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Robert von Schröder

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Emil Friedrich Robert von Schröder (* 4. September 1807 in Kolberg; † 11. August 1894 in Lübchow) war ein deutscher Rittergutsbesitzer und Politiker.

Leben

Datei:Rittergut Lübchow Sammlung Duncker.jpg
Herrenhaus um 1863/64 in der Sammlung Duncker

Robert Schröder war ein Sohn des Kolberger Kaufmanns Ernst Friedrich Schröder, der 1812 das Rittergut Lübchow im Kreis Fürstenthum erwarb.<ref name="VO">Manfred Vollack: Das Kolberger Land. Seine Städte und Dörfer. Ein pommersches Heimatbuch. Husum Druck- und Verlagsgesellschaft, Husum 1999, S. 398. ISBN 3-88042-784-4.</ref> Robert Schröder besuchte die Schule in Gnadenfeld und das Gymnasium zum Grauen Kloster in Berlin. Er studierte Rechtswissenschaften und Cameralia in Berlin und Heidelberg. Nach zweijähriger Tätigkeit bei einem Gericht übernahm er nach dem Tod seines Vaters die Bewirtschaftung seines ererbten Gutes Lübchow. Den 1824 abgebrannten Gutsbetrieb legte er an einer neuen Stelle im Süden des Dorfes an und errichtete ein Herrenhaus mit einem großen Park.<ref name="VO" /> Er nutzte dazu seine Möglichkeiten als größter Kalkanbaufabrikant in Pommern.<ref>Architektonische Notizen. In: Romberg`s Zeitschrift für die Praktische Baukunst. Zur Verbreitung gemeinnütziger Erkenntnisse …, 1873, 33. Jahrgang, S. 196. Allgemeine Deutsche Verlags-Anstalt (Sigismund Bollf), Berlin 1878; google.de/books</ref> Schröder war Vorstand des Körlin-Belgarder Ökonomischen Zweigvereins, Kreisdeputierter<ref name="VO" /> und schrieb für landwirtschaftliche Zeitungen. Mitte der 1840er Jahre widmete sich Schröder intensiv der Pferdezucht<ref>C. H. Vogler: Allgemeines Gestüt-Buch. Ein Verzeichnis der Vollblut-Pferde nebst ihrer Abstammung. 1. Band. Selbstverlag, Berlin 1847, S. 24. google.de/books</ref> und war später auch Mitglied in den dazugehörigen Fachverbänden.<ref>Verzeichniss der Mitglieder des Vereins für Pferdezucht und Pferdedressur in Berlin im Jahre 1860. Gebr. Unger, Berlin 1860, S. 13.; google.de/books</ref>

Von 1859 bis 1862 war er Mitglied des Preußischen Abgeordnetenhauses. Am 18. Oktober 1861 wurde er anlässlich der Krönung Wilhelms I. geadelt.<ref name="VO" /> Von 1867 bis 1871 war Robert von Schröder Abgeordneter des Wahlkreises Köslin 3 (Kreis Fürstenthum) im Reichstag des Norddeutschen Bundes.<ref>Bernd Haunfelder, Klaus Erich Pollmann: Reichstag des Norddeutschen Bundes 1867–1870. Historische Photographien und biographisches Handbuch. Droste, Düsseldorf 1989, ISBN 3-7700-5151-3, S. 465 (Kurzbiografie). (= Photodokumente zur Geschichte des Parlamentarismus und der politischen Parteien. Band 2).</ref> Hierdurch war er auch von 1868 bis 1870 Mitglied des Zollparlaments. Er gehörte der Konservativen Partei an.<ref>Fritz Specht, Paul Schwabe: Die Reichstagswahlen von 1867 bis 1903. Eine Statistik der Reichstagswahlen nebst den Programmen der Parteien und einem Verzeichnis der gewählten Abgeordneten. 2. Auflage. Carl Heymanns Verlag, Berlin 1904, S. 51.</ref>

Von 1872, zunächst als Verwalter bestellt,<ref>Handbuch über den Königlich Preußischen Hof und Staat für das Jahr 1873. Königliche Geheime Ober-Hofbuchdruckerei (R. L. v. Decker), Berlin 1873, S. 388. google.de/books</ref> bis 1878 war er der erste Landrat des nach der Aufteilung des Kreises Fürstenthum neugebildeten Kreises Kolberg-Körlin. Seine Verwandten, hier die Nachfahren seiner Schwester Laura Emma Henriette (* 1806; † 1895), verheiratet mit dem Oberstleutnant Otto Friedrich von Wedel († 1870),<ref>Ad. M. Hildebrandt: Familien-Nachrichten. In: Der Deutsche Herold. Zeitschrift für Wappen-, Siegel und Familienkunde, Juli 1895, Jahrgang XXIV, Nr. 7, S. 94. Hrsg. Herold (Verein), Carl Heymanns Verlag, Druck Julius Sittenfeld, Berlin, google.de/books</ref> führten teils seit 1895, respektive 1897, den Namen von Wedel-Schroeder. Nach Schröders Tod war Lauras Enkel, der kgl. preuß. Leutnant, Bruno von Wedel-Lübchow (* 1868; † 1911) kurzzeitig örtlicher Gutsinhaber,<ref>Gothaisches Genealogisches Taschenbuch der Adeligen Häuser 1934. Teil A (Uradel), GGT, Jahrgang 33. Justus Perthes, Gotha 1933, S. 555. Zugleich Adelsmatrikel der Deutschen Adelsgenossenschaft.</ref> Lübchow wurde 1903 an Friedrich Schumann (1873–1913) veräußert.<ref>Eberhard Wilke: Güter und Gutshäuser im Kolberger Land. In: Beiträge zur Geschichte der Stadt Kolberg und des Kreises Kolberg-Körlin. Band 28. Jancke-Husum / Husum-Verlag, Husum 2003, ISBN 3-89876-136-3, S. 65 f.</ref>

Literatur

Genealogie

Weblinks

Einzelnachweise

<references />

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