- Castello di Triana, fünf Kilometer östlich von Roccalbegna gelegenes Kastell aus dem 8. Jahrhundert<ref name="Santi" />, erstmals 1216 in Dokumenten der Aldobrandeschi erwähnt. Gelang 1388 in den Besitz der Piccolomini, in deren Besitz es bis 1962 blieb.<ref name="Giuseppe Guerrini">Giuseppe Guerrini</ref> Die anliegende Kapelle Cappella della Madonna di Loreto entstand am Anfang des 17. Jahrhunderts und wurde 1744 erweitert und umgebaut.<ref name="Santi" />
- Chiesa di San Bernardino di Siena, Kirche im Ortsteil Triana, Kirche aus dem 18. Jahrhundert.<ref name="Santi" />
- Rocca al Cane, Burg und Kastell im Ortsteil Cana, wurde 1216 erstmals in Dokumenten der Aldobrandeschi erwähnt. Ging 1274 an die Seneser Familie der Tolomei über, danach an die Grafen von Battifolle. Wurde 1381 Teil der Republik Siena.<ref name="Giuseppe Guerrini" />
- Chiesa di San Martino, Kirche im Ortsteil Cana, die um 1277 entstand. Wurde 1970 restauriert und erheblich verändert.<ref name="Santi" />
- Chiesa della Madonna del Conforto, Kirche kurz außerhalb von Cana. Wurde 1496 dokumentiert und enthält Altar aus dem Jahr 1635.<ref name="Rotundo/Santi" />
- Chiesa di San Pio im Ortsteil Vallerona, 1641 als Chiesa della Visitazione und Madonna del Carmine entstandene Kirche, die 1789 durch Bischof Pio Santi erweitert wurde.<ref name="Santi" />
Literatur
- Ippolito Corridori, Arturo Santioli: L’Amiata. Edizioni Cantagalli, Siena 1987.
- Giuseppe Guerrini/Amministrazione Provinciale di Grosseto: Torri e Castelli della provincia di Grosseto. Nuova Immagine Edizioni, Siena 1999, ISBN 88-7145-154-6
- Lucio Niccolai, Fiora Bonelli: Paesi dell’Amiata. Cesare Moroni Edizioni, 2003
- Emanuele Repetti: ROCCA ALBEGNA, o ROCCALBEGNA nella Valle dell’Albegna. In Dizionario Geografico Fisico Storico della Toscana (1833–1846), Onlineausgabe der Universität Siena (pdf, ital.)
- Felicia Rotundo, Bruno Santi: Roccalbegna. In: Bruno Santi: Guida Storico-Artistica alla Maremma. Nuova Immagine Edizioni, Siena 1995, ISBN 88-7145-093-0
- Bruno Santi: I Luoghi della Fede. L’Amiata e la Val d’Orcia. Arnoldo Mondadori Editore, Mailand 1999, ISBN 88-04-46780-0
- Touring Club Italiano: Toscana, Mailand 2003, ISBN 88-365-2767-1, S. 887.
Weblinks
- Offizielle Website der Gemeinde Roccalbegna
- Website des Pro Loco in Roccalbegna
Einzelnachweise
<references />